Herman Cain

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Herman Cain (2011)

Herman Cain (* 13. Dezember 1945 in Memphis, Tennessee) ist ein US-amerikanischer Geschäftsmann, Politiker, Kolumnist und Radiomoderator. Er bewarb sich um die Nominierung als republikanischer Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2012, verkündete jedoch am 3. Dezember 2011 nach Vorwürfen wegen einer angeblichen Sex-Affäre, seine Kampagne ruhen zu lassen.

Biografie[Bearbeiten]

Cain wurde 1945 als Sohn von Luther Cain, Jr. (1925–1982) und dessen Frau Leonara (geb. Davis) (1924–2005) geboren.[1] Mit seinem jüngeren Bruder[2] wuchs er in einfachen Verhältnissen in Atlanta auf, wohin die Familie 1947 von Memphis umgezogen war. Luther Cain, Jr. arbeitete gleichzeitig als Hausmeister, Friseur und Chauffeur, seine Frau Leonora als Haushaltshilfe.[3]

Nachdem Herman Cain im Jahre 1967 das Morehouse College mit einem Bachelor of arts in Mathematik abgeschlossen hatte, studierte er Mathematik und Informatik unter anderem an der Purdue University, an welcher er 1971 den akademischen Grad eines Master of Science erlangte. Während seines Studiums arbeitete er gleichzeitig als Ballistiker für das United States Department of the Navy, wo er Feuerleitanlagen für Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge entwickelte. Nach Abschluss seines Studiums kehrte er nach Atlanta zurück und arbeitete für die Coca-Cola Company als Analytiker für Computersysteme. Im Jahre 1977 wechselte er in das Management des Lebensmittelkonzerns Pillsbury. 1986 wurde er Generaldirektor der Fastfood-Kette Godfather's Pizza, die zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Bankrott stand.[4] Nach einem Jahr war das Unternehmen wieder profitabel, im Jahr 1988 übernahm Cain die Restaurant-Kette durch einen Management-Buy-out. Er blieb bis 2002 CEO von Godfather's Pizza. Cain moderiert seit 2004 von seiner Heimatstadt Atlanta aus eine eigene Radio-Talkshow mit dem Namen The Herman Cain Show.

Von 1992 bis 1996 war Cain auch Mitglied des Vorstands der Federal Reserve Bank of Kansas City sowie 1995/96 dessen Vorsitzender.

Politische Laufbahn und Positionen[Bearbeiten]

Politisch trat Cain erstmals 1994 in Erscheinung, als er als einer der Wortführer der Wirtschaftsverbände gegen Bill Clintons Reformpläne des Gesundheitssystems der Vereinigten Staaten agierte.[5] Nachdem er bei der Präsidentschaftswahl 1996 den republikanischen Kandidaten Bob Dole beraten hatte, bewarb er sich selbst 2000 kurzzeitig als Präsidentschaftskandidat. Cain zog seine Kandidatur aber zurück und unterstützte stattdessen den Verleger Steve Forbes.[6]

Als der Senator aus Georgia, Zell Miller, 2004 bekanntgab, nicht zur Wiederwahl anzutreten, bewarb sich Cain in den Vorwahlen um die republikanische Nominierung für den Senatssitz. Er unterlag jedoch klar dem damaligen Kongressabgeordneten Johnny Isakson, der sich später auch gegen seinen demokratischen Gegner durchsetzte und seitdem als Senator im Amt ist.

