Kim Jong-un

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Kim Jong-un; Porträt von Thierry Ehrmann
Unterschrift Kim Jong-uns
Koreanische Schreibweise
Chosŏn’gŭl 김정은
Hancha 金正恩
Revidierte Romanisierung Gim Jeong-eun
McCune-Reischauer Kim Chŏngŭn
siehe auch: Koreanischer Name

Kim Jong-un (* 8. Januar 1983 oder 1984[1][2] in Nordkorea) ist ein nordkoreanischer Politiker, erster Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission, Oberkommandierender der Koreanischen Volksarmee und erster Sekretär der Partei der Arbeit Koreas sowie seit 2011 zudem der sogenannte „Oberste Führer“ der Demokratischen Volksrepublik Korea. Er ist der dritte und jüngste Sohn seines am 17. Dezember 2011 verstorbenen Vorgängers Kim Jong-il.

Seit Sommer 2009 wurde er als Nachfolger seines Vaters gehandelt und am 27. September 2010 zum General ernannt.[3] Damit hatte er die gleiche Position inne wie sein Vater, bevor dieser seinen Vater Kim Il-sung beerbte. Nach Kim Jong-ils Tod und der offiziellen Trauerzeit wurde Kim Jong-un am 29. Dezember 2011 zum „Obersten Führer“ von Volk, Partei und Streitkräften ausgerufen.

Biographie[Bearbeiten]

Über Kim Jong-uns Leben ist wenig bekannt, was zu vielen Spekulationen führte. Er soll 1983 oder 1984 geboren sein. Als sein Geburtsdatum wurde zunächst der 8. Januar 1983 angegeben, später, als er zum Nachfolger seines Vaters aufgebaut wurde, wurde das Geburtsjahr auf 1982 festgelegt, damit es, wie auch das angebliche Geburtsjahr seines Vaters, mit demjenigen des 1912 geborenen Republikgründers Kim Il-sung in Einklang steht. Kim Jong-un wäre demnach im Jahr 2012, in das der hundertste Geburtstag Kim Il-sungs fällt, dreißig geworden, was von symbolischer Bedeutung wäre, besonders da das Jahr 2012 in Nordkorea zum Jahr erklärt wurde, in dem Nordkorea eine „große und reiche Nation“ wird.[4] Kim Jong-uns Mutter, Ko Yŏng-hŭi, war eine in Japan geborene koreanische Tänzerin und gilt als dritte Ehefrau Kim Jong-ils. Sie starb 2004 an Krebs. Kim Jong-un soll in den frühen 1990er Jahren mit seinem Bruder und vermutlich mit seiner Mutter nach Japan gereist sein.

Nach ursprünglich japanischen Zeitungsberichten, die weltweit aufgegriffen wurden, soll Kim Jong-un in der Schweiz, in der Nähe von Bern, zur Schule gegangen sein.[5] Zunächst wurde berichtet, Kim Jong-un habe unter dem Namen „Chol-pak“ oder „Pak-chol“ als angeblicher Sohn eines Angestellten der nordkoreanischen Botschaft von 1993 bis 1998 die private „International School“ (ISB) in Gümligen bei Bern besucht, die er 1998 ohne Abschluss abrupt verließ. Er sei schüchtern gewesen, sei mit allen gut ausgekommen und sei als Basketball-Fan und guter Schüler aufgefallen. Außerdem habe ihn immer ein älterer Schüler begleitet, der für seinen Leibwächter gehalten wurde.[6] Später hieß es, Kim Jong-un habe unter dem Namen „Pak-un“ oder „Un-pak“ von 1998 bis 2000 als vermeintlicher Sohn eines nordkoreanischen Botschaftsangestellten die öffentliche Schule „Liebefeld Steinhölzli“ in Köniz bei Bern besucht. Die Behörden von Köniz bestätigten, dass von August 1998 bis Herbst 2000 ein als Sohn eines Botschaftsangestellten angemeldeter Jugendlicher aus Nordkorea die Schule besucht habe, konnten über seine Identität jedoch keine Angaben machen. Er sei zuerst in eine Sonderklasse für fremdsprachige Kinder eingeteilt gewesen und habe danach in die Regelklasse des 6. Schuljahres gewechselt und das 7., 8. sowie einen Teil des 9. Schuljahres absolviert. Im Herbst 2000 habe er sich kurzfristig von der Schule abgemeldet. Er sei gut integriert, fleißig und ehrgeizig gewesen und habe gern Basketball gespielt.[7] Ein Mitschüler hat sich Journalisten gegenüber ausführlich über seinen damaligen Schulfreund geäußert, ihn als Außenseiter beschrieben und behauptet, er habe sich ihm gegenüber als Sohn des nordkoreanischen Machthabers zu erkennen gegeben.[8]

