Otmuchów

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Otmuchów
Wappen von Otmuchów
Otmuchów (Polen)
Otmuchów
Otmuchów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Landkreis: Nysa
Fläche: 27,83 km²
Geographische Lage: 50° 28′ N, 17° 10′ O50.46527777777817.171111111111Koordinaten: 50° 27′ 55″ N, 17° 10′ 16″ O
Höhe: 240 m n.p.m
Einwohner: 5068
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 48-385
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: OppelnKłodzko
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 32 Ortsteile
Fläche: 188,23 km²
Einwohner: 13.903
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1607063
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Jan Woźniak
Adresse: ul. Zamkowa 6
48-385 Otmuchów
Webpräsenz: www.otmuchow.pl

Otmuchów [ɔt'muxuf] (deutsch Ottmachau) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Oppeln in Polen. Sie gehört zum Powiat Nyski, zählt über 5000 Einwohner und bildet eine Stadt- und Landgemeinde, in der rund 15.000 Menschen leben.

Geografie[Bearbeiten]

Otmuchów liegt im Südwesten der Region Oberschlesiens, nur wenige Kilometer östlich der Grenze zu Niederschlesien bzw. der heutigen Woiwodschaft Niederschlesien. Die Stadt liegt an der Glatzer Neiße in einer Senke des Sudetenvorlands und ist von zwei künstlichen Seen umgeben. Otmuchów ist von der Kreisstadt Nysa 15 Kilometer westlich und von Oppeln 70 Kilometer südwestlich entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Otmuchówer Rathaus

Im Gebiet des heutigen Otmuchów verlief eine Handelsstraße von Polen nach Böhmen, an der schon früh eine Siedlung entstand, die schon zu Beginn des 11. Jahrhunderts dem Bistum Breslau gehörte. Bereits im Jahre 1155 wurde Ottmachau mit dazugehörigen Gütern in einer Bulle Papst Hadrians IV. als castellum Otmochov cum pertinentis, also eine von 15 Kastellaneien der Breslauer Bischöfe erwähnt. Somit gehört es zu den ältesten schlesischen Städten. Die Anlage diente auch der Grenzsicherung Polens gegenüber dem nahegelegenen Böhmen. Wahrscheinlich kam es während der Invasion der Mongolen 1241 zur Zerstörung der örtlichen Burg.

In der Folgezeit erlangte Ottmachau als Marktflecken Bedeutung. Davon zeugt eine Bulle vom 9. August 1245 des Papstes Innozenz IV., in der der Besitz der Bischöfe bestätigt und ein Marktplatz in Ottmachau erwähnt wird. In späteren Dokumenten der Breslauer Bischöfe Thomas I. und Thomas II. wird betont, dass Ottmachau einen bedeutenden Besitz des Bistums darstellt und schon seit der Gründung des Bistums zu diesem gehörte. Während eines Streits zwischen dem Breslauer Herzog Heinrich IV. und dem Breslauer Bischof Thomas II. besetzte Herzog Heinrich IV. im Jahre 1284 die Stadt.

Nachdem 1290 das Fürstentum Neisse als eigenständiges Herrschaftsgebiet entstand, in dem die Breslauer Bischöfe sowohl die geistliche als auch die weltliche Macht ausübten, gehörte Ottmachau zu diesem. Durch die Übertragung der Landeshoheit an die Bischöfe verlor die Kastellanei Ottmachau ihre Vormachtstellung im Bistumsland. Residenzort der Breslauer Bischöfe wurde nun Neisse, das auch Oberhof für die deutschrechtlichen Siedlungen des Bistumslandes war.

Der ab 1342 amtierende Bischof Preczlaw von Pogarell lehnte sich, wie vorher fast alle schlesischen Herzöge, politisch an Böhmen. Da er bereits im Jahr seines Amtsantritts sein Fürstbistum als ein Lehen an den böhmischen König Johann von Luxemburg übertrug, gehörte auch Ottmachau nun zu Böhmen. Zu dieser Zeit kam es auch verstärkt zum Zuzug deutscher Siedler infolge der Ostkolonisation, die schon seit dem 13. Jahrhundert andauerte. Zwar hatten deutsche Kolonisten die Stadt schon relativ früh erreicht, in Ottmachau kam es aber nicht zu einer dauerhaften Besiedlung durch Deutsche, so dass die Stadt ihren slawischen Charakter bis ins 14. Jahrhundert behalten konnte. Neue Dynamik erhielt die Stadtentwicklung am 24. November 1347, als Ottmachau von Bischof Preczlaw das Magdeburger Stadtrecht erhielt. Faktisch wurde Ottmachau auf der Grundlage der alten polnischen Marktsiedlung als deutschrechtliche Stadt neu gegründet. Dadurch wurde die Ansiedlung der Deutschen gefördert und wiederaufgenommen.

