Hermann Neuberger

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November 1990: Hans-Georg Moldenhauer, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), überreicht Neuberger einen Trabant als Geschenk zum Eintritt in den Deutschen Fußballbund (DFB)

Hermann Neuberger (* 12. Dezember 1919 in Völklingen-Fenne; † 27. September 1992 in Homburg) war von 1975 bis 1992 der siebte Präsident des Deutschen Fußball-Bundes DFB.

Werdegang[Bearbeiten]

Der gelernte Journalist aus dem Saarland wurde auf dem DFB-Bundestag am 25. Oktober 1975 in Hamburg zum Präsidenten des größten deutschen Sportverbandes gewählt. Doch schon vor seiner Zeit als DFB-Präsident betätigte er sich als Sportfunktionär: So war er zur Zeit des unabhängigen Saarlandes Präsident des Saarländischen Fußball-Bundes und einer der Väter der Fußball-Bundesliga. Seine größten Ehren verdiente er sich jedoch als Chef-Organisator der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland. Hierbei machte Hermann the German seine Aufgabe so gut, dass er bereits 1974 zum Vize-Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA gewählt wurde sowie später auch als Organisationschef der Weltmeisterschaften von 1978 bis 1990 eingesetzt wurde. Das Amt des FIFA-Vize und des DFB-Präsidenten hatte er bis zu seinem Tod inne.

In seine Amtszeit fielen der Gewinn der Europameisterschaft 1980, die Vizeweltmeisterschaften in den Jahren 1982 und 1986 sowie der Weltmeistertitel 1990 in Italien. Während seiner Amtszeit löste 1978 Jupp Derwall Helmut Schön als Bundestrainer ab. Nach sechs Jahren wiederum folgte Teamchef Franz Beckenbauer, der 1990 von Berti Vogts als Bundestrainer abgelöst wurde.

Sein Grab auf dem Burbacher Waldfriedhof

Kritisiert wurde Neuberger, als er 1978 den Besuch des ehemaligen Fliegeroffiziers und nationalsozialistischen Propagandisten Hans-Ulrich Rudel im Trainingsquartier der deutschen Nationalmannschaft in Ascochinga während der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien zu Zeiten der Militärdiktatur mit den Worten verteidigte, eine Kritik an Rudels Erscheinen käme „einer Beleidigung aller deutschen Soldaten gleich“. [1] Unterstützung kam dagegen von Seiten der rechtsextremen Presse wie der Deutschen Nationalzeitung. Die Spieler des Finalteilnehmers und Vize-Weltmeisters Niederlande wurden von Neuberger gerügt, da sie dem argentinischen Diktator Videla und den Mitgliedern der Militärjunta den Handschlag verweigerten. Dieses Verhalten hatte Neuberger bereits zuvor für den Fall der Finalteilnahme den deutschen Spielern untersagt.

Hermann Neuberger starb am 27. September 1992 in der Universitätsklinik Homburg an den Folgen einer Krebserkrankung.[2] Die Zentrale des DFB in Frankfurt am Main – das Hermann-Neuberger-Haus – sowie die Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken sind heute nach ihm benannt. Seine Geburtsstadt Völklingen hat ihre Sporthalle, ihr Stadion und eine Realschule nach ihm benannt und ihm ein Denkmal gesetzt.

Hermann-Neuberger-Preis[Bearbeiten]

Der Landessportverband für das Saarland vergibt seit 2005 jährlich den Hermann-Neuberger-Preis an Vereine, die sich besonders um Talentsichtung, Talentförderung und Leistungssport-Entwicklung im Saarland verdient gemacht haben:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-anekdoten-ein-jahrhundertspiel-und-ein-jahrhundertskandal-a-699446.html
  2.  Hermann Neuberger. In: Der Spiegel. Nr. 41, 1992, S. 348 (online).
  3. SV 64 Zweibrücken empfängt Hermann-Neuberger-Preis 2012

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herman Neuberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien