Jan-Marco Luczak

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Jan-Marco Luczak (2012)
Luczak auf dem CDU-Parteitag 2012

Jan-Marco Luczak (* 2. Oktober 1975 in Berlin) ist ein Berliner Rechtsanwalt und Politiker (CDU). Er ist Mitglied des Deutschen Bundestags.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Jan-Marco Luczak wurde 1975 in Berlin-Lichtenrade geboren und wuchs dort auf. Er besuchte das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium im Ortsteil und schloss das Abitur 1995 ab. Im Anschluss leistete er seinen Grundwehrdienst im Jägerbataillon 581 in Berlin-Kladow ab.

Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Nach dem ersten Staatsexamen arbeitete Jan-Marco Luczak in einer international ausgerichteten Rechtsanwaltssozietät, bis er von der Graduiertenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung aufgenommen wurde.

Seine Promotion zum Dr. jur. an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde vom ehemaligen Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz betreut. Die Dissertation mit dem Titel Die Europäische Wirtschaftsverfassung als Legitimationselement europäischer Integration widmet sich Fragen des europäischen Wirtschaftsverfassungsrechts.

Sein Rechtsreferendariat absolvierte Jan-Marco Luczak am Kammergericht Berlin und schloss dieses mit dem Zweiten Staatsexamen ab. Seitdem arbeitet er als Rechtsanwalt bei Hengeler Mueller in Berlin.[1]

Politik[Bearbeiten]

Die inhaltlichen Schwerpunkte von Jan-Marco Luczak liegen im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Europapolitik. So ist er in der 18. Wahlperiode ordentliches Mitglied des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz,[2] dessen stellvertretender Vorsitzender er ist sowie im Unterausschuss Europarecht, als auch im Richterwahlausschuss, welcher die Bundesverfassungsrichter wählt. Daneben ist Luczak stellvertretendes Mitglied im Innen- und Umweltausschuss.[3] Außerdem hat er die Mitgliedschaft im Deutschlandradio-Hörfunkrat sowie die stellvertretende Mitgliedschaft im Beirat der Bundesnetzagentur inne. Als Mitglied des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags setzte sich Luczak für eine Änderung des Schuldverschreibungsgesetzes ein. Ziel dieser Änderung ist, Unternehmen besser vor sog. „räuberischen Gläubigern“ zu schützen, die gegen Sanierungspläne klagen, um sich ihr Anfechtungsrecht abkaufen zu lassen.[4] Zum Teil wird dieser Einsatz wegen eines möglichen Interessenkonfliktes kritisch bewertet, da Jan-Marco Luczak als Rechtsanwalt in der Sozietät Hengeler Mueller arbeitet, die u. a. die Unternehmen Pfleiderer und Q-Cells beraten hatte. Beide Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, nachdem ein Sanierungskonzept durch Klagen von einzelnen Gläubigern gescheitert war.[5]

Luczak widmet sich seit Jahren der Gleichstellung homosexueller Paare. Zu diesem Zweck forderte er Bundesfinanzminister Schäuble in einem Brief dazu auf, die steuerliche Benachteiligung eingetragener Lebenspartnerschaften beim Ehegattensplitting aufzuheben. Im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld[6] begleitet er den Prozess der Gleichstellung aktiv mit.

Seit der Veröffentlichung veränderter Flugrouten (2010) für den noch im Bau befindlichen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) engagierte sich Luczak[7][8][9] zusammen mit zahlreichen Bürgerinitiativen[10] gegen die neue Routenführung, bei der Südberlin und angrenzende Brandenburger Gemeinden entgegen jahrelanger Aussagen massiv überflogen würden.[11][12] Der Gipfel der Auseinandersetzung wurde erreicht, als sich Bundeskanzlerin Merkel und Bundesverkehrsminister Ramsauer auch öffentlich gegen die Flugrouten aussprachen[13][14] und damit den Protest unterstützten.

Werdegang[Bearbeiten]

Jan-Marco Luczak trat 1998 in die CDU ein. Er engagierte sich über die CDU hinaus für die Junge Union als Schatzmeister und Kreisvorsitzender. Seit 2006 ist er Vorsitzender der CDU Berlin-Lichtenrade und seit 2007 außerdem stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Tempelhof-Schöneberg.

Bei der Bundestagswahl 2009 konnte Jan-Marco Luczak mit 32,4 % (54.925) der Erststimmen den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg nach 15 Jahren wieder für die CDU direkt gewinnen und ist somit dessen Wahlkreisabgeordneter. Dabei erreichte er einen Abstand von 6,1 % (rund 10.500 Stimmen) zur zweitplatzierten Renate Künast von den Grünen. Mit dem gewonnenen Mandat löst er Mechthild Rawert (SPD) als bisherige Wahlkreisabgeordnete ab, die 22,6 % der Stimmen erreichte.[15]

Bei der Bundestagswahl 2013 hat Jan-Marco Luczak den Wahlkreis wiederum direkt mit 35 % (60.926) der Erststimmen gewonnen. Diesmal mit einem Vorsprung von 8,8 % zur zweitplatzierten Kandidatin der SPD Mechthild Rawert sowie 14,6 % vor Spitzenkandidatin Renate Künast (Grüne).[16]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan-Marco Luczak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. hengeler.com
  2. Biographie beim Deutschen Bundestag
  3. Biographie beim Deutschen Bundestag
  4. Berufskläger blockieren Sanierungen
  5. Insolventer Solarkonzern – Wie Q-Cells sich in die Pleite beraten ließVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  6. bundestag.de: Biografie Jan-Marco Luczak
  7. http://www.tagesspiegel.de/berlin/piloten-auf-abwegen-flugrouten-abweichungen-zum-schutz-der-umwelt/6973548.html
  8. http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de/artikel/bericht-5-montagsdemo-8-november-2010-wowereit-der-protest-ist-berechtigt/
  9. http://offenesparlament.de/plenum/17/182/debatte/87002#rede/1717278
  10. http://www.bertrug.de/Liste_der_B%C3%BCrgerinitiativen
  11. Tagesspiegel: Krach um BBI-Flugrouten
  12. http://www.morgenpost.de/flughafen-berlin-brandenburg/article108500047/Piloten-duerfen-BER-Routen-abkuerzen-aus-Spargruenden.html
  13. Tagesspiegel: Positionierung Bundeskanzlerin Merkel
  14. morgenpost.de: Ramsauer – Flugrouten nicht in Beton gegossen
  15. bundeswahlleiter.de
  16. bundeswahlleiter.de