Pak-un könnte Kim Jong-un gewesen sein, während Pak-chol nicht wie ursprünglich angenommen Kim Jong-un,[9] sondern dessen älterer Bruder Kim Jong-chol gewesen sein dürfte. Ob der als Pak-un gemeldete Schüler bereits vor 1998 in der Schweiz gelebt hat, ist nicht bekannt. Die Basler Zeitung etwa meint, er sei schon seit 1992 in Bern-Liebefeld zur Schule gegangen,[10] während andere Medien davon ausgehen, er habe vorher die Internationale Schule in Gümligen besucht.[6]

Im Auftrag der SonntagsZeitung untersuchte das Labor für Anthropologie und Anatomie am Gerichtsmedizinischen Institut der Universität Lyon zwei Fotografien: eine des Schülers Pak-un aus dem Jahre 1999 im Kreise seiner Klassenkameraden der Schule Liebefeld Steinhölzli in Köniz und eine von Kim Jong-un aus dem Jahre 2012. Der morphologische Gesichtsvergleich – bestehend aus einer Analyse von 38 Distanzverhältnissen zwischen Fixpunkten des Gesichts – ergab eine Übereinstimmung von 95 % zwischen den beiden Aufnahmen. Der Leiter des Instituts, der Anthropologe Raoul Perrot, hält dies für einen Beweis dafür, dass Pak-un identisch mit Kim Jong-un ist. Die Abweichung von 5 % erklärt er mit der Alterung und der Gewichtszunahme der untersuchten Person.[11][12]

Weiter behauptet die SonntagsZeitung, sie verfüge über detaillierte Kenntnisse der Schulnoten von Kim Jong-un. Der Schüler habe während der ersten beiden Semester eine Klasse für Fremdsprachige besucht, danach eine Regelklasse. Der Bericht verweist auf das Erreichen einer Note 4 (genügend) in Mathematik, Deutsch und Englisch, eine Note 5 (gut) in Sport und Musik und im Fach Natur einer Note 3,5. Der Schüler habe in seinem ersten Jahr im Schulhaus Steinhölzli 75 und im zweiten Jahr 105 Absenzen aufgewiesen. In der Kirchstraße 10 nahe der Schule habe er mit Koch, Lehrer, Dienstmädchen und Fahrer gewohnt. Ein ehemaliger Mitschüler wird zitiert, sein Klassenkamerad habe gerne und oft Basketball gespielt. Dabei sei er immer im Zentrum der Aufmerksamkeit der asiatischen Zuschauer gestanden. Jeder Korbwurf sei voller Bewunderung mit Applaus bedacht worden. Mit den koreanischen Personen in seinem Umfeld habe er in der Öffentlichkeit kaum gesprochen und ihnen keine Befehle erteilt, habe jedoch auch so ihren Gehorsam erhalten.[13]

Unter Beobachtern ist es umstritten, ob Kim Jong-un in der Schweiz zur Schule ging oder ob er zu Hause in Pjöngjang unterrichtet wurde. Es herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass er von 2002 bis 2007 in Pjöngjang die Kim-Il-sung-Universität[14] besuchte.

Am 25. Juli 2012 gab die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) bekannt,[15] dass Kim Jong-un die 1989 geborene[16] Ri Sol-ju geheiratet habe.[17] Einer südkoreanischen Meldung zufolge soll die Heirat schon 2010 stattgefunden haben. Ri Sol-ju habe die Kim-Il-sung-Universität absolviert, ihr Vater sei Universitätsprofessor, ihre Mutter Gynäkologin.[18] Verschiedene Medien vermuteten, dass es sich bei ihr um die ehemals populäre nordkoreanische Sängerin Hyon Song-wol handelt.[19][16][20] Diese sei zuvor langjährig mit Kim Jong-un liiert gewesen,[21] dessen Vater aber habe 2006 die Trennung verlangt, woraufhin Hyon Song-wol bis 2012 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden sei.[22] Einer südkoreanischen Zeitungsmeldung zufolge soll Hyon Song-wol am 20. August 2013 zusammen mit weiteren Musikern hingerichtet worden sein.[23][24]

Am 26. Februar 2013 traf Kim Jong-un den Ex-NBA-Star Dennis Rodman,[25][26] der Kim als „Freund fürs Leben“ bezeichnete.[27] Laut Rodman soll Kim Ende 2012 eine Tochter bekommen haben.[28]

Rolle in Nordkorea[Bearbeiten]

Seit Juni 2009 wurde Kim Jong-un als wahrscheinlicher Nachfolger seines Vaters gehandelt. Es hieß, Kim Jong-il habe von staatlichen Stellen eine förmliche Loyalitätsbekundung zugunsten Kim Jong-uns gefordert.[29] Am 24. Juni 2009 berichtete die südkoreanische Zeitung Dong-a Ilbo, Kim Jong-un habe auf Betreiben seines Vaters die Leitung des nordkoreanischen Geheimdienstes übernommen.[30]

Ab 2010 wurde ein Führerkult um Kim Jong-un aufgebaut, der an den um seinen Vater Kim Jong-il und seinen Großvater Kim Il-sung anschließt. Im staatlichen Fernsehen wurde er so gezeigt, dass er seinem Großvater Kim Il-sung möglichst ähnlich sieht, im Mao-Anzug mit zurückgekämmtem Haar. Ebenso wurden die Fernsehzuschauer mit Bildern überhäuft, die den jungen Mann zeigen, wie er die Verehrung der alten Parteikader entgegennimmt und Anweisungen erteilt.[14] Die Nordkoreaner wurden aufgerufen, Kim Jong-un bei der Machtübernahme zu unterstützen, was als Hinweis auf eine baldige Ablösung seines Vaters bewertet wurde. Die mögliche Machtübertragung wurde durch die Ernennung Kim Jong-uns zum Viersternegeneral am 27. September 2010 bekräftigt. Bevor Kim Jong-il die Macht von seinem Vater übernahm, war er ebenfalls in den Rang eines Generals erhoben worden.[31] Gemeinsam mit Kim Jong-un wurde seine Tante Kim Kyŏng-hŭi zum General ernannt. Zudem wurde Kim Jong-un im Zuge der III. Parteikonferenz der PdAK am 28. September 2010 in das Zentralkomitee der Partei berufen und ist stellvertretender Vorsitzender der Militärkommission.[32][33] Erst nach dem Tod Kim Jong-ils meldete KCNA, dass Kim Jong-un auf Geheiß seines Vaters bereits am 8. Oktober 2011 das Oberkommando über die Koreanische Volksarmee übertragen worden sei.[34]

Nach dem Tod seines Vaters wurde Kim Jong-un am 19. Dezember 2011 von der KCNA als „großartiger Nachfolger und Führer von Partei, Armee und Volk“ bezeichnet, dem Volk und Militär „treu die Ehre erweisen“ müssten.[35] Nach Ende der offiziellen Trauerzeit um seinen Vater wurde Kim Jong-un am 29. Dezember 2011 von Kim Yŏng-nam, protokollarisches Staatsoberhaupt des Landes, während einer öffentlichen Zeremonie auf dem Kim-Il-sung-Platz zum „obersten Führer“ der Partei und des Militärs ausgerufen. Als „obersten Führer der Partei, des Staates und der Armee“ bezeichnete ihn auch die KCNA.

Am 11. April 2012 wurde er auf der IV. Parteikonferenz der Partei der Arbeit Koreas zum Ersten Sekretär und damit offiziell zum Parteiführer gewählt.[36] Am 13. April 2012 wählte ihn die Oberste Volksversammlung der DVRK zum Ersten Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungskomitees der DVRK.[37] Am 18. Juli 2012 erfolgte die Beförderung in den Rang eines Marschalls (Wonsu), womit Kim Jong-Un denselben militärischen Rang wie zuletzt sein verstorbener Vater innehat.[38]

Regierungszeit[Bearbeiten]

Zunächst hatte es nicht den Anschein, als ob sich ein Kurswechsel in der nordkoreanischen Politik abzeichnen würde. Im Leitartikel zum Neujahr 2012 wurde die Bevölkerung aufgerufen, Kim Jong-un „bis zum Tod“ zu verteidigen.[39] Nachdem Südkorea Truppen in Alarmbereitschaft versetzt hatte, wurde dessen Präsident Lee Myung-bak als „proamerikanischer faschistischer Irrer“ bezeichnet.[40] Insbesondere die Mediendarstellung Kim Jong-uns ähnelt der seiner Vorgänger. In einem TV-Beitrag zu seinem Geburtstag wurde er als „militärisches Genie“ bezeichnet, das bereits mit 16 Jahren Abhandlungen über Militärstrategien verfasst habe. Er habe seit seiner Jugend selten gegessen und wenig geschlafen, um zu lernen.[41] Ein weiterer Beitrag im nordkoreanischen Fernsehen zeigte ihn bereits 2009 in militärische Operationen verwickelt. So habe er im April 2009 ein Raketenkontrollzentrum besucht, als ein umstrittener Raketentest durchgeführt wurde und habe dem Westen mit Krieg gedroht, falls die Rakete abgeschossen werden sollte.[42]

Innenpolitik[Bearbeiten]

Kim Jong-un hielt am 1. Januar 2013 eine im Koreanischen Staatsfernsehen ausgestrahlte Neujahrsansprache, die erste seit 19 Jahren. Er nahm damit die Tradition einer Neujahrsansprache von Kim Il-sung wieder auf. Unter der Herrschaft Kim Jong-ils wurden die programmatischen Staatsziele am Anfang jeden Jahres in identischem Wortlaut in Leitartikeln der führenden Zeitungen des Landes veröffentlicht. Kim Jong-un sprach in seiner Neujahrsrede von einem bevorstehenden „radikalen“ Wechsel für das Land, von einer möglichen Beendigung der „Konfrontation“ mit Südkorea und von einer Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung, die u. a. mit wirtschaftlichem Aufschwung in der Landwirtschaft und der Leichtindustrie einhergehen soll. Im Widerspruch insbesondere zur Beendigung des Konflikts mit Südkorea steht seine Forderung, bessere Waffen zu entwickeln und die militärische Stärke Nordkoreas weiter auszubauen. Erstmals fand in Pjöngjang auch eine große Neujahrsfeier für die Bevölkerung statt.[43] Einige Gesetze wurden gelockert, so ist es z. B. nun Ausländern erlaubt, das Handy und das Internet zu benutzen.[44]

Kim Jong-un unternimmt, wie zuvor schon sein Vater, ausgedehnte Inspektionstouren („Vor-Ort-Anleitungen“) im ganzen Land.[45] Er ließ alle Bezüge zu Karl Marx und Lenin aus dem Stadtbild von Pjöngjang sowie aus der nordkoreanischen Verfassung entfernen.[46] Ende September 2012 erlaubte Kim Jong-un erstmals Bauern, Teile ihrer Ernte zu verkaufen. Im Januar 2014 setzte Kim für den 9. März 2014 eine „Wahl“ des nordkoreanischen Parlaments an. Bei dieser „Wahl“ wurden alle Kandidaten mit 100% gewählt, die Wahlbeteiligung lag bei 99,97%.[47]

Entmachtung und Hinrichtung Jang Song-thaeks[Bearbeiten]

Anfang Dezember 2013 gab das Regime die überraschende Entmachtung von Kims angeheiratetem Onkel Jang Song-thaek bekannt (Jang war der Ehemann von Kim Kyŏng-hŭi[48]). Dieser hatte bis dahin als der zweite Mann im Staat und als Graue Eminenz gegolten; nun verlor er alle Ämter und wurde Tage darauf hingerichtet. Auch Ri Su-yong, vormaliger Mentor Kim Jong-uns und früherer Botschafter Nordkoreas in der Schweiz, wurde hingerichtet.[49]

Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen[Bearbeiten]

Nach Berichten westlicher Medien werden Verletzungen von Menschenrechten, wie sie in Nordkorea unter der Herrschaft Kim Jong-ils begangen worden seien[50] unter der Führung von Kim Jong-un unter anderem dadurch fortgesetzt,[51] dass Flüchtlinge an der Grenze erschossen,[52] Menschen öffentlich hingerichtet[53] und andere in Internierungslagern gefangen gehalten werden.[54]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Verschärfte Sanktionen gegen das Land, mit denen der UN-Sicherheitsrat 2013 auf nordkoreanische Tests mit Langstreckenraketen reagiert hatte, führten in der Folge zu einer erneuten Zuspitzung des Koreakonflikts.

