Lauch

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu anderen Bedeutungen von Lauch siehe Lauch (Begriffsklärung).
Lauch
Prei bloeiend winter Farinto.jpg

Lauch (Allium ampeloprasum subsp. ampeloprasum)

Systematik
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch (Allium)
Art: Ackerlauch (Allium ampeloprasum)
ohne Rang: Lauch
Wissenschaftlicher Name
Allium ampeloprasum subsp. ampeloprasum
Blühender Lauch

Lauch (Allium ampeloprasum Lauch-Gruppe, Syn. Allium porrum), auch Porree, Breitlauch, Winterlauch, Welschzwiebel, Gemeiner Lauch, Spanischer Lauch, Aschlauch, Fleischlauch genannt, ist eine Sortengruppe des aus dem Mittelmeerraum stammenden Ackerlauchs (Allium ampeloprasum).[1] Dieses Gemüse zählt zur Gattung Allium in der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Merkmale[Bearbeiten]

Es ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 80 cm erreicht. Lauch hat keine Zwiebel, aber die Naturform besitzt eine Knolle. Die linealischen bis lanzettlichen Laubblätter sind 1 bis 5 cm breit.

Der Blütenstand steht auf einem glatten Blütenstandsschaft und hat eine vielblättrige, langgeschnäbelte Hülle, welche länger als der große, kugelige, vielblütige, doldige Blütenstand ist. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die weißen bis hellpurpurnen Blütenhüllblätter sind 4,5 bis 5 mm lang und 2 bis 2,3 mm breit. Es werden eirunde Kapselfrüchte gebildet. Manchmal werden im Blütenstand Brutknollen gebildet.[2]

Sprache[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren wurde im deutschsprachigen Raum hauptsächlich die Bezeichnung „Porree“ benutzt, nur in der deutschsprachigen Schweiz, in Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, im südlichen Hessen und gestreut in Österreich und dem westlichen Bayern war die Bezeichnung „Lauch“ gebräuchlich. Die Bezeichnung „Lauch“ hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet und ist mittlerweile beinahe so verbreitet wie „Porree“.[3]

Herkunft und Geschichte[Bearbeiten]

Der Lauch ist eine Kulturform des Ackerlauchs (Allium ampeloprasum), welcher wild im Mittelmeerraum vorkommt und in verschiedenen Formen kultiviert wird. Lauch war schon um 2100 v. Chr. bekannt. Der sumerische Herrscher Urnammu ließ ihn in den Gärten der Stadt Ur anbauen. Auch im alten Ägypten war Lauch in Verwendung. Er soll den Arbeitern, die die Pyramiden erbauten, als Nahrung gedient haben. Danach war Lauch in der Antike im gesamten Mittelmeergebiet geschätzt. Vom römischen Kaiser Nero wird berichtet, er habe den Lauch auf Grund des enthaltenen Senföls bevorzugt. Wegen dieser Leidenschaft wurde Nero auch als „Porrophagus“ (Lauchfresser) bezeichnet. Lauch war im altgermanischen Ritual so heilig, dass er einer Rune den Namen gab. Wahrscheinlich ist der Lauch im Mittelalter aus Italien nach Mitteleuropa gekommen. Auf den britischen Inseln soll er vom Britenkönig Cadwallader um 640 als Erkennungszeichen für seine Truppen verwendet worden sein.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche Bezeichnungen für den Lauch sind oder waren: Aeschlauch, Bieslook (niederdeutsch), Biramsam (mittelhochdeutsch), Bolle (Brandenburg), Borren (Brandenburg), Burrä (Oldenburg), Bolle (Brandenburg), Burchon (Oberhessen), Burri (Mecklenburg, Jever), Burrei (Butjerden), Burren (Altmark), Burro (Pommern), Fristlich (Erzgebirge), Gemeinloch (mittelhochdeutsch), Kil (mittelniederdeutsch), Läuchel (mittelhochdeutsch), Lauchekyl, Loek (mittelniederdeutsch), Lók (mittelniederdeutsch), Look (Oldenburg, Ostfriesland), Pfarr, Pforisamo (mittelhochdeutsch), Pharren (mittelhochdeutsch), Phorro (mittelhochdeutsch), Phorsame, Poré (Siebenbürgen), "Bore" (Oberpfalz), Pork (mittelhochdeutsch), Porlok (mittelhochdeutsch), Porsam, Prei (Oldenburg, Ostfriesland), Prieslauch, Priselocher, Prö (Lübeck) und Slauch.[4]

Nutzung[Bearbeiten]

Anbau und Ernte[Bearbeiten]

