Odenthal

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde „Odenthal“. Für weitere Bedeutungen siehe Odenthal (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Odenthal
Odenthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Odenthal hervorgehoben
51.0333333333337.1166666666667149Koordinaten: 51° 2′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Höhe: 149 m ü. NHN
Fläche: 39,87 km²
Einwohner: 14.727 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 369 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51519
Vorwahlen: 02202, 02207, 02174
Kfz-Kennzeichen: GL
Gemeindeschlüssel: 05 3 78 020
Gemeindegliederung: 32 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Altenberger-Dom-Str. 31
51519 Odenthal
Webpräsenz: www.odenthal.de
Bürgermeister: Wolfgang Roeske (parteilos)
Lage der Gemeinde Odenthal im Rheinisch-Bergischen Kreis
Kreis Mettmann Köln Leverkusen Oberbergischer Kreis Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Solingen Wuppertal Bergisch Gladbach Burscheid Kürten Leichlingen (Rheinland) Odenthal Overath Rösrath WermelskirchenKarte
Über dieses Bild

Odenthal ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen im Westen des Rheinisch-Bergischen-Kreises.

Geografie[Bearbeiten]

Aussicht auf Odenthal

Odenthal liegt am westlichen Rand des Bergischen Landes und ist geprägt durch seine Wälder. Der bedeutendste Fluss im Gemeindegebiet ist die Dhünn. Ein Teil der Dhünntalsperre gehört zum Odenthaler Gemeindegebiet.

Der höchste Punkt in der Gemeinde Odenthal befindet sich an der L 310 bei Großeheide mit 253 m, der niedrigste bei dem Austritt des Gemeindegebiets der Dhünn bei Hoverhof mit 69 m.

Anschluss an das deutsche Autobahnnetz besteht in jeweils wenigen Kilometern Entfernung in Burscheid zur A 1, in Leverkusen zur A 3 sowie in Bergisch Gladbach zur A 4.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

AltehufeAltenbergBlecher – Busch – Bülsberg – Bömberg – Bömerich – Eikamp – Erberich – Feld – Glöbusch – Grimberg – Großgrimberg – Grünenbäumchen – Hahnenberg – Holz – Höffe – Hüttchen – Klasmühle – KüchenbergKümps – Landwehr – Menrath – Neschen – Oberodenthal – Oberscheid – OsenauPistershausen – Schallemich – Scherf – Scheuren – Schmeisig – Schöllerhof – Schwarzbroich – Selbach – Steinbach – Steinhaus – Voiswinkel.

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform 1975 wurde Schildgen an Bergisch Gladbach abgegeben.

Nachbarstädte und -gemeinden[Bearbeiten]

Benachbart sind die Städte Leverkusen, Burscheid, Wermelskirchen und Bergisch Gladbach sowie die Gemeinde Kürten.

Name[Bearbeiten]

Der Name Odenthal geht vermutlich auf den Ortsnamen „Udindarre“ zurück, der wiederum auf einen Ritter namens Udin zurückzuführen sein soll, dem im heutigen Ortskern ein Weiler gehörte. Dieser soll Odenthal trockengelegt haben, daher der Name „Darre“, also wurde daraus „Udindarre“ und im Laufe der Jahre entwickelte sich der Name dann zu Odenthal.

Geschichte[Bearbeiten]

Odenthal ist geprägt durch die typischen bergischen Streusiedlungen. Der Ort selbst geht zurück auf Rodungen fränkischer Siedler im 10. Jahrhundert. Die Weiler und Gehöfte befanden sich meistens im Besitz von Herrschaften und Klöstern, besonders Strauweiler und Altenberg. Odenthal ist die Wiege des Bergischen Landes. Im Ortsteil Altenberg stand ab der Mitte des 11. Jahrhunderts auf einem Felsdorn oberhalb des Flusses Dhünn eine Burg, die zur Namensgeberin für die gesamte Region werden sollte. Diese Burg trug den Namen Burg Berge. In der Folgezeit benannte sich das dort lebende Adelsgeschlecht nach der Burg die Grafen von Berg. 1133 schenkte Graf Adolf II. die Burg dem Zisterzienserorden. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Berger mit Schloss Burg an der Wupper bereits einen neuen Stammsitz errichtet, dieser trug damals den Namen „Neuen Berge“. Die neugegründete Zisterzienserabtei erhielt hingegen den Namen „Montis veteris“, also Altenberg.[2] Die Abtei hatte bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 Bestand.

