Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 1991

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landtagswahl 1991[1][2][3]
(Landesstimmen in %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,8
38,7
6,9
6,5
2,0
1,1
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1987
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,0
-6,4
-0,4
+0,6
+2,0
-1,8
Sonst.
    
Von 101 Sitzen entfallen auf:

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 1991 fand am 21. April statt. Dabei wurde der Landtag Rheinland-Pfalz erstmals für eine Dauer von fünf Jahren gewählt. Außerdem wurde ein neues Wahlsystem eingeführt, mit dem nun zwei Stimmen abgegeben wurden.

Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die SPD durch Gewinne von sechs Prozentpunkten stärkste Partei, während die CDU deutlich verlor. In der Folge wurde eine sozialliberale Koalition aus SPD und FDP gebildet.

Wahlergebnis[Bearbeiten]

Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis:[1][2][3][4]

  • Gültige Stimmen: 2.125.407
  • Ungültige Wahlkreisstimmen: 2,4 %
  • Ungültige Landesstimmen: 1,8 %
  • Sitze insgesamt: 101
  • Wahlbeteiligung: 73,9 %
Partei Wahlkreis-
stimmen
Anteil
in %
Direkt-
mandate
Landes-
stimmen
Anteil
in %
Sitze Sitze
1987
SPD 978.169 46,31 37 951.695 44,78 47 40
CDU 850.067 40,25 14 822.449 38,70 40 48
FDP 136.734 6,47 146.400 6,89 7 7
GRÜNE 112.378 5,32 137.139 6,45 7 5
REP 12.998 0,62 43.480 2,05
ÖDP 16.673 0,79 19.355 0,91
DLVH 2.184 0,10 4.889 0,23
Graue 616 0,03
CM 377 0,02
PBC 287 0,01
Einzelbewerber 1639 0,08
Total 2.112.122 51 2.125.407 101 100

Konsequenzen[Bearbeiten]

Der neue Ministerpräsident Rudolf Scharping (SPD)

Die SPD wurde dank Zugewinnen von sechs Prozentpunkten erstmals stärkste Partei in Rheinland-Pfalz. Die CDU, die bislang immer stärkste Partei gewesen war, verlor gegenüber 1987 6,4 Prozentpunkte und war erstmals nur zweitstärkste Kraft. Auch die FDP verlor leicht, konnte ihre sieben Mandate jedoch halten. Die Grünen gewannen leicht hinzu und erreichten ebenfalls sieben Mandate. Den Grünen gelang erstmals der Wiedereinzug in den Landtag, der FDP der erste Wiedereinzug nach der Wahlniederlage 1983, bei der sie den Einzug verfehlt hatte. Die größten Stimmengewinne nach der SPD erreichten die erstmals antretenden Republikaner, die auf Anhieb ein Ergebnis von zwei Prozent erreichten, den Einzug in den Landtag damit jedoch deutlich verfehlten.

Die bislang regierende schwarz-gelbe Koalition unter Carl-Ludwig Wagner verlor ihre Mehrheit. Neben einer unwahrscheinlichen Großen Koalition besaßen also sowohl ein rot-grünes als auch ein sozialliberales/rot-gelbes Bündnis eine Mehrheit. Schließlich wurde eine sozialliberale Koalition unter Ministerpräsident Rudolf Scharping (SPD), das Kabinett Scharping, gebildet. Damit wechselte zum ersten und bis dato einzigen Mal die Parteizugehörigkeit des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: LWL RLP – Landtagswahl: Wahlergebnisse 1947–2006. Abgerufen am 23. Dezember 2010.
  2. a b Valentin Schröder: Landtagswahlen Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 23. Dezember 2010.
  3. a b Wilko Zicht: Wahlergebnisse – Rheinland-Pfalz (Landtagswahl). Abgerufen am 23. Dezember 2010.
  4. http://www.wahlen-in-deutschland.de/bl1RPf.htm