Hans Rosling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Rosling (2012)

Hans Gösta Rosling (* 27. Juli 1948 in Uppsala, Schweden) ist Professor für Internationale Gesundheit am Institutionen för Folkhälsovetenskap des Karolinska-Institut und Direktor der Gapminder-Stiftung in Stockholm, Schweden.

Leben[Bearbeiten]

Von 1967 bis 1974 studierte Rosling Medizin und ein Semester Statistik an der Universität Uppsala und 1972 Öffentliche Gesundheit am St. John’s Medical College in Bengaluru, Indien. 1974 erhielt Rosling an der Universität Uppsala die Approbation zum Arzt und 1978 sein Diplom in Ernährung, Öffentliche Gesundheit und Tropenmedizin, ebenfalls Universität Uppsala. 1977 absolvierte er ein Jahresstudium International Aid and Disaster Relief an der Sandö School in Schweden. Von 1979 bis 1981 arbeitete er als Amtsarzt (District Medical Officer) im Nacala im Norden Mosambiks.

Am 21. August 1981 entdeckte Rosling einen Ausbruch einer bis dahin unbekannten Krankheit, die Lähmungen verursachte. Für die Erforschung dieser Krankheit erhielt er 1986 den Ph.D.-Doktorgrad der Universität Uppsala. Er verbrachte insgesamt zwei Jahrzehnte mit der Erforschung von Krankheiten in abgelegenen ländlichen Gebieten in Afrika und betreute dabei mehr als zehn Doktoranden. Seine Forschungsgruppe nannte die neue Krankheit Konzo, was die lokale Bezeichnung der zuerst betroffenen Bevölkerung ist. Konzo-Ausbrüche treten bei der von Hunger heimgesuchten ländlichen Bevölkerung in Afrika auf, wo eine Mangelernährung durch unzureichend verarbeitetes Maniok bei gleichzeitiger hoher Cyanidaufnahme über die Nahrung erfolgt.[1]

Seine Forschungen haben sich auch auf andere Verbindungen zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung, der Landwirtschaft, der Gesundheit und Armut in Afrika, Asien und Lateinamerika erstreckt. 1983 bis 1996 war Rosling Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF, der Schwedischen Zentralbehörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit, der Abteilung für Forschungszusammenarbeit der Sida (SAREC) und mehrerer Hilfsorganisationen.

1990 wurde Rosling zum Associate Professor of Internal Medicine an der Universität Uppsala und 1999 zum Professor für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet berufen. 1993 war Rosling eines der Gründungsmitglieder von Ärzte ohne Grenzen in Schweden (Läkare Utan Gränser). Seit 1998 ist Rosling Vorsitzender des Forschungs- und Trainingsprogramm (KIRT) sowie Mitglied im Internationalen Ausschuss des Karolinska Institutet. Am Karolinska Institutet war Rosling von 2001 bis 2007 Leiter der Abteilung für Internationale Gesundheit (IHCAR). Seit 2005 ist er Mitglied der Internationalen Gruppe der Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Die Gapminder-Stiftung gründete Rosling zusammen mit seinem Sohn Ola Rosling und seiner Schwiegertochter Anna Rosling Rönnlund. Gapminder hat die Trendalyzer-Software entwickelt, die (internationale) Statistiken verständlicher sowie interaktiv darstellt. Das Ziel ist die Förderung einer auf Fakten beruhenden Sicht der Welt durch den verstärkten Einsatz und das Verständnis der frei zugänglichen öffentlichen Statistiken. Seine durch Gapminder unterstützten Vorlesungen und Präsentationen zur Visualisierung von Welt haben zum Teil Auszeichnungen gewonnen. Die interaktiven Animationen stehen kostenlos auf der Gapminder-Website zur Verfügung. Im März 2007 übernahm Google Inc. die Software Trendalyzer mit der Absicht, diese auszubauen und weltweit frei verfügbar zu machen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Lindstrand A, Bergtröm S, Rosling H, Rubensson B, Stenson B, Tylleskär T (2006). GLOBAL HEALTH an introductory textbook Lund: Studentlitteratur ISBN 978-91-44-02198-0
  • Onabolu AO, Oluwole OS, Bokanga M, Rosling H (2001). Ecological variation of intake of cassava food and dietary cyanide load in Nigerian communities. Public Health Nutrition. 4(4): 871-6 PMID 11527510
  • Oluwole OS, Onabolu AO, Link H, Rosling H (2000). Persistence of tropical ataxic neuropathy in a Nigerian community. Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry. 69(1): 96-101 PMID 10864612

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konzo, an epidemic upper motor neuron disease studied in Tanzania. brain.oxfordjournals.org, abgerufen am 3. Dezember 2013 (englisch) (im Internet Archive)