Völklingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Völklingen
Völklingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Völklingen hervorgehoben
49.2533333333336.8533333333333200Koordinaten: 49° 15′ N, 6° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Regionalverband Saarbrücken
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 67,06 km²
Einwohner: 38.468 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 574 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66333
Vorwahlen: 06898, 06802
Kfz-Kennzeichen: VK
Gemeindeschlüssel: 10 0 41 519
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz
66333 Völklingen
Webpräsenz: www.voelklingen.de
Oberbürgermeister: Klaus Lorig (CDU)
Lage der Stadt Völklingen im Regionalverband Saarbrücken
Regionalverband Saarbrücken Saarland Frankreich Landkreis Saarlouis Landkreis Neunkirchen Saarpfalz-Kreis Großrosseln Völklingen Püttlingen Riegelsberg Heusweiler Quierschied Friedrichsthal Sulzbach Kleinblittersdorf SaarbrückenKarte
Über dieses Bild

Völklingen ist eine im Saarland liegende Stadt mit 38.670 Einwohnern und gehört dem Regionalverband Saarbrücken an. Sie ist nach Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg die viertgrößte Stadt des Saarlands und hat den Status einer Mittelstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Klimadiagramm

Geografische Lage[Bearbeiten]

Völklingen liegt am Ufer der Saar und ist wenige Kilometer von der Landeshauptstadt Saarbrücken entfernt. Die Stadtteile links der Saar gehören zur Warndt-Region und grenzen an Frankreich. Im Stadtteil Wehrden mündet die Rossel, in Völklingen der Köllerbach in die Saar.

Die Nachbarstädte/-orte sind (im Uhrzeigersinn): Püttlingen, Saarbrücken, Großrosseln, Freyming-Merlebach (F), Saint-Avold (F), L’Hôpital (F), Carling (F), Creutzwald (F), Wadgassen und Bous.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 679 mm und liegt damit im mittleren Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. 36 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im November. Im niederschlagreichsten Monat fällt etwa 1,5 mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 1 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Stadtteile[Bearbeiten]

Völklingen ist in die folgenden zehn Stadtteile gegliedert:

Völklingen[Bearbeiten]

12.378 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Die Innenstadt von Völklingen ist die viertgrößte Innenstadt des Saarlandes. Die Revitalisierung der Innenstadt ist ein Dauerthema in Völklingen und die dahinführenden Bemühungen der letzten Jahre zeigen Wirkung.

Fenne[Bearbeiten]

897 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Fenne ist flächenmäßig der kleinste Stadtteil mit alteingesessener Bevölkerung, alter Bausubstanz und vielen unter Denkmalschutz stehenden Glasmacherhäusern. Bekannt wurde dieser Ortsteil durch seine dort 1812 gegründete Glashütte und das Kraftwerk Fenne.

Fürstenhausen[Bearbeiten]

2204 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Fürstenhausen ist ein stark industriell geprägter Ort. Hier war unter anderem die Kokerei Fürstenhausen ansässig. Zudem ist der Ort stark von Bergschäden betroffen. Verschiedene Förderprogramme stellen die Weichen in eine Nachbergbau-Ära.

Geislautern[Bearbeiten]

2997 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Geislautern ist Nachbar zu Wehrden. Dieser Stadtteil verfügt über einen Staatsforst. Der Rehbruchweiher und seine Umgebung sind ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Heidstock[Bearbeiten]

4507 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Die Besiedlung des Heidstocks ist noch relativ jungen Datums. Erst mit der Industrialisierung des Völklinger Raumes im 19. Jahrhundert entstanden entlang der heutigen Gerhardstraße Werkswohnungen für Bergleute. Diese Straße, die immer noch den Kern des Stadtteiles darstellt, hieß ursprünglich Judenpfad und war eine alte Verbindungsstraße von Völklingen zur Ritterstraße auf Püttlinger Bann.

Lauterbach[Bearbeiten]

Sankt-Paulinuskirche von Lauterbach

2613 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Lauterbach ist ein ehemaliges Straßendorf. Die neu besiedelten Gebiete der letzten Jahrzehnte haben sich zu einer beliebten Wohngegend Völklingens entwickelt. Lauterbach grenzt an Ludweiler, Karlsbrunn und Frankreich.

Ludweiler[Bearbeiten]

Hugenottenkirche von Ludweiler

5889 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Ludweiler ist nach der Stadtmitte der größte Stadtteil Völklingens. Die Gründung geht, wie auch bei Lauterbach, auf die Hugenotten zurück.

Evangelische Kirche

Katholische Kirche

Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Ludweiler wurde in den Jahren 1929 bis 1930 als Basilika in den Formen des Abstraktions-Historismus mit expressionistischen Einzelformen nach Plänen der Mainzer Architektengemeinschaft Ludwig Becker & Anton Falkowski erbaut und ersetzte eine ältere Wendalinuskapelle des aus Ludweiler stammenden Trierer Dombaumeisters Reinhold Wirtz aus den Jahren 1896/1897. Die Kapelle war so geplant, dass sie den Chorraum einer späteren katholischen Pfarrkirche hätte bilden sollen. Dieser Plan wurde allerdings so nicht verwirklicht. Stattdessen baute man die neue katholische Pfarrkirche an einer anderen Stelle.

Die neue Basilika war dreischiffig und hatte ein fünfjochiges Langhaus. Der Chorraum schloss dreiseitig, daneben erhob sich ein großer Chorflankenturm aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Außenfassade der Kirche und die Fenster zeigten typische Gestaltungselemente des kristallinen Expressionismus.[3] Die Kirche wurde wegen Grubensenkungen im Jahr 1999 abgerissen und im Jahr 2000 wurde der Neubau einer modernen Pfarrkirche eingeweiht.[4]

Luisenthal[Bearbeiten]

1667 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Luisenthal (früher Obervölklingen) liegt direkt an der Grenze zum Saarbrücker Stadtteil Altenkessel. Luisenthal ist ein vom Bergbau geprägter Stadtteil mit alter Bausubstanz und alteingesessener Bevölkerung. Das Ortsbild wird geprägt von den Tagesanlagen der stillgelegten Grube Luisenthal mit ihren beiden Fördertürmen.