Bei einem außerordentlichen Treffen mit seinen höchsten Verteidigungsfunktionären am 26. Januar 2013 gab Kim Anweisungen zur Vorbereitung eines erneuten Atomtests und verkündete das Kriegsrecht in Nordkorea, das am 29. Januar in Kraft trat.[55][56]

Im März 2013 kündigte Kim Jong-un die Annullierung des Waffenstillstandsvertrags von 1953 an und drohte mit einem Angriff der südkoreanischen Baengnyeong-Insel, die bereits zuvor zum Schauplatz zahlreicher militärischer Auseinandersetzungen geworden war.[57][58] Kurz darauf verkündete Kim Jong-un, Nordkorea befinde sich nun mit Südkorea im Kriegszustand (de jure wurde der Kriegszustand seit dem Koreakrieg ohnehin nie aufgehoben)[59] und drohte den Vereinigten Staaten erstmals mit einem „nuklearen Präventivschlag“.[60][61] Bei dem Besuch einer Artillierieeinheit unweit der Südgrenze am 11. März 2013 sprach er zu den Soldaten: „Wenn der Befehl ergeht, sollt ihr die Hüften der Feinde brechen, ihre Luftröhren vollständig durchschneiden und ihnen zeigen, wie ein richtiger Krieg aussieht.“ [62] Experten vermuten, dass die neuerlichen Kriegsgebärden möglicherweise die Hardliner unter den Militärfunktionären beschwichtigen und hinter Kim scharen sollen, damit wirtschaftliche Reformen möglich werden, sowie die USA dazu bringen sollen, Gesprächen und einer Lockerung der Embargos zuzustimmen.[63] Im April 2013 schloss Nordkorea zudem vorübergehend die Sonderwirtschaftszone Kaesŏng, obwohl dies massive Devisenverluste bedeutete.[64]

Die internationale Staatengemeinschaft, darunter auch die VR China (eigentlich ein Verbündeter Nordkoreas), verurteilten diese erneuten Drohgebärden scharf und mahnten Nordkorea zur Mäßigung. Die Vereinigten Staaten hielten die Drohungen zwar überwiegend für Kriegsrhetorik, nahmen die Gefahr aber dennoch ernst und wollen daher weitere Raketenabwehrstationen auf ihren Pazifikinseln, wie Guam, errichten, um einem möglichen Angriff zuvorzukommen.[65][66][67]

Im Juni 2013 begann die Lage sich zu entspannen. So wurde am 7. Juni die Telefonverbindung zu Südkorea wiederhergestellt und ein Treffen vereinbart.[68]

Trivia[Bearbeiten]

Im November 2012 proklamierte die amerikanische Satirezeitschrift The Onion Kim Jong-un zum Sexiest Man Alive.[69] Die chinesische Parteizeitung People's Daily übernahm diese Darstellung, gratulierte Kim zur Auszeichnung und stellte eine ausführliche Fotostrecke online.[70]

