Hofburg (Innsbruck)

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Hofburg, Rennwegfront
Hofburg rechts, Hofkirche und Tor zum Burggraben im Hintergrund
Innenhof

Die Hofburg in Innsbruck war einst Sitz der Tiroler Landesfürsten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Herberge auf diesem Areal benutzte Herzog Leopold III. Diese und weitere Grundstücke erwarb sein Sohn Friedrich IV., dessen Sohn Erzherzog Sigmund der Münzreiche, Graf von Tirol, ließ eine mittelalterliche Burg erbauen. Sein Nachfolger, der deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. baute die Anlage aus. 1534 wurde die Decke des 1510 erneuerten Riesensaales durch einen Brand zerstört und anschließend durch König Ferdinand wieder hergestellt. Wegen Erdbebenschäden an den Mauern wurde 1536 die Burgfassade durch halbrunde Türme verstärkt.

Erst Maria Theresia (regierte von 1740–1780) gab den Auftrag zum Umbau im Stil des höfischen Wiener Rokoko. So präsentiert sich der Prachtbau noch heute. Maria Theresia war nur zweimal in Innsbruck, 1739 auf der Durchreise und 1765 zur Hochzeit ihres Sohnes Leopold II. mit der spanischen Prinzessin Maria Ludovica, woran die Triumphpforte am Ende der Maria-Theresien-Straße erinnert. Die Hochzeit wurde vom Tod ihres Gatten Franz Stephan von Lothringen (an den Folgen eines Schlaganfalles) am 18. August 1765 überschattet. Das Sterbezimmer wurde im Auftrag der Kaiserin zu einer Kapelle umgestaltet. Sie ließ damals auch das adlige Damenstift errichten. Die Stiftsdamen mussten für den verstorbenen Kaiser beten. Mitglieder der kaiserlichen Familie haben bis zum Ende der Monarchie die Burg benützt, daneben war sie auch Sitz der Tiroler Landesfürsten und ist heute im Besitz der Republik Österreich.

Baudetails[Bearbeiten]

Die Innsbrucker Hofburg ist im höfischen Rokokostil erbaut. Sie hat eine verbaute Fläche von circa 5000 m², es gibt etwa 400 Räume, unter anderem noch über 30 Privatwohnungen. Der Bau ist viergeschossig, Kapelle und zwei größere Säle sind Geschosse hoch.

Der große Burghof wird durch das südliche Burgtor erschlossen, weiter geht es in den westlich gelegenen, kleineren Küchenhof. Zu besichtigen sind auch die Prunkräume, u. a.:

  • Riesensaal (Festsaal) mit Porträts Maria Theresias, ihres Gatten und deren 16 Kinder. Der Raum ist 31,5 m lang, 13 m breit und 11 m hoch. Den Namen hat der Saal aber nicht von seiner Größe abgeleitet, sondern von den dargestellten Riesen auf Gemälden zur maximilianischen Zeit.
  • Gardesaal (Empfangsraum für den Riesensaal)
  • Kaiserappartements (Lothringerzimmer, Kapitelzimmer, Ferdinandszimmer)
  • Hofburgkapelle mit Vorraum und Sakristei
  • Andreas-Hofer-Saal, Andreas Hofer residierte hier vom 13. August bis 21. Oktober 1809
  • Gelbes Zimmer, Weißer Salon, Rosa Salon, Rondellzimmer, Passagezimmer, Schlafzimmer, Eckkabinett, Chinesenzimmer, Audienzzimmer

Zur Hofburg gehört der schräg gegenüber liegende Hofgarten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Benedikt Sauer: Hofburg Innsbruck. Folio Verlag, Wien/Bozen 2010, ISBN 978-3-85256-536-1.
  • Lieselotte Hanzl-Wachter: Hofburg zu Innsbruck. Böhlau Verlag, Wien 2004, ISBN 3-205-77202-4.
  • Franz Weller: Die kaiserlichen Burgen und Schlösser in Wort und Bild. Hof-Buchdruckerei, Wien 1880. (Online)
  • Hofburg Innsbruck. 32-seitiger Führer ohne Verlags- und Jahresangabe.
Hofburg und Landestheater (links) bei Nacht – 360° Panorama

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hofburg (Innsbruck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.26888888888911.394444444444Koordinaten: 47° 16′ 8″ N, 11° 23′ 40″ O