Noto

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Noto (Begriffsklärung) aufgeführt.
Noto
Wappen
Noto (Italien)
Noto
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Syrakus (SR)
Lokale Bezeichnung: Nuotu
Koordinaten: 36° 53′ N, 15° 4′ O36.88888888888915.070277777778152Koordinaten: 36° 53′ 20″ N, 15° 4′ 13″ O
Höhe: 152 m s.l.m.
Fläche: 550,86 km²
Einwohner: 23.799 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einw./km²
Stadtviertel Marina di Noto, Testa dell’Acqua
Angrenzende Gemeinden Avola, Canicattini Bagni, Ispica (RG), Modica (RG), Pachino, Palazzolo Acreide, Rosolini, Syrakus
Postleitzahl: 96017
Vorwahl: 0931
ISTAT-Nummer: 089013
Volksbezeichnung: Notinesi (oder Netini)
Schutzpatron: San Corrado Confalonieri
Website: Noto

Noto ist eine Stadt der Provinz Syrakus in der Region Sizilien in Italien mit 23.799 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Noto ist eine der spätbarocken Städte des Val di Noto, die von der Unesco zum UNESCO-Welterbe erklärt worden sind.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Noto liegt 35 km südwestlich von Syrakus am Südrand der Monti Iblei auf 159 m s.l.m.. Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft, der Industrie und im Tourismus.

Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Caltanissetta–Gela–Syrakus.

Noto ist Bischofssitz.

Die Stadtteile sind Marina di Noto, San Corrado di fuori und Testa dell’Acqua.

Die Nachbargemeinden sind Avola, Canicattini Bagni, Ispica (RG), Modica (RG), Pachino, Palazzolo Acreide, Rosolini und Syrakus.

Geschichte[Bearbeiten]

Porta Reale

Etwa 6 km nordwestlich der heutigen Stadt liegt das antike Neton (lateinisch Netum, heute Noto Antica oder Noto Vecchia genannt), das, von den Sikelern gegründet, schon früh in den Machtbereich von Syrakus geriet. Ab 263 v. Chr. wurde die Stadt offiziell von Hieron II. beherrscht, später kam sie als civitas foederata unter römische Herrschaft.

Ausgrabungen brachten die sikelische Nekropole, hellenistische Gräber und Katakomben zum Vorschein.

Unter den Arabern (ab 862) erlangte Noto im Mittelalter überregionale Bedeutung und war bis 1091 die letzte muslimische Bastion in Italien.

Die heutige Stadt entstand ab 1703 südöstlich von Noto Antica, das 1693 durch ein Erdbeben komplett zerstört worden war. Daraufhin wurde Noto planmäßig und einheitlich im Stil des sizilianischen Barocks neu aufgebaut. Stadtbaumeister war Rosario Gagliardi. Auch der Architekt Vincenzo Sinatra trug mit seinen Bauten zum heutigen Stadtbild bei.

Stadtbild und Bauwerke[Bearbeiten]

Die Kathedrale von Noto
Chiesa di San Domenico
Chiesa di Montevergine
Palazzo Villadorata

Beim Aufbau der neuen Stadt wurde ein rechtwinkliges Straßenraster zugrunde gelegt. Bevorzugtes Baumaterial für Kirchen und Paläste war heller Kalktuff aus der Umgebung.

Noto zählt zu den sizilianischen Barockstädten. Sie ist eine der 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten spätbarocken Städte des Val di Noto.[2]

Kirchen[Bearbeiten]

  • SS. Nicolò di Mira e Corrado, der Dom von Noto
  • Chiesa di Santa Caterina
  • Chiesa del Collegio di San Carlo, eine um 1740 erbaute Jesuitenkirche
  • Chiesa del Nome di Gesù
  • Monastero di Santa Chiara von Rosario Gagliardi
  • Chiesa di San Michele Arcangelo
  • Chiesa Santa Maria della Scala
  • Chiesa di Santa Chiara mit einer Madonna von Antonello Gagini
  • Chiesa di San Francesco D’Assisi (auch Chiesa dell’Immacolata) von Rosario Gagliardi mit dem ehemaligen Franziskanerkloster
  • Chiesa dello Spirito Santo
  • Chiesa dell’Ecce Homo
  • Chiesa di Santa Maria dell’Arco
  • Chiesa delle Anime Sante del Purgatorio
  • Chiesa di Santa Maria della Rotonda
  • Chiesa della Santissima Trinità
  • Chiesa di San Carlo al Corso
  • Chiesa di Santa Maria del Carmelo
  • Chiesa di San Pietro Martire
  • Chiesa di San Michele Arcangelo
  • Chiesa di San Domenico, erbaut ab 1737 von Rosario Gagliardi
  • Chiesa di Sant’Antonio Abate
  • Chiesa di San Corrado
  • Chiesa di Santa Caterina
  • Chiesa del Crociferio di San Camillo
  • Chiesa di Montevergine (auch Chiesa di San Girolamo) von Vincenzo Sinatra, die hochbarocke Fassade beherrscht die Via Corrado Nicolaci, deren oberen Abschluss sie bildet
  • Chiesa del Santissimo Salvatore, ehemalige Klosterkirche
  • Chiesa di San Andrea Apostolo
  • Chiesa di San Pietro delle Rose (auch Chiesa Santi Pietro e Paolo)
  • Chiesa del SS. Crocifisso, erbaut ab 1715, mit einer Madonna von Francesco Laurana
  • Chiesa di San Egidio Vescovo
  • Chiesa di Santa Maria del Gesù
  • Chiesa dell’Annunziata
  • Chiesa di Sant’Agata, erbaut ab 1710 von Rosario Gagliardi

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

  • Palazzo Ducezio, heute das Rathaus, von Vincenzo Sinatra ab 1746 erbaut
  • Palazzo Nicolaci (auch Palazzo Villadorata), heute Sitz der Stadtbibliothek
  • Museo Civico, das städtische Museum mit Fundstücken aus der Umgebung, Statuen von Gian Domenico Gagini sowie einer Sammlung moderner Kunst

Umgebung[Bearbeiten]

  • Noto Antica, die Ruinen der bei dem Erdbeben 1693 zerstörten alten Stadt Noto
  • San Corrado di Fuori, ein dem Schutzpatron von Noto geweihter Wallfahrtsort
  • Villa Romana del Tellaro, eine römische Villa aus dem 4. Jahrhundert mit wertvollen Mosaiken
  • Eloro, eine antike Siedlung an der Küste südöstlich von Noto
  • Riserva Naturale Oasi faunistica di Vendicari, ein Naturreservat südlich von Noto

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Hofer: Noto - Idealstadt und Stadtraum im sizilianischen 18. Jahrhundert. gta Verlag 1996. ISBN 978-3-85676-039-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Noto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Ausgequetscht wie eine Olive: In Sizilien sehen sich Weltkulturerbe-Städte durch Ölbohrungen bedroht. Thomas Radigk für Kulturzeit. 16. Januar 2007.