Palais Grassalkovich

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Dieser Artikel behandelt das Palais Grassalkovich in Bratislava. Für das gleichnamige Palais in Wien siehe Palais Grassalkovics.
Blick auf das Palais Grassalkovich
U.S. Präsident George W. Bush zu Besuch im Palais Grassalkovich.

Das Palais Grassalkovich (slowakisch Grasalkovičov palác), auch Präsidentenpalais (Prezidentský palác) genannt, ist ein Bauwerk in Bratislava. In ihm befindet sich der Sitz des Präsidenten der Slowakischen Republik, und es liegt nördlich der Altstadt an der Nordseite von Hodžovo námestie in der Nähe des Erzbischöflichen Sommerpalais, Sitz der Regierung der Slowakischen Republik.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebäude ist ein eindrucksvolles Rokoko-/spätbarockes Sommerpalais mit einem französischen Garten. Es wurde 1760 für den Grafen Antal Grassalkovich I., der damals Präsident der Ungarischen königlichen Kammer war, durch Andreas Mayerhoffer errichtet. Andreas Mayerhoffer hatte für den Grafen bereits das Grassalkovich-Schloss in Gödöllő errichtet, welches das direkte Vorbild für das neue Palais wurde. Zum Bauwerk gehören viele schöne Räume, vor allem der spanische Saal und das prachtvolle, reich mit Skulpturen ausgestattete Treppenhaus. Die Stiegenstufen bestehen aus dem harten weißen Kaiserstein aus Kaisersteinbruch im Burgenland.

Das Gebäude wurde nach seiner Fertigstellung zum Mittelpunkt der Barockmusik in Pressburg. Einige Uraufführungen der Werke von Joseph Haydn fanden im Palais statt. Graf Grassalkovich besaß sogar ein eigenes Orchester, und der zur gleichen Zeit lebende Nikolaus I. Joseph Fürst Esterházy „lieh“ ihm oft seinen Dirigenten Joseph Haydn. Da der Graf ein Günstling Maria Theresias war, wurde das Palais auch oft für verschiedene Bälle und Festlichkeiten des kaiserlichen Hofes benutzt. So zum Beispiel dirigierte Joseph Haydn das Orchester, als Marie Christine von Österreich, eine Tochter Maria Theresias, den Herzog Albert von Sachsen-Teschen, Statthalter des Königreichs Ungarn im damaligen Pressburg, heiratete. Ľudovít Štúr sagt man nach, er habe seine Liebe zu Adela Ostrolúcka dieser zum ersten Mal auf einem von Erzherzog Stefan Franz Viktor von Österreich organisierten Ball im Palais gestanden. Die letzten Eigentümer des Anwesens vor dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahre 1918 waren Erzherzog Friedrich von Österreich-Teschen und dessen Ehefrau Isabella von Croy-Dülmen.

Von 1939-1945 war das Palais unter Jozef Tiso erstmals Sitz des slowakischen Präsidenten. Nach 1945 wurde es Sitz des „Beauftragtenrats“, des Exekutivorgans der Slowakei innerhalb der Tschechoslowakei. 1950 wurde es zum „Haus der Pioniere und der Jugend Klement Gottwalds“ (Dom pionierov a mládeže Klementa Gottwalda), einer Art Freizeitzentrum für die Bratislavaer Jugend in sozialistisch organisierter Form. Durch die damit einhergehende Vernachlässigung des Gebäudes trug dieses Schäden davon, so dass eine Restaurierung zum Ende des kommunistischen Regimes 1989 dringend notwendig wurde.

Nach seiner Renovierung in den frühen 1990er Jahren wurde es am 30. September 1996 der Sitz des Präsidenten der Slowakischen Republik. Die zugehörige große Gartenanlage ist nun ein öffentlicher Park, zu dem auch eine Statue von Johann Nepomuk Hummel, Komponist aus Bratislava, gehört.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Palais Grassalkovich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.14944444444417.107777777778Koordinaten: 48° 8′ 58″ N, 17° 6′ 28″ O