Helga Hahnemann

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Ein Kessel Buntes im Palast der Republik mit Helga Hahnemann als Moderatorin, Sendung vom 23. September 1989

Helga Hahnemann, auch Henne und Big Helga genannt (* 8. September 1937 in Berlin; † 20. November 1991 in Berlin-Buch), war eine deutsche Entertainerin, Kabarettistin, Sängerin und Schauspielerin.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Helga Hahnemann (Fünfte von links) als Fernsehliebling 1987

Von 1956 bis 1959 besuchte Helga Hahnemann die Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide. 1959 debütierte sie an der Leipziger Pfeffermühle, ab 1961 war sie in Berlin unter anderem beim Deutschen Fernsehfunk tätig. Für ihren Auftritt in über 30 Folgen der Serie Tele-BZ erhielt sie den Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds der DDR.

Ab 1969 gehörte sie fest dem Ensemble des Deutschen Fernsehfunks an. Ende der 1970er Jahre entwickelte sie sich mit der ihr eigenen „Berliner Schnauze“ zu einer der beliebtesten Entertainerinnen der DDR. Im Berliner Rundfunk moderierte sie ab Ende der 1970er Jahre die Sendung Helgas Top(p)-Musike, wovon auch drei Fernsehshows produziert wurden. Als Sängerin feierte sie Erfolge mit Schlagern wie Wo ist mein Jeld bloß geblieben, Jetzt kommt dein Süßer, U-Bahn-Beat, 100 mal Berlin, Clärchens Ballhaus (mit Hartmut Schulze-Gerlach) und Een kleenet Menschenkind. Die meisten Titel wurden von Angela Gentzmer als Texterin und Arndt Bause als Komponist geschrieben.

Beliebt war Hahnemann auch durch ihre Moderationen der Sendung Ein Kessel Buntes sowie ihre zahlreichen Sketche, etwa mit Alfred Müller, Herbert Köfer, Dagmar Gelbke, Ingeborg Naß. In der Rolle der Erna Mischke war sie zusammen mit Rolf Herricht, Gerd E. Schäfer, Margot Ebert, Traute Sense und Heinz Behrens regelmäßig in der TV-Lustspiel-Reihe Maxe Baumann zu sehen. Mit Ingeborg Naß leitete sie ein Arbeiterkabarett in Berlin. Außerdem betätigte sie sich als Synchronsprecherin. Unter anderem lieh sie in drei Olsenbanden-Filmen der weiblichen Hauptfigur Yvonne Jensen ihre Stimme.

Für Silvester 1991 war eine große Silvestershow mit ihr als Moderatorin geplant, die nicht mehr realisiert werden konnte. Am 20. November 1991 starb Helga Hahnemann mit 54 Jahren an Lungenkrebs. Sie wurde in einem Familiengrab auf dem Friedhof Pankow VII in Berlin-Wilhelmsruh beigesetzt, das seit November 2010 Ehrengrab des Landes Berlin ist. Nach ihrem Tod erschienen mehrere Artikelserien und Bücher über sie.

Ehrungen[Bearbeiten]

Stern von Helga Hahnemann auf dem Boulevard der Stars in Berlin
Helga-Hahnemann-Haus in Schöneiche

1982 wurde Hahnemann mit dem Kunstpreis der DDR und 1987 mit dem Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur III. Klasse ausgezeichnet. Der von der Zeitschrift SUPERillu sowie dem MDR und dem rbb jährlich vergebene Publikumspreis Goldene Henne ist ihr gewidmet. Das in den 2000er Jahren in ihrem langjährigen Wohnort Schöneiche errichtete Gemeindehaus, in dem unter anderem die Musikschule des Ortes untergebracht ist, wurde ihr zu Ehren Helga-Hahnemann-Haus genannt. Ein Fußweg in Berlin-Mitte trägt ihren Namen.[1] Eine posthume Biografie wurde bislang in sechs Auflagen veröffentlicht. Im September 2010 wurde ihr ein Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin gewidmet.

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten]

  • Helga Hahnemann - Jetzt kommt die Süße... (LP) Amiga 1983.

Schriften[Bearbeiten]

  • Mensch, wo sind wir nur hingeraten, Ullstein, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-548-23299-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Engelhardt: Öffnet die Helga-Hahnemann-Strasse - 25. Oktober 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • Angela Gentzmer: Een kleenet Menschenkind. Erinnerungen an Helga Hahnemann. Mit vielen Fotos aus dem Leben und von Bühnenauftritten Helga Hahnemanns, Das Neue Berlin, Berlin 1994, ISBN 3-359-00727-1.
  • Angela Gentzmer: Die schärfsten Sprüche, Eulenspiegel, Berlin 2000, ISBN 3-359-00991-6.
  • Angela Gentzmer: Das dicke Helga-Hahnemann-Buch: war schön mit euch … Mit Liedern, Sketchen, Sprüchen, Erinnerungen, Eulenspiegel, Berlin 2006, ISBN 978-3-359-01650-2.
  • Bernhard Hönig: Hahnemann, Helga. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helga Hahnemann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien