Hamburg-Eilbek
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Eilbek Stadtteil von Hamburg |
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| Koordinaten | 53° 34′ 4″ N, 10° 2′ 44″ O53.56777777777810.045555555556Koordinaten: 53° 34′ 4″ N, 10° 2′ 44″ O |
| Fläche | 1,7 km² |
| Einwohner | 21.341 (31. Dez. 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 12.554 Einwohner/km² |
| Postleitzahl | 2…. |
| Vorwahl | 040 |
| Bezirk | Wandsbek |
| Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein | |
Eilbek (Schreibweise bis 1946: Eilbeck) ist ein Stadtteil von Hamburg. Er gehört zum Bezirk Wandsbek und liegt an der Wandse, die dort den Namen Eilbek trägt und in die Alster mündet.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Eilbek liegt etwa 5 km östlich des Hamburger Stadtzentrums. Im Westen grenzt es an Hohenfelde (Straßenzug Wartenau – Landwehr), im Nordwesten an Uhlenhorst und Barmbek Süd (entlang des Flusses Eilbek), im Osten an Wandsbek (Trasse der Güterumgehungsbahn Hamburg)[1] und im Süden an Hamm; hier bildet die Trasse der Eisenbahnlinie nach Lübeck die Grenze.
Das Viertel ist überwiegend durch eine mehrgeschossige Wohnbebauung im Stil der Nachkriegszeit gekennzeichnet. Lediglich das westlich gelegene Auenviertel entlang des Eilbekkanals (hier enden viele Straßennamen auf -au) weist eine kleinteiligere, meist zweistöckige Bebauung mit vielen alten Stadthäusern und -villen, Gärten und üppigem Straßengrün auf. Es gibt einzelne verstreute Gewerbebetriebe, alte umgenutzte Fabriken und in der Nähe des Bahnhofs Hasselbrook auch einige größere Verwaltungsbauten.
Geschichte[Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung Eilbeks erfolgte 1247 als Ylenbeke, was soviel wie Egelbach heißt.[2] Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden an diesem Ort Blutegel zur medizinischen Verwendung gefangen. Eilbek gehörte zunächst für rund 600 Jahre zum Hamburger Hospital zum Heiligen Geist, bevor es 1830 im Zuge der Neuordnung des Hamburger Landgebiets zur Landherrenschaft der Geestlande kam. Die Südgrenze der Eilbeker Flur bildete ursprünglich der Heerweg von Hamburg nach Lübeck (die heutige Wandsbeker Chaussee). 1856 wurde das Gebiet nach Süden längs des Peterskamps bis zur heutigen Papenstraße/Pappelallee erweitert, 1865 schließlich bis zur neuerbauten Eisenbahnlinie nach Lübeck (siehe auch Hasselbrook).[3]
Nach dem Großen Hamburger Brand von 1842 siedelten sich viele der obdachlos gewordenen Bürger in Eilbek an. 1864 wurde die Staatskrankenanstalt Friedrichsberg, heute Schön Klinik Hamburg-Eilbek, gegründet. Nach dem Bau der Lübecker Eisenbahn verstärkte sich der Zuzug nach Eilbek, das 1874 zunächst zum Vorort erhoben und schließlich 1894 als Hamburger Stadtteil eingemeindet wurde.
1923 war Eilbek eines der Zentren des kommunistischen Hamburger Aufstands.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Eilbek außerhalb des Auenviertels durch die schweren Luftangriffe der Operation Gomorrha im Juli 1943 nahezu vollständig zerstört. Bei der Neugliederung Hamburgs im Jahre 1949 wurde Eilbek ein Teil des Bezirks Wandsbek.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
- 1818: 90
- 1947: 290
- 1874: 5.000
- 2009: 20.000
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Max Schmeling wuchs in der Hasselbrookstraße (Nr. 14) auf
- Hans Fallada lebte 1928 vorübergehend gleichfalls in der Hasselbrookstraße (Nr. 54)
- Helmut Schmidt verlebte einen Teil seiner Jugend in der Schellingstraße[4]
Politik[Bearbeiten]
Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Eilbek zum Wahlkreis Wandsbek. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[5]:
- SPD 50,9 % (+15,4)
- CDU 18,2 % (-22,6)
- GAL 11,8 % (+2,2)
- Die Linke 6,6 % (±0,0)
- FDP 5,8 % (+1,2)
- Übrige 6,7 % (+3,9)
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Kirchen[Bearbeiten]
Friedenskirche[Bearbeiten]
Die evangelisch-lutherische Friedenskirche wurde im März 1885 als erste eigenständige Gemeindekirche für Eilbek eingeweiht. Sie wurde im Juli 1943 zerstört und 1954 renoviert.