Vor allem die daraus resultierende rasche Bevölkerungszunahme verhalf Ottmachau als Bischofsstadt zu immer größerer kultureller, politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Die Stadtanlage wurde dementsprechend mit einem großen, nahezu quadratischen Ring samt Rathaus und Häuserblock in der Ringmitte und einem planmäßigen Straßennetz den Anforderungen einer wachsenden Stadt angepasst und von einer 1369 erstmals nachgewiesenen Stadtmauer geschützt. 1386 stiftete Berthold Fulschussil, Propst des Breslauer St.-Ägidien-Stifts ein Kollegiatstift in Ottmachau, das er mit einem Propst, einem Dechanten und 13 Domherren sowie reichem Grundbesitz ausstattete. Die Stiftungsurkunde wurde am 7. Juni 1386 vom Breslauer Bischof Wenzel von Liegnitz unterzeichnet. Erster Propst wurde der Ottmachauer Pfarrer Nicolaus von Swetaw, dessen Pfarrkirche nun zur Kollegiatkirche erhoben wurde. Die päpstliche Bestätigung erfolgte 1388, und 1391 fand das erste Generalkapitel statt.

Hussitenkriege im 15. Jahrhundert und Niedergang[Bearbeiten]

Die günstige Entwicklung der Stadt im 14. Jahrhundert nahm mit den Hussitenkriegen ein jähes Ende. Die Hussiten, die in der Bischofsstadt reiche Beute erwarteten, erreichten Ottmachau am 28. März 1428. Sie überwanden die Stadtmauer und plünderten die Stadt, vor allem die Stiftskirche. Am 19. November 1430 fielen sie unter Führung des Taboriten Andreas Prokop und des ostböhmischen Adligen Johann Městecký von Opočno erneut in Ottmachau ein. Unter der Androhung, die Bischofsburg zu zerstören, erzwangen sie von Niklas Zedlitz von Alzenau deren Herausgabe. Die Hussiten hielten die Stadt über fünf Jahre hinweg besetzt und machten Ottmachau zu einem ihrer Stützpunkte im Heiligen Römischen Reich. Dabei nutzten sie die Zeit, um die Stadt mit Befestigungsanlagen wieder verteidigungsfähig zu machen. 1435 kaufte der Breslauer Bischof Konrad von Oels Ottmachau für 1100 Böhmische Groschen wieder frei. Trotzdem kam es 1443 zu einer dritten Eroberung durch die Hussiten, von denen die Stadt ein Jahr lang besetzt gehalten wurde. Wiederum wurde die Stadt freigekauft; diesmal für 2000 Gulden.

Die feindlichen Übergriffe ließen die Stadt verwüstet zurück. Ottmachau war nicht nur wirtschaftlich am Boden. 1477 wurde das Kollegiatstift nach Neisse verlegt, da die in den Hussitenkriegen zerstörte Stiftskirche abgebrochen werden musste. Auch wenn die Bedeutung der Stadt dadurch erheblich geschwächt wurde, baute Bischof Johann IV. Roth 1484 die Burg um und ließ die Stadtbefestigung erneuern.

Viele Deutsche hatten die verwüstete Stadt verlassen. Da von den Hussiten die slawische Besiedlung gefördert wurde, kam es in der Stadt zu einem Sprachenkonflikt. Sie war zwar wieder vermehrt von Deutschen besiedelt worden, diese blieben jedoch eine Minderheit. So verboten die deutschen Kanoniker in der nun hölzernen Pfarrkirche polnische Messen zu lesen. Schließlich ordnete Bischof Johann IV. Roth im Jahre 1495 an, dass insbesondere die polnische Bevölkerung in den umliegenden Dörfern die deutsche Sprache binnen fünf Jahren zu erlernen bzw. zu benutzen habe, andernfalls aus seinem Herrschaftsbereich ausgewiesen werde.