Röchlinghöhe[Bearbeiten]

1314 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Röchlinghöhe, früher Bouser Höhe, dann Hermann-Röchling-Höhe, gehört mit zu den kleinsten Stadtteilen und entstand in den 1930er Jahren aus einer Werkssiedlung der Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke.

Aufgrund der Namensgebung nach dem Industriellen Hermann Röchling, der nach dem Zweiten Weltkrieg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden war, wurde lange Zeit in Politik und Öffentlichkeit die Möglichkeit einer Namensänderung des Stadtteils diskutiert.

Am 31. Januar 2013 beschloss der Völklinger Stadtrat, den Namen in Röchlinghöhe zu ändern.[5]

Wehrden[Bearbeiten]

5043 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012)[2]

Wehrden war schon immer ein prädestinierter Saarübergang. Durch die hier mündende Rossel wurde viel Geröll abgelagert, das die Saar hier flach werden ließ. Wehrden war in seiner Geschichte vorwiegend Wohngegend für die Produktionsstätten auf der anderen Saarseite. 1977 entwickelt der Ortsteil mit dem Vordersten Berg ein eigenes Industrie- und Gewerbezentrum.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte und Antike[Bearbeiten]

Völklingen gehört zu den ältesten Ortschaften im Saarland. Schon in keltischer Zeit war die fruchtbare Talaue zwischen den Einmündungen der Rossel und des Köllerbaches in die Saar besiedelt und in römischer Zeit war hier ein Knotenpunkt für die regionalen Verkehrs- und Wirtschaftsströme.

Mittelalter[Bearbeiten]

Fränkische Besiedelung

Im frühen Mittelalter zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert wurde der Marktflecken bei der ersten Besiedelungswelle der Franken zu einem Zentrum der umliegenden Bauerngehöfte. In Völklingen lag das neben Saarbrücken und Wadgassen bedeutendste Königsgut an der Saar. Hier trafen sich zwei Straßen: Die vom Köllertal zur Saar verlaufende Route mit der alten Römerstraße von Saarbrücken nach Trier. So erhielt Völklingen Bedeutung in der fränkischen Verwaltung, Gerichtsbarkeit und der Ausübung von Herrschaftsrechten.

Erste urkundliche Erwähnungen

Völklingen wurde am 27. Oktober 822 als „Fulcolingas“ erstmals in einer Urkunde des Durandis, des Vizekanzlers Ludwigs des Frommen erwähnt. Der Bau der Völklinger Kirche St. Martin fällt noch in die Karolingerzeit und bezeugt die Funktion des Ortes als zentralem Kirchplatz. Ein zweites Dokument vom 14. April 999 überliefert, dass Kaiser Otto III. das Gut "Fulquelinga" zusammen mit der Burg Saarbrücken und dem Warndt dem Bischof Adalbero II. von Metz zu Lehen gab, der wiederum die Grafen des unteren Saargaues damit belehnte.

Bäuerliche Siedlung

Völklingen blieb in den folgenden Jahrhunderten eine bäuerliche Siedlung, die der Hochgerichtsbarkeit der Grafen von Saarbrücken unterstand. Somit stand den Grafen von Saarbrücken in Völklingen das Recht der Eintreibung von Abgaben und die Erhebung von Frondienste der Bevölkerung zu. Zu den Hofgütern des Ortes gehörten Fürstenhausen, Geislautern und Wehrden, das im Jahr 1234 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Wehrden erlangte durch seine Saarfähre im Mittelalter an Bedeutung. Aus dem Jahr 1422 datiert das älteste Völklinger Weistum als erste schriftliche Festsetzung der örtlichen Rechtsverhältnisse.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Völklinger Bauernaufstand

Im Jahr 1566 kam es zu einem Bauernaufstand gegen den Saarbrücker Grafen. Zur Abwendung neuer, schwerer Frondienste beim Bau des Homburger Schlosses verweigerten die Völklinger den Dienst und stellten sich in den Schutz der Metzer Bischöfe François Beaucaire de Péguillon und Louis (I.) Kardinal de Lorraine-Guise als ihrer obersten Lehensherren. Die Auseinandersetzung, in deren Verlauf es zur Einkerkerung von Völklinger Bauern kam, wurde erst im Jahr 1572 beigelegt. Im Jahr 1575 wurde in der Grafschaft Saarbrücken durch den Grafen Philipp IV. von Nassau-Weilburg zwangsweise die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt.

Frühindustrialisierung

In der frühen Neuzeit gehörte die „hof und frie hofstadt folckelingen“ zu den wohlhabenderen Dörfern in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Durch Steuerlisten ist ein deutliches Bevölkerungswachstum dokumentiert. Im Jahr 1524 wurden 29 Familien und 17 Bauerngüter gezählt, im Jahr 1542 waren es bereits 42 Familien. Eisen- und Kohlefunde führten neben dem traditionellen Handwerk und der Saarfischerei zu einer frühen Industrialisierung. So entstand im heutigen Geislautern mit der Förderung der Grafen von Saarbrücken im Jahr 1572 die älteste größere Eisenschmelze des Saarlandes. Im Jahr 1621 begann mit gräflicher Erlaubnis die Steinkohlegewinnung im Tagebau in Geislautern.

