Hermann von Kaulbach

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Hermann Kaulbach
Beilage zum Darmstädter Tagblatt, Nr. 11/1889
Hermann von Kaulbach: Mozarts letzte Tage, 1878 Städtische Galerie, Wien
Zeichnung Kind mit Topf

Hermann von Kaulbach (* 26. Juli 1846 in München; † 9. Dezember 1909 ebenda) war ein deutscher Maler der Münchner Schule.

Leben[Bearbeiten]

Hermann von Kaulbach, Sohn des Malers Wilhelm von Kaulbach, brach sein Medizinstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München ohne Abschluss ab und widmete sich ganz der Malerei. Er wurde 1867 Schüler von Karl von Piloty. Beeinflusst durch seinen Lehrer behandelte Kaulbach meist historische Themen in seinen Genrebildern. Bekannt ist er für seine Kinderbildnisse. Für eine Opern-Galerie schuf Kaulbach mehrere Grisaillen. 1871 heiratete er Sophie Schroll, die in Nürnberg geborene Tochter eines Kupferstechers, der Ehe entstammten drei Kinder.[1] 1880 und 1891 hielt er sich zu Studienzwecken in Rom auf. 1886 wurde er zum Professor für Historienmalerei an die Akademie der bildenden Künste München berufen.[2] Sein erstmals 1906 erschienenes Bilderbuch, vornehmlich mit Kindermotiven, erschien in mehreren Auflagen und wurde über 135.000 mal verkauft.

In Bad Arolsen befindet sich das Geburtshaus seines Vaters. Neben den Werken des Vaters sind im Museum Bad Arolsen auch seine Werke zu besichtigen.[3] Ein Teil seiner Briefe und sonstigen Korrespondenzen ist im Deutschen Literaturarchiv Marbach verwahrt.[4]

Hermann von Kaulbach verstarb am 9. Dezember 1909 und wurde am Alten Südlichen Friedhof zu München begraben.

Rezeption[Bearbeiten]

Kaulbachs Ölgemälde galten Publikum, wie auch der offiziellen Kunstkritik, als „… interessante Gestaltung historischer Stoffe, die namentlich in der raffinierten Behandlung des Nebensächlichen liegt, während der Hauptinhalt weniger bedeutungsvoll hervortritt“. Doch der Maler war nicht unumstritten: sein Bild von Lucrezia Borgia wurde von der Kritik als „… zu lüstern“ rundweg abgelehnt und seine Krönung der heiligen Elisabeth durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen wurde abfällig als „Kostümmalerei“ abgetan.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Hansel und Gretel bei der Hexe (1872, in der städtischen Galerie zu Riga)[5]
  • Mozarts letzte Tage (1878, in der städtischen Galerie zu Wien)[5]
  • Portrait Anton Bruckner, Ölfarben auf Karton, 74 × 56 cm (1885, im Oberösterreichischen Landesmuseum – Schlossmuseum, Linz, Slgn. G 297)
  • Krönung der heiligen Elisabeth durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (1886, im Museum zu Wiesbaden)[5]
  • An der Grabstätte des Freundes (1888, in der Neuen Pinakothek zu München)[5]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Hermann Kaulbach: Bilderbuch. Mit 45 Bildern von Professor Hermann Kaulbach in München und einem Porträt des Künstlers (Text von Adelheid Stier), Union Deutsche Verlagsgesellschaft, 1. Auflage 1906

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann von Kaulbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gertrude Quast-Benesch: Anton Bruckner in München. Hrsg.: Anton-Bruckner-Institut Linz. H. Schneider, 2006, ISBN 978-3-7952-1194-3, S. 196
  2. Personalliste der AdbK, München (PDF)
  3. Museum Bad Arolsen
  4. Ingrid Kussmaul: Die Nachlässe und Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Verzeichnisse, Berichte, Informationen, Bd. 23. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar 1999
  5. a b c d Meyers Großes Konversations-Lexikon