Im Frühjahr 2011 kündigte Herman Cain seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2012 an. Er galt bereits als überaus populär in den Kreisen der Tea-Party-Bewegung und wurde innerhalb der Republikanischen Partei als äußerst konservativ eingestuft.[7] So lehnt er Immigration in die USA, gleichgeschlechtliche Ehen und Abtreibung ab und ist ein Kritiker des Islam. In diesem Zusammenhang tat er die Äußerung, dass er sich einmal unwohl gefühlt habe, als er von einem vermeintlich islamischen Arzt operiert werden sollte, da Muslime ja die Pflicht hätten, alle Ungläubigen zu ermorden.[8] Als ihm die Krankenschwester erzählte, dass der Arzt ein Christ aus dem Libanon sei, habe er aufgeatmet und Gott gedankt.[9] Weiterhin bemerkte er, dass kein Muslim seinem Kabinett angehören dürfe[10] und das Amerikaner das Recht hätten Moscheen zu verbieten.[11]

Besondere Aufmerksamkeit erregte Cain mit seinem 9-9-9-Plan, der eine Reformierung des Steuersystems der Vereinigten Staaten mit einem einheitlichen Satz von 9 % für Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Unternehmenssteuer vorsah.[12]

Cain galt im Sommer und Herbst 2011 als der Überraschungskandidat der Republikaner, in Umfragen zählte er zu den führenden Bewerbern.[12] Anhaltende Schlagzeilen über sein Privatleben führten aber zu sinkenden Popularitätswerten, so wurden Cain sexuelle Belästigung von Untergebenen sowie eine außereheliche Beziehung vorgeworfen. Cain erklärte daraufhin am 3. Dezember 2011, seine Wahlkampfkampagne um das Präsidentenamt zunächst ruhen zu lassen.[13] Nach seinem Rückzug unterstützte er Newt Gingrich.

Cain kritisierte Obamas Intervention in Libyen. Er sagte, es würden dort zukünftig die al-Qaida und die Taliban regieren.[14]

Privates[Bearbeiten]

Herman Cain lernte seine Frau während seiner College-Zeit kennen. Nachdem sie ihren College-Abschluss am Morris Brown College gemacht hatte, heiratete das Paar im Jahre 1968. Das Paar hat zwei Kinder.[15][16]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Leadership Is Common Sense (1997)
  • Speak as a Leader (1999)
  • CEO of Self: You Are in Charge. (2001)
  • They Think You're Stupid: Why Democrats Lost Your Vote and What Republicans Must Do to Keep It. (2005)
  • This Is Herman Cain!: My Journey to the White House (2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herman Cain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rootsweb/ancestry.com – Cain-family
  2. Archives: Herman Cain
  3. Parade 13. Oktober 1996: Herman Cain: 'I Am the American Dream' (Interview)
  4. Der schwarze Anti-Obama Tagesanzeiger, 14. Juni 2011
  5. Rachel Weiner: Herman Cain explained . The Washington Post, 26. September 2011.
  6. Helen O’Neill: Raising Cain: How a poor Georgia boy succeeded in business, and aimed for the presidency . Star Tribune, 26. November 2011.
  7. Pizzabäcker Herman Cain will Präsident werden Der Standard, 21. Mai 2011
  8. http://www.politifact.com/georgia/statements/2011/jun/08/herman-cain/cain-denies-claims-he-said-he-would-not-appoint-mu/
  9. Luke Johnson: Herman Cain Says He Was Relieved When Doctor Who Treated Him Was A Christian. In: Huffington Post, 21. November 2011. 
  10. http://www.huffingtonpost.com/2011/11/21/herman-cain-holy-land-experience_n_1105725.html
  11. http://www.foxnews.com/politics/2011/07/17/cain-says-communities-have-right-to-ban-mosques/
  12. a b Sebastian Fischer: Der Pizza-Präsident. Spiegel Online, 15. Oktober 2010.
  13. Herman Cain steigt aus Präsidentschaftsrennen aus. Spiegel Online, 3. Dezember 2011.
  14. http://www.n-tv.de/politik/Taliban-regieren-in-Libyen-mit-article4812176.html
  15. The Daily Caller 19. Mai 2011: Herman Cain: My wife will not be traditional ‚campaign wife’
  16. Parade 17. Oktober 2011: 6 Things You Didn't Know about Herman Cain