Osterkirche[Bearbeiten]
Die ehemalige Friedhofskapelle des Jacobi-Friedhofs wurde 1863–64 nach Plänen von Alexis de Chateauneuf errichtet. Nach der Aufhebung des Friedhofes und der Beseitigung erheblicher Kriegsschäden wird sie seit 1962 als Gemeindekirche genutzt.
Versöhnungskirche[Bearbeiten]
Der Bau der evangelisch-lutherischen Kirche erfolgte 1916–20 nach Plänen von Fernando Lorenzen, der Turm wurde 1925 fertiggestellt. Wilhelm Rex fertigte 1921 die drei Reliefs über dem Eingang.
Koordinaten der Versöhnungskirche: 53° 34′ 21,1″ N, 10° 2′ 51,4″ O53.57253888888910.047616666667
St. Michael der Serbisch-Orthodoxen Kirche[Bearbeiten]
Parks[Bearbeiten]
Der Jakobi-Park ist ein 1954 aufgelassener Friedhof. Er wurde 1848 von der Hauptkirche St. Jacobi in der Hamburger Innenstadt vor den Toren Hamburgs angelegt. 1862 kam ein weiterer Begräbnisplatz der Hammer Dreifaltigkeitsgemeinde hinzu.[6] Einzelne Grabmale sind noch vorhanden.
Zwei weitere Parks sind der Eilbeker Bürgerpark nahe der Friedenskirche und der Park an der Eilbek vor dem Krankenhaus Eilbek.
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Grab von Erich Martini (1843–1880), Oberarzt der Chirurgie am Allgemeinen Krankenhaus St. Georg
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Grab von Clara Horn (1852–1884), Schauspielerin am Thalia-Theater
Bauwerke[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
In Eilbek befinden sich mehrere Stationen der S-Bahn-Linie 1 nach Poppenbüttel sowie der U-Bahn-Linie 1 nach Ohlstedt und Großhansdorf. Außerdem führen die Bundesstraße 75 (Wandsbeker Chaussee) sowie die Fernbahnlinie nach Lübeck durch den Stadtteil.
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Blick über die Wandsbeker Chaussee in Richtung St. Georg
Ansässige Unternehmen und Behörden[Bearbeiten]
- Arbeitsagentur Hamburg-Wandsbek
- AOK Hauptgeschäftsstelle Wandsbek
- Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt - Bundesbauabteilung
- Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
- imtech
- Seca (Unternehmen)
Literatur[Bearbeiten]
- Michael Pommerening/Karl-Heinz Meier: Eilbek in Wort und Bild. Mühlenbek-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-980-74604-5
- Franklin Kopitzsch/Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg-Lexikon, Ellert & Richter Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 191.
- Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8, S. 292–299.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Früher verlief die Grenze entlang der Brauhausstraße und Hammer Straße bis zum sog. „Grenzknick“; noch bis in die 1980er war hier im Straßenpflaster die Grenze zwischen Hamburg und Preußen markiert.
- ↑ Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Hamburg 1998, S. 35.
- ↑ Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Stadt. Hamburg 2002, S. 293.
- ↑ Helmut Schmidt u.a.: Kindheit und Jugend unter Hitler, Berlin 1992, S. 193.
- ↑ http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
- ↑ Adolf Diersen: Aus der Geschichte der Hammer Dreifaltigkeitskirche, Holzminden 1957, S. 31.
Weblinks[Bearbeiten]
- Stadtteil Statistik (PDF; 3,4 MB) aller Hamburger Stadtteile (Stand 2010)
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