Reden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kim Jong-un – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. '어두운 구름(雲)' 대신 '빛나는 銀'으로? In: Chosun.com. 3. Juli 2010, abgerufen am 28. April 2012 (koreanisch).
  2. Profile: Kim Jong-un. Auf: bbc.co.uk am 4. Juni 2010
  3. Nordkoreas Militär: Kims Sohn steigt auf. In: Spiegel Online. 27. September 2010, abgerufen am 28. September 2010.
  4. Colin Dürkop und Min-Il Yeo: North Korea after Kim Jong Il. Political and social perspectives ahead of the expected change of power. In: KAS International Reports 8. Konrad-Adenauer-Stiftung in the Republic of Korea, 2011, abgerufen am 23. Dezember 2011 (englisch).
  5. handelsblatt.com: Nordkoreas Diktator - Kim Jong Un und der Konsum
  6. a b Elisalex Henckel: Kim Jong-un und sein Unterricht bei den Schweizern. In: Welt Online. 24. Juni 2009, abgerufen am 14. Oktober 2010.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWeitere nordkoreanische Spuren in Bern. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. Juni 2009, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  8. Bernhard Odenahl: Mein Freund, der zukünftige Diktator Nordkoreas. In: Tages-Anzeiger. 29. September 2009, abgerufen am 29. September 2010.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJulie Zaugg und Titus Plattner: Der Diktator spricht Deutsch. In: Cicero. 8. Mai 2009, abgerufen am 29. September 2010.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVerwirrspiel um die beiden Kims. In: Basler Zeitung. 17. Juni 2009, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  11. Titus Plattner, Daniel Glaus, Julian Schmidli: Der Diktator aus Liebefeld. In: SonntagsZeitung vom 1. April 2012 (Archiv-Version)
  12. Titus Plattner: «Der Schüler Un Pak ist identisch mit Kim Jong-un.» Interview in: SonntagsZeitung vom 1. April 2012, S. 17.
  13. Titus Plattner, Daniel Glaus, Julian Schmidli: In Bügeln und Kochen eine 4. SonntagsZeitung vom 1. April 2012, S. 17 (Archiv-Version) (Notenskala in der Schweiz: 1 schlechteste, 6 beste Note)
  14. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKim Jong-un, Profile. In: The New York Times. 20. Dezember 2011, abgerufen am 23. Dezember 2011 (englisch).
  15. KCNA: Rungna People's Pleasure Ground Opens in Presence of Marshal Kim Jong Un vom 25. Juli 2012 (englisch).
  16. a b Yonhapnews: N. Korean leader's wife visited S. Korea in 2005: spy agency vom 26. Juli 2012 (englisch).
  17. Kim Jong Un hat geheiratet. 25. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012 (deutsch).
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKim Jong-un 'Got Married'. In: The Chosunilbo. 31. Oktober 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011 (englisch).
  19. Wedding bells in North Korea. Auf: reuters.com am 25. Juli 2012
  20. Herald Sun: Kim Jong-Un married to mystery woman Ri Sol-Ju. Auf: heraldsun.com.au am 25. Juli 2012
  21. Simon Crerar: Lil' Kim and the married pop star: North Korean leader's mystery girl. Auf: news.com.au am 11. Juli 2012
  22. Lee Young-jong: Is Hyon the new first lady of NK?. Auf: koreajoongangdaily.joins.com am 9. Juli 2012
  23. Kim Jong-un's Ex-Girlfriend "Shot by Firing Squad". Auf: english.chosun.com am 29. August 2013 (Original: 가수·무용수 등 유명 예술인, 性관계 장면 촬영·판매·시청北, 은하수·왕재산 악단 해체. Auf: news.chosun.com am 29. August 2013)
  24. Kevin Stahler: Kim Jong-un's Ex-Girlfriend Kim Jong Un’s Ex-Lover is (Reportedly) Dead. Auf: piie.com am 1. September 2013
  25. Dennis Rodman: North Korea’s Kim Jong Un is an ‚awesome guy‘’ and his father and grandfather were ‘great leaders’. Daily News. March 1, 2013.
  26. Joohee Cho: Rodman Worms His Way Into Kim Jong Un Meeting In: ABC News. 28. Februar 2013.
  27. Rodman: "Kim Jong Un ist ein toller Typ", rp-online.de vom 1. März 2013
  28. http://www.welt.de/politik/ausland/article119855922/Internationales-Raetselraten-um-Baby-Kim.html
  29. Nordkorea: Diktator Kim soll Sohn zum Nachfolger erkoren haben. In: Spiegel Online. 2. Juni 2009, abgerufen am 29. September 2010.
  30. Kim Jong-un an der Spitze von Nordkoreas Geheimdienst. In: NZZ Online. 24. Juni 2009, abgerufen am 29. September 2010.
  31. Kim Jong Il Issues Order on Promoting Military Ranks. Korean Central News Agency, 27. September 2010, abgerufen am 29. September 2010 (englisch).
  32. Kim Jong Un übernimmt immer mehr Ämter – Ist er bald Staatschef? In: Focus Online. 29. September 2010, abgerufen am 1. Oktober 2010.