Wiederaufbau und Blüte der Stadt[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche von Otmuchów

In den nächsten Jahren blieb Ottmachau, das weiterhin zur Krone Böhmen gehörte, die seit 1526 die Habsburger innehatten, in seiner Bedeutung zwar stets hinter der Nachbarstadt Neisse zurück, es wurde aber wieder aufgebaut, und die Bevölkerung wuchs. Die Bischöfe von Breslau nutzten Ottmachau weiterhin als Nebenresidenz und brachten große Geldmengen für die weitere Entwicklung der Stadt auf. So wurde von Bischof Jakob von Salza das Rathaus neu errichtet, Bischof Andreas von Jerin leitete den Renaissanceumbau der Burg ein und unter Bischof Johann VI. von Sitsch wurde das Rathaus mit einem Turm und die Pfarrkirche mit einem Mausoleum versehen.

Nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erhob Bischof Karl Ferdinand Wasa die Stadtpfarrkirche 1650 wieder in den Rang einer Stiftskirche. Während die Entwicklung der Stadt im 16. Jahrhundert zaghaft voranging, leitete diese Entscheidung eine wahre Blüte der Stadt ein. Unter seinen Nachfolgern wurde der Wiederaufbau der Stadt fortgesetzt. Die Stadt wurde ein beliebter Aufenthaltsort der Bischöfe, wovon noch zwei Stadt- und Jagdschlösser zeugen. Fürstbischof Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg ließ mit Hilfe seiner Finanzmittel die Pfarrkirche von namhaften Barockkünstlern von 1691 bis 1694 wieder errichten, erbaute das Niederschloss und baute die Burg um.

Preußische Zeit ab 1741[Bearbeiten]

Im Ersten Schlesischen Krieg wurde Ottmachau nach Bombardierung 1741 von Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin für Preußen erobert. Eine gewisse Bekanntheit erlangte die Stadt durch die Tatsache, dass Friedrich II. der Große von Ottmachau aus die Eroberung der Festung Neisse leitete. Die Zerstörungen, aber besonders die Säkularisation des Bistumsbesitzes im Jahre 1810, leiteten einen erneuten Niedergang der Stadt ein, die nun direkt Preußen und nicht mehr den Breslauer Bischöfen unterstellt war. Nach der Neugliederung Schlesiens gelangte Ottmachau, das bis dahin zum Regierungsbezirk Breslau und damit zu Niederschlesien gehörte, 1813 an den oberschlesischen Regierungsbezirk Oppeln. 1820 gelangten die Burg Ottmachau sowie die dazugehörigen Güter an den preußischen Minister Wilhelm von Humboldt, der sie für seine Verdienste vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. geschenkt bekam.

Im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erlebte Ottmachau einen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich auch in der Bevölkerungszunahme der Stadt widerspiegelte. Von 1875 bis 1859 wurde die evangelische Corpus-Christi-Kirche errichtet. Gegen Ende dieses Jahrhunderts wurden Teile der alten Burg und 1875 die Stadtmauer abgerissen, von der nur der Neisser Torturm erhalten blieb. Bereits 1874 war die Stadt an die Eisenbahnlinie Neisse-Glatz angeschlossen und 1893 auch mit Reichenstein verbunden worden. Der erste Industriebetrieb der Stadt war eine Zuckerfabrik, die 1881 errichtet wurde. Sie stellte die größte Fabrik dieser Art in Oberschlesien dar und profitierte von den nahegelegenen Anbauflächen von Zuckerrüben.

Ottmachauer Staubecken, Jezioro Otmuchowskie

Große Gebiete im Umland der Stadt wurden von der Verwaltung der Reichswasserstraßen gekauft und 1928 mit dem Bau des Ottmachauer Staubeckens (Jezioro Otmuchowskie) begonnen, das 1933 fertiggestellt wurde. Insgesamt wurde durch dieses Bauwerk das Wasser der Glatzer Neiße auf eine Höhe von 17 m gestaut und fasste auf 22,6 km² eine Wassermenge von 143 Mio. m³. Der Stausee diente nicht nur dem Hochwasserschutz und der Stromgewinnung, sondern entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel. Er ist auch für die heutige Entwicklung der Stadt förderlich. Dass das Grundablasswerk noch heute in seiner ursprünglichen Form erhalten ist und nicht in den letzten Kriegstagen total zerstört wurde, ist zwei Mitarbeitern des Überlandwerks zu verdanken. Es waren der Werksleiter Alfred Töpfer und der Oberingenieur Otto Bepperling, die in Verhandlungen mit den militärischen Stellen erreichten, dass die in den ersten Apriltagen des Jahres 1945 in die sechs Ventile und in eine Turbine eingebauten 24 t Sprengstoff wieder ausgebaut wurden.

