Nöbdenitz

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Nöbdenitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nöbdenitz hervorgehoben
50.87722222222212.285229Koordinaten: 50° 53′ N, 12° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oberes Sprottental
Höhe: 229 m ü. NHN
Fläche: 10,01 km²
Einwohner: 909 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04626
Vorwahlen: 034496 (Nöbdenitz und Lohma), 034491Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 037
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Gemeindeamt 4
04626 Nöbdenitz
Webpräsenz: www.noebdenitz.de
Bürgermeister: Hartmut Reinhold
Lage der Gemeinde Nöbdenitz im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
Über dieses Bild
Kirche
1000-jährige Grabeiche

Nöbdenitz ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land.

Geografie[Bearbeiten]

Nöbdenitz liegt im Schmöllner-Altenburger-Lösshügelland, einem Ausläufer der Leipziger Tieflandbucht. Die Sprotte fließt in einem muldenartigen Tal durch das Dorf. Eine Ortsverbindungsstraße stellt den Anschluss an die Bundesstraße 7 her, die wiederum Anschluss an die südlich vorbeiführende Bundesautobahn 4 ermöglicht. Die Bahntrasse Ronneburg-Schmölln führt auch durch die Flur.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Drogen, Löbichau, Posterstein, die Stadt Schmölln, Vollmershain, Wildenbörten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind Nöbdenitz, Burkersdorf, Lohma, Untschen und Zagkwitz. Zu Nöbdenitz selbst gehört die mit dem Ort verschmolzene Ortslage Raudenitz.

Geschichte[Bearbeiten]

In Nöbdenitz gab es im Mittelalter eine Wasserburg. Die Herren von Nöbdenitz wurden 1143 erstmals urkundlich erwähnt. 1198 war Gerhard von Nöbdenitz Reichsministerialer. Zum Besitz der Herren gehörte die nahe gelegene Burg Posterstein. Heinrich II. Reuß, Vogt von Plauen, verlieh 1313 die Kirche von Nöbdenitz dem Kloster Cronschwitz. 1342 wurde durch den Naumburger Bischof Withego I. von Ostrau die Kirche dem Kloster sogar inkorporiert. Diese Eingliederung wurde 1347 von Papst Clemens VI. bestätigt und dauerte bis zur Reformation an.[2] Das Rittergut hatte zwischenzeitlich verschiedene Besitzer, bis die Herren von Thümmel ein Herrenhaus für das Rittergut wiederaufbauten. 1782 wurde ein weiteres errichtet. Nach entschädigungsloser Enteignung der Familie wurde 1948 aufgrund Befehl 209 der Sowjetische Militäradministration in Deutschland eines der Herrenhäuser abgerissen. Das zweite Herrenhaus hat man 1992/93 nach altem Vorbild erneuert.[3]


Von 1922 bis 1952 zählte Nöbdenitz zum Landkreis Gera und anschließend bis 1994 zum Kreis Schmölln.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1933 zählte Nöbdenitz 462, 1939 waren es 467 Einwohner.

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1994 (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1995: 1138
  • 2000: 1082
  • 2005: 1027
  • 2010: 935
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • DIE LINKE - 2 Sitze (14,6 %)
  • SSV Traktor - 4 Sitze (30,9 %)
  • Feuerwehr - 3 Sitze (29,4 %)
  • FWG/Grüne - 3 Sitze (25,1 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 58,8 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche (ehem. St. Maria) ist eine Chorturmkirche. Der Turm bestand bereits bei der urkundlichen Ersterwähnung 1313, das Schiff ist jünger. In den Jahren 1893-95 erfolgte eine Renovierung durch Heinrich Hergermann aus Altenburg, wobei die Substanz fast vollständig abgetragen und anschließend wiedererrichtet wurde.[4]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Schräg gegenüber der Kirche befindet sich mit der Grabeiche eine mindestens 1200 Jahre alte Stieleiche. Unter ihren Wurzeln wurde wunschgemäß der Staatsminister des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg Hans Wilhelm von Thümmel nach seinem Tod im Jahr 1824 beigesetzt. Der Rittergutsbesitzer hatte den Baum erworben, um ihn zu retten. Die heutige Straße weicht ihm ehrfurchtsvoll in einem Bogen aus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Nöbdenitz besitzt einen Bahnhof und ist damit an die Bahnstrecke Gößnitz–Gera (Mitte-Deutschland-Verbindung) angeknüpft. Auf dieser Strecke zwischen Glauchau bzw. Altenburg und Gera verkehren seit dem Wegfall der Regionalbahnen im Dezember 2008 ausschließlich Regional-Express-Züge, von denen die von und nach Glauchau zweistündlich in Nöbdenitz halten.

Eine gute Anbindung besteht ebenfalls an die BAB 4 sowie die Bundesstraße 7.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Region um Nöbdenitz ist im Wesentlichen von der Landwirtschaft und dem Kiesabbau rund um Untschen geprägt. Ganz besonders bekannt ist dabei der Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen in der Nöbdenitzer Region. Hier wurde u.a. Kamille, Pfefferminze, Spitzwegerich, Kümmel, Koriander, Melisse, Johanniskraut, Pharmaweide, Petersilie, Ringelblumen, Astern u.v.m angebaut. Der Anbau diente zum Teil der Rohstoffgewinnung für die Arzneimittelindustrie als auch zum Teil der Saatgutvermehrung. Heute (2007) ist davon fast ausschließlich der Anbau der Kamille übrig geblieben.

Nach der Wiedervereinigung forcierte man den Abbau der Kieslagerstätten in und um Untschen und Kleinstechau (Ortsteil der Gemeinde Löbichau). Ebenso siedelten sich weitere Unternehmen im Dienstleistungssektor an. Aber auch große Tankbehälter für Brauereien werden in Nöbdenitz gefertigt.

Die Gemeinde verfügt über eine größentypische Wirtschaftsstruktur mit zentralen Dienstleistungsunternehmen, mehreren Gasthäusern, Handwerksbetrieben sowie drei Arztpraxen. Zudem hat sich ein mittelständischer Betrieb des Tank- und Behälterbaus angesiedelt. Strukturbestimmend ist weiterhin die auf Duft- und Heilpflanzen spezialisierte Agrargenossenschaft, die in Spitzenzeiten der 1990er Jahre bis zu 10 % des deutschen Bedarfes an Heilkräutern decken konnte. Derzeit wird fast nur noch Kamille angebaut. Die Anbaufläche hierfür beträgt mehr als 600 ha. Bedeutend sind weiterhin die Unternehmen der Logistik- sowie metallverarbeitenden Branche im Gewerbegebiet Löbichau an der BAB 4, das auf dem Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft liegt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Nöbdenitz ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental und verfügt weiterhin über eine Regelschule sowie einen Kindergarten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Helmut Thurm Das Dominikaner-Nonnenkloster Cronschwitz bei Weida Verlag von Gustav Fischer in Jena 1942
  3. Th Bienert Mittelalterliche Burgen in Thüringen Wartberg Verlag 2000 ISBN 3-86134-631-1 S.21
  4. Georg Dehio, bearbeitet von Stephanie Eißing u. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6, S. 898.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nöbdenitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien