Pietrasanta

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Dieser Artikel behandelt die italienische Kleinstadt in der Toskana. Zum Herzog von Serradifalco siehe Domenico Lo Faso Pietrasanta.
Pietrasanta
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltKein Wappen vorhanden.
Pietrasanta (Italien)
Pietrasanta
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Lucca (LU)
Koordinaten: 43° 58′ N, 10° 14′ O43.96666666666710.23333333333314Koordinaten: 43° 58′ 0″ N, 10° 14′ 0″ O
Höhe: 14 m s.l.m.
Fläche: 41 km²
Einwohner: 23.921 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 583 Einw./km²
Stadtviertel Capezzano Monte, Capriglia, Strettoia (Montiscendi), Traversagna (Pollino), Vecchiuccio, Vallecchia, Solaio, Vitoio, Castello, Valdicastello, Crociale (Ponte Rosso), Africa (Pisanica), Macelli, Osterietta, Marina di Pietrasanta (Fiumetto, Tonfano, Motrone, Focette)
Angrenzende Gemeinden Camaiore, Forte dei Marmi, Montignoso (MS), Seravezza, Stazzema
Postleitzahl: 55044 Marina di Pietrasanta, 55045 Pietrasanta
Vorwahl: 0584
ISTAT-Nummer: 046024
Volksbezeichnung: Pietrasantini
Schutzpatron: San Biagio und San Martino
Website: Offizielle Seite

Pietrasanta ist eine italienische Kleinstadt mit 23.921 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Provinz Lucca in der nördlichen Toskana.

Geografie[Bearbeiten]

Pietrasanta liegt etwa 30 km nördlich von Pisa am Fuße der Apuanischen Alpen. Der am Meer gelegene Ortsteil Marina di Pietrasanta ist ein bekanntes Seebad.

Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Capezzano Monte, Capriglia, Strettoia (Montiscendi), Traversagna (Pollino), Vecchiuccio, Vallecchia, Solaio, Vitoio, Castello, Valdicastello, Crociale (Ponte Rosso), Africa (Pisanica), Macelli, Osterietta und Marina di Pietrasanta (Fiumetto, Tonfano, Motrone, Focette).

Nachbargemeinden sind Camaiore, Forte dei Marmi, Montignoso, Seravezza und Stazzema.

Geschichte[Bearbeiten]

Mauerreste weisen auf eine Besiedlung bereits in römischer Zeit hin. Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1255, als der Mailänder Guiscardo Pietrasanta, Namensgeber des Ortes, zu Füßen einer bereits bestehenden lombardischen Festung eine Siedlung errichten ließ. Während des Mittelalters wechselten die Herrschaftsverhältnisse mehrmals zwischen den Stadtstaaten von Genua, Lucca und Florenz. Im 17. und 18. Jahrhundert folgte eine Periode des Niedergangs, der unter anderem durch die Malaria verursacht war.

Leopold II., Großherzog der Toskana und Erzherzog von Österreich, förderte im 19. Jahrhundert den Wiederaufbau und schuf durch die Errichtung von Schulen für Steinmetze eine wirtschaftliche Grundlage für den Wiederaufstieg zur früheren Bedeutung als Stadt des Marmors.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Pietrasanta, Domplatz
Ein Künstler bei der Arbeit
Pietrasanta, Dom Innenansicht
Pietrasanta, Dom, Kuppelblick

Marmorverarbeitung[Bearbeiten]

Der Name Pietrasanta (ital. pietra: Stein, santa: heilig) ist Programm. Tatsächlich kommt der Steinbearbeitung in Pietrasanta eine ganz besondere Bedeutung zu. In den in unmittelbarer Nähe gelegenen Marmorbrüchen von Carrara wird einer der weltweit besten Bildhauermarmore namens Statuario gebrochen, der in vielen Unternehmen in und um Pietrasanta weiterverarbeitet wird. Weniger reine, weiße und graue Varietäten des hier gewonnenen Marmors sind in Pietrasanta auch ein billiges und praktisches Baumaterial. Viele alltägliche Gegenstände wie Fensterbretter, Briefkästen, Bürgersteige, Elektrokästen oder Müllkästen, die alle aus feinstem weißen Marmor bestehen, lassen sich in der Stadt finden.

Bildhauerei und Kunsthandwerk[Bearbeiten]

Eine ganze Reihe von Steinmetzen, Bildhauern und anderen Künstlern, die mit Stein arbeiten, haben sich hier angesiedelt. Ein bekannter Künstler neben anderen ist Fernando Botero. Marmor ist jedoch nicht das einzige Material, das im Kunsthandwerk Verwendung findet. Viele Künstler, übrigens fast alle sehr betagte Italiener, arbeiten mit anderen Materialien, insbesondere mit Kupfer und mit Glas, mit dem kunstvolle Mosaike gelegt werden.

Die ansässigen Werkstätten haben zumeist einen ausgezeichneten, teilweise internationalen Ruf. Bekannte Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi und Papst Johannes Paul II. haben bereits Statuen in Auftrag gegeben. Pikanterweise hatten seinerzeit George W. Bush und Saddam Hussein zur gleichen Zeit Aufträge an dieselbe Werkstatt vergeben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der Dom San Martino wurde im 14. Jahrhundert an Stelle einer früheren Kirche errichtet und im 17.und 19. Jahrhundert restauriert und verändert. Der Camapanile stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Uhrturm wurde in den Jahren 1530–1533 errichtet. Sein derzeitiger Zustand stammt aus dem Jahre 1860.
  • Die Kirche Sant’Agostino, eine Klosterkirche der Augustinerchorherren, wurde im 14. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet. Der Turm ist aus dem Jahr 1780. Heute ist das Gebäude ein Kulturzentrum mit Bibliothek und Museum. Hier befindet sich unter anderem das Werk Immacolata Concezione von Astolfo Petrazzi.
  • Auf dem Domplatz sind viele sehenswerte Palazzi zu finden, unter anderen der Palazzo Moroni aus dem 17. Jahrhundert, der heute das Archäologische Museum beherbergt, oder der Palazzo Panicchi aus dem 15. Jahrhundert.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Pietrasanta unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten und Gemeinden:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Eugenio Barsanti (1821–1864), italienischer Ingenieur und Erfinder eines Verbrennungsmotors, wurde in Pietrasanta geboren
  • Giosuè Carducci (Enotrio Romano; 1835–1907), italienischer Dichter und Literaturhistoriker, wurde im Ortsteil Valdicastello geboren. 1906 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
  • Mina (* 1940), Sängerin, hatte in Marina di Pietrasanta ihren ersten Erfolg
  • Santino Spinelli, Künstlername Alexian (* 1964 in Pietrasanta), Musiker und Komponist
  • Francesca Piccinini (* 1979), italienische Volleyballspielerin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pietrasanta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.


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