Ansiedelung von calvinistischen Hugenotten

Zur Vermehrung der Bevölkerung und zur Ankurbelung der Wirtschaft wurden im Jahr 1604 im Warndt Hugenotten ansiedeln. Dafür wurde auf dem Land des Völklinger Hofes durch den Saarbrücker Grafen Ludwig II. von Nassau-Weilburg der Ort Ludwigsweiler (heute der Völklinger Ortsteil Ludweiler) angelegt. In einer Urkunde erlaubt der Graf zwölf Hugenotten, die wegen ihres calvinistischen Glaubens vor dem französischen König hatten flüchten müssen, an der „Rixfurth im Warneth“ ein Dorf zu gründen. Der Vorgang ist insofern bemerkenswert, als die Grafen von Nassau-Saarbrücken im Jahre 1575 die Reformation nach Lutherischem Bekenntnis eingeführt hatten und nach den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens (1555) die Calvinisten nicht geduldet waren. Dennoch erhielten die Hugenotten in Ludweiler das Recht, eine eigene Pfarrei zu errichten. Die hugenottischen Einwanderer brachten das Glasbläserhandwerk mit und führten im Jahr 1616 die Glasindustrie an der Saar ein. Der Warndt bot dazu mit dem Vorkommen von Quarzsand, Holzkohle und Farnen zur Pottaschegewinnung günstige Voraussetzungen. Nach einigen Jahrzehnten verkürzte sich der Name Ludwigsweiler in Ludweiler.

Dreißigjähriger Krieg

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde die Bevölkerung Völklingens durch Überfälle der spanischen, schwedischen, lothringischen und französischen Soldateska um fast 84 Prozent dezimiert. Hüttenwerke und Bauernhöfe verwaisten, die wenigen Überlebenden litten unter Hungersnöten.

Reunionspolitik der französischen Krone

Im Jahr 1672 kam es in Völklingen zu französischen Einquartierungen. Der französische König Ludwig XIV. hielt die gesamte Grafschaft Saarbrücken von 1678 bis 1697 besetzt. Zu den positiven Folgewirkungen gehörte eine Bodenreform, die bisher landlosen Bewohnern Völklingens Grund und Boden übereignete. Im Jahr 1697 wurde der Graf von Saarbrücken, Ludwig Crato, durch den Frieden von Ryswick wieder in seine alten Rechte eingesetzt. Der inzwischen katholischen Bevölkerungsmehrheit wurde aber die freie Religionsausübung gestattet.

Merkantilistische Wirtschaftspolitik

Auch die Saarbrücker Grafen förderten nun verstärkt die Wirtschaft und den Wachstum der Bevölkerung. Im Jahr 1700 gab es 90 Häuser mit 480 Bewohnern. Nach der Bodenreform bewirtschafteten nun 96 Bewohner eigenes Land. Im Jahr 1701 wurde bei Wehrden eine hölzerne Brücke über die Saar errichtet. In Geislautern wurde die Glashütte wieder angefahren und in Lauterbach entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine zweite Glasmachersiedlung. Im Jahr 1730 nahm in Geislautern ein neues Eisenwerk mit zwei Hochöfen den Betrieb auf. Auch zwei Kohlegruben sorgten für Arbeitsplätze. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurde ab dem Jahr 1734 die Straße von Völklingen nach Bous gebaut. Ab dem Jahr 1742 fuhr die Postkutsche zweimal pro Woche von Saarbrücken über Völklingen nach Saarlouis. Die letzten beiden absolutistischen Landesherren, Wilhelm Heinrich und Ludwig, stellten mit der Verstaatlichung des Bergbaues und einer forcierten Ansiedelung von Erzschmelzen, Hammer- und Walzwerken entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung Völklingens.

Neueste Zeit[Bearbeiten]

Französische Revolution und Herrschaft Napoleons

Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution versuchte das Saarbrücker Grafenhaus durch zögerliche Reformmaßnahmen, den Brandherd der gesellschaftlichen Umwälzungen einzudämmen. So wurden den Völklinger Bauern im Jahr 1790 gegen Zahlung eines jährlichen Frongeldes die Fronfuhren zum Saarbrücker Schloss erlassen und im Jahr 1793, als bereits französische Revolutionstruppen in Völklingen einfielen, die Leibeigenschaft durch Fürst Ludwig aufgehoben. Mit der Flucht des gesundheitlich angeschlagenen Fürsten Ludwig vor der Französischen Revolution im selben Jahr ins Kurmainzer Exil nach Aschaffenburg und dessen Tod im Jahr 1794 wurden die alten feudalen Strukturen in Völklingen beseitigt.

Im Jahr 1801 fielen im Friede von Lunéville die gesamten linksrheinischen Gebiete des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die Frankreich bereits seit 1797 offiziell mit seinem Staatsgebiet vereinigt hatte, der französischen Republik zu. Napoleon gewährte den linksrheinischen Gebiete die vollen staatsbürgerlichen Rechte, Freiheit des Eigentums, Gewerbefreiheit, Bauernbefreiung und ein fortschrittliches Rechts- und Verwaltungssystem.

Völklingen war seit 1799 eine Mairie im Arrondissement Saarbrücken und profitierte von der im französischen Kaiserreich systematisch betriebenen Förderung von Technik und Forschung. In Geislautern entstand im Jahr 1807 aufgrund einer Anordnung Napoleons aus dem Jahre 1802 die École Pratique des Mines, eine von zwei Berg- und Hüttenschulen des im Jahr 1804 gegründeten französischen Kaiserreiches. Die Schule sollte zur Weiterentwicklung des Bergbau- und Hüttenwesens beitragen und technische Beamte ausbilden. Erster Direktor wurde Jean Baptist Duhamel (Nach ihm wurde der Duhamel-Schacht des Bergwerkes Ensdorf benannt.). In Geislautern wurden in der Folgezeit richtungsweisende Verbesserungen des Schmelzverfahrens entwickelt und eine deutliche Qualitätssteigerung in der Herstellung von Stählen, Eisen und Blechen ermöglicht. Auch mit Verkokungsversuchen und neuen Verzinnungsverfahren wurde in Geislautern Technikgeschichte geschrieben. Ergebnis einer systematischen Bodenerkundung war der Duhamel-Saargruben-Atlas, der heute noch als kartographisches Standardwerk gilt. Ebenso wurden Versuche gemacht, den Kohletransport mit dem Einsatz von dampfbetriebenen Wagen zu erleichtern.

Niederlage Napoleons und Übergang Völklingens an das Königreich Preußen

Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo fiel das Gebiet Völklingens im Jahr 1815 an Preußen. Völklingen wurde Sitz einer Bürgermeisterei, die auch für die Orte Püttlingen, Großwald, Altenkessel/Neudorf und Luisenthal zuständig war. Nächste verwaltungsmäßige Einheit war der Landkreis Saarbrücken. Preußen förderte die vorhandene Industrie und ließ die Infrastruktur systematisch ausbauen. In der Grube Geislautern begann in den 1830er Jahren mit der Kettenförderung und dem Abteufen des ersten Tiefstollens der großindustrielle Steinkohlenbergbau an der Saar. Im Jahr 1840 wurde im Geislauterner Eisenwerk der erste Kokshochofen in der Region angeblasen, wodurch die Massenproduktion von Eisen und Stahl ermöglicht wurde. Im Völklinger Ortsteil Fenne wurde die im Jahr 1812 gegründete Spiegelhütte der größte Hohlglashersteller im südwestdeutschen Raum.

Völklingen wuchs innerhalb weniger Jahrzehnte vom kleinen Dorf zum industriellen Ballungsraum mit über 18.000 Einwohnern heran. Nach der Errichtung einer Postexpedition im Jahr 1847 wurde im Jahr 1860 ein Bahnhof der neuen Eisenbahnlinie Saarbrücken-Merzig-Trier angelegt. Durch den Eisenbahnanschluss wuchsen sowohl die Wirtschaft als auch die Bevölkerung Völklingens rapide an. Im Jahr 1862 wurde Völklingen Sitz eines Amtsgerichtes und im gleichen Jahr erhielt die erste Apotheke ihre Konzession. Die Einrichtung einer eigenen Gendarmeriestation sowie eines modernen Knappschaftskrankenhauses erfolgte im Jahr 1868 und im Jahr darauf wurde die Saar bei Wehrden durch eine neue Brücke überquert.

Durch den Bau eines eigenen Rathauses im Jahr 1876 rückte man das ehemalige Dorfzentrum, das früher direkt an der Saar gelegen hatte, weiter Richtung Norden. Das Ortsbild, das bisher von Bauernhäusern geprägt worden war, wurde nun im Stil des Historismus und des Jugendstils völlig umgestaltet. Das Völklinger Rathaus wurde umfassend erweitert und die Eligiuskirche, die Mühlgewannschule, das Gymnasium sowie das neue Amtsgerichtsgebäude errichtet. Daneben entstanden Stadthäuser und gründerzeitliche Villen der bürgerlichen Führungsschicht der prosperierenden Unternehmen. Ein eigenes Postamt wurde im Jahr 1883 eingerichtet. Die zentrale Wasserversorgung wurde ab 1894 gebaut und im Jahr 1909 erfolgte die Einweihung der elektrischen Straßenbahn von Völklingen nach Ludweiler.

Hochindustrialisierung
Carl Röchling (1827–1910)

Entscheidend für die weitere Entwicklung Völklingens in dieser Phase war die Übernahme der 1873 gegründeten Völklinger Eisenhütte durch die Gebrüder Röchling im Jahr 1881. Die Hütte, deren erster Hochofen im Jahr 1883 angeblasen wurde, sollte über ein Jahrhundert lang die Stadtentwicklung bestimmten. Das Familienunternehmen Röchling machte Völklingen innerhalb weniger Jahre zum großindustriellen Zentrum.

Das im Bogen der Saar gelegene Unternehmen bestimmte mit seiner Sogkraft von nun an die Entwicklung des Ortes. Bereits im Jahr 1890 war die Hütte der größte Hersteller von geschweißten Eisenträgern im Deutschen Reich. Ein modernes Thomas-Stahlwerk, mit dem auch die Minette-Erze aus dem benachbarten Lothringen verhüttbar waren, ging im Jahr 1891 in Betrieb. Bis zum Jahr 1903 entstanden sechs Hochöfen. Ab dem Jahr 1908 erlaubte ein neuer Induktionsofen die Produktion von Elektrostahl in großen Mengen. Auch an der militärischen Aufrüstung des Deutschen Reiches war Völklingen in erheblichem Maße beteiligt.

Der Einfluss der Unternehmerfamilie Röchling bestimmte sowohl Politik und Gesellschaft. Die beherrschenden Unternehmerpersönlichkeiten waren Kommerzienrat Carl Röchling und dessen Sohn Hermann Röchling, der ab dem Jahr 1898 als Geschäftsführer und technischer Leiter entscheidenden Einfluss im Familienunternehmen hatte.

Auf Initiative der Röchlings entstanden auch vorbildliche soziale Einrichtungen (Kranken-, Pensions- und Invaliditätsabsicherung, Kinderbetreuung, Konsumgenossenschaften, Freizeit- und Bildungseinrichtungen, Bau von mehreren Wohnkolonien und die finanzielle Förderung von Wohneigentum). Ziel dieser sozialpolitischen Maßnahmen war es, eine treue Belegschaft ohne politische Neigungen zu sozialdemokratischem und gewerkschaftlichem Engagement heranzuziehen. Wirtschaftliche Abhängigkeit und das Gefühl der Verpflichtetheit gegenüber den Röchlings schufen eine Generationen überdauernde enge Bindung der Einwohnerschaft Völklingens an das Unternehmen.

