Ilfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ilfeld
Ilfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ilfeld hervorgehoben
51.57722222222210.787222222222240–332Koordinaten: 51° 35′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Nordhausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hohnstein/Südharz
Höhe: 240–332 m ü. NN
Fläche: 62,33 km²
Einwohner: 3113 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99768
Vorwahl: 036331
Kfz-Kennzeichen: NDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 62 022
Adresse der Gemeindeverwaltung: Ilgerstraße 51
99768 Ilfeld
Webpräsenz:
Bürgermeister: Rene Schröter-Appenrodt (CDU)
Lage der Gemeinde Ilfeld im Landkreis Nordhausen
Karte

Ilfeld ist eine Gemeinde und staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Nordhausen (Thüringen) im Südharz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Ilfeld befindet sich nördlich von Nordhausen, an der südlichen Grenze zum Harz und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein/Südharz. Durch Ilfeld fließt der Bach Behre, der bei Niedersachswerfen in die Zorge mündet. Die Gemeinde wird im Osten vom Poppenberg überragt, der 601 m ü. NN hoch ist. Nach Ilfeld gibt es Richtung Norden in Thüringen nur noch einen weiteren Ort, Rothesütte, welcher zu Ellrich gehört.

Zur Gemeinde Ilfeld gehören die Ortsteile Wiegersdorf und Sophienhof.

[Bearbeiten] Lange Wand

die Lange Wand bei Ilfeld

Ein aus verschiedensten Gesichtspunkten überaus interessanter Ort ist die „Lange Wand“ am südlichen Ortseingang. Zum einen findet sich ein geologischer Aufschluss am Ufer der Bere, wo sich an einem Steilhang die geologische Entstehung des Harzes und Harzvorlandes nachvollziehen lässt. Zum anderen ist nahe der "Langen Wand" eine alte Kupfermine gelegen, die besichtigt werden kann und Besuchern die Geschichte des Bergbaus im Südharz näher bringt.

[Bearbeiten] Geschichte

Um 1100 wurde auf dem heutigen Burgberg in Ilfeld eine Burg von den Bielsteiner Grafen errichtet. Fortan nannten sie sich Ilburger. Graf Elger II. und seine Gemahlin Lutrude bauten dann 1189 am Ausgang des Beretals ein Kloster, in dem Prämonstratenser aus der Nähe von Herzberg am Harz siedelten. Das Kloster Ilfeld war in der Folge Hauptort einer der sieben Zirkarien (Provinzen) des Prämonstratenserordens in Deutschland. Während die Burg verfiel, bestand das Kloster noch bis 1546, dann ließ der letzte Abt, Thomas Stange, der zum Protestantismus übergetreten war, hier eine Klosterschule einrichten.

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Johann Wolfgang von Goethe übernachtete in Ilfeld im Jahre 1777 im Gasthaus Zur Krone. 1866 kam Ilfeld an Preußen. Nachdem die Harzquerbahn im Jahre 1898 Ilfeld erreichte, setzte langsam der Fremdenverkehr ein. Zwischen 1866 und 1932 war Ilfeld der Hauptort des preußischen Kreises Ilfeld. In der Zeit des Nationalsozialismus diente die Klosterschule als Erziehungsanstalt (Napola).

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 125 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion sowie Frauen und Männer aus verschiedenen von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit leisten: im Stiftsgut, in der Forstverwaltung, in der Südharzer Fassfabrik, in der Bahnmeisterei I, in der Papierfabrik Otto Günther, im Junkers-Nordwerk und in der Klosterschule. Noch im Januar 1945 wurde von Häftlingen ein Außenkommando Ilfeld von Dora-Mittelbau errichtet mit 260 Häftlingen. Auch im Steinbruch Franz Krieger mussten Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Im April wurde das Lager geräumt, und die Häftlinge wurden von SS-Angehörigen unter Verübung von Massakern auf Todesmärsche getrieben.[2]

Ab 1948 stand die Klosteranlage dem Nordhäuser Krankenhaus (bis zu seinem Neubau) zur Verfügung. Ein Jahr später wurde das ehemalige Klosterdorf Wiegersdorf eingemeindet.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31.12.):

  • 1995 - 2991
  • 2000 - 3144
  • 2005 - 3140
  • 2007 - 3113

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Bahnhof Ilfeld
Ilfeld um 1900

Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • CDU - 9 Sitze (53,7 %)
  • Die Linke - 4 Sitze (24,0 %)
  • SPD - 3 Sitze (22,3 %)

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl 2004 erhielt Rene Schröter-Appenrodt von der CDU 64,0 % der Stimmen, seine Gegenkandidatin Gisela Gärtner von der SPD 36,0 %.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Tourismus

Ilfeld trägt den Titel staatlich anerkanner Erholungsort. Es gibt im Ort mehrere Hotels, Pensionen und Ferienhäuser. Jährlich wird Ilfeld von etwa 10.000 Urlaubern mit etwa 30.000 Übernachtungen besucht.

[Bearbeiten] Verkehr

Ilfeld befindet sich an der Bundesstraße 4. Seit 2004 ist Ilfeld Endpunkt einer Straßenbahnlinie aus Nordhausen. Auf dieser Linie verkehren Hybrid-Fahrzeuge, die in Nordhausen elektrisch und mit Oberleitung fahren, auf der Strecke nach Ilfeld jedoch Dieselantrieb nutzen. Die Verbindung nach Nordhausen erfolgt werktags außer an Samstagen mindestens stündlich, an Wochenenden und Feiertagen mindestens alle zwei Stunden. Die Fahrzeit beträgt 30 Minuten (2005). Die von der Straßenbahn mitbenutzte Bahnstrecke gehört zum Netz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB). Die HSB verbinden Ilfeld mit der Harzquerbahn, der Selketalbahn und der Brockenbahn. Zum Brocken verkehrt täglich ein Dampfzug.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Wehrkirche in Wiegersdorf

Ilfeld besitzt zwei protestantische Kirchen (St. Jacobi und St. Georg Marien) und eine Klinik (Neanderklinik), die nach einem bedeutenden Rektor der Ilfelder Klosterschule, Michael Neander, benannt wurde.

[Bearbeiten] Schulen

Ilfeld besitzt eine Grundschule und ein Gymnasium, das den Schulteil "Michael Neander" des Nordhäuser Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums bildet.

[Bearbeiten] Gedenkstätten

Eine Stele im Kurpark und eine weitere im Ortsteil Netzkater hinter dem Abzweig B4/B81 erinnern seit 1984 an die Opfer eines Todesmarsches von Häftlingen des KZ Dora-Mittelbau, die im Frühjahr 1945 durch den Ort getrieben wurden.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Literatur

  • Manfred Bornemann: Ilfeld. Eine Chronik. Selbstverlag, Hamburg 1999, ISBN 3-929767-38-4
  • Ludwig Lüder: Ilfeld. Ein Blick in die Geschichte des Fleckens. Neukirchner, Nordhausen 2002, ISBN 3-929767-55-4
  • Ernst Wiedasch: Das Verzeichniss sämmtlicher Zöglinge des Pädagogiums zu Ilfeld seit seiner Gründung. Pädagogium (Schulprogramm), Ilfeld 1853 (Digitalisat)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Ilfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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