Landkreis Nordhausen
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Verwaltungssitz: | Nordhausen |
| Fläche: | 714 km² |
| Einwohner: |
89.963 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 126 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | NDH |
| Kreisschlüssel: | 16 0 62 |
| NUTS: | DEG07 |
| Kreisgliederung: | 27 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Grimmelallee 23 99734 Nordhausen |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Joachim Claus (CDU) |
| Lage des Landkreises Nordhausen in Thüringen | |
Der Landkreis Nordhausen ist der nördlichste Landkreis von Thüringen. Nachbarkreise sind im Norden und Osten die beiden sachsen-anhaltischen Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz, im Süden der Kyffhäuserkreis, im Westen der Landkreis Eichsfeld und im Nordwesten die niedersächsischen Landkreise Osterode am Harz und Goslar.
Der Patenlandkreis ist das Unterallgäu[2]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Lage
Im Norden wird der Landkreis vom Harz begrenzt, im Süden von den Höhenzügen der Dün, Hainleite und Windleite. Die höchste Erhebung befindet sich mit 634 m ü. NN im Harz, an der Grenze zu Niedersachsen. Wichtige Flüsse sind die Helme die Zorge und die Wipper.
[Bearbeiten] Naturschutz
Die Südharzer Karstlandschaft in den Kreisen Nordhausen, Mansfeld-Südharz und Osterode am Harz ist einzigartig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Mittelalter gehörte die Region zur Grafschaft Hohnstein, Nordhausen selbst war ab 1220 Freie Reichsstadt. Durch den Westfälischen Frieden fiel das Kreisgebiet zum Großteil an Preußen. Im Jahre 1802 verlor Nordhausen seinen Reichsstadtstatus. 1816 entstand ein Kreis Nordhausen innerhalb der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen. 1888 wurde der Kreis in Kreis Grafschaft Hohenstein umbenannt. Nordhausen war von 1882 bis 1945 kreisfreie Stadt. Zwischen 1943 und 1945 existierte bei Nordhausen in unterirdischen Tunnelanlagen das Konzentrationslager Dora-Mittelbau. 1945 wurde das Kreisgebiet von der US-Armee befreit, später der Sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen und gehörte ab 1949 der DDR an. 1945 wurde der Kreis in Landkreis Nordhausen umbenannt. Aus dem Landkreis Nordhausen ging bei der Auflösung der Länder 1952 der Kreis Nordhausen hervor, der Teil des Bezirks Erfurt wurde. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 gehörte er wie schon von 1945 bis 1952 als Landkreis Nordhausen dem Land Thüringen an.
Entwicklung der Einwohnerzahl :
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik - Werte vom 31. Dezember
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Landräte
- 1834-1852: Karl von Byla
- 1917-1920: Rudolf von Pommer-Esche
- 1990-2012: Joachim Claus (* 1961)
[Bearbeiten] Kreistag
Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| CDU |
13
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| SPD |
13
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| Die Linke |
11
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| FDP |
4
|
| Grüne |
3
|
| NPD |
2
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[Bearbeiten] Wappen
Das geschachte Feld steht für die ehemalige Grafschaft Hohnstein, der Baumstumpf für das 1945 schwer zerstörte Nordhausen. Der neu sprießende Zweig steht für eine neue Zukunft unter einem goldenen Himmel, symbolisiert durch das obere Feld.
Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Nordhausen.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
Im Norden des Landkreises stellt der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Insbesondere die Orte Rothesütte, Sophienhof, Neustadt/Harz und Ilfeld spielen dabei eine wichtige Rolle, liegen sie doch nur wenige Kilometer vom Brocken, dem höchsten Berg des Harzes, entfernt.
Bis 1990 spielte der Kalibergbau u. a. in Bleicherode und Sollstedt eine große Rolle. Im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Wiedervereinigung wurden alle Bergbaubetriebe geschlossen, wodurch der größte Arbeitgeber der Region verloren ging.
