Jesuitische Mission

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Höllensturz - Gemälde des jesuitischen Chinamissionars Giuseppe Castiglione, 18. Jh.
Das Christusmonogramm (IHS) auf dem Schild ist Symbol des Ordens

Jesuiten arbeiteten als Missionare in Asien (Indien, Indonesien, Japan, China, Philippinen, Tibet, Indochina) und Amerika, aber auch im christlichen Äthiopien und im Sinne der Gegenreformation in Europa.

Begeisterung für die Heidenmission weckten vor allem die Briefe des Jesuitenmissionars Francisco de Xavier.[1]

Einteilung[Bearbeiten]

Historisch lassen sich zwei Etappen der Jesuitenmission ausmachen:

  • die "alte Mission": 1556 bis zur Aufhebung des Jesuitenordens 1773, vor allem portugiesische Jesuiten
  • die "neue Mission": 1823-1940, vor allem französische Jesuiten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekam die jesuitische Mission in Asien und Afrika aber deutliche protestantische, vor allem angloamerikanische Konkurrenz. Seit den 1980ern hat die Jesuitenmission erneut zugenommen.

Asien[Bearbeiten]

Indien[Bearbeiten]

1539 bat der portugiesische König Johann III. Papst Paul III. um Missionare für die portugiesischen Besitzungen in Ostindien. Nach seiner Ernennung zum apostolischen Nuntius für das ganze Asien brach Francisco de Xavier y Jassu 1541 von Lissabon aus nach Indien auf und landete am 6. Mai 1542 in Goa. Drei Jahre lang arbeitete er mit großem Erfolg in Goa, bei den Perlfischern und im südindischen Gebiet Travancore.

Da sich Inder häufig aus Opportunismus taufen ließen, entstand das Problem, dass diese bald wieder zu ihrem alten Glauben zurückkehrten oder nebenher ihren alten Ritualen anhingen. Um die Reinheit der Lehre zu bewahren, bat Franz Xaver schließlich den portugiesischen König die Inquisition nach Indien zu schicken, welche einige Jahre später dort eintraf.[2]

Ab 1545 missionierte Franz Xaver auf der hinterindischen Halbinsel Malakka und auf mehreren Inseln der von den Portugiesen entdeckten Molukken im heutigen Indonesien. Ab 1604 wirkte in Indien der Jesuit Roberto de Nobili. Durch seine starke Anpassung an indische Kultur und Lebenswirklichkeit erregte er das Missfallen anderer Missionare und musste sich nach einer Anklage 1619 vor dem Bischof in Goa verantworten.

Japan[Bearbeiten]

Xavier-Denkmal im japanischen Hirado

Auf Malakka traf Francisco de Xavier nach seiner Rückkehr im Jahr 1547 den Samurai Yajiro von Satsuma, dessen Berichte ihn überzeugten, auch Japan den christlichen Glauben zu bringen. Nach Regelung von Ordensangelegenheiten in Goa, das als eine Art Basis seiner Missionstätigkeit diente, trat er 1549 die Schiffsreise nach Nippon an. Der 15. August 1549 ist der Tag seiner Ankunft im Hafen von Kagoshima auf der japanischen Insel Kyushu. Rund drei Jahre lang verbrachte Francisco de Xavier mit Aufgaben der Mission in Japan. Er gründete in Yamaguchi die erste christliche Gemeinde. Zum japanischen Kaiser wurde er in Miyako (heute: Kyōto) 1551 nicht vorgelassen. Dennoch war seine Missionstätigkeit sehr erfolgreich. Er und seine Nachfolger konnten mehrere Daimyō bekehren. Diese sandten 1582 eine Gesandtschaft nach Rom, um mit dem Papst Verbindung aufzunehmen.

Nach den Berichten der Jesuiten bauten sie über 200 Kirchen. Die Zahl der japanischen Christen soll damals bei 150.000 gelegen haben.

Ab 1587 kam es in Japan zu Christenverfolgungen. Der bekannteste japanische jesuitische Märtyrer war Paul Miki, der 1597 hingerichtet wurde.

Siehe auch: Christentum in Japan

China[Bearbeiten]

1582 reiste Matteo Ricci nach China. Dort ließ er sich zunächst in Chao-ch'ing in der Provinz Kwangtung nieder, lernte Chinesisch und stellte seine „Große Karte der zehntausend Länder“ her. 1589 ging er nach Shao-chou und unterrichtete dort westliche Mathematik, wie er sie von seinem Lehrer Clavius gelernt hatte. 1599 ging er, da Peking für Ausländer geschlossen war, nach Nanjing und arbeitete an mathematischen, astronomischen und geographischen Aufgaben. 1601 ging er dann nach Peking.

