Hamburg-Duvenstedt

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Wappen von Hamburg
Duvenstedt
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 42′ 29″ N, 10° 6′ 16″ O53.70805555555610.104444444444Koordinaten: 53° 42′ 29″ N, 10° 6′ 16″ O
Fläche 6,8 km²
Einwohner 6241 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 918 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Duvenstedt ist ein Stadtteil der Hansestadt Hamburg im Bezirk Wandsbek. Es ist eines der Walddörfer.

Geschichte[Bearbeiten]

Duvenstedt wurde erstmals 1261 erwähnt. Die Bauern leisteten zu diesem Zeitpunkt ihren Zehnten an das Hamburger Domkapitel. Der Name verweist auf eine frühere Entstehung durch einen sächsischen Dorfgründer namens Duvo, wobei die Nachsilbe -stedt einen „Standort auf sicherem Boden“ bezeichnet, zumeist ein Runddorf.[1] Der Herzog von Lauenburg verpfändete das Dorf im Jahre 1571 an den holsteinischen Herzog Adolf. Seit dem 15. Jahrhundert gehörte es zum alten landesherrlichen Amt Tremsbüttel. Ab 1693 kam es wirtschaftlich zum neu gebildeten Kanzleigut Tangstedt, dem bis in das Jahr 1876 Hand- und Spanndienste geleistet werden mussten. 1830 bestanden in Duvenstedt sieben Voll- und acht Halbhufen sowie 16 Hauseigentümerstellen.

Mit der endgültigen Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 kam Duvenstedt zum Amtsbezirk Tangstedt im Kreis Stormarn. 1938 wurde es im Rahmen des 1937 beschlossenen Groß-Hamburg-Gesetzes nach Hamburg eingemeindet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

  • Die Minderjährigenquote liegt mit 25,8 % deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 15,6 %.
  • Die Altenquote liegt mit 17,7 % leicht unter dem Hamburger Durchschnitt von 19,1 %.
  • Der Ausländeranteil liegt mit 6,6 % deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 13,6 %.
  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,7 % deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 6,3 %.

Duvenstedt zählt zu den Hamburger Stadtteilen, wo die Mittelschicht wohnt. Das durchschnittliche Einkommen beträgt hier etwa 53.000 Euro jährlich und ist somit fast doppelt so hoch wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1938: 1.200
  • 2002: 5.876
  • 2007: 6.239[2]

Politik[Bearbeiten]

Kreisel im Dorfkern

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Duvenstedt zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD 44,2 % (+ 20,2)
  • CDU 28,8 % (− 28,0)
  • GAL 10,8 % (+ 1,3)
  • FDP 9,8 % (+ 3,7)
  • Die Linke 2,9 % (+ 0,6)
  • Übrige 3,5 % (+ 2,2)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Villa Lichtwark

Theater[Bearbeiten]

Das Amateurtheater Duvenstedt führt seit 1970 regelmäßig im Frühjahr und Herbst ein plattdeutsches Theaterstück auf, seit 1980 auf der Bühne des Max-Kramp-Hauses, die in diesem Jahr als Anbau fertiggestellt wurde.

Stadtteilkultur[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr Duvenstedt

Zentrale Institution des kulturellen Zusammenseins ist – neben den beiden Sportvereinen und der seit 1891 bestehenden Freiwilligen Feuerwehr Hamburg-Duvenstedt – die Vereinigung Duvenstedt. Angesiedelt im nach dem verstorbenen Gründer benannten Max-Kramp-Haus, bietet die Vereinigung Duvenstedt vielen Interessengemeinschaften Raum und Forum. Neben zahlreichen Aktivitäten vor allem für Kinder und Jugendliche kann man dort unter anderem an verschiedenen Kursen, Workshops und ähnlichem teilnehmen, wie beispielsweise Spanisch-Kurs, Feldenkrais, Krabbelgruppen. Auch das seit etlichen Jahren bestehende plattdeutsche Amateur-Theater sowie das Blasorchester sind Teil der Vereinigung Duvenstedt.

2011 feierte Duvenstedt sein 750. Bestehen mit einer Festwoche, die vom Ersten Bürgermeister der Stadt Hamburg, Olaf Scholz in einem feierlichen Festakt vor geladenem Publikum eröffnet wurde. Es wurde auch eine Chronik des Dorfes herausgegeben.

Musik[Bearbeiten]

Unter dem Dach der Vereinigung Duvenstedt ist seit 1981 das Orchester Duvenstedt tätig, das aus dem im Jahre 1967 gegründeten Jugendspielmannszug hervorging. Regelmäßig findet seit 1992 (25. Jubiläum) im Frühjahr um Ostern ein Frühjahrskonzert statt, bei dem das Orchester seine neuen Stücke vorstellt.[4] Des Weiteren spielt das Orchester bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen wie beispielsweise Stadtteilfesten, Hamburger Hafengeburtstag, Hochzeits- und Geburtstagsfeiern etc. Ebenso begleitet das Orchester regelmäßig die jährlich von der Stadtteil-Initiative Duvenstedt Aktiv e.V. organisierten Veranstaltungen wie z.B. die Maibaum-Aufstellung am 1. Mai oder die Eröffnung des Duvenstedter Lichtermeers am Abend vor dem 1.  Advent.

Im Jahre 2007 hat das Orchester Duvenstedt unter anderem mit einem großen Jubiläumskonzert sein 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Der Duvenstedter Brook wurde 1939 unter Naturschutz gestellt. Das Gebiet wurde seit Jahrhunderten von den Bauern der Dörfer Duvenstedt und Lemsahl-Mellingstedt als Viehweide und zum Torfstich genutzt. Der eigentliche Brook gehörte seit dem 17. Jahrhundert zum Kanzleigut Tangstedt. Dessen Rechte wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgelöst. Der Brook war in dieser Zeit bevorzugtes Jagdgebiet der Wellingsbütteler Gutsbesitzerfamilie Jauch, die es zu ihren Flächen zupachtete und dort Fasane aussetzte. Hamburg kaufte 1925 große Teile des Brooks. Der Rest fiel 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz ebenfalls an die Hansestadt. Heute ist der Brook Hamburgs größtes Naturschutzgebiet mit den – nach Öffnung eines Rotwildgatters nach dem Zweiten Weltkrieg – stärksten Hirschen Deutschlands.

Sport[Bearbeiten]

Im Stadtteil sind der TSV DuWo 08 und der Duvenstedter SV aktiv. Am Duvenstedter Markt ist auch das Vereinsheim des Tanzsportvereins „TSC Casino Oberalster“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Walden: Untersuchungen zur Geschichte des Duvenstedter Brooks, Hamburg 1987
  • Oliver Marien: Eine siedlungsgeographische Skizze von Duvenstedt, Hamburg 2002
  • Heinrich Kahl, Hiltrud Tiedemann: Liebes altes Duvenstedt … Bilder und Berichte aus der Vergangenheit
  • Stephan Großmann: Empirische Untersuchung des Saalkamps von 1968 bis 1990

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 33
  2. Statistik NordStatistik 2007 21. Dezember 2008
  3. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  4. Pressemitteilung des Blasorchesters Duvenstedt vom 7. April 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Duvenstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien