Maurice Schumann

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Maurice Schumann (1969)

Maurice Schumann (* 10. April 1911 in Paris; † 9. Februar 1998 ebenda) war ein französischer Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Er arbeitete zunächst als Journalist. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zur Armee. Er diente als Verbindungsoffizier zur britischen Armee. Nach der Niederlage Frankreichs entging er der Kriegsgefangenschaft und setzte sich im Juni 1940 in London mit Charles de Gaulle in Verbindung. Schumann hielt eine tägliche Ansprache in der BBC. Er forderte die Franzosen zum Widerstand auf und wurde die Stimme des Freien Frankreichs genannt. Später war Schumann offizieller Sprecher der französischen Exilregierung. Er erfuhr als einer der ersten Franzosen von der Invasion Frankreichs, an der er als Hauptmann teilnahm.

Nach dem Krieg beteiligte er sich an der Gründung der katholischen Republikanischen Volksbewegung (MRP). 1949 wurde Schumann in die beratende Nationalversammlung gewählt. 1950 bis 1973 gehörte er für das Département du Nord der Nationalversammlung an. 1950 und 1953 vertrat er Frankreich bei den Vereinten Nationen.

1951 bis 1954 war er Staatssekretär im französischen Außenministerium. Von 1959 bis April 1962 und Dezember 1962 bis März 1967 war er Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses der Nationalversammlung.

Im April 1962 wurde er Minister für Entwicklung. Er trat am 16. Mai 1962 aus Protest gegen die Europapolitik von de Gaulle zurück. Im April 1967 wurde er Staatsminister für Wissenschaft, Atom und Weltraum und danach Staatsminister für soziale Angelegenheiten. Ab Juni 1969 war er Außenminister. Nachdem er sein Mandat in der Nationalversammlung nach der Wahl im März 1973 verloren hatte, trat er als Außenminister zurück.

Im September 1974 wurde er in den Senat gewählt und am 7. März 1974 in die Académie française aufgenommen. Er war zudem Ritter der Ehrenlegion und Träger des Ordre de la Libération.

Weblinks[Bearbeiten]