Harzquerbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nordhausen–Wernigerode
Dampfzug unterwegs auf der Harzquerbahn (2007)
Dampfzug unterwegs auf der Harzquerbahn (2007)
Kursbuchstrecke (DB): 326 Nordhausen–Drei Annen Hohne
325 Drei Annen Hohne–Wernigerode
Streckennummer (DB): 9700
Streckenlänge: 60,5 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 33 
Minimaler Radius: 60 m
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Betriebsstellen und Strecken[1][2]
BSicon uSTRlg.svgBSicon .svg
Straßenbahn zur Innenstadt
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
Nordhausen Bahnhofsvorplatz
BSicon uABZrf.svgBSicon .svg
Straßenbahn von Innenstadt
BSicon uSTR.svgBSicon KBHFa.svg
0,0 Nordhausen Nord Übergang zur DB AG 184 m
BSicon uWECHSEL.svgBSicon STR.svg
Systemwechsel BOStrab / ESBO
BSicon BS2l.svgBSicon BS2r.svg
0,2 vom Straßenbahnnetz (Linie 10, seit 2004)
Bahnhof ohne Personenverkehr
1,1 Nordhausen Übergabebahnhof
Haltepunkt, Haltestelle
1,5 Nordhausen Hesseröder Straße
Haltepunkt, Haltestelle
2,2 Nordhausen Altentor 189 m
Haltepunkt, Haltestelle
3,0 Nordhausen Ricarda-Huch-Straße
Haltepunkt, Haltestelle
3,8 Nordhausen Schurzfell
Bahnhof, Station
4,5 Nordhausen Krimderode 198 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Zorge
Bahnübergang
B 4
Haltepunkt, Haltestelle
6,0 Niedersachswerfen Herkulesmarkt
   
von Harzungen Lager
Bahnhof, Station
7,0 Niedersachswerfen Ost 213 m
Haltepunkt, Haltestelle
8,0 Niedersachswerfen Ilfelder Straße
Haltepunkt, Haltestelle
9,9 Ilfeld Schreiberwiese
Bahnhof, Station
10,7 Ilfeld früher Ilfeld-Wiegersdorf 254 m
Haltepunkt, Haltestelle
11,5 Ilfeld Neanderklinik (Endpunkt Linie 10) 267 m
Bahnübergang
B 4
   
11,7 Anschluss Papierfabrik
Haltepunkt, Haltestelle
12,6 Ilfeld Bad 287 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Bere, Ilfelder Viadukt
Bahnübergang
B 4
Haltepunkt, Haltestelle
14,0 Netzkater 309 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Brandesbach
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Kleiner Merkelsbach
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Großer Merkelsbach
Bahnhof, Station
17,3 Eisfelder Talmühle 352 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Stiege
Bahnübergang
B 81
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Bere
Haltepunkt, Haltestelle
19,5 Tiefenbachmühle 411 m
Haltepunkt, Haltestelle
21,5 Sophienhof 445 m
   
Landesgrenze Thüringen / Sachsen-Anhalt
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
25,1 Zlst Kälberbruch (ehem. Holzverladung)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Dammbach
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Rappbode
Bahnhof, Station
29,8 Benneckenstein 530 m
Haltepunkt, Haltestelle
33,4 Sorge (seit 1974) 490 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
33,9 Warme Bode
Bahnübergang
B 242
   
34,2 Sorge (unterer Bf / NWE) bis 1974 490 m
   
nach Braunlage
   
Südharz-Eisenbahn
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
37,4 Zlst Allerbach (ehem. Holzverladung)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Kleiner Allerbach
   
38,2 Scheitelpunkt 556 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Ochsenbach
Brücke (groß)
40,5 B 27
Brücke über Wasserlauf (groß)
41,1 Kalte Bode
Bahnhof, Station
41,6 Elend 509 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Wormke
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Dammastbach
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Steinbach
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Schierke
Bahnhof, Station
46,4 Drei Annen Hohne ehem. zur Rübelandbahn
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Zillierbach
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Drängetalwasser
Bahnhof ohne Personenverkehr
50,4 Drängetal
Tunnel
51,6 Thumkuhlenkopftunnel (58 m)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Braunes Wasser
   
