Hornussen AG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Hornussenf zu vermeiden.
Hornussen
Wappen von Hornussen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Laufenburgw
BFS-Nr.: 4167i1f3f4
Postleitzahl: 5075
Koordinaten: 647111 / 26136947.5013858.063898382Koordinaten: 47° 30′ 5″ N, 8° 3′ 50″ O; CH1903: 647111 / 261369
Höhe: 382 m ü. M.
Fläche: 7.27 km²
Einwohner: 883 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 121 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 17,1 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.hornussen.ch
Hornussen im Winter

Hornussen im Winter

Karte
Deutschland Kanton Basel-Landschaft Kanton Solothurn Bezirk Aarau Bezirk Baden Bezirk Brugg Bezirk Lenzburg Bezirk Rheinfelden Bezirk Zurzach Eiken Frick AG Gansingen Gipf-Oberfrick Herznach Hornussen AG Kaisten AG Laufenburg AG Mettauertal Münchwilen AG Oberhof AG Oeschgen Schwaderloch Sisseln Ueken Wittnau AG Wölflinswil ZeihenKarte von Hornussen
Über dieses Bild
w

Hornussen (schweizerdeutsch: ˈhɔrnusːə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Laufenburg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt westlich des Bözbergs im oberen Fricktal.

Geographie[Bearbeiten]

Das Strassendorf Hornussen liegt im Tal der Sissle, die vom Bözberg in Richtung Westen fliesst. Von Südosten her fliesst der Zeiherbach, der bei Hornussen in die Sissle mündet. Das Dorf ist auf allen Seiten von bewaldeten Hügeln des Tafeljuras umgeben. Im Südosten, zwischen den Tälern der Sissle und des Zeiherbachs, erhebt sich der 473 Meter hohe Müliberg. Im Südwesten trennt der 535 Meter hohe Hinterberg die Gemeinde vom Uekental. Im Nordwesten liegt der Frickberg (650 m ü. M.), im Norden das Moos (622 m ü. M.) und im Nordosten die March (625 m ü. M.). Zwischen dem Dorf und dem Moos liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 540 Metern eine Hochebene namens Grossberg. Am steil abfallenden Südhang des Grossbergs wird auf einer Fläche von 10 Hektaren Weinbau betrieben.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 727 Hektaren, davon sind 290 Hektaren bewaldet und 82 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf dem Gipfel des Frickbergs auf 650 Metern, der tiefste auf 360 Metern an der Sissle.

Nachbargemeinden sind Kaisten im Norden, Laufenburg und Elfingen im Nordosten, Bözen im Osten, Zeihen im Südosten, Ueken im Süden sowie Frick im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Fund eines 5000 Jahre alten Steinbeils aus der Jungsteinzeit weist auf eine frühe Besiedlung hin. Bereits während der Römerzeit war der Bözbergpass ein wichtiger Übergang zwischen Aare- und Rheintal. Eine Römerstrasse führte von Augusta Raurica nach Vindonissa. Die Alamannen gründeten das Dorf zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert.

Die erste urkundliche Erwähnung von Hornescon erfolgte im Jahr 1281. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Horskwininghofun und bedeutet «bei den Höfen der Sippe des Horskwin».[3] Ein habsburgisches Pfandrodel bezeichnete das Dorf damals als Dinghof des Frauenklosters Säckingen. Allfällige ältere Dokumente sind wahrscheinlich beim Klosterbrand von 1272 vernichtet worden. Die Habsburger, Schutzherren des Klosters und Inhaber der hohen Gerichtsbarkeit, verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Hornussen 1477 wieder unter österreichische Herrschaft.

Kellerhof des ehemaligen Damenstift Säckingen von 1594

Nach der Reichsreform des Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Hornussen zu Vorderösterreich und lag in der Landschaft Fricktal, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden im Oberamt Breisgau. Auf Dorfebene gab es einen Untervogt; immer wieder kam es zu Kompetenzstreitigkeiten mit den Säckinger Kloster, das nach wie vor der grösste Grundbesitzer war. Ab 1514 lag Hornussen an der Grenze zum Berner Aargau, nachdem die Stadt Bern das Nachbardorf Bözen in Besitz genommen hatte.

