Taj Mahal

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Dieser Artikel behandelt den Mausoleumsbau Taj Mahal in Indien; zu weiteren Bedeutungen siehe Taj Mahal (Begriffsklärung).
Taj Mahal (August 2010)

Der oder das Taj Mahal (deutsch: Tadsch Mahal, Perso-Arabisch: ‏تاج محل‎, DMG tāǧ maḥal / Devanagari: ताजमहल tāj mahal, „Krone des Ortes“ bzw. „Kronen-Palast“) ist ein 58 Meter hohes und 56 Meter breites Mausoleum (Grabmoschee), das in Agra im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh auf einer 100 × 100 Meter großen Marmorplattform errichtet wurde. Der Großmogul Shah Jahan ließ ihn zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal (Arjumand Bano Begum) erbauen.

Aufbau

Die Grabmäler im Zentralraum sind Kenotaphe, die eigentlichen, schlichteren Gräber befinden sich in der darunterliegenden Krypta. Die vier um das Hauptgebäude herum angeordneten Minarette sind leicht geneigt, damit sie bei einem Erdbeben nicht auf das Hauptgebäude stürzen. Im Westen, in der Richtung von Mekka steht eine Moschee. Symmetrisch dazu liegt im Osten ein Gästehaus mit gleichem Grundriss.

Vor dem Zentralgebäude liegt ein 18 Hektar großer Garten mit einem längliches Wasserbecken im Zentrum, ein Tschāhār Bāgh nach dem Muster des Bagh-e Wafa bei Dschalalabad.[1]

Geschichte

Das Taj Mahal am Fluss Yamuna
Ein Giebel des Mausoleums
Detail der Außenverkleidung
Grabmäler im Inneren des Taj Mahal
Gräber in der Krypta des Taj Mahal

Der Bau des Taj Mahal wurde kurz nach dem Tode Mumtaz Mahals im Jahr 1631 begonnen und 1648 fertiggestellt.[2] Beteiligt waren über 20.000 Handwerker aus vielen Teilen Süd- und Zentralasiens und verschiedene Architekten, unter anderem Ahmad Lahori und der aus Badakhshan (heute Afghanistan) stammende Perser Abu Fazel. Er verschmolz persische Architektur mit indischen Elementen zu einem Werk der indo-islamischen Baukunst. Die Baumaterialien wurden aus Indien und anderen Teilen Asiens mit 1.000 Elefanten herangeschafft. 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden in den Marmor eingesetzt.

Das Taj Mahal wurde unter dem 1904 erlassenen Ancient Monuments Preservation Act von der britischen Regierung unter Denkmalschutz gestellt. Die Gärten des Taj Mahal wurden auf Anweisung von Lord Curzon 1908 durch den Archaeological Survey of India „restauriert“ und weitgehend durch Rasenflächen ersetzt.[3]

Legenden

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Angeblich planten die britischen Kolonialherren unter dem Gouverneur Lord William Bentinck im 19. Jahrhundert, das stark vernachlässigte Gebäude stückweise auf Auktionen in England zu verkaufen. Nach dem Bentinck-Biographen John Rosselli erwuchs diese Erzählung daraus, dass versucht wurde, Teile des Roten Forts und andere archäologische Funde aus Agra gewinnbringend zu verkaufen.

Eine weit verbreitete andere Legende besagt, dass ursprünglich ein gleiches Bauwerk aus schwarzem Marmor als Mausoleum für Shah Jahan auf der anderen Seite des Flusses Yamuna geplant war, das aber nicht verwirklicht wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite des „weißen“ Taj Mahals lag eine Parkanlage mit einem großen Wasserbecken. Das weiße Taj Mahal hat sich in diesem Becken gespiegelt und erschien im Wasser schwarz.[4] Shah Jahan wurde von seinem Sohn Muhammad Aurangzeb Alamgir entmachtet und verbrachte den Rest seines Lebens als Gefangener im Red Fort. 1666 wurde er neben seiner Gattin beigesetzt. Sein Grab zerstört die Symmetrie des Gebäudes, was belegt, dass er vorhatte, sich ein eigenes Grabmal zu errichten, zumal er, um diese Symmetrie zu bewahren, ein Rasthaus auf der östlichen Seite des Gebäudes errichten ließ, das der Moschee auf der westlichen Seite ähnlich ist.

Das Taj Mahal liegt nicht im Zentrum des Gartens, wie bei persischen Grabmälern üblich, sondern am nördlichen Rand, was nahelegt, dass ein weiteres Grabmal auf dem gegenüberliegenden Ufer geplant war. Die vom Fluss getrennten Gebäude wären dann wiederum im Zentrum des nunmehr großen Gartenareals gewesen, wie es dem persischen Verständnis vom Himmel als von einem Tschāhār Bāgh entspricht. Das Grabmal Humayuns z. B. in Delhi bleibt dieser Konzeption treu.

Fertigstellung

Das Datum der Fertigstellung ist umstritten. Die Kritiker stützen sich dabei auf drei Argumente:

  • Der Hofchronist Abdul Hamid Lahori vermerkte, dass der Bau ein halbes Jahr nach dem Tode von Mumtaz Mahal (gestorben am 17. Juni 1631) begonnen worden sei und die Bauzeit zwölf Jahre betragen habe. Demnach müsste das Mausoleum 1644 fertiggestellt worden sein.
  • Eine Inschrift über dem Haupteingang enthält die Jahreszahl 1648 als Fertigstellungsangabe.
  • Aus dem Jahr 1652 existiert ein Brief des Prinzen Aurangzeb, des Sohnes von Shah Jahan, der besagt, dass das Taj Mahal reparaturbedürftig sei.

