Ittenthal

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Ittenthal
Wappen von Ittenthal
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Laufenburgw
Gemeinde: Kaisteni2
Postleitzahl: 5083
Koordinaten: 646990 / 26337647.5194438.062504404Koordinaten: 47° 31′ 10″ N, 8° 3′ 45″ O; CH1903: 646990 / 263376
Höhe: 404 m ü. M.
Einwohner: 236 (31. Dez. 2009)
Ausländeranteil: 8.1 % (31. Dez. 2009)
Ittenthal im Frühling

Ittenthal im Frühling

Karte
Ittenthal (Schweiz)
Ittenthal
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2010

Ittenthal (schweizerdeutsch: ˈyt.lə.tə)[1] ist ein Dorf im Schweizer Kanton Aargau. Es liegt im Nordosten der Region Fricktal, knapp fünf Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt. Bis Ende 2009 war Ittenthal eine eigenständige Einwohnergemeinde im Bezirk Laufenburg, seither gehört es zur Gemeinde Kaisten.

Geographie[Bearbeiten]

Das kleinste Dorf des Fricktals liegt in einer Mulde am oberen Ende eines kleinen Seitentals. Das Tal öffnet sich gegen Norden zum Rheintal und ist auf drei Seiten von Hügeln des Tafeljuras umschlossen. Im Westen liegt der Frickberg (650 m ü. M.), im Süden das Moos (622 m ü. M.) und im Osten der Schinberg (722 m ü. M.). Der Frickberg und das Moos ragen im unteren Bereich steil auf und gehen im oberen Bereich in flach geneigte Ebenen über (die Gemeindegrenze folgte dabei der Geländekante). Der Schinberg hingegen ist mit seinem schmalen Grat eher untypisch für diese Gegend und ähnelt mehr einem Hügel des Faltenjuras.[2]

Die Fläche des ehemaligen Gemeindegebiets betrug 389 Hektaren, davon waren 169 Hektaren bewaldet und 14 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt lag auf 722 Metern auf dem Gipfel des Schinbergs, der tiefste auf 370 Metern an der nördlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden waren Kaisten im Norden, Sulz im Osten, Hornussen im Süden und Frick im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Utendal erfolgte im Jahr 1297. Der Ortsname lässt sich vom Althochdeutschen Uttintale ableiten und bedeutet «Tal des Utto».[1] Grösster Grundbesitzer war der adlige Damenstift Säckingen, der auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Die Landesherrschaft lag bis 1386 bei den Grafen von Habsburg-Laufenburg und ging dann an die ältere Linie der Habsburger über. Diese verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Ittenthal 1477 wieder unter österreichische Herrschaft.

Nach der Reichsreform des Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Ittenthal zu Vorderösterreich und war Teil der Kameralherrschaft Laufenburg. Im 17. Jahrhundert gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Auch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) zogen fremde Truppen durch die Region. Im 18. Jahrhundert wanderten im Rahmen der österreichischen Migrationspolitik 30 Familien in den Banat im heutigen Rumänien aus.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskrieges verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Ittenthal eine Gemeinde im Distrikt Laufenburg des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss; damit war Ittenthal schweizerisch geworden. Seit dem 19. März 1803 gehörte die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Im Jahr 1870 zählte die Gemeinde noch 291 Einwohner, diese Zahl verringerte sich in den folgenden hundert Jahren wegen anhaltender Auswanderung jedoch um einen Drittel. Im 19. Jahrhundert wurde in einem Steinbruch Sandstein abgebaut. Zwischen 1924 und 1926 lösten sich am westlichen Hang des Schinbergs grosse Erdmassen und rutschten ins Tal hinunter; dabei wurden vier Hektaren Wald und zehn Hektaren Wiesland zerstört. Später konnte der Hang durch Aufforstung wieder stabilisiert werden. Bis heute ist Ittenthal ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf geblieben; Industrie und Gewerbe fehlen.

Am 1. Januar 2010 wurde Ittenthal mit der Nachbargemeinde Kaisten fusioniert. Nachdem im November 2008 die Gemeindeversammlungen einen entsprechenden Beschluss gefasst hatten, wurde dieser Entscheid am 8. Februar 2009 an der Urne bestätigt. In Ittenthal sprachen sich 171 Stimmberechtigte für die Fusion aus, 82 dagegen.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des ehemaligen Gemeinde- und heutigen Dorfwappens lautet: «In Blau der obere Teil eines Lilienstabes mit weisser Lilie auf gelbem, mit vier gelben Blättern bestandenem Stängel, beseitet von zwei sechsstrahligen gelben Sternen.» Bis 1949 beass die Gemeinde kein eigenes Wappen. Nach der Anfertigung von 35 Entwürfen einigte sich die Gemeindeversammlung auf den Lilienstab, das Symbol des Heiligen Josef, der zugleich Schutzpatron der Kapelle ist. Die Sterne symbolisieren die Vermählung mit Maria.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[5]

Jahr 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 171 265 217 244 221 196 186 200 213 222

Am 31. Dezember 2008 lebten 218 Menschen in Ittenthal, davon waren lediglich zehn Ausländer. Bei der Volkszählung 2000 waren 64,4 % römisch-katholisch und 23,0 % reformiert; 1,8 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 98,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Ittenthal liegt abseits des Durchgangsverkehrs und wird von Kaisten aus durch eine Stichstrasse erschlossen. Der Anschluss an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Postautolinie nach Laufenburg.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Primarschule; der Kindergarten befindet sich in Kaisten. Die Realschule und die Sekundarschule können ebenfalls in Kaisten besucht werden, die Bezirksschule in Laufenburg. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau; aufgrund einer interkantonalen Vereinbarung können Jugendliche aus Teilen des Fricktals das Gymnasium in Muttenz (Kanton Basel-Landschaft) absolvieren.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 210–211.
  2. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  3. Aargauer Zeitung: Von nun an gemeinsam durchs Gemeindeleben. 8. Februar 2009.
  4.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 184.
  5. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  6. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.