Im April 2009 veranstaltete der Rheinisch-Bergische Kreis in Odenthal den zweiten Tag der Rheinisch-Bergischen Geschichte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1990 13.218
2003 15.439
2004 15.741
2005 15.781
2006 15.718
2007 15.736
2012 14.764
2013 14.727

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 67,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,5 %
16,3 %
14,2 %
13,8 %
9,1 %
4,9 %
1,2 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Odenthal setzt sich aus 38 Ratsmitgliedern zuzüglich Bürgermeister zusammen. Der Rat wird von sechs Listen besetzt (Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009):

  • CDU 16 Sitze
  • SPD 6 Sitze
  • GRÜNE 5 Sitze
  • FDP 5 Sitze
  • UWG 4 Sitze
  • BR-O (BürgerRunde Odenthal) 2 Sitze

Siehe auch: Kommunalwahlen in Odenthal

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wolfgang Roeske (parteilos) löste am 21. Oktober 2009 den langjährigen Bürgermeister und vorherigen Gemeindedirektor Johannes Maubach (CDU) im Amt ab.

Wappen[Bearbeiten]

Der Scheffen Sigil zu Odenthal (Das Schöffensiegel zu Odenthal) lautet die Umschrift eines Siegels mit obigen Wappen, dessen Stempel sich noch im Besitz der Gemeinde Odenthal befindet. Da aber im Siegelgelde neben dem Wappenschild die Jahreszahl 1617 steht, ist der Stempel offenbar ein Nachschnitt aus diesem Jahre nach einem älteren Stempel vom Jahre 1556.

Der Löwe im oberen Feld ist der Bergische, das Hirschgeweih mit Grind des unteren Feldes ist als Herrschaftswappen nicht zu deuten und bezieht sich vielleicht auf den einstigen Wildreichtum der Gegend. Für dieses Feld wurde die Farbe Grün frei gewählt!

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Odenthal unterhält seit 1996 eine Partnerschaft mit Cernay-la-Ville in Frankreich und seit Oktober 2011 mit Paimio in Finnland.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

katholische Pfarrkirche St. Pankratius

Anziehungspunkt für Touristen ist der Ortsteil Altenberg mit dem Altenberger Dom, der heute simultan genutzt wird, und dem ehemaligen Zisterzienser-Kloster. Für Kinder ist der nahe am Dom gelegene Märchenwald (Deutscher Märchenwald GmbH) ein beliebtes Ziel. Dieser besteht schon seit 1931, ist wohl der älteste Märchenpark Deutschlands und mit mehr als 20 Szenen auch einer der größten. Eine manuell bespielte Wasserorgel in der Gebrüder-Grimm-Halle begeistert auch die begleitenden Eltern und Großeltern. Der Märchenwald ist kein hektischer Freizeitpark, seine nostalgische Ausstrahlung lädt eher zu Spaziergängen ein.

Der Ort Odenthal besitzt einen historischen Ortskern mit Fachwerkhäusern und der romanischen Pfarrkirche St. Pankratius im Mittelpunkt. Im Turm dieser Kirche befindet sich die älteste noch benutzte Glocke des Rheinlands.

Bildung[Bearbeiten]

Das Gymnasium Odenthal, die 2013 neu gegründete Ganztagsrealschule sowie die auslaufende Hauptschule Odenthal bilden den zentral gelegenen großen Schulkomplex an der Dhünnschleife in Odenthal. Zu dem Schulkomplex gehören auch ein Kindergarten, eine Grundschule und das Dhünntalstadion. Die große moderne Dreifach-Turnhalle, wie auch der Sportplatz werden regelmäßig von Sportvereinen genutzt, wie auch für andere Veranstaltungen, wie das große, einmalige regionale Musikfestival „Rock im Thal“, das 100-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Odenthal oder Abiturbälle.

Vereine[Bearbeiten]

Neben dem traditionellen Maibaum-Setzen am 1. Mai wird seit 1981 jährlich vom Theater- und Maiverein Eikamp ein Theaterstück aufgeführt. Die überörtliche Kartennachfrage aus den Nachbarkommunen für die gut ein Dutzend Vorstellungen ist regelmäßig so groß, dass die Schwänke, die im Saal des Eikamper Hofes aufgeführt werden, allesamt stets ausverkauft sind.

Bis auf das Gemeindezentrum selbst wird auf allen vier Höhenzügen der Gemeinde eine rege Karnevalskultur gelebt. Zahlreiche Karnevalsvereine und -komitees prägen das jeweilige Leben in den Gemeindeteilen Voiswinkel, Eikamp, Oberodenthal (i. W. Neschen und Scheuren) sowie Blecher (mit Holz, Erberich und Glöbusch). Entsprechend gibt es auch vier Karnevalsumzüge im Gemeindegebiet.

Verkehr[Bearbeiten]

Odenthal wird von insgesamt 6 Buslinien und 2 Nachtbuslinien erschlossen und gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Es bestehen folgende Verbindungen:

  • Linie 212: LEV Mitte – LEV Schlebusch – Odenthal Glöbusch – Odenthal Blecher (– Altenberg)
  • Linie 430: Bergisch Gladbach SGL Hebborn – Odenthal Mitte – Odenthal Glöbusch – Burscheid
  • Linien 431/433: Bergisch Gladbach S – GL Im Aspert – Odenthal Voiswinkel – In der Follmühle / – Odenthal Küchenberg
  • Linie 432: Bergisch Gladbach S – GL Hebborn – Odenthal Mitte – Scheuren – Neschen – Schmeisig
  • Linie 434: Köln Wiener Platz – K Leuchterstraße – GL Schildgen – Odenthal Mitte – GL Im Aspert – Bergisch Gladbach S
  • N 41 (Rundverkehr): Bergisch Gladbach S – GL Im Aspert – GL Hand – GL Paffrath – GL Schildgen – Odenthal Mitte – GL Im Aspert – Bergisch Gladbach S
  • N 42 (Rundverkehr): Bergisch Gladbach S – GL Hebborn – Odenthal Mitte – Odenthal Blecher – Altenberg – Odenthal Mitte – GL Schildgen – GL Paffrath – GL Hand – GL An der Flora – Bergisch Gladbach S

Literatur[Bearbeiten]

  • Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio: Der Dhünbach und seine Zukunft. Solingen 1855.
  • Gustav Delpy: Das Odinsthal bei Cöln, Naturpark für eine Villen-Kolonie. Führer durch das Thal und seine Umgebung. Köln 1902.
  • Rheinisch-Bergischer Kalender (Jahrbuch, seit 1920)
  • Gerd Müller: Odenthal. Geschichte einer bergischen Gemeinde. 2. Auflage, Kierdorf, Remscheid 1987.
  •  Lydia Kieven: Kulturführer Rheinisch-Bergischer Kreis. Heider, Bergisch Gladbach 1998, ISBN 3-87314-334-8, S. 77–93.
  • N. J. Breidenbach: Die Güter der Abtei Altenberg in Wermelskirchen. In: Altenberger Hefte, Nr. 35 (2006). (darin die Geschichte des Schöllerhofes)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Odenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Eugen Heinen, Winfried Pilz: Altenberg. 2007, S. 10–11.
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c378020kw0900.html
  4. Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger vom 10. Oktober 2011, S. 33