350-Jahr-Feier

Eingangsgebäude
Blick vom Eingangsgebäude
Taj Mahal während eines Monsunschauers, Juli 2010

Am 27. September 2004 feierte die Regierung des indischen Bundesstaates Uttar Pradesh den 350. Jahrestag der Vollendung des Taj Mahal. Ein halbes Jahr lang wurde in weiteren Veranstaltungen die herausragende Bedeutung des Bauwerks gewürdigt. Die Feierlichkeiten fanden, um das Mausoleum zu schonen, in etwa zwei Kilometer Entfernung statt. Die örtlichen Medien mutmaßten, dass die Festivitäten vor allem veranstaltet würden, um den Tourismus zu beleben. Demgegenüber behauptete der Tourismusminister, dass zwei Bücher gefunden worden seien, die eine Fertigstellung des Bauwerks im Jahre 1654 belegen, er nannte ihre Titel aber nicht.

Heutige Bedeutung

Das Taj Mahal wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Heute gilt es wegen der Harmonie seiner Proportionen als eines der schönsten und bedeutendsten Beispiele des Mogulstils. Außerdem wird das Taj Mahal als Gebetsstätte der muslimischen Bürger genutzt.

Rabindranath Tagore beschrieb in einem seiner Gedichte das Taj Mahal als „eine Träne auf der Wange der Zeit“.

Das Taj Mahal ist ein beliebtes Ziel frisch vermählter indischer Eheleute, der Besuch soll die gegenseitige Liebe dauerhaft machen und bestärken.

2007 wurde das Taj Mahal im Rahmen einer Privatinitiative nach Angaben der Veranstalter[5] zu einem der „neuen sieben Weltwunder“ gewählt. Sowohl die UNESCO als offizielle Hüterin des Weltkulturerbes als z. B. auch Ägypten (Antike Weltwunder: Pyramiden von Gizeh) distanzierten sich von der als „private Kampagne“ ohne wissenschaftliche Kriterien bezeichneten Wahl.[6]

Sicherheitsmaßnahmen

Nach Bombendrohungen im Jahre 2006 verstärkten die indischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen. Das Gelände des Taj Mahal kann nur noch durch Sicherheitsschleusen betreten werden. Die Mitnahme von Flüssigkeiten, ausgenommen Trinkwasser, ist Besuchern nicht erlaubt. Das Baudenkmal wird von Soldaten rund um die Uhr bewacht. In seinem Umkreis wurde ein Flugverbot erlassen.

Umweltschäden

Gelblich erscheint das Taj Mahal vor allem in der Abendsonne (Oktober 2007)

Das Bauwerk und Teile des Gartens wurden über einige Jahrzehnte lang restauriert. Im Dezember 2002 wurde die Marmorfassade mit Multani Mitti, einer traditionellen indischen Mixtur aus Erde, Körnern, Milch und Kalk behandelt, um Korrosionspuren zu beseitigen.[7] Laut einem Bericht der sto/AP vom 16. Mai 2007 verfärbt sich das Taj Mahal durch industrielle Luftverschmutzung trotz aller Konservationsbemühungen gelb. Inzwischen dürfen sich Autos und Busse nur noch auf zwei Kilometer nähern; eine Restaurierung wird erwogen.

Nachbauten

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Das Taj Mahal soll in möglichst originaler Größe und Bauart im Freizeit-Projekt Falcon City of Wonders in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate nachgebaut werden. Eine (weniger anspruchsvolle) Taj-Mahal-Kopie findet sich auch auf Initiative eines reichen Privatmannes in Bangladesch.

Siehe auch

Andere wichtige Grabbauten der Mogulzeit sind:

Literatur

  • W. E. Begley (Hg.): Taj Mahal. The Illumined Tomb. The Aga Khan Programm for Islamic Architecture, Harvard University and Massachusetts Institute of Technology Cambridge, Mass., 1989, ISBN 0-295-96944-X
  • Neil Parkyn: Siebzig Wunderwerke der Architektur. Frederking & Thaler Verlag GmbH, München 2006, ISBN 3-89405-536-7

Weblinks

 Commons: Taj Mahal – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. James Dickie (Yaqub Zaki) 1985. The Mughal Garden: Gateway to Paradise. Muqarnas 3, 129; Jyoti P. Sharma 2007, The British Treatment of Historic Gardens in the Indian Subcontinent: The Transformation of Delhi's Nawab Safdarjung's Tomb Complex from a Funerary Garden into a Public Park. Garden History 35/2, 215
  2. UNESCO World Heritage Centre: Taj Mahal (engl.), 30. Apr. 2006
  3. James Dickie (Yaqub Zaki) 1985. The Mughal Garden: Gateway to Paradise. Muqarnas 3, 129; Jyoti P. Sharma 2007, The British Treatment of Historic Gardens in the Indian Subcontinent: The Transformation of Delhi's Nawab Safdarjung's Tomb Complex from a Funerary Garden into a Public Park. Garden History 35/2, 215
  4. Das Reich der Krieger – Die indischen Mogule, Regie: Sally Aitken
  5. THE NEW 7 WONDERS OF THE WORLD: Weltweite Wahl (engl.), 7. Juli 2007
  6. Bericht in Spiegel Online: Umstrittene Abstimmung, 8. Juli 2007
  7. The Times of India: Multani Mitti is being used to beautify Taj Mahal: Report, 8. Dezember 2002

27.17578.041666666667Koordinaten: 27° 10′ 30″ N, 78° 2′ 30″ O