52,7 Schotterwerk Thumkuhlental
Bahnhof, Station
54,6 Steinerne Renne 311 m
   
54,9 Anschluss Marmorwerke
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Holtemme
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Holtemme
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Holtemme
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Holtemme
Bahnhof, Station
56,2 Wernigerode-Hasserode 280 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Braunes Wasser
   
55,7 Anschluss Steinrampe
   
57,1 Hasserode II – Frankenfeldstraße (bis 1922)
   
57,5 Anschluss Papierfabrik
Haltepunkt, Haltestelle
58,0 WR-Hochschule Harz (WR-Kirchstraße) 256 m
   
58,5 Anschluss Papierfabrik Marschhausen
   
59,0 Westerntor (bis 1936)
Bahnübergang
59,3 Westerntorkreuzung B 244
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Zillierbach
Bahnhof, Station
59,5 Wernigerode-Westerntor 238 m
BSicon BS2+l.svgBSicon BS2c4.svg
BSicon ABZrg.svgBSicon KDSTr.svg
Wernigerode Übergabebahnhof
BSicon KBHFe.svgBSicon .svg
60,5 Wernigerode Übergang zur DB AG 234 m

Die Harzquerbahn verbindet als Schmalspurbahn in Meterspur die Städte Nordhausen in Thüringen und Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Die eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke durchquert den Harz in Nord-Süd-Richtung. Betreiber sind die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB).

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Bahnhof Nordhausen Nord, Anfangspunkt der Strecke

Die Harzquerbahn beginnt im schmalspurigen Kopfbahnhof Nordhausen Nord der HSB. Er liegt nordwestlich und parallel zum normalspurigen Bahnhof Nordhausen der Deutschen Bahn. Nachdem das Verbindungsgleis mit dem Netz der Straßenbahn Nordhausen von rechts in die Trasse eingefädelt ist, biegt die Strecke nach Norden ab, verläuft rund 7 Kilometer durch Nordhausen und weiter durch Niedersachswerfen bis zum Bahnhof Niedersachswerfen Ost nahezu parallel zur normalspurigen Südharzstrecke nach Northeim. Hinter dem Ort Ilfeld (km 10,7) beginnt der Harz. Nach dem Haltepunkt Netzkater (km 14,0) folgt der heute nicht mehr besetzte Bahnhof Eisfelder Talmühle (km 17,3, ein ehemaliger Gemeinschaftsbahnhof der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn und der Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn). Hinter dem Bahnhof Eisfelder Talmühle fädelt die Selketalbahn Richtung Stiege in einem Rechtsbogen aus. Im Bahnhof Eisfelder Talmühle ist im Sommer regelmäßig die einzige Doppelausfahrt von zwei Dampfloks im Harz zu erleben (in Richtung Stiege und Brocken).

Bis zum Haltepunkt Tiefenbachmühle (km 19,5) folgt die Harzquerbahn noch der Bundesstraße 81, anschließend biegt sie in westliche Richtung ab, um den Bedarfshaltepunkt Sophienhof (km 21,0) – den letzten Halt in Thüringen – zu erreichen. Durch Fichtenwald führt die Strecke über die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Am Bahnhof Benneckenstein (km 29,8) erreicht die Bahn mit 530 m ü. NN ihren bisher höchsten Punkt. Danach geht es abwärts zum Tal der Warmen Bode, wo sich der Haltepunkt Sorge (km 33,4; 449 m ü. NN) befindet. Anschließend erklimmt die Strecke mit 557 m ihren Scheitelpunkt. Nach dem Bahnhof Elend (km 41,6) erreicht die Strecke die Einmündung der Brockenbahn in den Bahnhof Drei Annen Hohne (km 46,4).