Seine Arbeit wurde von Nicolas Trigault fortgesetzt. Trigault wirkte als Missionar und Seelsorger in Nanjing, Hangzhou und vor allem in der Hauptstadt Peking. 1614 wurde er zum Prokurator der Ordensprovinz Japan und China ernannt. Im Laufe des Jahres 1615 erwirkte Trigault wichtige Zugeständnisse von Papst Paul V.. Speziell der Mission in China war es nun gestattet, die gesamte Liturgie in der Landessprache (und nicht mehr zwingend in Latein) zu feiern. Außerdem durften die Missionare in China ihre Bekleidung bei liturgischen Feiern der Landestracht anpassen. Er stellte zur Jahreswende 1617/18 eine Gruppe von 22 Jesuiten zusammen. Diese Gruppe brach unter seiner Leitung Mitte April 1618 von Lissabon aus in Richtung China auf. Vor der Abreise brachte Trigault seinen Ordensgeneral Claudio Aquaviva dazu, China ordenspolitisch von Japan zu trennen und als unabhängige Ordensprovinz zu etablieren; mit ihm als Prokurator. Im Juli 1619 erreichten sie Macao. Von dort aus gründeten sie u.a. die Missionen Henan und Kaifeng.

Ab Beginn der Qing-Dynastie wirkten zahlreiche Jesuiten als Astronomen, Geographen, Maler, Architekten oder Mathematiker am Kaiserhof. Zu den bekanntesten zählen Adam Schall von Bell sowie sein Nachfolger Ferdinand Verbiest. Aufgrund des Toleranzediktes des Kaisers Kangxi von 1692 konnten sie auch relativ ungehindert ihrer Missionsarbeit nachgehen. Auf Wunsch des Kaisers erstellte eine Gruppe um den Jesuiten Jean-Baptiste Régis zwischen 1701 und 1709 Landkarten, die ganz China abdeckten. 1720 zählte man in China ca. 300.000 Christen.

Bald kam es indes zu Spannungen mit dem Vatikan und den übrigen Orden, da die Jesuiten für die so genannte Akkommodation eintraten. Hiernach sollte den zum Christentum Konvertierten die Beibehaltung der äußeren Riten ihrer tradierten Religionen gestattet bleiben, u.a. etwa die konfuzianische Ahnenverehrung. 1742/44 setzte Papst Benedikt XIV. diesem so genannten Ritenstreit mit dem endgültigen Verbot der Akkommodation ein Ende, wodurch die jesuitische China-Mission zunehmend unter Druck des Kaisers Qianlong geriet. Die christliche Religion wurde unterdrückt, viele Missionare ausgewiesen. Nur besonders verdiente "Hofjesuiten" wie Giuseppe Castiglione, Jean Denis Attiret, Joseph-Marie Amiot, Ignaz Sichelbarth oder Anton Gogeisl durften bleiben und weiterhin ihrer Arbeit nachgehen.

Siehe auch: Katholische Kirche in China

Ausweitung[Bearbeiten]

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1595 kamen jesuitische Missionare auf die Philippinen, wo sie in Baclayon eine Kirche bauten. Alexandre de Rhodes kam 1619 nach Indochina und konnte nach seiner Schätzung 6700 Vietnamesen taufen. 1625 kam der Jesuit Antonio Freire de Andrade in das Gebiet des Himalaya. Unter Mutio Vitelleschis Führung expandierte die Mission nach Tibet (1661 kamen Grueber und d'Orville und 1715-16 Desideri und Freyre nach Lhasa). In Korea beeinflusste die Jesuitenmission die "westliche Lehre" (Sonhak).

In Vietnam und Kambodscha gewannen seit dem 18. Jahrhundert schließlich französische Jesuiten immer mehr an Einfluss (Pigneau de Behaine). Unter dem Vorwand, diese Missionare vor antiwestlichen Übergriffen zu schützen, intervenierte Frankreich schließlich 1858 in Vietnam und annektierte bis 1885 ganz Indochina.

Amerika[Bearbeiten]

Südamerika[Bearbeiten]

1590 berichtete José de Acosta aus Lima. Bald entstanden die Missionsprovinzen Maynas (im peruanischen Raum) und Moxos bzw. Mojos (im Nordosten des heutigen Bolivien). In Paraguay bestand von 1610 bis 1767 ein Jesuitenstaat, in welchem die Jesuiten unter den Indianern ein christliches Sozialsystem eingeführt hatten. Auf diese Art konnten die Indianer in so genannten Reduktionen unabhängig von den spanischen und portugiesischen Kolonialherren und in Sicherheit vor ihnen leben (z.B. in den Jesuitenmissionen La Santisima Trinidad de Paraná und Jesus de Tavarangue). Viele Jesuiten führten Studien der südamerikanischen Sprachen aus, so Filippo Salvatore Gilii im Orinoko-Gebiet.

