Landkreis Nordhausen

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Dieser Artikel behandelt den heutigen Landkreis Nordhausen in Thüringen. Für den Kreis Nordhausen im Bezirk Erfurt (1952–1990) siehe Kreis Nordhausen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Nordhausen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Nordhausen hervorgehoben51.510.73Koordinaten: 51° 30′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Nordhausen
Fläche: 714 km²
Einwohner: 85.921 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NDH
Kreisschlüssel: 16 0 62
Kreisgliederung: 27 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Grimmelallee 23
99734 Nordhausen
Webpräsenz: www.landratsamt-
nordhausen.de
Landrat: Birgit Keller (Die Linke)
Lage des Landkreises Nordhausen in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Nordhausen ist der nördlichste Landkreis von Thüringen. Nachbarkreise sind im Norden und Osten die beiden sachsen-anhaltischen Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz, im Süden der Kyffhäuserkreis, im Westen der Landkreis Eichsfeld und im Nordwesten die niedersächsischen Landkreise Osterode am Harz und Goslar.

Der Patenlandkreis ist das Unterallgäu.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Im Norden wird der Landkreis vom Harz begrenzt, im Süden von den Höhenzügen des Dün, der Hainleite und der Windleite. Die höchste Erhebung befindet sich mit 634 m ü. NN im Harz, an der Grenze zu Niedersachsen. Es ist der einzige Thüringer Landkreis, der Anteil am Harz hat.

Gewässer[Bearbeiten]

Wichtige Flüsse sind die Helme, die Zorge und die Wipper. Außerdem befinden sich noch einige mit Wasser gefüllte Karsterscheinugen im Landkreis Nordhausen wie das Große Seeloch bei Kleinwechsungen.

Naturschutz[Bearbeiten]

Die Südharzer Karstlandschaft in den Kreisen Nordhausen, Mansfeld-Südharz und Osterode am Harz ist einzigartig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte die Region zur Grafschaft Hohnstein, Nordhausen selbst war ab 1220 Freie Reichsstadt. Durch den Westfälischen Frieden fiel das Kreisgebiet zum Großteil an Preußen. Im Jahre 1802 verlor Nordhausen seinen Reichsstadtstatus. 1816 entstand ein Kreis Nordhausen innerhalb der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen. 1888 wurde der Kreis in Kreis Grafschaft Hohenstein umbenannt. Nordhausen war von 1882 bis 1945 kreisfreie Stadt. Zwischen 1943 und 1945 existierte bei Nordhausen in unterirdischen Tunnelanlagen das Konzentrationslager Dora-Mittelbau. 1945 wurde das Kreisgebiet von der US-Armee befreit, später der Sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen und gehörte ab 1949 der DDR an. 1945 wurde der Kreis in Landkreis Nordhausen umbenannt. Aus dem Landkreis Nordhausen ging bei der Auflösung der Länder 1952 der Kreis Nordhausen hervor, der Teil des Bezirks Erfurt wurde. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 gehörte er wie schon von 1945 bis 1952 als Landkreis Nordhausen dem Land Thüringen an.

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 102 405
  • 1995: 101 870
  • 1996: 101 309
  • 1997: 100 743
  • 1998: 100 112
  • 1999: 99 355
  • 2000: 98 609
  • 2001: 97 685
  • 2002: 96 628
  • 2003: 95 620
  • 2004: 94 519
  • 2005: 93 612
  • 2006: 92 630
  • 2007: 91 762
  • 2008: 91 120
  • 2009: 90 357
  • 2010: 89 963
  • 2011: 89 192
  • 2012: 85 921
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

Bei der Landratswahl am 22. April 2012 konnte kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen. Der Nachfolger von Joachim Claus wurde somit in einer Stichwahl am 6. Mai 2012 zwischen Egon Primas (CDU; 35,2 % der Stimmen im ersten Wahlgang) und Birgit Keller (Die Linke; 30,9 %) entschieden.[3] Gewählt wurde als neue Landrätin Birgit Keller mit 14.866 Stimmen (55,5 %).[4]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[5]
Wahlbeteiligung: 52,2 % (2004: 48,2 %)
 %
30
20
10
0
28,5 %
27,8 %
24,9 %
9,5 %
6,1 %
3,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,4 %p
+5,1 %p
-4,4 %p
+3,4 %p
+1,1 %p
+3,2 %p

Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU
13 (–4)
SPD
13 (+3)
LINKE
11 (–3)
FDP
4 (+1)
GRÜNE
3 (+1)
NPD
2 (+2)

Wappen[Bearbeiten]

Das geschachte Feld steht für die ehemalige Grafschaft Hohnstein, der Baumstumpf für das 1945 schwer zerstörte Nordhausen. Der neu sprießende Zweig steht für eine neue Zukunft unter einem goldenen Himmel, symbolisiert durch das obere Feld.

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Nordhausen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Norden des Landkreises stellt der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Insbesondere die Orte Rothesütte, Sophienhof, Neustadt/Harz und Ilfeld spielen dabei eine wichtige Rolle, liegen sie doch nur wenige Kilometer vom Brocken, dem höchsten Berg des Harzes, entfernt.

Bis 1990 spielte der Kalibergbau u. a. in Bleicherode und Sollstedt eine große Rolle. Im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Wiedervereinigung wurden alle Bergbaubetriebe geschlossen, wodurch der größte Arbeitgeber der Region verloren ging.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Landkreis wird von Osten nach Westen von der A 38 (Südharztangente) durchzogen. Parallel zu dieser Autobahn verläuft die Bundesstraße 80 (Hinabstufung zur Landesstraße L3080). Von Norden nach Süden durchquert die Bundesstraße 4 den Landkreis (im Norden teilweise für LKW gesperrt). Nördlich von Nordhausen zweigt bei Netzkater die wichtige B 81 nach Magdeburg ab. In Richtung Nordwesten führt die B 243 in den Landkreis Osterode.

