Caltagirone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt in der italienischen Provinz Catania auf Sizilien. Zum italienischen Unternehmer siehe Francesco Gaetano Caltagirone.
Caltagirone
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltKein Wappen vorhanden.
Caltagirone (Italien)
Caltagirone
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Catania (CT)
Lokale Bezeichnung: Caltaggiruni / Cartaggiruni
Koordinaten: 37° 14′ N, 14° 31′ O37.23333333333314.516666666667608Koordinaten: 37° 14′ 0″ N, 14° 31′ 0″ O
Höhe: 608 m s.l.m.
Fläche: 382 km²
Einwohner: 38.259 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einw./km²
Postleitzahl: 95041 Capoluogo, 95040 Granieri und Santo Pietro
Vorwahl: 0933
ISTAT-Nummer: 087011
Volksbezeichnung: Calatini oder Caltagironesi
Schutzpatron: San Giacomo il Maggiore
Website: Caltagirone
Belvedere Santa Maria del Monte

Caltagirone ist eine Stadt der Provinz Catania in der Region Sizilien in Italien mit 38.259 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Caltagirone ist eine der spätbarocken Städte des Val di Noto, die von der Unesco zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Caltagirone liegt 74 km westlich von Catania. Die Einwohner arbeiten in der Industrie und der Landwirtschaft.

Die Nachbargemeinden sind Acate (RG), Gela (CL), Grammichele, Licodia Eubea, Mazzarino, Mazzarrone, Mineo, Mirabella Imbaccari, Niscemi (CL), Piazza Armerina (EN) und San Michele di Ganzaria.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon zur Vorzeit bewohnten Menschen die Gegend um Caltagirone. Nekropolen, die bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen, belegen das. Auf dem Gebiet der Gemeinde sind auch Reste einer sikulischen Siedlung gefunden worden.

Die heutige Stadt wurde im 9. Jahrhundert von den Arabern gegründet, die hier eine Festung bauten und sie Qalat-al-Ghiran (Burg über den Höhlen; in den lateinischen Quellen als Calatagerun) nannten. Die Festung wurde von einer Gruppe Ligurer im Jahr 1030 erobert, sie konnten die Stadt aber nicht lange halten. Auch nach der Eroberung Siziliens durch die Normannen zwischen 1061 und 1091 blieb Caltagirone arabisch. 1161 flohen vertriebene Araber aus den Nachbarorten nach Caltagirone. Unter der Herrschaft von Friedrich II. ab dem Jahr 1207 wuchs die Stadt weiter.

Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich Caltagirone zur Stadt der Töpferkunst. Zu dieser Zeit wohnten hier etwa 20.000 Menschen und etwa 1000 übten den Beruf des Keramikers aus. Bis heute gilt Caltagirone als die „Keramikhauptstadt“ Siziliens.

Das Erdbeben 1693 im Val di Noto zerstörte die Stadt. Sie wurde an gleicher Stelle im Laufe von etwa zehn Jahren im Stil des sizilianischen Barocks wieder aufgebaut.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Caltagirone ist eines der historischen Zentren der Keramikherstellung in Sizilien. Die Produktion ist seit dem Neolithikum nachzuweisen. Im Laufe der Jahrtausende wurden immer wieder Anregungen von außen aufgenommen. Seit 1918 besteht eine staatliche Fachschule für Keramik (Istituto Statale d’Arte per la Ceramica “ L. Sturzo”), die auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Don Luigi Sturzo gegründet wurde. Sie bietet auch eine spezielle Ausbildung in Keramikrestaurierung an. Keramik aus Caltagirone wird heute weltweit vermarktet.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Rathaus aus dem 19. Jahrhundert
  • Teatrino, erbaut 1792 nach einem Entwurf von Natale Bonaiuto, heute Sitz des Keramikmuseums mit einer Sammlung der Keramik Siziliens und Sitz des Kunstinstituts für Keramik
  • Städtisches Museum im ehemaligen Bourbonen-Gefängnis mit Ausstellungsstücken von Künstlern, Skulpturen, Gemälden und Münzen aus der Region
  • Kathedrale S. Giuliano angiovinischen Ursprungs, umgebaut Anfang des 19. Jahrhunderts
  • Kirche San Francesco di Assisi
  • Kirche San Francesco di Paola
  • Kirche Santa Maria del Monte
  • Freitreppe Santa Maria del Monte, erbaut 1606 und ursprünglich als Straße geplant, um den oberen Stadtteil mit dem unteren zu verbinden (die 142 Stufen sind seit 1954 mit handgemalter Keramik verkleidet, die die Geschichte der Keramik-Erstellung zeigen)
  • Museum mit Originalpuppen des Sizilianischen Marionettentheaters
  • Giardino Pubblico, Stadtpark im Stil englischer Gärten mit künstlichem See und maurischem Musikpavillon
  • Villa Patti, erbaut um 1900 im neugotische Historismus

Bilder[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Ende Mai wird zu Ehren der Maria Santissima dei Conadomini die Treppe Santa Maria del Monte aufwändig mit Blumen geschmückt.
  • Jedes Jahr am 24. und 25. Juli wird die Treppe zum Fest des heiligen Giacomo, des Schutzpatrons der Stadt, mit Hunderten von Kerzen und Öllampen beleuchtet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Malcolm Bell: CALTAGIRONE Sicily. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.