Als Teil Polens seit 1945[Bearbeiten]

Erst gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Ottmachau vom 30. März bis zum 8. Mai 1945 umkämpft und stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Eroberung durch die Rote Armee fiel Ottmachau, das nun in «Otmuchów» umbenannt wurde, wie der größte Teil Schlesiens an Polen. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben. Nach dem Krieg wurde mit dem Wiederaufbau der Stadt begonnen, da insbesondere am Ring zahlreiche Häuser dem Artilleriebeschuss der Roten Armee zum Opfer gefallen waren.

Heute ist die Stadt mit ihrer historischen Bebauung, der alten Bischofsburg und dem Stausee bei Touristen sehr beliebt. Der Fremdenverkehr stellt eine wichtige Einnahmequelle dar und wird entsprechend gefördert. Zur besseren Verkehrsanbindung und zur Entlastung des Ortskerns von Otmuchów wurde eine 3,8 km lange Ortsumgehung der Woiwodschaftsstraße 46 gebaut, die am 14. April 2006 für den Verkehr freigegeben wurde.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1756 1.628
1816 1.632
1820 1.767
1825 1.832
1843 2.715
1855 3.252
1880 3.356
1885 3.768
Jahr Einwohner
1905 3.916
1913 3.770
1933 5.095
17. Mai 1939 4.964
1961 3.509
1971 4.400
1983 4.800
31. Dezember 2004 4.338

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bischofsburg[Bearbeiten]

Wahrzeichen der Stadt und Symbol für ihre Verbundenheit mit den Breslauer Bischöfen ist die bischöfliche Burg mit Schlosspark, die sich im Südteil der Stadt, nahe an der Glatzer Neiße, befindet. Die Burg erhielt im 13. Jahrhundert ihren ersten Steinbau, wurde mehrfach umgebaut und verdankt ihr heutiges Erscheinungsbild einem Renaissanceumbau, der 1585–1596 von Bischof Andreas von Jerin durchgeführt wurde. Der quaderförmige Kubus und der Turm wurden mit Friesen und Attiken geschmückt und die Fenster mit Sgraffitomalereien verziert. Im 18. Jahrhundert wurden Baumaßnahmen im Barockstil durchgeführt. So erhielt die Stadtseite des Schlosses einen kleinen Vorbau sowie einen überdachten Treppenbau, der in den 1. Stock führte. Die Burg wurde nach Beschädigungen im Dreißigjährigen- und Ersten Schlesischen Krieg instand gesetzt. Nachdem sie an Wilhelm von Humboldt übergegangen war, wurde sie im Inneren umgebaut. Nach dem Staudammbau wurde sie von seiner Familie verkauft, da große Teile der zugehörigen Güter überschwemmt wurden. Die Stadt richtete die Burg bis 1935 für touristische Zwecke ein, denen es noch bis heute dient.

Im Schlosspark befinden sich außerdem zwei von Michael Klein erbaute barocke Lustschlösser der Breslauer Bischöfe. Das erste ist ein Jagdschloss von 1703–1704, das zweite stammt aus den Jahren 1706–1707 und beherbergt heute die Stadtverwaltung.

Pfarrkirche (vormals Stiftskirche)[Bearbeiten]

Inneres der barocken Pfarrkirche

Die den Heiligen Nikolaus und Franz Xaver geweihte gotische Kirche wurde erstmals 1235 erwähnt. Von 1386 bis zur Verlegung des Ottmachauer Stifts nach Neisse 1477 diente sie als Stiftskirche. Wegen der während der Hussitenkriege erlittenen Schäden wurde sie abgerissen. Der Wiederaufbau erfolgte erst von 1691 bis 1694 als Stiftung des Fürstbischofs Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg. Am 6. September 1694 wurde sie vom Breslauer Weihbischof Johann Brunetti eingeweiht. Den Entwurf lieferte der aus Wien stammende Neisser Baumeister Johann Peter Tobler (Dobler), der eine zweitürmige basilikale Barockkirche errichtete.

An der Innenausstattung waren bedeutende Barockkünstler beteiligt. Den Hochaltar schuf der Ellwanger Stuckateur Johann Weinmann, das Altargemälde «Der hl. Nikolaus segnet die Schiffbrüchigen» stammt von Michael Willmann. Ein weiteres Willmann-Gemälde «Enthauptung des Johannes Baptist» ziert einen der Seitenaltäre. Karl Dankwart schuf bis 1694 die Deckenmalereien, der Ottmachauer Bildhauer Johann Joseph Weiß († 1707) mehrere Schnitzwerke.[3]

Rathaus[Bearbeiten]

