Joseph Safra

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Joseph Safra (in Brasilien auch José Safra; * um 1939 in Beirut) ist ein brasilianischer Unternehmer und Mitglied einer der reichsten Familien Südamerikas. Er steht der Safra Group, einer Unternehmensgruppe von Banken und Finanzunternehmungen vor. Er ist Vorstandsvorsitzender aller Safra-Unternehmen, darunter die Safra National Bank of New York und der Banco Safra in São Paulo. Im März 2013 schätzte das Forbes Magazine sein Vermögen auf 15,9 Milliarden US-Dollar, was ihn zu einem der reichsten Menschen in Südamerikas und den 46.-reichsten Menschen der Welt machte.[1]

Leben[Bearbeiten]

Joseph ist Sohn der reichen jüdischen Bankiersfamilie Safra, die bei seiner Geburt in Aleppo (Syrien) beheimatet war. Die Geschichte der Familienbank begann mit der Finanzierung von Karawanen zwischen Aleppo, Alexandria und Konstantinopel im Osmanischen Reich. Die Familie verließ Syrien aufgrund von antijüdischen Ausschreitungen infolge der Gründung des Staates Israel im Jahr 1949 und ließ sich zunächst in Mailand und 1952 in Brasilien nieder. 1955 begannen Josephs damals 23-jähriger Bruder Edmond Safra und sein Vater im Finanzsektor in São Paulo zu arbeiten. Edmond Safra zog bald in die USA und gründete die Republic National Bank of New York (1997 an HSBC verkauft; ein Großteil des Erlöses kam der Edmond Safra Foundation zugute). Joseph Safra gründete in den 1960er Jahren den Banco Safra, heute die sechstgrößte Privatbank in Brasilien. Er ist Vorstandsvorsitzender der Safra Group, die Bankdienstleistungen in Süd- und Nordamerika und Europa vertreibt.

Joseph Safra erwarb im Juli 2006 nach zweijährigen Verhandlungen die verbleibenden Anteile seines Bruders Moise am Banco Safra, dessen einziger Aktionär nunmehr der Grupo Safra ist. Beide Brüder halten noch immer gemeinsam einen Anteil an Aracruz Cellulose.[2]

Im November 2011 wurde bekannt, dass die Safra Group von der niederländischen Rabobank deren Mehrheitsanteil an der Schweizer Bank Sarasin übernehmen wird. Die Transaktion wurde Ende Juli 2012 abgeschlossen.[3]

Anfang November 2014 erwarb die Safra Group den Swiss Re Tower von der insolventen IVG.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Safra. forbes.com, Stand März 2013, abgerufen am 28. Mai 2013.
  2. José Safra faz acordo com irmão e assume o controle do banco, Folha de S. Paulo/Resenha Electronica des brasilianischen Finanzministeriums, 26. Juli 2006.
  3. Closing erfolgt, Mitteilung der Bank Sarasin, 31. Juli 2012.
  4. Einem Bericht der Financial Times zufolge für 925 Millionen Euro, lt. Londons „Gurke“ hat einen neuen Besitzer. In: FAZ. 10. November 2014.