Duvensee

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Duvensee
Duvensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Duvensee hervorgehoben
53.710.56666666666743Koordinaten: 53° 42′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Sandesneben-Nusse
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 12,4 km²
Einwohner: 545 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23898
Vorwahl: 04543
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 025
Adresse der Amtsverwaltung: Am Amtsgraben 4
23898 Sandesneben
Webpräsenz: www.amt-sandesneben-nusse.de
Bürgermeister: Hans-Peter Grell
Lage der Gemeinde Duvensee im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
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Duvensee ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Duvensee wurde abgeleitet von dem altsächsischen Wort dûvâ[2] oder dem niederdeutschen Wort duuf.[3] Die hochdeutsche Übersetzung der beiden Wörter lautet Taube. Duvensee bedeutet also so viel wie Taubensee.

Das Duvenseer Moor, das aus dem ehemals 4,3 km² großen Duvensee, der nach und nach verlandete und im 19. Jahrhundert trockengelegt wurde, entstand, ist seit 1924 bekannt für die mittelsteinzeitlichen Fundplätze, auch Wohnplätze genannt.[4][5] Die Wohnplätze gehören zu den wichtigsten Archiven dieser Zeit und geben Aufschluss über die Entwicklung von Ernährung, Handwerk, Siedlungsweise und Landschaftsnutzung zu Beginn des Holozäns. 1925 wurden bei Ausgrabungen im Moor Jagdgeräte aus dem Mesolithikum gefunden. Aufgrund des Fundortes werden derartige Gegenstände aus der Zeit der Duvensee-Gruppe zugeordnet. Unter den Funden der Ausgrabungen von 1926 befand sich auch ein Paddel, der Paddel von Duvensee, der zweitälteste Fund eines Paddels weltweit, der etwa 6300 v. Chr. im Einsatz war.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes Duvense stammt von 1230 und findet man im Ratzeburger Zehntregister. Um 1240 gehörte Duvensee und der See den Herren von Ritzerau. Ab 1300 nannte sich ein Zweig derer von Ritzerau von Duvense. Das Wappen des Gerlactus von Duvense von 1336 wurde zum Teil in das Gemeindewappen übernommen. 1359 erfolgte die letzte urkundliche Erwähnung derer von Duvense. Danach wurde Duvensee zum Handelsobjekt und mehrmals verpfändet und verkauft. Ab Anfang 1400 gehörte eine Hälfte des Dorfes und des Sees fest der Hansestadt Lübeck, während die andere Hälfte weiterhin den Herzögen von Lauenburg gehörte.

Die Grenzen waren sehr undurchsichtig, da einfach sechs Bauernstellen an Lübeck abgetreten wurden. So konnte es geschehen, dass bei Mord innerhalb eines Hauses Lübeck zuständig war, fiel der Tote aber mit dem Kopf auf die Straße, ging es vor das Lauenburger Gericht. Ein Grenzstreit über das Jagdrecht in Duvensee zwischen Lübeck und dem Herzogtum ging zwischen 1565 und 1591 bis vor das Reichskammergericht in Speyer.

350 Jahre war Duvensee ein geteiltes Dorf mit zwei Bürgermeistern und zwei Gastwirten, wobei jeder nur Branntwein und Bier an seine Untertanen verkaufen durfte. Erst durch den Vergleich von 1747 wurde der Lübecker Teil zurückgegeben und ganz Duvensee ging mit dem Amt Steinhorst an Hannover über. 1780 wurde die Verkoppelung durchgeführt, die Acker-, Wiesen- und Waldflächen neu aufgeteilt, zu größeren Feldern zusammengefasst und begradigt. Um mehr Wiesenland zu haben und den Torfstich auf dem Moor zu ermöglichen, begann 1773 die erste Trockenlegung des Duven-Sees durch den Bau eines Kanals zum Bergrader Teichbach. Die endgültige Trockenlegung geschah 1850 durch Vertiefung des Kanals. 1855 bestand das Dorf Duvensee aus vier Vollhufen, einer Dreiviertelhufe, neun Halbhufen, drei Großkaten, sechs Kleinkaten, neun Anbauerstellen und eine Holz- und Moorvogtswohnung. Duvenseer Wall bestand aus fünf ausgebauten Anbauerstellen, zwei Vollhufen, eine Dreiviertelhufe, drei Viertelhufen und drei Achtelhufen. Zudem hatte Duvensee noch eine Schule, eine Schmiede und ein Wirtshaus.[6]

Die Gemeinde Bergrade wurde am 1. April 1939 nach Duvensee eingegliedert. Duvensee war bis 1948 Sitz des gleichnamigen Amtes. Die Gemeinde Duvensee besteht aus den drei Ortsteilen Duvensee, Duvenseer Wall und Bergrade.

Politik[Bearbeiten]

Von den zehn Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft AAW seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, die Wählergemeinschaft AUW drei Sitze und die Wählergemeinschaft FWD zwei Sitze.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter einer erhöhten, gestürzten blauen Spitze, die mit einer nach links fliegenden silbernen Taube belegt ist, von Silber und Rot siebenfach schräg geschacht.“[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Duvensees Auszeichnungen

Freizeit[Bearbeiten]

  • Bereits seit 1924 kann urkundlich die Existenz eines Duvenseer Reitervereins nachgewiesen werden. Der Reit- und Fahrverein Duvensee wurde am 19. Dezember 1988 in seiner jetzigen Form begründet.
  • Im ehemaligen Altenteilerkaten aus dem Jahre 1827 im Ortsteil Bergrade befindet sich seit 2005 das Café uppen Barg. Im Jahre 2006 ging dann die dazugehörige Swingolf-Anlage in Betrieb. SwinGolf Bergrade war die erste Anlage dieser Art in Schleswig-Holstein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duvensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. dûvâ, Seite 35, Nr. 122, Duvensee
  3. duuf, Duvensee
  4. Daniela Holst: Hazelnut economy of early Holocene hunteregatherers: a case study from Mesolithic Duvensee, northern Germany. In: Journal of Archaeological Science 37, 2010, S. 2871-2880
  5. Daniela Holst: Eine einzige Nuss rappelt nicht im Sacke. Subsistenzstrategien in der Mittelsteinzeit. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Urgeschichte 18, Tübingen 2009, S. 11-38. (PDF; 1,2 MB)
  6. Bestand 1855
  7. Kommunalwahl 2013
  8. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  9. www.duvensee.de