  33. Johnny Erling: Der dickliche Diktator. In: Welt Online. Abgerufen am 1. Oktober 2010.
  34. 'Kim Jong Un Assumes KPA Supreme Commandership', KCNA KCNA.co.jp, 31. Dezember 2011
  35. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNordkorea: Kim Jong Il ist tot. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  36. Rodong Sinmun, 12. April 2012, S. 2 und 3
  37. KCNA, 13. April 2012
  38. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKim Jong-un übernimmt Kontrolle über Militär. In: diepresse.com. 18. Juli 2012, abgerufen am 18. Juli 2012.
  39. Nordkorea: "Kim Jong-un bis zum Tod verteidigen". In: diepresse.com. 1. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2012.
  40. "Faschistischer Irrer": Nordkorea beleidigt Präsidenten. In: diepresse.com. 4. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2012.
  41. Nordkorea preist Kim Jong-un als "Genie der Genies". In: diepresse.com. 8. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2012.
  42. Footage on North Korean TV shows Kim Jong Un vowing war if enemies shoot down rocket. In: The Blade, copyright Associated Press. 8. Januar 2012, abgerufen am 13. April 2013 (englisch).
  43. Überraschende Neujahrsansprache: Kim kündigt "radikalen Wechsel" in Nordkorea an bei Spiegel Online, 1. Januar 2013 (abgerufen am 1. Januar 2013).
  44. Jean H. Lee: Wie es zum ersten Tweet aus Nordkorea kam Die Welt 1. März 2013
  45. Die Besichtigungstouren des Kim Jong Un: Ganz der Papa. In: Spiegel Online. 4. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2012.
  46. Andrei Lankov: Purist Pyongyang purges Marx Asia Times, 2. November 2012
  47. AFP: N. Korea 'election' records 99.97% turnout
  48. Kim Jong Uns Tante offenbar tot
  49. Christoph Neidhart: Kim richtete auch «Nordkoreas Schweizer» hin, Tages-Anzeiger, 13. Dezember 2013
  50. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUN General Assembly slams Pyongyang's human rights record. In: Chinapost Taiwan. 4. Mai 2011, abgerufen am 20. März 2012 (englisch).
  51. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNorth Korea's Kim Jong Un wages defector crackdown. In: Los Angeles Times. 5. Januar 2012, abgerufen am 20. März 2012 (englisch).
  52. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatN. Korea`s killing of 3 would-be defectors. In: The Dong-A Ilbo. 4. Januar 2012, abgerufen am 20. März 2012 (englisch).
  53. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBoomerangs Usually Come Back. In: Daily NK. 11. Januar 2012, abgerufen am 20. März 2012 (englisch).
  54. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHarsh Punishments for Poor Mourning. In: Daily NK. 11. Januar 2012, abgerufen am 20. März 2012 (englisch).
  55. North Korea 'under martial law'. The Daily Telegraph. 31. Januar 2013. Abgerufen am 31. Januar 2013.
  56. В КНДР в преддверии ядерных испытаний введено военное положение (Russian) RIA Novosti. 31. Januar 2013. Abgerufen am 31. Januar 2013.
  57. "Kreuz brechen, Kehle durchschneiden". T online 12. März 2013
  58. N. Korean leader threatens strike on South island, Agence France-Presse. 11. März 2013. Archiviert vom Original am 2. April 2013. Abgerufen am 2. April 2013. 
  59. Nordkorea verkündet „Kriegszustand“, faz.net vom 30. März 2013.
  60. UN passes sanctions despite North Korea threat of 'pre-emptive nuclear attack'. NBC News. 7. März 2013.
  61. tagesschau.de: Nordkorea zeigt sich bereit zu Atomschlag vom 4. April 2013.
  62. Spiegel 15/2013, Titelgeschichte, Kim Jong Bumm, Nordkoreas verrückter Atomkrieger Seite 87, 90
  63. tagesschau.de Fragiles Gleichgewicht des Schreckens Interview mit Hanns Günther Hilpert vom 8. März 2013.
  64. Korea-Konflikt: Schluss mit Höschen aus Kaesong spiegel.de vom 4. April 2013.
  65. Drohungen aus Nordkorea: USA errichten Raketenabwehr auf Pazifikinsel spiegel.de vom 4. April 2013.
  66. tagesschau.de: Nordkorea verkündet Kriegszustand vom 30. März 2013.
  67. tagesschau.de: China mahnt, macht aber keinen Druck vom 3. April 2013.
  68. Nordkorea stellt erste Telefon-Verbindung zum Süden wieder her, reuters.com vom 7. Juni 2013.
  69. Kim Jong Un Named Sexiest Man Alive auf der Webseite von The Onion, abgerufen am 28. November 2012
  70. Onion: We Just Fooled the Chinese Government. auf CNN
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Kim ist hier somit der Familienname, Jong-un ist der Vorname.