Im 17. Jahrhunderts gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Auch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) zogen fremde Truppen durch die Region. 1680 verpfändete Österreich seine herrschaftlichen Rechte über Hornussen, Niederzeihen, Stein, Hellikon und Zuzgen an das Kloster Säckingen. Erst 1740 konnte das Pfand zu einem Preis von 15'000 Gulden wieder zurückgekauft werden.


Grenzstein von 1733 zwischen Bözen und Hornussen

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Strasse über den Bözberg ausgebaut. Mit der Eröffnung des letzten Abschnitts im Jahr 1779 war die Strasse auf ihrer gesamten Länge nun auch für Pferdefuhrwerke passierbar. 1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskriegs verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Hornussen eine Gemeinde im Distrikt Frick des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Damit war Hornussen schweizerisch geworden. Seit dem 19. März 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Am 2. August 1875 erhielt Hornussen einen Anschluss ans Eisenbahnnetz, als die Bözbergstrecke zwischen Brugg und Basel eröffnet wurde. Da die Pferdefuhrwerke nun ausblieben, verloren zahlreiche Gastwirte und Pferdehalter mit ihren Familien ihr Einkommen. Innerhalb von 25 Jahren reduzierte sich die Bevölkerungszahl um mehr als ein Fünftel. Viele Bewohner wanderten auch deshalb aus, weil der Weinbau aufgrund von Mehltau und Reblaus seine einstige Bedeutung verloren hatte. Während fast des gesamten 20. Jahrhunderts, als die Landwirtschaft langsam durch Kleingewerbe und Dienstleistungsbetrieben abgelöst wurde, stagnierte die Bevölkerungszahl. 1993 erfolgte die Schliessung des Bahnhofs, weil der Regionalverkehr zwischen Frick und Brugg auf Busbetrieb umgestellt wurde. Seit der Eröffnung der Bözbergautobahn im Jahr 1996 hat sich die Bautätigkeit verstärkt und die Zahl der Einwohner steigt kontinuierlich.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot gestürzte weisse Pflugschar unter weissem, mit drei fünfstrahligen roten Sternen belegtem Schildhaupt.» Die älteste bekannte Darstellung eines Gemeindewappens stammt von 1915. Damals war es geradezu mit Symbolen überladen: In Rot ein weisser Balken mit drei fünfstrahligen roten Sternen, im Schildfuss die Pflugschar und im Schildhaupt zusätzlich eine gelbe gesichtete Sonne und ein weisser gesichteter Halbmond. 1965 beschloss der Gemeinderat, zwecks Vereinfachung des Wappens die Sonne und den Halbmond wegzulassen.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1768 1800 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 479 550 766 590 581 631 632 619 616 668 816 885

Am 31. Dezember 2013 lebten 883 Menschen in Hornussen, der Ausländeranteil betrug 17,1 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 54,5 % römisch-katholisch, 26,8 % reformiert und 5.6 % muslimisch; 2,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 91,3 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,5 % Italienisch, 1,8 % Albanisch, 1,3 % Serbokroatisch, 0,9 % Französisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Laufenburg zuständig. Hornussen gehört zum Friedensrichterkreis Frick.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Hornussen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 200 Arbeitsplätze, davon 25 % in der Landwirtschaft, 43 % in der Industrie und 32 % im Dienstleistungssektor.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden des Fricktals oder in der Region Brugg.

Verkehr[Bearbeiten]

Hornussen liegt an der Hauptstrasse 3 von Brugg über den Bözbergpass nach Frick. Zwischen den Bahnhöfen dieser beiden Orte verkehrt eine Postautolinie. Unmittelbar am nördlichen Dorfrand entlang verläuft die Autobahn A3. Der nächstgelegene Autobahnanschluss befindet sich zwei Kilometer westlich bei Frick.

Bildung[Bearbeiten]

In Hornussen gibt es eine Kinderkrippe, einen Kindergarten und ein Schulhaus, in dem die Primarschule unterrichtet wird. Die Realschule und die Sekundarschule können in Zeihen und Bözen besucht werden, die Bezirksschule in Frick. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Div. Autoren, Gemeinderat Hornussen (Hrsg.): Hornussen – Geschichte eines Fricktaler Dorfes. Hornussen 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hornussen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 203–205.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 180.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.