Hamburger Stadtpark

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Der Stadtpark Hamburg ist ein 148 ha großer öffentlicher Park im Stadtteil Winterhude im Bezirk Nord in Hamburg. Der 1914 eröffnete Park gilt als bedeutendes Beispiel für die Wandlung des deutschen Garten- und Landschaftsbaues vom Volksgarten zum Volkspark.

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aktuelle Karte

Eine aktuelle Karte siehe hier [1]

[Bearbeiten] Entstehung

Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Hamburg stark gewachsen und viele Grünflächen innerhalb der Stadt waren bebaut worden. Daher beschlossen Senat und Bürgerschaft als Ausgleich 1901 den Ankauf des sogen. Sierichschen Gehölzes und angrenzender Flächen und deren Ausbau zu einem Stadtpark. Eine Senatskommission wurde eingesetzt, ein öffentlicher Gestaltungswettbewerb durchgeführt und ein aus den Entwürfen hervorgegangener Plan von Fritz Schumacher und Fritz Sperber 1910 zur Umsetzung vorgesehen. Vier Jahre später konnte der Park eröffnet werden, bis zur Fertigstellung vergingen aber noch weitere vierzehn Jahre. Die Durchführung lag dabei ab 1918 maßgeblich in der Hand von Hamburgs erstem Gartenbaudirektor Otto Linne.

Im Zweiten Weltkrieg wurden im Stadtpark Flakstellungen aufgebaut, das Holz teilweise verheizt und vereinzelt Gemüse angebaut. Die meisten Gebäude des Stadtparks (u.a. die Stadthalle) wurden durch Bombenangriffe zerstört. Nach dem Krieg gab es auf der Festwiese jahrelang Notunterkünfte. Einige Bereiche des Stadtparks wurden umgestaltet, die Reit- und Parkstraßen zurückgebaut, auf einen Wiederaufbau der zerstörten Gebäude wurde verzichtet. Bis zur Verabschiedung des Parkpflegewerkes für den Stadtpark 1995, welches Leitlinien für die Pflege und Entwicklung des Parks enthält, wurden im wesentlichen nur Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. 2001 gründete sich zur Pflege und Entwicklung des Parks der Stadtparkverein e.V..

[Bearbeiten] Sierichsches Gehölz

Das Sierichschen Gehölz des Stadtparks umfasst 35 Hektar, die überwiegend mit langsam wachsenden, lichtbedürftigen Eichen bepflanzt sind. Im Jahr 2008 wurden in diesem Areal 300 Bäume (Ahorn, Spätblühende Traubenkirsche) gefällt. Als Ersatz wurden 1000 Eichen, Buchen, Ulmen und Linden nachgepflanzt.

[Bearbeiten] Bauwerke

Der 1915 nach einem Entwurf von Oscar Menzel fertiggestellte Wasserturm wurde 1930 zum Planetarium Hamburg umgebaut.

[Bearbeiten] Kunstwerke

Die Auflistung der Skulpturen im Stadtpark durch die Umweltbehörde umfasst (Stand 2001) 22 Kunstwerke.

Darunter befinden sich am Kinder-Planschbecken die Replik der abstrakten Skulptur „Wasserspeier“ (volkstümlich: Fabeltier) des verfemten Bildhauers Richard Haizmann, die 1930 am Kinderspielplatz Humboldtstraße in Barmbek aufgestellt wurde, in der Ausstellung Entartete Kunst gezeigt und danach eingeschmolzen wurde.

Den Beginn der Achse von der Hindenburgstraße zum Stadtparksee flankieren links und rechts je eine Muschelkalkskulptur einer gebeugten Frau. Dieses Gesamtwerk von 1927 von Georg Kolbe heißt „Badende Frauen (Paar)“.


[Bearbeiten] Natur und Freizeit

Die Gehölze, Gebüsche und Uferböschungen beheimaten eine Vielzahl heimischer und zugewanderter Tier- und Pflanzenarten. Besonderheiten der Vogelwelt sind Habicht, Sperber, Waldohreule, Waldlaubsänger, Sommergoldhähnchen und Haubenmeise

Im Stadtpark gibt es 1 Leichtathletik-Stadion (Jahnkampfbahn), 8 weitere Sportplätze, 5 Spielplätze, 2 Flächen für Beach-Volleyball, 1 Planschbecken für Kinder und einen Modellbootteich. An den Stadtparksee grenzt ein Freibad, es gibt ein Luft- und Sonnenbad, einen Grillplatz, einige Wiesen und Wiesenbereiche zum Spielen und Lagern sowie 3 Schachspiele. Das Planetarium Hamburg und drei Gastwirtschaften bieten Verpflegung und Unterhaltung im Stadtpark. Auf der Freilichtbühne finden in jedem Jahr Open-Air-Konzerte statt. Im Sommer können Boote auf der Insel im Stadtparksee gemietet werden. Im Sommer sehr beliebt für Events ist der Biergarten "Schumachers", welcher sich direkt am Freibad Stadtparksee befindet.

[Bearbeiten] Aktuelles

Senat und Bürgerschaft streiten 2005 darüber, ob das seit 1957 in allen Grünanlagen Hamburgs verbotene Radfahren zumindest auf den Hauptwegen im Stadtpark erlaubt werden sollte. Wegen Bauarbeiten nahe der Außenalster wird der Radverkehr jedoch durch den Alsterpark umgeleitet, sodass man das Hamburgische Gesetz ändern musste.

Außerdem wird darüber diskutiert, das Steigenlassen von Papierdrachen zukünftig zu erlauben. Beides war jahrelang toleriert worden, seit 2004 wurden jedoch vereinzelt Verwarngelder deswegen erteilt.

Pläne, das Planetarium 2011 in ein (geplantes) "Science Center" in der HafenCity umzusiedeln, wurden vor kurzem verworfen.


[Bearbeiten] Literatur

Umweltbehörde Hamburg, Fachamt für Stadtgrün und Erholung (Hrsg.): Der Hamburger Stadtpark. 3. Auflage Hamburg 2001 (Faltblatt mit Verzeichnis der Skulpturen).

[Bearbeiten] Weblinks


Koordinaten: 53° 35' 43" N, 10° 0' 59" O

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