Hamburg-Bergstedt
| Koordinaten | 53° 40′ 16″ N, 10° 7′ 37″ O53.67111111111110.126944444444Koordinaten: 53° 40′ 16″ N, 10° 7′ 37″ O |
| Fläche | 7,1 km² |
| Einwohner | 9945 (31. Dez. 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 1401 Einwohner/km² |
| Vorwahl | 040 |
| Bezirk | Wandsbek |
| Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein | |
Bergstedt ist ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg im Bezirk Wandsbek. Er ist ein Teil der Walddörfer.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Benachbarte Stadtteile [Bearbeiten]
Bergstedt grenzt an folgende Stadtteile an: Im Westen an Lehmsahl-Mellingstedt, im Norden an Wohldorf-Ohlstedt, im Osten an Volksdorf und im Süden an Sasel.
Geschichte [Bearbeiten]
1248 wurde Bergstedt, das ehemals ein sächsisches Runddorf war, erstmals urkundlich unter dem Namen Bericstede genannt. Diese Bezeichnung geht nicht auf einen landschaftlichen Berg, sondern auf den sächsischen Ortsgründers mit Namen Beric zurück, wobei auch die Endsilbe -stedt auf eine sächsische Gründung verweist und die Bedeutung von einer sicheren Siedlung oder einem sicheren Wohnsitz hat.[1] 1345 verpfändete die Familie von Wedel das Dorf an das Hamburger Domkapitel. Im 16. Jahrhundert gelangte Bergstedt an die Herzöge von Holstein-Gottorp, bevor es 1750 bis 1773 wieder an Hamburg verpfändet war. Seit 1889 bildete Bergstedt gemeinsam mit der Landgemeinde und dem Gutsbezirk Hoisbüttel einen Amtsbezirk im preußischen Kreis Stormarn. Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde Bergstedt 1937 nach Hamburg eingemeindet. Bis zur Abschaffung der Ortsämter in Hamburg im Jahre 2007 gehörte es zum Ortsamtsgebiet Walddörfer.
Religionen [Bearbeiten]
Das Kirchspiel Bergstedt, das fast ganz Stormarn umfasste, besteht bereits seit etwa 1150. Die Bergstedter Kirche ist eine der ältesten Hamburgs. Sie wurde 1256 unter dem Abt zu Stade und Vizebischof von Hamburg gebaut. Im Laufe der Zeit wurde sie erweitert und vergrößert und auch renoviert.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
- 1937: 1.300
- 1999: 8.530
Die Einwohnerentwicklung war seit 1958 wesentlich von der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft eG beeinflusst, die die direkt an den Stadtteil Volksdorf angrenzende Feldmark - u. a. den Stüffel - bebaute.
Politik [Bearbeiten]
Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Bergstedt zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[2]:
- SPD 49,9% (+18,6)
- CDU 20,6% (-23,5)
- GAL 13,2% (+0,7)
- FDP 8,6% (+2,7)
- Die Linke 3,9% (-0,6)
- Übrige 3,8% (+2,2)
Bei der Bundestagswahl ist Bergstedt dem Wahlkreis Hamburg-Nord zugeordnet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Die Bergstedter Kirche ist ein Feldsteinbau aus dem frühen 13. Jahrhundert, der Fachwerkturm wurde 1745 angebaut. Die Emporen im Innern stammen von 1663, die Kanzel von 1686.
Am nordwestlichen Rand Bergstedts liegt nahe der Alster das 1911/1912 von Distel & Grubitz erbaute Landhaus Mahr, das seit 1989 unter Denkmalschutz steht.
An der Grenze zu Sasel befindet vermutlich seit dem 15.Jahrhundert die Alte Mühle.
Naturschutzgebiete [Bearbeiten]
Im Südosten des Stadtteils befindet sich das etwa 4 ha große Naturdenkmal Timmermoor, ein Moorteich mit Heide und Gehölzsaum, der in der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren vermutlich durch die Sackung von Bodenschichten über tauendem Toteis entstanden ist.[3]
Im Südwesten des Stadtteils, zwischen dem Alsternebenfluss Saselbek und ihrem Zufluss Furtbek, liegt das Naturschutzgebiet Hainesch/Iland.
Im Norden des Stadtteils liegt das Naturschutzgebiet Rodenbeker Quellental.
Sport [Bearbeiten]
In Bergstedt gibt es den Sportverein Bergstedt von 1948 (e. V.). Der Verein bietet neben Fußball, Hockey, Judo, Handball und Volleyball noch weitere Sportarten an und verfügt außerdem über ein Vereinshaus samt Gaststätte und Fitnessraum. In der Nachbarschaft dazu befinden sich eine Tennishalle und mehrere Freiplätze. Im Senator-Neumann-Heim hat der Bergstedter Schachklub von 1962 seinen Sitz.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Jedes Jahr findet in Bergstedt regelmäßig die "Bunte Meile" statt, die einen Flohmarkt sowie die Vorstellung von Institutionen und Vereinen beinhaltet. Im Dorfzentrum werden mehrere Straßen weiträumig abgesperrt. Mitglieder der Gemeinde sowie Gäste aus Hamburg und der Umgebung bummeln, essen und treffen sich beim Flohmarkt. Es gibt ein Veranstaltungsprogramm aus Sport, Spiel und Musik.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Bergstedt ist durch die Bergstedter Chaussee, den Königsweg von Hamburg nach Lübeck (später Bundesstraße 434), die den Stadtteil von Nord nach Süd durchschneidet, an das überregionale Straßennetz angebunden. Mehrere Buslinien des Hamburger Verkehrsverbundes gewährleisten den ÖPNV. Von Bergstedt sind es mit Bus oder Auto außerdem nur wenige Minuten zu den U-Bahn-Haltestellen U-Bahn Hoisbüttel, U-Bahn Buckhorn und U-Bahn Volksdorf sowie zur S-Bahnhaltestelle Poppenbüttel.
Bildung [Bearbeiten]
In Bergstedt gibt es eine Stadtteilschule und eine Grundschule. Das von vielen Bergstedter Schülern besuchte Gymnasium Buckhorn liegt bereits auf Volksdorfer Gebiet, das Gymnasium Oberalster in Sasel. Außerdem existieren eine privat betriebene Rudolf-Steiner-Schule und die Christophorus-Schule, eine anthroposophische Förderschule.
Literatur [Bearbeiten]
Sparmann, Friedrich, Bergstedt. Die 850-jährige Geschichte eines Kirchspieldorfes, Hamburg, 1973.
Weblinks [Bearbeiten]
- Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Hamburger Stadtteil-Profile 2007
- Baubehörde Landesplanungsamt Hamburg: Baustufenplan Bergstedt seit 1938 (PDF; 2,0 MB)
Fußnoten [Bearbeiten]
- ↑ Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 19
- ↑ http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
- ↑ Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: Timmermoor
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