Montignoso

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Montignoso
Wappen
Montignoso (Italien)
Montignoso
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Massa-Carrara (MS)
Koordinaten: 44° 1′ N, 10° 10′ O44.01666666666710.166666666667130Koordinaten: 44° 1′ 0″ N, 10° 10′ 0″ O
Höhe: 130 m s.l.m.
Fläche: 16 km²
Einwohner: 10.169 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 636 Einw./km²
Postleitzahl: 54038
Vorwahl: 0187
ISTAT-Nummer: 045011
Volksbezeichnung: Montignosini und Monceri
Schutzpatron: San Vito (15. Juni)
Website: Gemeinde Montignoso
Panorama von Montignoso (Piano/Piazza)
Panorama von Montignoso (Piano/Piazza)

Montignoso ist eine Gemeinde mit 10.169 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Massa-Carrara in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Montignoso in der Provinz Massa-Carrara

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 16 km² und besteht aus verschiedenen Ortsteilen. Einen Hauptort namens Montignoso gibt es nicht. Die Gemeinde liegt ca. 100 km nordwestlich von Florenz, ca. 5 km südlich von Massa und 10 km südlich von Carrara in den Apuanischen Alpen und in der Versilia. Sie ist die südlichste Gemeinde der Provinz Massa-Carrara und Teil des Weinbaugebietes Candia dei Colli Apuani. Montignoso liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1 887 GG[2] und ist Teil des Bistum Massa Carrara-Pontremoli.

Der Ortsteil Cinquale (auch Marina di Montignoso genannt) liegt an dem Fluss Versilia, der 3 seiner 12 km Länge im Gemeindegebiet verbringt, und dessen Mündung ins Ligurische Meer. Zudem verbringt der Torrente Montignoso alle seine 6 km in der Gemeinde. [3]

Zu den Ortsteilen zählen Capanne-Prato-Cinquale (69 m, ca. 8000 Einwohner), Sant’Eustachio (305 m, ca. 250 Einwohner), San Vito-Cerreto, Corsanico (130 m, ca. 1350 Einwohner), Piano (auch Piazza, Rathaussitz, 150 m, ca. 25 Einwohner) und Vietina (325 m, ca. 30 Einwohner). [4]

Die Nachbargemeinden sind Forte dei Marmi (LU), Massa, Pietrasanta (LU) und Seravezza (LU).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstes Bauwerk des Ortes war das Castello Aghinolfi, welches im 7. Jahrhundert von Rothari erobert wurde. Am 10. Februar 753 wurde der Ort erstmals schriftlich erwähnt[5] in einem Dokument des König Aistulf aus Pavia. [6] Um das Jahr 1000 fiel der Ort an den Bischof von Luni. Ab dem 13. Jahrhundert gehörte es zu Lucca, mit der Ausnahme der Jahre von 1438 bis 1441, als Florenz die Herrschaft innehatte, den Ort dann nach dem Frieden von 1441 wieder an Lucca zurückgab. [6] Als Pietrasanta 1514 von Florenz eingenommen wurde, wurde der Ort zu einer Exklave von Lucca. Von 1847 bis zur italienischen Einigung gehörte die Gemeinde zu Modena. In der Zeit des italienischen Faschismus wurde sie 1938 mit den Orten Massa und Carrara zur Gemeinde Apuania zusammengefasst. Diese Gemeinde wurde 1946 wieder aufgelöst[7]. Seitdem ist der Ort selbstständig. Im Zweiten Weltkrieg lag der Ort unmittelbar an der Gotenstellung. Seit 1861 erlebt die Gemeinde einen stetigen Bevölkerungszuwuchs. Waren 1861 noch ca. 2150 Einwohner gemeldet, betrug die Zahl der Einwohner im Jahr 2011 ca. 10.200.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Montignoso und das Castello Aghinolfi
Der Mastio (Hauptturm) des Castello Aghinolfi
  • Castello Aghinolfi, wurde erstmals 753 erwähnt und entstammt den Langobarden. Es blieb dann im Familienbesitz der Aghinolfi bis 1376 und ging dann an die Republik Lucca. Karl VIII. gelang 1494 in den Besitz der Burg. Die Burg bestand aus zwei Türmen (Torre di San Francesco und Torre di San Paolino) und drei Befestigungsringen. [8] 2001 wurde die Befestigungsanlage restauriert. [9]
  • Chiesa parrocchiale di San Vito e Modesto, Kirche im Ortsteil Piazza. War Nachfolgekirche der Pieve Pieve di San Vito di Castello Anghinolfi, die bereits 1148 vom Bischof in Luna erwähnt wurde und von der es heute keine Spuren mehr gibt. Enthält von Michele Ciampanti das Triptychon Madonna col Bambino tra i Santi Giovanni Battista, Vito, Modesto e Pietro (1482 entstanden). [10]
  • Chiesa di Sant’Eustachio, Kirche im Ortsteil Sant’Eustachio bei 299 m. [11] Enthält die Holzstatue Madonna col Bambino, die durch Giovanni Pisano[10] oder Tino di Camaino[11] entstand. Enthält zudem die Werke Madonna col Bambino tra i Santi Eustachio, Giovanni Battista, Maddalena e Vito (Tafelgemälde, 1495 entstanden), L’eterno benedicente (Lünette) und Storie di Sant’Eustachio (Predella) von Vincenzo Frediani.
  • Lago di Porta, 82 Hektar großer Naturpark bei Cinquale, der entgegen der Namensgebung kein See (Lago) mehr ist [12] und von 17°C Grad warmen Süßwassern gespeist wird, die den Quellen der Rupi di Porta entstammen. Der Park gehört seit 1998 zu dem Sistema Regionale delle Aree Protette (Regionalverbund der geschützten Gebiete). [13] Namensgebend war das heute nicht mehr existierende Tor Porta Beltrami, sodass der ehemalige See auch Lago di Porta Beltrami oder auch Lago di Perotto (nach dem damaligen Feudalherren) genannt wurde. [6]
  • Torre del Cinquale, auch Forte del Cinquale genannt, ehemaliger Küstenturm im Ortsteil Cinquale, der an der Meeresmündung des Zuflusses vom Lago di Porta lag [6] und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. [14]
  • Villa Giorgini Schiff, Bauwerk im Ortsteil Piazza. Entstand als Familienpalast der Familie Giorgini und wurde 1764 erstmals baulich verändert. Der Garten und der Park stammen aus der Zeit um 1837. Der Namenszusatz Schiff entstand durch die Heirat von Matilde Giorgini und Roberto Schiff (*1854 in Frankfurt am Main). Schwere Schäden erlitt die Villa beim Erdbeben von 1920, die bis 1925 behoben wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Villa von der Familie verlassen und erst nach Kriegsende wieder von Giorgio Schiff Giorgini übernommen und 1959 restauriert. Heute ist die Villa im Besitz der Gemeinde. [15]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Der Ort ist über die wenige Kilometer entfernt liegenden Anschlussstellen Versilia und Massa an die Autobahn A12 angeschlossen.
  • Durch den Ort verläuft die Via Aurelia.
  • Montignoso liegt am historischen Streckenverlauf der Via Francigena zwischen den Stationen XXVIII. (Luna/Luni) und XXVII. (Campmaior/Pieve di Camaiore, Gemeindegebiet des heutigen Camaiore)
  • Die nächstgelegenen Haltepunkte der Bahnstrecke Pisa–Genua sind Massa Centro und Forte dei Marmi-Seravezza-Querceta.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Montignoso besitzt Gemeindepartnerschaften mit folgenden Orten:[16]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Montignoso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 2. September 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Montignoso, abgerufen am 2. September 2013 (ital.)
  4. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Massa-Carrara, abgerufen am 2. September 2013 (ital.)
  5. Premio Maccari, abgerufen am 26. Februar 2010 (ital.)
  6. a b c d E. Repetti: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana
  7. massacarrara-live.it, abgerufen am 26. Februar 2010 (ital.)
  8. Castelli Toscani zur Burg der Aghinolfi in Montignoso, abgerufen am 5. September 2013 (ital.)
  9. Webseite Istituto Valorizzazione Castelli zur Burg der Aghinolfi in Montignoso, abgerufen am 5. September 2013 (ital.)
  10. a b Regione Toscana: I luoghi della Fede
  11. a b Touring Club Italiano
  12. Cinquale.it zum Naturpark Lago di Porta, abgerufen am 5. September 2013 (ital.)
  13. Offizielle Webseite der Gemeinde Montignoso zum Lago di Porta, abgerufen am 5. September 2013 (ital.)
  14. Webseite Tesselle Toscane zu Montignoso, abgerufen am 5. September 2013 (ital.)
  15. Ovidio Guaita: Le Ville della Toscana, Newton & Compton Editori, Rom 1997, ISBN 88-8183-787-0, S. 178 ff.
  16. Offizielle Webseite der Gemeinde Montignoso zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 26. Februar 2010 (ital.)