Karl Ludwig von Österreich

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Dieser Artikel behandelt den Erzherzog Karl Ludwig von Österreich aus dem 19. Jahrhundert. Zu Carl Ludwig Habsburg-Lothringen siehe Karl Ludwig Habsburg.
Lithographie von Joseph Kriehuber 1862
Erzherzog Karl Ludwig von Österreich

Erzherzog Karl Ludwig Joseph Maria von Österreich (* 30. Juli 1833 in Schönbrunn, damals bei Wien; † 19. Mai 1896 in Wien) war zweitältester Bruder von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich.

Leben[Bearbeiten]

Karl Ludwig war der dritte Sohn von Erzherzog Franz Karl nach Franz Joseph I. und dem späteren Maximilian von Mexiko. Nach dessen Tod, 1867, war er ältester lebender Bruder des Kaisers und daher vom Tod des Kronprinzen Rudolf, 1889, an, bis zu seinem eigenen Tod Thronfolger. Er war Vater des Thronfolgers 1896–1914, Franz Ferdinand, sowie von Erzherzog Otto Franz Joseph, dem Vater des letzten Kaisers von Österreich, Karl I.

Karl Ludwigs höchste politische Funktion war die des k.k. Statthalters in Tirol. Er wurde von Franz Joseph I. 1855 dazu ernannt. 1861 gab er das Amt auf, als der Kaiser mit dem Februarpatent eine Reichsverfassung erließ, die den Statthalter dem Innenminister unterordnete; dies hielt er für ein Mitglied der Herrscherfamilie für unpassend.[1]

Sein Interesse galt mehr der Kunst als Politik und Militär. Er war Protektor mehrerer Künstlervereinigungen und gab gern Bälle und Benefizveranstaltungen.

Seine Mutter, Erzherzogin Sophie, erzog Karl Ludwig streng katholisch und suchte ebenfalls seine drei Ehefrauen aus. Er litt zunehmend unter religiösem Wahn und segnete Passanten aus der Kutsche heraus.

Nach dem Tod des Kronprinzen Rudolf 1889 war er automatisch Thronfolger der österreichisch-ungarischen Monarchie. Karl Ludwig starb an einer Krankheit, die er sich bei einer Reise nach Ägypten und Palästina zuzog, als er aus religiösen Gründen (verseuchtes) Jordanwasser trank. Er besuchte dort seinen Sohn Franz Ferdinand, der in Kairo seine Tuberkulose kurierte.[2]

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Erste Ehe, 1856: Margarete von Sachsen (1840–1858), Tochter von Johann I., König von Sachsen

Zweite Ehe, 1862: Maria Annunziata (1842–1871), Tochter von Ferdinand II., König beider Sizilien

Dritte Ehe, 1873: Maria Theresa von Portugal (1855–1944), Tochter von Michael I., König von Portugal.

Vorfahren[Bearbeiten]

Ahnentafel Karl Ludwig von Österreich
Ururgroßeltern

Kaiser
Franz I. Stephan
(1708-1765)
∞ 1736
Maria Theresia
(1717-1780)

König
Karl III. von Spanien
(1716-1788)
∞ 1738
Maria Amalia von Sachsen
(1724-1760)

König
Karl III. von Spanien
(1716-1788)
∞ 1738
Maria Amalia von Sachsen
(1724-1760)

Kaiser
Franz I. Stephan
(1708-1765)
∞ 1736
Maria Theresia
(1717-1780)

Herzog
Christian III. von Pfalz-Zweibrücken
(1674-1735)
∞ 1719
Karoline von Nassau-Saarbrücken
(1704-1774)

Joseph Karl von Pfalz-Sulzbach
(1694-1729)
∞ 1717
Elisabeth Auguste Sofie von der Pfalz
(1693-1728)

Großherzog
Karl Friedrich von Baden
(1728-1811)
∞ 1751
Karoline Luise von Hessen-Darmstadt
(1723-1783)

Landgraf
Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt
(1719-1790)
∞ 1741
Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken
(1721-1774)

Urgroßeltern

Kaiser Leopold II.
(1747-1792)
∞ 1765
Maria Ludovica von Spanien
(1745-1792)

König Ferdinand I.
(1751-1825)
∞ 1768
Maria Karolina von Österreich
(1752-1814)

Friedrich Michael von Pfalz-Birkenfeld
(1724-1767)
∞ 1746
Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach
(1724-1794)

Karl Ludwig von Baden
(1755-1801)
∞ 1774
Amalie von Hessen-Darmstadt
(1754-1832)

Großeltern

Kaiser Franz II.
(1768-1835)
∞ 1790
Maria Theresia von Neapel-Sizilien
(1772-1807)

König Maximilian I. Joseph
(1756-1825)
∞ 1797
Karoline Friederike Wilhelmine von Baden
(1776-1841)

Eltern

Franz Karl von Österreich
(1802-1878)
∞ 1824
Sophie Friederike von Bayern
(1805-1872)

Karl Ludwig von Österreich

Siehe auch[Bearbeiten]

Karl-Ludwig-Haus

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Archduke Karl Ludwig of Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie im Österreichischen Biographischen Lexikon der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  2. Friedrich Weissensteiner: Franz Ferdinand - Der verhinderte Herrscher. Öst.Bundesverlag, 1983