Völkerbundszeit und Nationalsozialismus
Völklingen Versöhnungskirche, Deckengemälde
Völklingen Versöhnungskirche, handgranatenschleudernden Soldat als Allegorie der Treue (Stiftung von Hermann Röchling)

Im Jahr 1918 wurde Völklingen nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg von französischen Truppen besetzt und durch den Versailler Vertrag als Teil des Saargebietes unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Die Trennung vom deutschen Wirtschaftsraum erhöhte die Schwierigkeiten bei der Umstellung der Wirtschaft auf Friedensproduktion. Konservative Kräfte in Wirtschaft und Politik konnten das Elend der Nachkriegszeit dazu nutzen, revachistische Gedanken in der Völklinger Bevölkerung zu propagieren. So thematisiert die im Jahr 1928 vollendete neobarocke evangelische Völklinger Stadtkirche (Erlöserkirche, später Versöhnungskirche), die man als Ersatz für die alte, im Jahr 1922 bei einem Brand zerstörte Martinskirche, errichtet hatte, in ihrem, in den Jahren 1935-1937 entstanden, Deckengemälde ein höchst politisches Thema. Dargestellt ist der Tag des Jüngsten Gerichts mit Christus in der Mitte, umgeben von der Industrielandschaft Völklingens mit rauchenden Fabrikschloten, den verstorbenen Mitgliedern der Stifterfamilie Röchling, einem seine Fesseln abstreifenden zur Freiheit aufstrebenden Adler als allegorischem Verweis auf die Rückgliederung des Saargebietes in das Deutsche Reich 1935 sowie der Gruppe derer, die für den Bau verantwortlich zeichneten (Architekten, Pfarrer, Kirchenmeister), zusammen mit einem kleinen Modell der Kirche. Ebenso stellte man an der Fassade einen handgranatenschleudernden Soldaten dar.

Bei der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 stimmten die Völklinger mit 89,8 Prozent für die Rückkehr zum Deutschen Reich. Die Unternehmensführung unter Hermann Röchling erhielt zunehmend Einfluss im industriepolitisch-militärischen Machtapparat des sogenannten Dritten Reiches. Am 1. April 1937 erhielt die bisherige Bürgermeisterei Völklingen mit den Teilorten Fürstenhausen, Geislautern und Wehrden die Stadtrechte. Aufrüstung und Infrastrukturprogramme zur Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges bescherten Völklingen eine neue Hochkonjunktur.

Im Zweiten Weltkrieg standen die Stahlwerke Völklingens ganz im Dienst der Kriegswirtschaft und Hermann Röchling wurde von Adolf Hitler mit Führungsaufgaben in der Organisation des Hüttenwesens im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten betraut. Nach dem Zusammenbruch des NS-Systems und der Zerstörung Völklingens im Zweiten Weltkrieg wurde Röchling, der zunächst untertauchen konnte, im Jahr 1949 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 10 Jahren Haft in einem Freiburger Diakonissenheim verurteilt, aus der er allerdings schon nach zwei Jahren mit der Auflage entlassen wurde, das Saarland nie wieder betreten zu dürfen.

Unmittelbare Nachkriegszeit und Saarstaat

Im Jahr 1945 wurde die Stadt von US-Truppen besetzt und kam anschließend unter französische Verwaltung. Im Jahr 1947 wurde Völklingen Teil des halbautonomen Saarstaates unter der Regierung von Ministerpräsident Johannes Hoffmann. Die zerstörte Stadt wurde wieder aufgebaut. Im Jahr 1952 in wirtschaftlicher Hinsicht die Vorkriegskapazität wieder erreicht. Neue Produktionsanlagen wurden geschaffen und im Kohleabbau und der Kohleveredelung stieg Völklingen wieder zu den bedeutendsten Industriestädten des Saarlandes auf.

Am 23. Oktober 1954 war zwischen dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Ministerpräsidenten Pierre Mendès-France das Abkommen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über das Statut der Saar ausgehandelt worden. Bis zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland sah das Abkommen die Unterstellung des Saarlandes unter einen Kommissar der Westeuropäischen Union vor. Dieser sollte das Land nach außen vertreten. Die saarländische Regierung sollte jedoch weiter für die inneren Angelegenheiten zuständig und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich erhalten bleiben. Allerdings war auch eine engere wirtschaftliche Vernetzung mit der Bundesrepublik vorgesehen.

Bei der Volksabstimmung zum Abkommen am 23. Oktober 1955 über das europäische Statut des Saarlandes stimmte Völklingen folgendermaßen ab: 7.233 (27,65%) Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 18.922 (72,34%) Wahlberechtigte stimmten mit Nein. Der saarländische Landesdurchschnitt der Ja-Sager lag bei 32,3%, der der Nein-Sager bei 67,7%.

Durch die darauf folgenden Verhandlungen und den Luxemburger Vertrag vom 27. Oktober 1956, in dem Frankreich der Rückgliederung des Saarlandes unter westdeutsche Hoheit zustimmte, wurde Völklingen zum 1. Januar 1957 politisch und am 6. Juli 1959 („Tag X“) wirtschaftlich der Bundesrepublik Deutschland angeschlossen.[6]

Völklingen in den 1960er und frühen 1970er Jahren

Die Zeit nach der Angliederung an die Bundesrepublik Deutschland bedeutete für Völklingen in wirtschaftlicher Hinsicht "goldene Jahre". Im Jahr 1962 kam es durch eine Schlagwetterexplosion in der Grube Luisenthal zu einem Grubenunglück, das 299 Menschenleben forderte. Im Jahr 1965 wurde Völklingen der Status einer Mittelstadt verliehen. Zahlreiche Neubaugebiete entstanden und gleichzeitig gingen ganze Ensembles von Bauwerken aus der Gründerzeit und früheren Epochen im Stadtbild durch Abriss verloren. Am 1. Januar 1974 wurden die Gemeinden Ludweiler und Lauterbach anlässlich einer Gebiets- und Verwaltungsreform eingemeindet.