Lauch wird auch heute noch hauptsächlich im Mittelmeerraum und in Europa angebaut, wobei in Deutschland der Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen liegt. Der Anbau von Sorten für die Ernte im Herbst oder Winter erfolgt durch Aussaat in ein Freiland-Saatbeet von März bis April und in der Regel Verpflanzung auf den endgültigen Standort zwischen Ende Mai/Anfang Juni bis Ende Juli. Zwecks Ernte von Lauch bereits im Zeitraum zwischen Juni und August/September erfolgt die Aussaat in einem kalten Gewächshaus von Anfang Januar bis Anfang März an; die so gewonnenen Jungpflanzen werden zwischen Ende März und Ende Mai ins Freiland ausgepflanzt. Bei der Verpflanzung setzt man abhängig von der angestrebten Bestandesdichte die Lauchpflänzchen in Reihenabständen von 30 bis 50 cm und Pflanzenabständen zwischen 10 und 15 cm. Die Bestandesdichte je Hektar variiert zwischen 200.000 Pflanzen bei Frühsorten und 100.000 Pflanzen bei Wintersorten. Der Ertrag liegt bei Wintersorten um 25 t pro Hektar. Aufgrund der hohen Frosthärte der meisten Lauchsorten für den Winteranbau können diese oft über den Winter auf dem Feld verbleiben.[5]

Krankheiten und Schädlinge[Bearbeiten]

Als wichtigste und vor allem Qualität mindernde Schädlinge sind Zwiebelthrips (Thrips tabaci), die durch Saugtätigkeit die Blätter silbergrau werden lassen, und die Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella), welche Löcher in Blatt und Lauchstange frisst, zu nennen. Seltenere Schädlinge sind Zwiebelminierfliege und Zwiebelfliege. Bei den Pilzkrankheiten sind es Porree-Rost (Puccinia allii), der durch rostige „Pusteln“, Papierfleckenkrankheit (Phytophthora porri) durch papierartige Verfärbung der Blätter und Wachstumsverlust und Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) durch seine Blattflecken die Qualität mindern oder Lauch unverkäuflich machen. Seltener tritt auch der Pilz Samtfleckenkrankheit (Cladosporium allii), die Viruserkrankung Gelbstreifigkeit (leek yellow stripe virus = LYSV, shallot latent virus = SLV, oder garlic latent virus = GLV) an Lauch auf, die durch mehrere Viren verursacht werden kann.[6][7] Wichtig ist eine weit gestellte Fruchtfolge, die den Aufbau einer erhöhten Schadpopulation in einem Feld oder in einer Region verhindert. Dem kann im Hausgarten mit Mischkulturen etwas entgegengewirkt werden. Dabei spielen Nachbarpflanzen eine gewisse Rolle. Ein wichtiger Faktor hierfür ist die Allelopathie. Günstige Nachbarn wie Endivie, Erdbeere, Kamille, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhre, Schwarzwurzel, Sellerie und Tomate mindern, schlechte Nachbarpflanzen wie Bohne, Erbsen oder Rote Bete können Wachstum und Krankheitsdruck fördern.

Verwendung[Bearbeiten]

Querschnitt und Wurzelansatz

Küche[Bearbeiten]

Lauchtorte (mit Camembert)

Lauch wird sowohl als Gemüse (meist Winterlauch) als auch als Küchengewürz (meist Sommerlauch) genutzt; man kann ihn als Gemüse oder Salat kalt oder warm essen. Zusammen mit Karotten und Sellerie wird Lauch als Gewürz in Suppen als sogenanntes Suppengrün verwendet.[8] Weitere Verwendung findet sich auch als Lauchtorte in kalter und heißer Ausführung.

Lauch führt bei der Verdauung – ähnlich wie bei Zwiebeln – zu Blähungen.[9]

Chemische Strukturformel von Isoalliin

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Lauch enthält unter anderem Vitamin C, Vitamin K und Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium und die Spurenelemente Eisen und Mangan. Die Schwefelverbindung Propanthial-S-Oxid, die aus Isoalliin und dem katalysierenden Enzym Allinase entsteht, verursacht den intensiven Geruch und Geschmack von Lauch. Das Sulfoxid Cycloalliin kommt ebenfalls in diversen Laucharten vor.

Kulturelle Rezeption[Bearbeiten]

Ein Band mit Erzählungen Arno Schmidts von 1959 trägt den Titel „Rosen und Porree“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. P. Hanelt & IPK (Hrsg.): Mansfeld's Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops, Online-Version
  2. Beschreibung der Art in der Flora of China. (engl.)
  3. „Zweite Runde – Lauch/Porree“, Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), Phil.-Hist. Fakultät, Universität Augsburg, 10. November 2005
  4. Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882, Seite 18
  5. Ulrich Sachweh (Herausgeber): Der Gärtner, Band 3, Baumschule, Obstbau, Samenbau, Gemüsebau. 2. Auflage, Ulmer, Stuttgart 1986/1989, ISBN 3-8001-1148-9, S. 226 f.
  6. G. Crüger et al.: Pflanzenschutz im Gemüsebau, 4. Auflage, Ulmer Verlag, Stuttgart 2002, S. 126–143, ISBN 88-506-5296-8
  7. E. Meyer et al.: Taschenbuch des Pflanzenarztes, 45. Folge, Landwirtschaftsverlag GmbH, Münster-Hiltrup 1996, S. 157–159, ISBN 3-7843-2747-8
  8. Beschreibung bei Plants for a future.
  9. http://www.apotheken-umschau.de/Darm/Das-hilft-bei-Blaehungen-55846.html

Weblinks[Bearbeiten]