Hinter Drei Annen Hohne geht es steil bergab und die Bahn erreicht den 58 Meter langen Tunnel unter dem Thumkuhlenkopf. Er ist der einzige Tunnel im Netz der Harzer Schmalspurbahnen. Hinter dem Tunnelausgang wird in der Ferne bald das Wernigeröder Schloss erkennbar.

Bahnhof Wernigerode der HSB, Endpunkt der Strecke

In der Nähe des Bahnhofs Steinerne Renne (km 54,5) durchläuft die Strecke einen der mit 60 m Radius engsten Gleisbögen der HSB, bis sie den Bahnhof Wernigerode-Hasserode (km 56,3) erreicht. Nächste Stationen sind der Haltepunkt Hochschule Harz (früher: Wernigerode-Kirchstraße) und der Bahnhof Westerntor (dort liegt das Bahnbetriebswerk Wernigerode-Westerntor) in Wernigerode.

Endpunkt ist schließlich der Bahnhof Wernigerode (km 60,5), dessen Empfangsgebäude im rechten Winkel zum Bahnhof Wernigerode an der DB-Strecke Vienenburg–Halberstadt liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Zug mit Malletlok auf der Harzquerbahn (um 1900)

Als erster Abschnitt der Harzquerbahn ging am 12. Juli 1897 die Strecke Nordhausen–Ilfeld in Betrieb, am 7. Februar 1898 folgte die Fortsetzung bis Netzkater und am 15. September desselben Jahres bis Benneckenstein. Von Norden her wurde am 20. Juni 1898 das Teilstück von Wernigerode nach Drei Annen Hohne fertiggestellt. Das fehlende Stück zwischen Drei Annen Hohne und Benneckenstein konnte schließlich am 27. März 1899 zusammen mit der Strecke zum Brocken dem Betrieb übergeben werden. Betreibergesellschaft war ursprünglich die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE). Nach der Verstaatlichung führte ab dem 1. April 1949 die Deutsche Reichsbahn den Betrieb bis 1993 durch.

Ab 1899 kreuzte die Harzquerbahn in Sorge die ebenfalls meterspurige Strecke Walkenried–Brunnenbachsmühle–Sorge–Tanne der Südharz-Eisenbahn (SHE). Ein Verbindungsgleis, zunächst nur für den Personenverkehr, wurde erst 1913 angelegt. 1945 wurde der Betrieb zwischen Sorge und Brunnenbachsmühle eingestellt, da dieser Abschnitt die innerdeutsche Grenze querte. Der Abschnitt von Sorge nach Tanne wurde bis 1958 noch weiter betrieben. Auf der Grenzbrücke lagen die Gleise noch bis nach dem Mauerfall 1989.

Am 1. Mai 2004 wurde vor der Einfahrt in den Bahnhof Nordhausen Nord ein schon lange geplantes Verbindungsgleis zur Straßenbahn Nordhausen in Betrieb genommen, mit dessen Bau 2002 begonnen worden war. Daher verkehren seit dem 1. Mai 2004 zwischen der Straßenbahnhaltestelle Nordhausen Krankenhaus und dem HSB-Haltepunkt Ilfeld-Neanderklinik Straßenbahnen der Linie 10 mit Elektro- und Hybridantrieb des Typs CombinoDuo. Im Bereich der Harzquerbahn erfolgt der Antrieb dieselelektrisch.

Durch das Verbindungsgleis zur Straßenbahn Nordhausen verlor der Bahnhof Nordhausen Nord an Bedeutung. Bis auf das Dampfzugpaar ab Nordhausen und wenige HSB-Dieseltriebwagen verkehren seitdem alle Züge als Dieseltriebwagen ab der Straßenbahnhaltestelle Nordhausen Bahnhofsvorplatz.

Zugbetrieb[Bearbeiten]

Personenverkehr[Bearbeiten]

Auf dem Abschnitt Nordhausen–Ilfeld wurde der Zugbetrieb nach der Wende stark verdichtet. Seit 2004 fahren neben den HSB-Zügen stündlich (an Wochenenden und Feiertagen zweistündlich) Straßenbahnen von Ilfeld Neanderklinik über das Straßenbahnnetz von Nordhausen zum Krankenhaus (Linie 10). Zusätzliche Dieseltriebwagen der HSB verkehren bis Eisfelder Talmühle und weiter auf die Selketalbahn. Bis auf ein verbliebenes Dampfzugpaar zum Brocken werden alle Regelzugleistungen zwischen Nordhausen und Eisfelder Talmühle heute von Dieseltriebwagen und Straßenbahnen erbracht.