Stahlkrise seit den 1970er Jahren

Mit dem Beginn der Stahlkrise in der Mitte der 1970er Jahren fand die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung Völklingens ein abruptes Ende. Ein Abbau von Arbeitsplätzen in einem bisher nicht gekannten Ausmaß war die Folge. Im Jahr 1978 zog sich die Familie Röchling aus der krisengeschüttelten Stadt zurück und die Hütte wurde durch den Luxemburger ARBED-Konzern übernommen. In Völklingen wurde im Jahr 1980 ein neues Blasstahlwerk zur Herstellung hochspezialisierter Qualitätsstähle mit mehreren Walzstraßen in Betrieb genommen. Mit der Verlagerung der Roheisenphase nach Dillingen/Saar schloss im Jahr 1986 die alte Völklinger Hütte. Vom Jahr 1966 bis zum Jahr 1995 schrumpfte die Zahl der bei der Völklinger Hütte beschäftigten Mitarbeiter von 17.500 auf 3.500. Der zusätzliche Abbau von Arbeitsplätzen in der Steinkohleförderung stürzte die Stadt in eine Wirtschaftskrise ungeheuren Ausmaßes. Im Jahr 1993 kam es zum Konkurs der Saarstahl AG, in welcher auch die Röchlingschen Betriebe aufgegangen waren. Im Jahr 1994 wurde die alte Völklinger Hütte in die Liste der Kulturdenkmäler der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen. Völklingen ist Hauptsitz der Saarstahl AG, die nach Aufhebung des Konkursverfahrens im Jahr 2001 weiterhin produktiv ist.

Die Kernstadt tut sich schwer, ihren 1993 erlangten Ruf als „hässlichste Stadt Deutschlands“[7] loszuwerden. In einigen Bereichen um den Saarhafen und die alte Völklinger Hütte wurde inzwischen jedoch in ein schöneres Stadtbild investiert. Auch der Bereich Stadtmitte wird derzeit einer größeren Umstrukturierung im Rahmen des Forschungsvorhabens „Stadtumbau West“ unterzogen. Die Völklinger Wirtschaft sollte von der Monokultur der Montanwirtschaft hin zu einer diversifizierten Wirtschaftsstruktur entwickelt werden. Ersatzarbeitsplätze wurden im Bereich der Umwelttechnologie, der Baustoffindustrie und in Produktionsstätten moderner Technologiebereiche geschaffen.[8] [9]

Kontroverse um Hermann Röchling

Die Stadtverwaltung Völklingens wurde im Jahr 2000 in der ARD-Sendung Kontraste scharf dafür kritisiert, Adolf Hitler und den wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Hermann Röchling als Ehrenbürger zu führen und nach letzterem einen Stadtteil zu benennen.[10] Die Stadt wurde wegen des Rekordergebnisses der NPD bei den Stadtratswahlen 2004 im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen des gleichen Jahres erwähnt.[11] Im Jahr 2009 halbierte sich deren Ergebnis, rechtsextreme Bewegungen sind in der Stadt aber immer noch stark vertreten.

Im Jahr 1956 war Hermann Röchling anlässlich seines ersten Todestages zu Ehren der Völklinger Stadtteil Bouser Höhe nach ihm umbenannt worden. Der Ortsteil hieß nun Hermann-Röchling-Höhe. Am 31. Januar 2013 entschied der Stadtrat Völklingens nach jahrelangen kommunalpolitischen Diskussionen, den Stadtteil in Röchlinghöhe umzubenennen. Damit soll der Name zukünftig nicht mehr mit Hermann Röchling selbst konnotiert werden, sondern nur noch mit der Unternehmerfamilie Röchling.[12]

Religionen[Bearbeiten]

Versöhnungskirche

Die evangelische Bevölkerung der Stadt gehörte seit 1815 zur Evangelischen Kirche in Preußen, die ab 1922 Evangelische Kirche der altpreußischen Union (APU) hieß. 1947 entstanden aus den vormals altpreußischen Kirchenprovinzen selbständige Landeskirchen; Völklingen gehört seither zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Evangelische Akademie im Saarland hat ihren Sitz in Völklingen. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Völklingen vertreten. Zu den Freikirchen in Völklingen gehört u. a. die Apostolische Gemeinschaft. Trotz des ähnlichen Namens von dieser unterschieden werden muss die Apostolische Gemeinde des Saarlandes, die ebenfalls in Völklingen Gottesdienste abhält. Außerdem gibt es zwei Gemeinden der Zeugen Jehovas mit insgesamt etwa 150 Mitgliedern. Völklingen-Süd und -Nord sind als Körperschaft des öffentlichen Rechts eingetragen. Die katholische Bevölkerung der Stadt gehört zum Dekanat Völklingen im Bistum Trier.

Eine muslimische Vereinigung, die ein früheres Kinogebäude zu einer Moschee umgebaut hat, stellte den Plan zur Errichtung eines entsprechenden Minaretts zunächst zurück, um zuvor wechselseitige Vorurteile abzubauen.[13] Seit 2011 steht nunmehr das erste saarländische Minarett in Völklingen-Wehrden.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1822 1890 1900 1916 1939 1951 1961 1970 1980 1990 2000 2005 2007 2008 2009 2010 2012 2013
Einwohner 2001 13.528 19.792 30.149 35.150 40.840 42.644 39.461 44.872 43.569 43.051 40.967 40.163 39.971 39.689 39.539 39.509 39.358 [15]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Völklingen 2014[16]
 %
40
30
20
10
0
30,72 %
35,73 %
10,97 %
5,13 %
3,96 %
5,38 %
2,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,64 %p
+4,65 %p
-6,94 %p
+0,53 %p
-0,61 %p
+5,38 %p
-2,3 %p
Altes Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Anzahl der Sitze im Stadtrat wurde seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 von 51 auf 45 Sitze reduziert.

SPD:   35.73 %  (+ 4,65)   18 Sitze
CDU:   30.72 %  (− 0,68)   15 Sitze
Die Linke:   10,97 %  (− 6,95)   5 Sitze
Grüne:   5.13 %  (+ 0,53)   2 Sitze
AfD:   5,38 %  (+ 5,38)   2 Sitze
FW Völklingen:   2,60 %  (− 2,30)   1 Sitz
NPD:   3,96 %  (− 0,61)   1 Sitz

Bürgermeister und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister

  • 1799–1805 Wilhelm Nessler
  • 1805–1813 Joh. Nikolaus Beilstein
  • 1813–1814 Georg Kunkel
  • 1814–1816 Friedrich Schaeffer
  • 1816–1821 Jacob Röchling
  • 1822–1831 Carl Kunkel
  • 183100000 Georg Leber
  • 1831–1849 Carl Schwarz
  • 1849–1851 Georg Flach
  • 1851–1879 Jakob Kühlwein
  • 1879–1903 Carl Stürmer
  • 1903–1907 Siegfried Cloos
  • 1908–1919 Friedrich Sohns
  • 1920–1922 Fr. D. Krawutschke
  • 1922–1933 Karl Janssen
  • 1933–1936 Josef Sieberin
  • 193700000 Julius Weber (NSDAP)
  • 1937–1941 Helmut Eder (NSDAP)
  • 1941–1942 Johann Latz (NSDAP)
  • 1942–1943 Karl Graf (NSDAP)
  • 1943–1945 Johann Latz (NSDAP)
  • 194500000 Wilhelm Limburg
  • 1945–1946 Ernst Kunkel
  • 1946–1948 Anton Tinnes
  • 1949–1956 Rudolf Trenz
  • 1956–1974 Hans Fischer
  • 1974–1980 Heinrich Schüssler
  • 1980–1987 Friedrich Gemmel
  • 1987–2003 Fritz Diehl
  • 2003–2008 Jochen Dahm
  • 2008–0000 Wolfgang Bintz (CDU)

Oberbürgermeister

  • 1956–1968 Otto Hemmer
  • 1968–1989 Raymund Durand
  • 1989–2003 Hans Netzer
  • 2003–0000 Klaus Lorig (CDU)

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 5. September 2010 konnte sich Klaus Lorig mit 61,4 % der abgegebenen Stimmen gegen seine Gegenkandidaten von SPD, Linke und NPD durchsetzen. Lorig ist somit bis 2018 gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Bauwerke[Bearbeiten]

Eligiuskirche
Bergmannsdenkmal von Lauterbach

Natur[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kulturhalle Wehrden
  • Saarpromenade (Rad- und Wanderweg am Ufer der Saar)

Theater und Kinos[Bearbeiten]

  • Residenz-Kino (geschlossen)
  • In Räumlichkeiten im und um das Weltkulturerbe Völklinger Hütte gibt es regelmäßig kulturelle Angebote der unterschiedlichsten Art.

Sport[Bearbeiten]

Im Hermann-Neuberger-Stadion ist der ehemalige Zweitligist SV Röchling Völklingen zu Hause. In den 1970er-Jahren nahm der SV Röchling Völklingen an der Aufstiegsrunde zur 1. Fußball-Bundesliga teil, derzeit spielt der Verein in der Oberliga Südwest.

Die Kapazität des Stadions betrug bis 2007 etwa 16.000 – mittlerweile wurde es auf 12.000 Plätze zurückgebaut. Es gehört somit zu den größten Stadien im Saarland.

Folgende Sportstätten gibt es in Völklingen:

  • 2 Stadien (Hermann-Neuberger-Stadion, Warndtstadion)
  • 3 Sporthallen
  • 15 Sportplätze
  • 3 Bouleanlagen
  • 3 Hundedressurplätze und Kleintierzuchtanlage
  • 6 Angelweiher
  • 4 Tennis-/Squashhallen
  • 2 Schießstände
  • 1 Faustballanlage
  • 1 Skate-Anlage

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Oster- und Herbstkirmes
  • Rosenmontag: Umzug durch die Innenstadt
  • Saarfest
  • Autokino am Weltkulturerbe Völklinger Hütte
  • Drachenbootrennen
  • Völklinger City-Lauf, veranstaltet vom Leichtathletik-Club Völklingen
  • Ausstellungen im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
  • Feuerwehrfest
  • Völklinger Drachenfest in Wehrden
  • Ludweiler Dorffest
  • Weihnachtsmarkt
  • Kirmes/Stadtfest
  • City Open Airs – Live-Konzerte im St. Eligius Pfarrgarten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Völklinger Hütte

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Völklingen ist Sitz der u. a. aus dem ortsansässigen Röchling'schen Stahlwerk hervorgegangen Saarstahl AG (Stahlherstellung und Weiterverarbeitung (Montanindustrie)).

Bei Völklingen ist das Kraftwerk Völklingen/Fenne gelegen.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Gerichte[Bearbeiten]

Völklingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört.

