Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (ifp) wurde 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründet und ist die Journalistenschule der katholischen Kirche. Das ifp bildet Journalistinnen und Journalisten für alle Medien aus. Dazu gehören Ausbildungsgänge für Studierende, Volontäre in der katholischen Presse sowie im privaten Hörfunk, Volontäre an Tageszeitungen, Seminare für Theologen und für Deutsch sprechende Journalisten aus Mittel- und Osteuropa.

Erster Leiter des Instituts war der Jesuitenpater Wolfgang Seibel SJ. Es folgten die Direktoren Josef Innerhofer (1991–1998), Pater Roger Gerhardy OSA (1999-2008) und Pfarrer Michael Broch (2010). Seit dem 1. Mai 2011 ist Monsignore Wolfgang Sauer, Domdekan des Domkapitels der Erzdiözese Freiburg, der Geistliche Direktor des ifp. Journalistische Direktorin war bis zum 31. Dezember 2011 die frühere Geschäftsführerin Elvira Steppacher. Seit 1. Juni 2013 ist Bernhard Remmers neuer Journalistischer Direktor des ifp. Die Ausbildungsangebote liegen in den Händen der Studienleiter Isolde Fugunt, Julia Walker, Bernhard Rude und Burkhard Schäfers.

Das Institut war 1998 Gründungsmitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Ausbildungsgänge[Bearbeiten]

Das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (ifp) ist in einem ehemaligen Kapuzinerkloster mitten in München beheimatet.

Das ifp bietet folgende Ausbildungsgänge an:

  • Studienbegleitende Journalistenausbildung (seit 1970)
  • Volontärsausbildung in der katholischen Presse (seit 1978)
  • Überbetriebliche Fortbildung für Volontäre an Tageszeitungen (seit 1991)
  • Journalistische Ausbildung für Theologen (seit 1988)
  • Volontärsausbildung im privaten Hörfunk

Weiterbildungsangebote[Bearbeiten]

Das ifp bietet folgende Weiterbildungsangebote an:

  • Kompaktkurse Fernsehen
  • Weiterbildungsseminare im Bereich Presse, Hörfunk, Fernsehen, Online/Crossmedia
  • Seminarreihe für Deutsch sprechende Journalisten aus Mittel- und Osteuropa („Ostkurse“) (seit 1993)

Nachwuchsförderung[Bearbeiten]

Der von Absolventen gegründete Förderverein des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (Fifp) vergibt seit 2004 den Pater-Wolfgang-Seibel-Preis für Nachwuchsjournalisten. Der Journalistenpreis wird in zwei Kategorien ("Print", "Hörfunk/Fernsehen") verliehen.

Ausstattung[Bearbeiten]

Das ifp hat seit 2008 seinen Standort im ehemaligen Kapuzinerkloster St. Anton in München. Die Seminarräume, Aufenthaltsbereiche und Einzelzimmer für die Teilnehmer sind rund um den früheren Kreuzgang gelegen. Den Teilnehmern stehen zwei PC-Arbeitsräume mit jeweils je 16 PC-Arbeitsplätzen und ein professionell ausgestattetes TV- und Hörfunk-Studio zur Verfügung.

Absolventen[Bearbeiten]

Zu den Absolventen des ifp zählen unter anderem der TV-Moderator Thomas Gottschalk, Heribert Prantl (Mitglied der Chefredaktion und Ressortleiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung), Bettina Schausten (Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios), Joachim Frank (Chefredakteur der Tageszeitung Frankfurter Rundschau), Dagmar Reim (Intendantin des RBB), Claudia Nothelle (Programmdirektorin des RBB), Willi Steul (Intendant des DeutschlandRadios), Wolfgang Büchner (Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel), Michael Ebert (Chefredakteur der Zeitschrift Neon), Klaus Brinkbäumer (Stellvertretender Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel), Benjamin Bidder (Russlandkorrespondent des Onlinemagazins Spiegel Online), Rommy Arndt (Moderatorin von n-tv) und Johannes Schießl (Chefredakteur der Münchner Kirchenzeitung).

Kritik[Bearbeiten]

Auf Druck der Deutschen Bischofskonferenz trat Pfarrer Michael Broch am 15. August 2010 von seinem Amt als Geistlicher Direktor des ifp zurück. Der Anlass war ein Zeitungsinterview von Broch mit kritischen Äußerungen über Papst und Kirche. Medienvertreter sehen darin einen "Maulkorb" für das ifp und befürchten, dass die renommierte Journalistenschule "handstreichartig zur katholischen Kaderschmiede umfunktioniert" wird.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ethik im Redaktionsalltag. Reihe Praktischer Journalismus Band 63, Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses / Deutscher Presserat (Hrsg.), Konstanz, 2005
  • Anton Magnus Dorn, Gerhard Eberts (Hrsg.): Redaktionshandbuch Katholische Kirche. Zum Nachschlagen und Nachdrucken. List, München 1996, ISBN 3-471-79322-4.
  • Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (Hrsg.): Wie werde ich Journalist? Pattloch, Augsburg 1993, ISBN 3-629-02002-X.
  • Im offenen Dialog nach der Wahrheit suchen. Verabschiedung von Pater Dr. Wolfgang Seibel SJ als Leiter des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (Hrsg.), München, 1992
  • Dietrich Schwarzkopf: Notwendige Erinnerung an Selbstverständliches. Was Aus- und Fortbildung im Rundfunk bewirken sollen. Herausgegeben vom Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses, München, 1988
  • Anton Magnus Dorn: Journalistische Aus- und Fortbildung der katholischen Kirche in der Bundesrepublik Deutschland. In: Communicatio Socialis. 18. Jahrgang, Heft 1/1985, S. 46–52.
  • 15 Jahre Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses. Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (Hrsg.), München 1984.
  • Zum Gespräch verhelfen. Acht Essays. Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (Hrsg.), München 1979.
  • Karl Rüdiger Durth: Praktische Zeitungslehre. Herausgegeben vom Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses, München, 1974.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Harald Biskup: Die Weltanschauung schlägt das fachliche Niveau. Rücktritt. Bischöfe verpassen katholischer Journalistenschule einen Maulkorb. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 21./22. August 2010, S. 26.