Das Otmuchówer Rathaus ist eines der schönsten Renaissance-Rathäuser Schlesiens. Es steht inmitten des Rings vor einem Häuserblock und geht auf einen Bau aus dem 14. Jahrhundert zurück. Nach der Zerstörung durch die Hussiten finanzierte Bischof Jakob von Salza den Wiederaufbau im Jahre 1537. Das Rathaus wurde 1575 mit einer großen Sonnenuhr ausgestattet, an der das Wappen des Bischofs Martin von Gerstmann angebracht wurde. Der Turm mit der schönen Renaissance-Haube wurde 1604 hinzugefügt. An diesem Turm und an anderen Gebäudeteilen wurden 1933 Sgraffitomalereien aus der Erbauungszeit freigelegt, die sorgfältig restauriert wurden. Das dreistöckige Gebäude besitzt ein Walmdach und wurde nach 1741, nach einem Brand im Jahre 1667 und mehrfach im 20. Jahrhundert renoviert. In der Nähe befindet sich eine Mariensäule von Anton Jörg aus dem Jahr 1734.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Otmuchów sind barocke Bürgerhäuser am Ring und in den anliegenden Straßen sowie der gotische Neisser Torturm als letztes Relikt der Stadtmauer. Er besitzt eine Attika im Stil der Renaissance (1556).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Am 11. Dezember 1993 wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der deutschen Stadt Bernkastel-Kues unterzeichnet, außerdem besteht mit der polnischen Gemeinde Czarne in der Woiwodschaft Pommern eine Partnerschaft.

Gemeinde[Bearbeiten]

Otmuchów besitzt Stadtrechte und ist Hauptort einer Stadt- und Landgemeinde in der 14.338 (30. Juni 2004) leben. Die Gemeinde setzt sich aus folgenden Ortschaften zusammen:

  • Broniszowice (Brünschwitz)
  • Buków (Baucke)
  • Goraszowice (Graschwitz; 1936–45: Schöning)
  • Grądy (Perschkenstein)
  • Laskowice (Laskowitz; 1936–45: Waldwinkel)
  • Pasieki (Bittendorf)
  • Rysiowice (Reisewitz; 1936–45: Eichengrund)
  • Janowa (Johnsdorf)
  • Jarnołtów (Dürr Arnsdorf)
  • Jasienica Górna (Ober Hermsdorf)
  • Jodłów (Tannenberg)
  • Kałków (Kalkau)
  • Kijów (Kaindorf)
  • Kwiatków (Blumenthal)
  • Lasowice (Laßwitz; 1936–45: Höhendorf)
  • Ligota Wielka (Ellguth; 1936–45: Neuensee)
  • Lubiatów (Lobedau)
  • Łąka (Wiesau)
  • Maciejowice (Matzwitz; 1936–45: Mühlrain)
  • Malerzowice Małe (Klein Mahlendorf)
  • Meszno (Mösen)
  • Nadziejów (Naasdorf)
  • Nieradowice (Nitterwitz; 1936: Lindenberg O.S.; 1937–45: Nittersdorf)
  • Piotrowice Nyskie (Peterwitz)
  • Krakówkowice (Krackwitz; 1936–45: Wiesental O.S.)
  • Ratnowice (Rathmannsdorf)
  • Sarnowice (Sarlowitz; 1936–45: Stranddorf)
  • Siedlec (Zedlitz)
  • Suszkowice (Tschauschwitz; 1936: Hohenau, 1937–45: Hochdorf O.S.)
  • Starowice (Starrwitz; 1936–45: Waldreuth)
  • Śliwice (Schleibitz)
  • Ulanowice (Ullersdorf)
  • Wierzbno (Würben)
  • Zwierzyniec (Thiergarten)
  • Wójcice (Woitz; 1936–45: Eichenau O.S.)
  • Zwanowice (Schwandorf)

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 387–391 (Kröners Taschenausgabe 316)
  • Josef von Golitschek: Schlesien - Land der Schlösser. 286 Schlösser in 408 Meisterfotos. 2. Band: Moschen bis Zyrowa. Orbis, München 1988, ISBN 3-572-09275-2 (Informationen und historische Fotos des Bischofsschlosses in Otmuchów)
  • Lech Szaraniec: Zabytkowe ośrodki miejskie; Górny Śląsk i Małopolska. Muzeum Śląskie, Katowice 1996, ISBN 83-85039-52-X (polnisches Buch über historische Stadtanlagen in Oberschlesien und Kleinpolen, darunter auch Otmuchów)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otmuchów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Siehe http://motorynek.pl/?a=info&p=&i=222
  3. Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 720f.