Novomatic
| Novomatic Group of Companies | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | (Anleihe) AT0000492962 (Anleihe) |
| Gründung | 1980 |
| Sitz | Gumpoldskirchen, NÖ |
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| Mitarbeiter | 22.000 [1] |
| Umsatz | 3,2 Mrd. Euro (2012 ) [2] |
| Branche | Glücksspiel |
| Website | www.novomatic.at |
Die Novomatic Group of Companies ist ein global agierender Glücksspielkonzern mit Stammsitz in Gumpoldskirchen (Österreich). Der Konzern betreibt Spielbanken, elektronische Casinos und Sportwettlokale, vermietet Glücksspielgeräte und entwickelt und produziert Spielausstattungen und Spielsysteme. Die Unternehmensgruppe beschäftigte im Jahr 2012 rund 22.000 Mitarbeiter weltweit, davon rund 4.000 in Österreich.[3] Zur Novomatic-Gruppe gehört mit der Admiral Sportwetten GmbH auch der mit über 200 Standorten filialstärkste Sportwetten-Anbieter Österreichs.
Die Novomatic-Gruppe ist in 80 Staaten weltweit tätig und erreichte damit im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 3,2 Mrd. Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug 359 Mio. Euro.[4]
Inhaltsverzeichnis |
Gründungsgeschichte [Bearbeiten]
1974 gründeten Johann F. Graf und der damalige Elektrohändler Gerhard Brodnik die Brodnik & Graf GmbH[5] und begannen mit dem Import von belgischen Flipperautomaten, die in Wirtshäusern, Cafés und Bordellen aufgestellt wurden. Die Geschäftstätigkeit begann in einem Zeitraum, in dem branchenweit gerade der Umstieg von elektromechanisch betriebenen Slotmaschinen auf elektronische erfolgte. Im Jahr 1980 verließ Graf die Firma und rief die Novomatic Automatenhandels GmbH ins Leben, die sich hauptsächlich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Glücksspielautomaten beschäftigen sollte und dies nach einer zwischenzeitlichen Umstrukturierung in eine Aktiengesellschaft auch noch bis heute tut. Weiters umfasst der Tätigkeitsbereich des Konzerns die Planung und Errichtung schlüsselfertiger Casinos und Casino-Management-Systeme.[6]
Die Aktienmehrheit des Unternehmens liegt auch heute noch in Grafs Händen.
Unternehmensstruktur [Bearbeiten]
Die Novomatic Group of Companies besteht aus der Novomatic AG mit Firmensitz im niederösterreichischen Gumpoldskirchen sowie den beiden Schweizer Schwesterkonzernen ACE Casino Holding AG und C.S.C. Casino Systems Holding AG. Die Unternehmensgruppe verfügt nach eigenen Angaben über Standorte in 43 Staaten. [7]
Kritik [Bearbeiten]
Novomatic steht immer wieder im Mittelpunkt von Kritik.
In der Sendung „Das Geschäft mit dem Glück“ der ORF-Fernsehreihe Am Schauplatz vom 9. Oktober 2009 [8] wurde das Thema des privaten Glücksspiels aufgegriffen. Dabei warf man Behörden und Glücksspielkonzernen eine mangelnde Kontrolle der Geldspielappparate, Manipulationen und Geldwäsche vor.[9] Novomatic wurde in dieser Sendung vorgeworfen, die Regelungen zum „Kleinen Glücksspiel“ (Höchsteinsatz von 50 Cent und maximaler Gewinn von 20 Euro pro Spiel) durch das Zwanzigfache des erlaubten Einsatzes zu umgehen und die Gewinnquoten der einzelnen Automaten systematisch zu manipulieren. Die aufgestellten Äußerungen über manipulierte Glücksspielautomaten und geschöne bzw. manipulierte Umsätze von manipulierten Glücksspielautomaten bzw. manipulierter Buchhaltung von Glücksspielautomaten wurden vom ORF am 14. September 2012 als Nachruf nach einer weiteren Ausgabe der Sendung Am Schauplatz widerrufen. [10]Das Unternehmen gab hierzu damals trotz mehrmaliger Aufforderung keine Stellungnahme vor der Kamera ab und drohte dem ORF und der Journalistin Christine Grabner persönlich mit Klage. Rund 80 geschädigte Spieler forderten auf Grund des organisierten illegalen Glücksspiels ihr Geld zurück und erstatten Anzeige.[11] Thomas Sochowsky, der die Spieler bei diesem Vorhaben unterstütze, wurde von der Novomatic verklagt. Novomatic gab an, er behaupte fälschlich, die Novomatic betreibe illegales Glücksspiel. Während des Prozesses zog Novomatic die Klage zurück und zahlte durch einen Mittelsmann die geschädigten Spieler aus.
Durch eine Strafanzeige des Landeskriminalamts Niederösterreich[12] erhärteten sich zunehmend weitere Betrugsvorwürfe. Ein Manager des Unternehmens gab zu, dass Automaten miteinander vernetzt seien und über ein Computernetzwerk von der Konzernzentrale der Novomatic aus gesteuert werden könnten. Damit könne jederzeit online auf die Spielgeräte zugegriffen werden. Dies ist in Österreich privaten Betreibern jedoch verboten, da die Ausspielquoten sonst jederzeit einstellbar und damit für Manipulation offen wären.
Darüber hinaus wird dem Unternehmen vorgeworfen, in Einzelfällen bestimmte Hunderennen nicht live durchzuführen und zu übertragen, sondern aus älteren Aufnahmen Liveberichte vorzutäuschen, was laut einem Gutachten der österreichischen Kriminalpolizei den Tatbestand des illegalen Glücksspiels erfüllt.[12] Auch diese Praxis wurde vom Unternehmen eingeräumt, mit dem Verweis, es stehe sogar in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens. Dieses wurde jedoch durch eine ORF-Reportage widerlegt.
Der ehemalige Wiener Landespolizeikommandant Roland Horngacher benutzte über mehrere Monate Luxusautos, die auf die Novomatic AG zugelassen waren. Er wurde u. a. wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit einer Razzia in einem zur Novomatic-Gruppe gehörenden Kasino verurteilt.[13]
Politik [Bearbeiten]
Im Winter 2012 wurden Casino-Lizenzen für 6 österreichische Städte (Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Graz, Linz und Wien) vom österreichischen Finanzministerium ausgeschrieben. Die Vergabe verlief zugunsten der Casinos-Austria-Gruppe, welche dadurch ihre Konzessionen behalten durfte. [14] Novomatic kündigte im Jänner 2013 an, eine Beschwerde vor dem Verfassungsgerichtshof einzureichen.[15] Bereits im Vorfeld wurden von Novomatic die Ausschreibungsbedingungen als rechtswidrig und zu sehr auf die Casinos-Austria-Gruppe zugeschnitten kritisiert. Das Finanzministerium begründete die Entscheidung mit den vorbildlichen Maßnahmen gegen Spielsucht sowie zur Vorbeugung von Geldwäsche. Die gesetzlichen Anforderungen hätten beide Bewerber gleichermaßen erfüllt. Bisher wurden die Lizenzen immer freihändig an die Casinos-Austria-Gruppe vergeben,[16] der Europäische Gerichtshof hob im Jahre 2010 diese Praxis auf.[17]
Grundsätzlich wird auch kritisiert, dass Länder, Städte und Kommunen bei den Automaten mitverdienen und dass damit das Leid der pathologischen Spieler in den Hintergrund gerät.
Kontakte des Konzerns zur Politik: [Bearbeiten]
- Johannes Hahn war zwischen 1997 und 2003 Mitglied des Vorstandes und später Vorstandsvorsitzender.
- Karl Schlögl, SPÖ, ist seit 2004 im Aufsichtsrat der Novomatic AG.[18]
- Theo Waigel ist Aufsichtsratsvorsitzender der Novomatic-Tochter NSM-Löwen Entertainment.
- Alfred Gusenbauer fungiert als Europa-Direktor des Equitas European Funds. Deren Mutterfirma hat ihren Sitz in Santiago de Chile. Co-Direktor des Investmentfonds ist Rudolf Binder. Er ist seit 1980 dem Novomatic-Konzern verbunden und war unter anderem damit beauftragt die Geschäftstätigkeiten in Südamerika zu entwickeln[19]. Heute betreibt Rudolf Binder in Chile mit Novomatic Joint Ventures[20]. Laut Profil-Bericht ist Novomatic auch der Sponsor eines Kongresses des Equitas European Funds in Wien, an dem Gusenbauer teilnahm[21].
Soziale Verantwortung [Bearbeiten]
2013 wurde NOVOMATIC mit dem „Totally Gaming“- Award in der Kategorie „Best Land-based Social Responsibility Award“ ausgezeichnet.[22] Der Konzern ist außerdem Mitglied des „respact“ (Austrian Business Council for Sustainable Development), eine Unternehmensplattform für Corporate Social Responsibility und Nachhaltige Entwicklung in Österreich.[23] Durch Projekte wie dem Responsible Gaming Promgramm, sowie Mitarbeiterschulungen erhebt das Unternhemen einen Anspruch auf Corporate Social Responsibility. [24]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ [1] ORF.at. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ [2] ORF.at. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ [3] ORF.at. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ [4] OTS. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ Porträt Johann Graf machte Novomatic zum Weltkonzern Der Standard. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ Johann Graf Website des Club Carriere. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ [5] NOVOMATIC AG. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ [6] IMDB. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ Das Geschäft mit dem Glück ORF.at. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ Am Schauplatz YouTube. Abgerufen am 15. Mai 2013.
- ↑ [7]
- ↑ a b Strafanzeige, Aktenzahl 12Ur78/06i
- ↑ Medienbericht Salzburger Nachrichten: Des Generals Glück und Ende (Seite nicht mehr abrufbar)
- ↑ Casinolizenzen Stadtpaket geht an Casinos Austria Kurier
- ↑ Novomatic geht vor Gericht Kurier
- ↑ Casinolizenzen Stadtpaket geht an Casinos Austria Kurier
- ↑ EU weite Ausschreibung Casino Lizenzen format.at
- ↑ novomatic.at; corporate information
- ↑ [8]
- ↑ Novomatic, Monticello Grand Casino & Entertainment World
- ↑ [9]
- ↑ Totally Gaming Awards Winners
- ↑ Novomatic AG
- ↑ Novomatic CSR
Weblinks [Bearbeiten]
- Novomatic AG
- Falter: Das unheimliche Glück, 21. November 2007
- Eco-Beitrag im ORF, 24. Jänner 2008
- Ein Weltkonzern aus Österreich (PDF: 9,44 MB)
48.03638816.294268Koordinaten: 48° 2′ 11″ N, 16° 17′ 39,4″ O