Zwischen Eisfelder Talmühle und Drei Annen Hohne wurde der tägliche Personenverkehr nach 1993 auf vier Zugpaare reduziert. Zwei Zugpaare werden dabei mit Dampflokomotiven (Direktzug Brocken) bespannt, die anderen beiden (Früh- und Spätzug) mit einem Dieseltriebwagen gefahren.

Zwischen Drei Annen Hohne und Wernigerode weist die Strecke die höchste Streckenauslastung im Netz der HSB auf. Grund sind die touristisch bedeutsamen Dampfzüge der Relation Wernigerode–Drei Annen Hohne–Brocken.

In den Jahren 2009 / 2010 wurde ein Neubau einer Stichstrecke von Elend nach Braunlage diskutiert (siehe Südharzeisenbahn). Das Vorhaben wurde am 29. April 2010 wegen der hohen (Betriebs-) Kosten aufgegeben.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Zwischen Nordhausen und Unterberg findet der einzig verbliebene Güterverkehr der Harzer Schmalspurbahnen statt: Vom Hartsteinwerk Unterberg (Selketalbahn) werden regelmäßig normalspurige Schotterwagen auf Rollböcken zum Übergabebahnhof in Nordhausen transportiert. Dafür stehen zwei umgebaute Diesellokomotiven der Baureihe 199.8 zur Verfügung, welche Zug- und Stoßvorrichtungen für normalspurige Güterwagen auf entsprechender Höhe besitzen.[3]

Betriebseinrichtungen[Bearbeiten]

In Wernigerode und Nordhausen Nord befinden sich die Lokeinsatzstellen der Harzquerbahn (Wernigerode auch Brockenbahn, Nordhausen Nord auch für Züge der Selketalbahn). Von dort erfolgt der tägliche Einsatz der Fahrzeuge mitsamt der nötigen Nebenarbeiten.

Größere Instandhaltungsmaßnahmen werden im zentralen Bahnbetriebswerk der HSB in Wernigerode-Westerntor durchgeführt. Dies umfasst die kompletten (Frist-) Untersuchungen und andere Instandsetzungsarbeiten (außer Hauptuntersuchungen). Im Bahnhof Westerntor werden von jedem Planzug Kesselwasserproben genommen. Für Interessierte werden Führungen durch das Bahnbetriebswerk Westerntor angeboten. Trotz einiger moderner Technik ist dieses nach wie vor eine typische Dampflokwerkstätte.

Zum witterungsgeschützen Abstellen der Waggongarnituren wurde auf dem ehemaligen Übergabebahnhof Wernigerode eine großen Wagenhalle mitsamt Waschanlage errichtet.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Eine Triebfahrzeugliste befindet sich im Artikel Harzer Schmalspurbahnen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Bauer: 100 Jahre Harzquer- und Brockenbahn. EK-Verlag, Freiburg 1999, ISBN 3-88255-685-4
  • Manfred Bornemann, Hans Dörner (Herausgeber): 75 Jahre Harzquerbahn und Brockenbahn. Verlag H. Greinert, Clausthal-Zellerfeld 1975
  • Klaus-Jürgen Kühne: Alles über Schmalspurbahnen im Harz. Transpress Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-71344-4
  • Ulrich Nitschke: Die Harzquer- und Brockenbahn. Transpress – VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1978
  • Gerhard Zieglgänsberger, Hans Röper: Die Harzer Schmalspurbahnen. Transpress Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-71103-6

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harzquerbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 9700 auf eisenbahn-tunnelportale.de
  3. Veröffentlichung der Interessengemeinschaft Harzer Schmalspurbahnen

Karte