Medien[Bearbeiten]

Als wöchentliche Zeitung erscheint der Wochenspiegel Völklingen, der auch amtliches Bekanntmachungsblatt der Stadt ist. Die Saarbrücker Zeitung gibt für Völklingen und den Warndt einen separaten Lokalteil heraus. Einmal im Monat erscheint in Teilen der Stadt die Völklinger Stadtbrille. Im Stadtteil Wehrden erscheint unregelmäßig die Stadtteilzeitung Wehrdener Saar-Echo. Und auch die alle zwei Wochen erscheinende Saar-Zeitung enthält viele Beiträge über die Hüttenstadt. In den Stadtteilen Lauterbach, Ludweiler und Geislautern erscheint 14-täglich die Zeitung Warndt aktuell.

Bildung[Bearbeiten]

Völklingen verfügt neben den allgemeinen Grundschulen auch über weiterführende Schulen:

  • Realschulen
    • Erweiterte Realschule Am Sonnenhügel Völklingen
    • Herrmann-Neuberger-Realschule
  • Gesamtschulen
    • Graf-Ludwig-Gesamtschule
  • Gymnasien
    • Albert-Einstein-Gymnasium
    • Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium
    • Warndtgymnasium Völklingen
    • Berufliches Oberstufengymnasium am BBZ Völklingen

Zudem besteht in Völklingen mit dem BBZ Völklingen ein großes Berufsbildungszentrum mit verschiedenen Schulenformen:

(*) Für diese Schulformen ist das TGSBBZ Völklingen der einzige Standort im Saarland.

Weitere Schulen in Völklingen sind:

  • Hochschule der bildenden Künste
  • Volkshochschule

Verkehr[Bearbeiten]

Völklingen Bahnhof

Völklingen ist durch die Bundesautobahn 620 (SaarlouisSaarbrücken) und die Bundesstraße 51 (BremenSaargemünd) an das überregionale Straßennetz angebunden. Beide Straßen verlaufen in Höhe von Völklingen parallel zum Fluss in Nord-Südrichtung.

Die Deutsche Bahn unterhält an der Strecke Saarbrücken – Trier den Bahnhof Völklingen, an dem alle Züge der Kategorien RE und RB halten. Somit besteht mindestens alle dreißig Minuten eine Verbindung in beiderlei Richtung.

Der ÖPNV wird heute durch Busse, hauptsächlich der Völklinger Verkehrsbetriebe, gewährleistet. Es bestehen Verbindungen zum Beispiel in den angrenzenden Warndt, nach Lebach, Püttlingen und Bous. Die frühere Straßenbahn Völklingen wurde 1959 stillgelegt und durch den zwischen 1950 und 1967 verkehrenden Oberleitungsbus Völklingen ersetzt. Seit Jahren jedoch ist die Wiedererrichtung eines schienengebundenen Nahverkehrssystems geplant, wonach die Saarbahn durch die Innenstadt über die Gleise der Deutschen Bahn bis hinaus zur Völklinger Hütte fahren soll.

An der Saar befindet sich ein Hafen sowie die Schleuse Völklingen, die gemeinsam mit einem Schleusenwärterhäuschen zwischen 1875 und 1879 erbaut wurde und als Ensemble unter Denkmalschutz steht.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Carl Hansmann (1852–1917), Pionier der Osteosynthese, von 1893 bis 1907 dirigierender Arzt am Knappschaftslazarett Völklingen
  • Friedrich Masselter (1908–1979), römisch-katholischer Priester im Völklinger Stadtteil Heidstock
  • Hans Netzer (* 1935), Politiker (SPD), von 1989 bis 2003 Oberbürgermeister von Völklingen
  • Roswitha Hollinger (* 1945), Politikerin (SPD), von 1992 bis 2001 Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes Völklingen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Völklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Völklingen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f g h i j Statistik. Einwohnerstatistik (Stand: 31.12.2012). Website Stadt Völklingen. Abgerufen am 13. Dezember 2013.
  3. Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland. Institut für Landeskunde im Saarland, Saarbrücken 2002, S. 276 und S. 512.
  4. Die Kirche „Herz Jesu“. voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 1. Oktober 2014.
  5. http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/saarbruecken/Voelklingen-Stadtrat-Roechling-Hermann-Roechling-Hoehe;art2806,4624258
  6. Gerhard Franz: Der Sieg der Neinsager, 50 Jahre nach der Abstimmung über das Saarstatut, Blieskastel 2005, S. 181.
  7. Dieter Graebner: Das alte Schätzchen wird geadelt. In: Die Zeit, Nr. 04/1995, 20. Januar 1995. Abgerufen am 9. Juni 2014.
  8. Stefanie Risch: Lebendige Stadt am Fluß: Stationen einer saarländischen Geschichte; Königshof, Bauerndorf, Hüttenstadt, Stadt Völklingen, hrsg. v. der Mittelstadt Völklingen, Saarbrücken 1996.
  9.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 807.
  10.  Chris Humbs: Weltkulturerbe „Röchling-Völklingen“ – Bleibt ein Kriegsverbrecher der Namenspatron?. In: kontraste. 21. September 2000 (online).
  11.  Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen Abteilung Verfassungsschutz (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2004. 31. Januar 2005, S. 23.
  12. Völklinger Stadtteil heißt nur noch „Röchlinghöhe“. In: Saarbrücker Zeitung, 1. Februar 2013, abgerufen am 1. Februar 2013.
  13. Nicholas Kulish: Path to Xenophobia Is Diverted by a Mosque’s Open Doors. The New York Times, 23. März 2010.
  14. http://www.voelklingen-im-wandel.de/stadtteile-wehrden.php
  15. Statistik Internetpräsenz der Stadt Völklingen, aufgerufen am 1. August 2014
  16. Landeswahlleiterin Saarland – Endgültiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2014 in Völklingen
  17. Teildenkmalliste der Mittelstadt Völklingen. In: Denkmalliste des Saarlandes. 19. Mai 2010, abgerufen am 6. April 2011 (PDF; 419 kB). (PDF; 410 KB)