Wichtigste Eisenbahnstrecke ist die Halle-Kasseler Eisenbahn. Sie ist zweigleisig und seit 1994 elektrifiziert. Weitere wichtige Strecken sind die Linien von Nordhausen nach Seesen und Northeim („Südharzstrecke“) und von Wolkramshausen nach Erfurt. Nordhausen ist der südliche Endpunkt der Harzer Schmalspurbahnen.

Bildung[Bearbeiten]

Die höchste Bildungseinrichtung im Landkreis ist die Fachhochschule Nordhausen, gegründet 1997.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Nordhausen

(Einwohner am 31. Dezember 2012[6])

Städte
¹ erfüllende Gemeinde für 7 weitere Gemeinden
² erfüllende Gemeinde für 2 weitere Gemeinden

  1. Bleicherode ¹ (6437)
  2. Ellrich (5512)
  3. Heringen/Helme, Landgemeinde ² (5033)
  4. Nordhausen, Große kreisangehörige Stadt (41.926)

Gemeinden
³ erfüllende Gemeinde ist die Stadt Bleicherode
erfüllende Gemeinde ist die Landgemeinde Heringen/Helme

  1. Etzelsrode ³ (93)
  2. Friedrichsthal ³ (228)
  3. Görsbach ⁴ (1045)
  4. Hohenstein (2331)
  5. Kehmstedt ³ (478)
  6. Kleinbodungen ³ (376)
  7. Kraja ³ (282)
  8. Lipprechterode ³ (529)
  9. Niedergebra ³ (693)
  10. Sollstedt (3066)
  11. Urbach ⁴ (907)
  12. Werther (3333)
Thüringen Bleicherode Buchholz Ellrich Etzelsrode Friedrichsthal Görsbach Großlohra Hainrode (Hainleite) Harztor Harzungen Heringen/Helme Herrmannsacker Hohenstein Kehmstedt Kleinbodungen Kleinfurra Kraja Lipprechterode Neustadt/Harz Niedergebra Nohra Nordhausen Sollstedt Urbach Werther Wipperdorf WolkramshausenMunicipalities in NDH.png
Über dieses Bild

Verwaltungsgemeinschaften
* Verwaltungssitz

  1. Großlohra (931)
  2. Hainrode (359)
  3. Kleinfurra (1127)
  4. Nohra (877)
  5. Wipperdorf (1378)
  6. Wolkramshausen * (978)
  1. Buchholz (228)
  2. Harztor, Landgemeinde * (6081)
  3. Harzungen (212)
  4. Herrmannsacker (373)
  5. Neustadt/Harz (1108)

Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft in Thüringen.

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

  • Gründung der VG Helmetal (6. Juni 1991)
  • Gründung der VG Hainleite (1. August 1991)[7]
  • Gründung der VG Goldene Aue (18. März 1992)
  • Gründung der VG Eichsfelder Pforte (9. April 1993)[8]
  • Erweiterung der VG Hainleite um die Gemeinden Großlohra, Kleinfurra und Wipperdorf (6. November 1993)[9]
  • Gründung der VG Hohnstein/Südharz (6. April 1994)[10]
  • Erweiterung der VG Helmetal um die Gemeinden Mauderode und Pützlingen (18. Juni 1994)[11]
  • Erweiterung der VG Goldene Aue um die Gemeinde Urbach (21. Dezember 1995)[12]
  • Auflösung der VG Eichsfelder Pforte (3. Juni 1996)
  • Auflösung der VG Grenzland – Bildung der Einheitsgemeinde Hohenstein aus den Mitgliedsgemeinden (17. Oktober 1996)
  • Auflösung der VG Helmetal – Bildung der Einheitsgemeinde Werther aus den Mitgliedsgemeinden (31. Dezember 1996)
  • Auflösung der VG Goldene Aue (1. Dezember 2010)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Paul Lauerwald: Von der preußischen Grafschaft Hohnstein zum Landkreis Nordhausen. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 3–8, DNB 015218104, OCLC 29716216.
  •  Frank Boblenz: Die Bildung des Hohnsteiner Kreises. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 9–18, DNB 015218104, OCLC 29716216.
  •  Albrecht Pfeiffer: Die Geschichte der Landwirtschaft im Landkreis Nordhausen. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 24, Nordhausen 1999, S. 19–37, DNB 015218104, OCLC 29716216.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Nordhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur von und über Landkreis Nordhausen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPartnerschaften des Unterallgäus. Abgerufen am 7. November 2008.
  3. http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp
  4. Die Stichwahl sorgt doch für Überraschungen, insuedthueringen.de vom 7. Mai 2012
  5. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=062
  6. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen
  7. Infos zur VG auf der Internetseite der VG Hainleite Abgerufen am 7. Mai 2013.
  8. Thüringer Verordnung über die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft „Eichsfelder Pforte“ vom 9. März 1993 Abgerufen am 7. Mai 2013.
  9. Thüringer Verordnung über die Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft „Hainleite“ vom 24. August 1993 Abgerufen am 7. Mai 2013.
  10. Thüringer Verordnung über die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft „Hohnstein/Südharz“ vom 8. März 1994 Abgerufen am 7. Mai 2013.
  11. Thüringer Verordnung über die Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft „Helmetal“ vom 13. Mai 1994 Abgerufen am 7. Mai 2013.
  12. Thüringer Verordnung über die Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft „Goldene Aue“ vom 24. November 1995 Abgerufen am 7. Mai 2013.