[Bearbeiten] Verkehr
Der Landkreis wird von Osten nach Westen von der A 38 (Südharztangente) durchzogen. Parallel zu dieser Autobahn verläuft die Bundesstraße 80 (Hinabstufung zur Landesstraße L3080). Von Norden nach Süden durchquert die Bundesstraße 4 den Landkreis (im Norden teilweise für LKW gesperrt). Nördlich von Nordhausen zweigt bei Netzkater die wichtige B 81 nach Magdeburg ab.
Wichtigste Eisenbahnstrecke ist die Halle-Kasseler Eisenbahn. Sie ist zweigleisig und seit 1994 elektrifiziert. Weitere wichtige Strecken sind die Linien von Nordhausen nach Seesen und Northeim („Südharzstrecke“) und von Wolkramshausen nach Erfurt. Nordhausen ist der südliche Endpunkt der Harzer Schmalspurbahnen.
[Bearbeiten] Städte und Gemeinden
Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Nordhausen
(Einwohner am 31. Dezember 2010[3])
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Städte
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Gemeinden
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1. Verwaltungsgemeinschaft Hainleite (5896)
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2. Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein/Südharz (8135)
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Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaften in Thüringen.
[Bearbeiten] Gebietsveränderungen
[Bearbeiten] Gemeinden
- Auflösung der Gemeinde Rüdigsdorf - Eingliederung nach Nordhausen (23. März 1993)
- Auflösung der Gemeinde Elende - Eingliederung nach Bleicherode (22. Januar 1994)
- Auflösung der Gemeinden Appenrode, Gudersleben, Rothesütte und Woffleben - Eingliederung nach Ellrich (9. April 1994)
- Auflösung der Gemeinden Bielen, Leimbach, Herreden, Hörningen, Steinbrücken und Sundhausen - Eingliederung nach Nordhausen (1. Juli 1994)
- Auflösung der Gemeinde Wülfingerode - Eingliederung nach Sollstedt (1. Mai 1996)
- Auflösung der Gemeinde Hesserode - Eingliederung nach Nordhausen (1. Januar 1997)
- Auflösung der Gemeinde Steigerthal - Eingliederung nach Nordhausen (1. April 1999)
- Auflösung der Gemeinden Petersdorf, Rodishain und Stempeda - Eingliederung nach Nordhausen (1. Dezember 2007)
- Auflösung der Gemeinde Obergebra - Eingliederung nach Bleicherode (1. Dezember 2007)
- Auflösung der Gemeinde Rehungen - Eingliederung nach Sollstedt (1. Januar 2009)
- Auflösung der Stadt Heringen/Helme und der Gemeinden Auleben, Hamma, Uthleben und Windehausen- Neugründung der Stadt Heringen/Helme (1. Dezember 2010)
- Auflösung der Gemeinden Ilfeld und Niedersachswerfen- Neugründung der Landgemeinde Harztor (1. Januar 2012)
[Bearbeiten] Verwaltungsgemeinschaften
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Eichsfelder Pforte (3. Juni 1996)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Grenzland - Bildung der Einheitsgemeinde Hohenstein aus den Mitgliedsgemeinden (17. Oktober 1996)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Helmetal - Bildung der Einheitsgemeinde Werther aus den Mitgliedsgemeinden (31. Dezember 1996)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Goldene Aue (1. Dezember 2010)
[Bearbeiten] Literatur
- Paul Lauerwald: Von der preußischen Grafschaft Hohnstein zum Landkreis Nordhausen. In: Meyenburg Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 3-8.
- Frank Boblenz: Die Bildung des Hohnsteiner Kreises. In: Meyenburg Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 9-18.
- Albrecht Pfeiffer: Die Geschichte der Landwirtschaft im Landkreis Nordhausen. In: Meyenburg Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 19-37.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Fußnoten und Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ Partnerschaften des Unterallgäus. Abgerufen am 7. November 2008.
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften
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