Die jesuitische Mission in Lateinamerika wurde in Europa kontrovers beurteilt, besonders von Spanien und Portugal, wo man sie als Behinderung für die kolonialen Unternehmungen der eigenen Regierungen ansah. 1767 wurden die Jesuiten von den Spaniern aus Paraguay vertrieben.

Mittelamerika[Bearbeiten]

1617 bat der mittelamerikanische Stamm der Yaqui um die Entsendung von jesuitischen Missionaren, weil sie darin eine Bewahrung und Stärkung ihrer Territorialität sahen. Erst durch die Religion errangen sie ihre eigentliche ethnische Identität. Unter dem Protektorat der Jesuiten durchliefen sie einen Prozess der selektiven, selbstgewählten Akkulturation, der erst 1740 mit einem Aufstand der Yaqui und der Vertreibung der Jesuiten beendet wurde.

Nordamerika[Bearbeiten]

Die Besiedlung Kaliforniens überließen die spanischen Könige ganz den Jesuiten. Diese gründeten 1697 Loreto in der Mitte Niederkaliforniens als erste Siedlung und Hauptstadt Kaliforniens. Nach der Gründung von mehreren Dutzend weiteren Spanischen Missionen in Niederkalifornien wurde das Missionswerk Ende des 18. Jahrhunderts von Franziskanern im heutigen US-Bundesstaat Kalifornien fortgeführt. Auf dem Gebiet des heutigen Kanada wurde die Mission unter den Irokesen und Huronen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts begonnen. Ein besonders grausames Martyrium erlitten dabei Johannes de Brébeuf und sieben seiner Gefährten.

Afrika[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert, eigentlich schon unmittelbar im Anschluss an den "Mohammedanersturm" des Sultanat Adal, begannen die Jesuiten 1557 mit der Mission Äthiopiens. Kaiser Claudius wies sie zwar zurück, doch gelang es ihnen, 1603 Kaiser Dengel (†1607) zum Übertritt zu bewegen. Dessen Sohn Sissinios (Susenyos, Sissionos, Socinius) stimmte zwar zunächst sogar einer Kirchenunion mit Rom zu (wie schon um 1450 Kaiser Konstantin I.), widerrief dann aber 1630, weil er die Unzufriedenheit seiner Untertanen fürchtete. Gestürzt und getötet wurde er 1632 dennoch, sein Nachfolger Fasilidas (1632–1667) vertrieb die Jesuiten oder ließ sie hinrichten, ebenso wie muslimische Missionare. Das Land kehrte zum orthodoxen Christentum koptischer Prägung zurück.

Methode der Mission[Bearbeiten]

Zur Gewinnung neuer Christen war die Anpassung äußerlicher Formen an die Gebräuche und Gewohnheiten des Volkes üblich. Eine umfassende Organisation der Missionstätigkeit, regelmäßige Berichte, der Bau von Schulen und das Einbeziehen örtlicher Hilfswilliger sollten Schlüssel zum Erfolg der Missionsarbeit sein. Die Anpassung an Volksbräuche wurde aber als Synkretismus kritisiert und diese Art von Missionierung verboten.

Die Mission wird heute folgendermaßen definiert:

Im Zeitalter der Globalisierung und der Einen Welt hat der Einsatz in der Mission auch für die Jesuiten eine neue Bedeutung gewonnen. Die Option für die Armen und der Einsatz für Glaube und Gerechtigkeit konkretisieren sich in zahlreichen Institutionen und Projekten der Missions- und Entwicklungshilfe, mit denen der Orden seit den 80er Jahren verstärkt kooperiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto, Joseph Albert: Kirche im Wachsen. Vierhundert Jahre Jesuitenmission im Dienste der Weltmission. Freiburg 1940
  • Jean-Pierre Duteil: Le mandat du ciel: le rôle des Jésuites en Chine, de la mort de François-Xavier à la dissolution de la Compagnie de Jésus (1552-1774). Editions Arguments, Paris 1994, ISBN 2-909109-11-9.
  • Jacques Gernet: Chine et christianisme – Action et réaction. Paris, Nrf Edition Gallimard, 1982.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Jesuitische Mission – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Briefe des Francisco de Xavier. Ausgewählt, übertragen und kommentiert von Elisabeth Gräfin Vitzthum: München 1950
  2. Ronald Daus: Die Erfindung des Kolonialismus. Hammer, Wuppertal 1983, 3-87294-202-6.