Landkreis Nordhausen
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Verwaltungssitz: | Nordhausen |
| Fläche: | 714 km² |
| Einwohner: |
86.734 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 121 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | NDH |
| Kreisschlüssel: | 16 0 62 |
| NUTS: | DEG07 |
| Kreisgliederung: | 27 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Grimmelallee 23 99734 Nordhausen |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Birgit Keller (Die Linke) |
| Lage des Landkreises Nordhausen in Thüringen | |
Der Landkreis Nordhausen ist der nördlichste Landkreis von Thüringen. Nachbarkreise sind im Norden und Osten die beiden sachsen-anhaltischen Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz, im Süden der Kyffhäuserkreis, im Westen der Landkreis Eichsfeld und im Nordwesten die niedersächsischen Landkreise Osterode am Harz und Goslar.
Der Patenlandkreis ist das Unterallgäu.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Lage[Bearbeiten]
Im Norden wird der Landkreis vom Harz begrenzt, im Süden von den Höhenzügen des Dün, der Hainleite und der Windleite. Die höchste Erhebung befindet sich mit 634 m ü. NN im Harz, an der Grenze zu Niedersachsen. Wichtige Flüsse sind die Helme, die Zorge und die Wipper. Es ist der einzige Thüringer Landkreis, der Anteil am Harz hat.
Naturschutz[Bearbeiten]
Die Südharzer Karstlandschaft in den Kreisen Nordhausen, Mansfeld-Südharz und Osterode am Harz ist einzigartig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen.
Geschichte[Bearbeiten]
Im Mittelalter gehörte die Region zur Grafschaft Hohnstein, Nordhausen selbst war ab 1220 Freie Reichsstadt. Durch den Westfälischen Frieden fiel das Kreisgebiet zum Großteil an Preußen. Im Jahre 1802 verlor Nordhausen seinen Reichsstadtstatus. 1816 entstand ein Kreis Nordhausen innerhalb der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen. 1888 wurde der Kreis in Kreis Grafschaft Hohenstein umbenannt. Nordhausen war von 1882 bis 1945 kreisfreie Stadt. Zwischen 1943 und 1945 existierte bei Nordhausen in unterirdischen Tunnelanlagen das Konzentrationslager Dora-Mittelbau. 1945 wurde das Kreisgebiet von der US-Armee befreit, später der Sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen und gehörte ab 1949 der DDR an. 1945 wurde der Kreis in Landkreis Nordhausen umbenannt. Aus dem Landkreis Nordhausen ging bei der Auflösung der Länder 1952 der Kreis Nordhausen hervor, der Teil des Bezirks Erfurt wurde. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 gehörte er wie schon von 1945 bis 1952 als Landkreis Nordhausen dem Land Thüringen an.
Entwicklung der Einwohnerzahl :
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Politik[Bearbeiten]
Landräte[Bearbeiten]
- 1834–1852: Karl von Byla
- 1917–1920: Rudolf von Pommer-Esche
- 1990–2012: Joachim Claus (* 31. Oktober 1961)
Bei der Landratswahl am 22. April 2012 konnte kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen. Der Nachfolger von Joachim Claus wurde somit in einer Stichwahl am 6. Mai 2012 zwischen Egon Primas (CDU; 35,2 % der Stimmen im ersten Wahlgang) und Birgit Keller (Die Linke; 30,9 %) entschieden.[3] Gewählt wurde als neue Landrätin Birgit Keller mit 14.866 Stimmen (55,5 %).[4]
Kreistag[Bearbeiten]
Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| CDU |
13 (–4)
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| SPD |
13 (+3)
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| LINKE |
11 (–3)
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| FDP |
4 (+1)
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| GRÜNE |
3 (+1)
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| NPD |
2 (+2)
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Wappen[Bearbeiten]
Das geschachte Feld steht für die ehemalige Grafschaft Hohnstein, der Baumstumpf für das 1945 schwer zerstörte Nordhausen. Der neu sprießende Zweig steht für eine neue Zukunft unter einem goldenen Himmel, symbolisiert durch das obere Feld.
Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Nordhausen.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Wirtschaft[Bearbeiten]
Im Norden des Landkreises stellt der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Insbesondere die Orte Rothesütte, Sophienhof, Neustadt/Harz und Ilfeld spielen dabei eine wichtige Rolle, liegen sie doch nur wenige Kilometer vom Brocken, dem höchsten Berg des Harzes, entfernt.
Bis 1990 spielte der Kalibergbau u. a. in Bleicherode und Sollstedt eine große Rolle. Im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Wiedervereinigung wurden alle Bergbaubetriebe geschlossen, wodurch der größte Arbeitgeber der Region verloren ging.
Verkehr[Bearbeiten]
Der Landkreis wird von Osten nach Westen von der A 38 (Südharztangente) durchzogen. Parallel zu dieser Autobahn verläuft die Bundesstraße 80 (Hinabstufung zur Landesstraße L3080). Von Norden nach Süden durchquert die Bundesstraße 4 den Landkreis (im Norden teilweise für LKW gesperrt). Nördlich von Nordhausen zweigt bei Netzkater die wichtige B 81 nach Magdeburg ab. In Richtung Nordwesten führt die B 243 in den Landkreis Osterode.
Wichtigste Eisenbahnstrecke ist die Halle-Kasseler Eisenbahn. Sie ist zweigleisig und seit 1994 elektrifiziert. Weitere wichtige Strecken sind die Linien von Nordhausen nach Seesen und Northeim („Südharzstrecke“) und von Wolkramshausen nach Erfurt. Nordhausen ist der südliche Endpunkt der Harzer Schmalspurbahnen.
Bildung[Bearbeiten]
Die höchste Bildungseinrichtung im Landkreis ist die Fachhochschule Nordhausen, gegründet 1997.
Städte und Gemeinden[Bearbeiten]
Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Nordhausen
(Einwohner am 31. Dezember 2011[6])
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Städte
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Gemeinden
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Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft in Thüringen.
Gebietsveränderungen[Bearbeiten]
Gemeinden[Bearbeiten]
- Auflösung der Gemeinde Rüdigsdorf – Eingliederung nach Nordhausen (23. März 1993)
- Auflösung der Gemeinde Elende – Eingliederung nach Bleicherode (22. Januar 1994)
- Auflösung der Gemeinden Appenrode, Gudersleben, Rothesütte und Woffleben – Eingliederung nach Ellrich (9. April 1994)
- Auflösung der Gemeinden Bielen, Leimbach, Herreden, Hörningen, Steinbrücken und Sundhausen – Eingliederung nach Nordhausen (1. Juli 1994)
- Auflösung der Gemeinde Wülfingerode – Eingliederung nach Sollstedt (1. Mai 1996)
- Auflösung der Gemeinde Hesserode – Eingliederung nach Nordhausen (1. Januar 1997)
- Auflösung der Gemeinde Steigerthal – Eingliederung nach Nordhausen (1. April 1999)
- Auflösung der Gemeinden Petersdorf, Rodishain und Stempeda – Eingliederung nach Nordhausen (1. Dezember 2007)
- Auflösung der Gemeinde Obergebra – Eingliederung nach Bleicherode (1. Dezember 2007)
- Auflösung der Gemeinde Rehungen – Eingliederung nach Sollstedt (1. Januar 2009)
- Auflösung der Stadt Heringen/Helme und der Gemeinden Auleben, Hamma, Uthleben und Windehausen- Neugründung der Stadt Heringen/Helme (1. Dezember 2010)
- Auflösung der Gemeinden Ilfeld und Niedersachswerfen- Neugründung der Landgemeinde Harztor (1. Januar 2012)
Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]
- Gründung der VG Helmetal (6. Juni 1991)
- Gründung der VG Hainleite (1. August 1991)[7]
- Gründung der VG Goldene Aue (18. März 1992)
- Gründung der VG Eichsfelder Pforte (9. April 1993)[8]
- Erweiterung der VG Hainleite um die Gemeinden Großlohra, Kleinfurra und Wipperdorf (6. November 1993)[9]
- Gründung der VG Hohnstein/Südharz (6. April 1994)[10]
- Erweiterung der VG Helmetal um die Gemeinden Mauderode und Pützlingen (18. Juni 1994)[11]
- Erweiterung der VG Goldene Aue um die Gemeinde Urbach (21. Dezember 1995)[12]
- Auflösung der VG Eichsfelder Pforte (3. Juni 1996)
- Auflösung der VG Grenzland – Bildung der Einheitsgemeinde Hohenstein aus den Mitgliedsgemeinden (17. Oktober 1996)
- Auflösung der VG Helmetal – Bildung der Einheitsgemeinde Werther aus den Mitgliedsgemeinden (31. Dezember 1996)
- Auflösung der VG Goldene Aue (1. Dezember 2010)
Literatur[Bearbeiten]
- Paul Lauerwald: Von der preußischen Grafschaft Hohnstein zum Landkreis Nordhausen. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 3–8, DNB 015218104, OCLC 29716216.
- Frank Boblenz: Die Bildung des Hohnsteiner Kreises. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 9–18, DNB 015218104, OCLC 29716216.
- Albrecht Pfeiffer: Die Geschichte der Landwirtschaft im Landkreis Nordhausen. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 19–37, DNB 015218104, OCLC 29716216.
Weblinks[Bearbeiten]
Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Partnerschaften des Unterallgäus. Abgerufen am 7. November 2008.
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp
- ↑ Die Stichwahl sorgt doch für Überraschungen, insuedthueringen.de vom 7. Mai 2012
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=062
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
- ↑ Infos zur VG auf der Internetseite der VG Hainleite Abgerufen am 7. Mai 2013.
- ↑ Thüringer Verordnung über die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft „Eichsfelder Pforte“ vom 9. März 1993 Abgerufen am 7. Mai 2013.
- ↑ Thüringer Verordnung über die Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft „Hainleite“ vom 24. August 1993 Abgerufen am 7. Mai 2013.
- ↑ Thüringer Verordnung über die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft „Hohnstein/Südharz“ vom 8. März 1994 Abgerufen am 7. Mai 2013.
- ↑ Thüringer Verordnung über die Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft „Helmetal“ vom 13. Mai 1994 Abgerufen am 7. Mai 2013.
- ↑ Thüringer Verordnung über die Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft „Goldene Aue“ vom 24. November 1995 Abgerufen am 7. Mai 2013.
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