Agnès Varda

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Agnès Varda während des Filmfestivals von Guadalajara

Agnès Varda (* 30. Mai 1928 in Brüssel, Belgien) ist eine der Schlüsselfiguren des modernen Films und eine der führenden Filmemacherinnen. Von einigen Kritikern wird sie als „Grand-mère de la Nouvelle Vague (Großmutter der Nouvelle Vague)“ bezeichnet.

Biografie[Bearbeiten]

Agnès Varda wurde 1928 als Tochter eines Griechen und einer Französin in Brüssel geboren, wuchs aber in der Provence auf. Mit 26 drehte sie ihren ersten Spielfilm La Pointe-Courte, dessen Form durch einen Roman von William Faulkner angeregt wurde. In Vardas Beziehung mit dem Schauspieler und Regisseur Antoine Bourseiller wurde 1958 die Tochter Rosalie Varda geboren, die später als Kostümbildnerin arbeitete. 1961 erschien der Film Mittwoch zwischen 5 und 7, der 1963 einen französischen Kritikerpreis gewann. 1962 heiratete sie den Regisseur Jacques Demy, mit dem sie bis zu seinem Tod im Oktober 1990 zusammenblieb. Im Oktober 1972 kam ihr Sohn Mathieu Demy auf die Welt, der später selbst Schauspieler wurde. 1965 entstand das Werk Glück aus dem Blickwinkel des Mannes, ein Film mit einer stark feministischen Sichtweise. Auf der Berlinale 1965 erhielt Varda dafür den Spezialpreis der Jury. 1967 war sie neben Claude Lelouch, Jean-Luc Godard und Chris Marker an der Dokumentation Fern von Vietnam beteiligt. Dies war einer der ersten Filme, die sich kritisch mit dem Vietnamkrieg beschäftigt haben. 1969 entstand Lions Love, in dem unter anderem Andy Warhol und Jim Morrison zu sehen sind.

Neben experimentellen Spielfilmen legte sie ihr Augenmerk in den 1970er Jahren auf Dokumentationen wie Black Panthers (1968 entstanden bei einer Reise in Amerika), Daguerrotypen (1975), Réponses des femmes (1975) und Ulysse (1981). Für die letzten beiden Filme bekam sie jeweils einen César in der Kategorie Bester Dokumentar-Kurzfilm. 1985 gewann ihr Film Vogelfrei den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. 1987 drehte sie ein ungewöhnliches Filmporträt über Jane Birkin Jane B. par Agnes V. 1991 verfilmte sie als Hommage an Jacques Demy dessen Drehbuch Jacquot de Nantes. Die Sammler und die Sammlerin wurde 2001 von der Los Angeles Film Critics Association als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Varda in Guadalajara
Varda in Guadalajara
  • 1954: La Pointe-Courte
  • 1958: O saisons, ô châteaux
  • 1958: Die Opera-Mouffe (L’opéra Mouffe)
  • 1958: Du côté de la côte
  • 1961: Mittwoch zwischen 5 und 7 (Cléo de 5 à 7)
  • 1963: Salut les cubains
  • 1965: Elsa la Rose
  • 1965: Das Glück aus dem Blickwinkel des Mannes (Le bonheur)
  • 1966: Die Geschöpfe (Les créatures)
  • 1967: Oncle Yanco
  • 1968: Black Panthers
  • 1969: Lions Love
  • 1975: Daguerreotypen - Leute aus meiner Straße (Daguerréotypes)
  • 1975: Réponses des femmes
  • 1976: Plaisirs d'amour en Iran
  • 1977: Die eine singt, die andere nicht (L’une chante, l’autre pas)
  • 1980: Mauerbilder (Murs murs)
  • 1985: Vogelfrei (Sans toit ni loi)
  • 1987: Die Zeit mit Julien (auch Kung-Fu master! Originaltitel: Le petit amour)
  • 1991: Jacquot de Nantes
  • 1995: Hundert und eine Nacht (Les cent et une nuits de Simon Cinéma)
  • 1995: Die Welt ist ein Chanson – Das Universum des Jacques Demy (L’univers de Jacques Demy)
  • 2000: Die Sammler und die Sammlerin (Les glaneurs et la glaneuse)
  • 2002: Die Sammler und die Sammlerin… zwei Jahre später (Les glaneurs et la glaneuse… deux ans après)
  • 2008: Die Strände von Agnès (Les plages d’Agnès)

Ausstellungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Agnès Varda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.lacma.org/art/exhibition/agn%C3%A8s-varda-californialand Seite des Museums zur Ausstellung, abgerufen am 14. April 2014.