Malvaglia
| Malvaglia | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Tessin |
| Bezirk: | Blenio |
| Kreis: | Malvaglia |
| Gemeindenummer: | 5041 |
| Postleitzahl: | 6713 |
| Koordinaten: | 718754 / 14175846.4166628.983334389Koordinaten: 46° 25′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O; CH1903: 718754 / 141758 |
| Höhe: | 389 m ü. M. |
| Fläche: | 80.3 km² |
| Einwohner: | 1311 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.malvaglia.ch |
| Karte | |
Malvaglia (dt. veraltet: Manglia) ist eine politische Gemeinde im Circolo di Malvaglia, im Bezirk Blenio des Kantons Tessin in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Malvaglia liegt im unteren Bleniotal. Sie setzt sich zusammen aus den Fraktionen Anzano, Brugaio, Canè, Chiesa, Ciavasch, Cregua, Dagro, Dandrio, Madra, Orino, Pontei, Rongie und Sciarce.
Nachbargemeinden sind Acquarossa, Aquila, Biasca, Hinterrhein GR, Ludiano, Mesocco GR, Rossa GR, Semione und Torre.
[Bearbeiten] Einwohner
Die Einwohnerzahl hat sich seit dem 17. Jahrhundert wenig verändert: 1602 1'164 Einwohner, 1808 1'056, 1850 1'647, 1880 2'022, 1900 1'606, 1950 1'120, 2000 1'172. Die Auswanderung führte ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem starken Bevölkerungsrückgang.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort wurde 1205 als de Malvallia (deutsch früher Manglia) erwähnt. Er teilt die geschichtliche Entwicklung des Bleniotals. In der Fraktion Rongie an der Lukmanierstrasse wurde ein römisches Münzenlager gefunden.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Das ungenügende Einkommen durch Land- und Viehwirtschaft sowie Rebbau führten zur Auswanderung nach Italien (bis ins 19. Jahrhundert) und nach Frankreich, England und Amerika (19. und 20. Jahrhundert). Im Jahr 2000 waren ein Drittel der Beschäftigten in der Industrie und die Hälfte im Dienstleistungssektor tätig wobei mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen auswärts arbeitete.
[Bearbeiten] Verkehr
Von 1933 bis 1959 war zwischen Malvaglia und Ponterio im Malvagliatal die erste Seilbahn des Kantons Tessin in Betrieb. Seit 1995 führt eine neue Seilbahn auf den Monte Dagro. Die Strasse ins Malvagliatal wurde in den 1940er Jahren für den Bau des Stausees angelegt. Die Umfahrungsstrasse um das Dorf wurde 1976 eröffnet.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Die Pfarrkirche St. Martin (ursprünglich S. Benedetto geweiht) wurde 1207 erweitert. Der heutige Bau stammt aus den Jahren 1602-03 und der Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert.
Oberhalb des Dorfes liegen die Reste einer Casa dei pagani (Heidenhaus), einer Grottenburg aus dem 3.-7. Jahrhundert. Mehrere solcher durch Sichtkontakt verbundener Casa dei pagani befinden sich in den steilen Wänden des Bleniotales. Sie könnten sowohl als Wacht- oder Signalhäuser (Hochwacht) gedient haben. Die Bezeichnung des Bleniotales als Sonnental (Valle del sole) oder Feuerlichttal (Valle dei fuochi) könnten auf solche Feuersignal-Ketten hindeuten.
Die Casa Baggio in der Fraktion Rongie war im 16. Jahrhundert vermutlich der erste Sitz der Landvögte.
In der Fraktion Dagro stehen noch sechs Holzhäuser aus dem 14. Jahrhundert. In der Nähe des Kastél (Piramide mozza) wurde eine prähistorische Steintafel gefunden, die die astronomischen Zeichen des Mitternachtshimmels von Februar bis März zeigt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Malvaglia im Historischen Lexikon der Schweiz
- Casa dei Pagani im Historischen Lexikon der Schweiz
- Offizielle Website der Gemeinde Malvaglia
- Casa dei Pagani von Malvaglia
- Antike Astronomie: Die Steintafel von Dagro
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter