P. D. James

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P. D. James (2013)

Phyllis Dorothy James, Baroness James of Holland Park, OBE, FRSA, FRSL (* 3. August 1920 in Oxford, Oxfordshire, England; † 27. November 2014 ebenda), war eine britische Krimi-Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Aufgewachsen ist P. D. James in Cambridge, wo sie bis 1937 die Cambridge Girls High School besuchte. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Krankenschwester. 1941 heiratete sie den Arzt Connor Bantry White, der nach dem Krieg zum Pflegefall wurde, so dass sie bis zu seinem Tod 1964 für den gemeinsamen Lebensunterhalt sorgte. Lange Zeit arbeitete sie in der staatlichen Krankenhausverwaltung, bevor sie 1968 ins Innenministerium wechselte, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 1979 im Bereich Polizei/Kriminalpolizei tätig war.

Anfang der 1960er begann sie, nebenbei an einem Krimi zu schreiben, einem klassischen „Herrenhaus-Mord“, in dem sie wie in fast allen folgenden Romanen Adam Dalgliesh, einen schweigsamen, verwitweten Kriminalpolizisten mit poetischer Ader, ermitteln ließ.

1972 führte P. D. James als einer der ersten Krimiautoren eine Privatdetektivin ein.[1] Cordelia Gray ermittelt in dem Roman mit dem viel sagenden Titel An Unsuitable Job for a Woman (wörtlich: Ein unpassender Beruf für eine Frau) im Selbstmordfall eines Studenten in Cambridge. Sie bekam allerdings nur noch einen weiteren Fall von P. D. James zugeteilt, die ansonsten Dalgliesh den Vorzug gab.

James starb am 27. November 2014 im Alter von 94 Jahren in ihrem Zuhause in Oxford.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für ihr literarisches Werk erhielt sie drei Silver Dagger (Platz 2 der Krimis des Jahres) und drei Edgar-Nominierungen. Für ihr Lebenswerk bekam sie sowohl von den britischen (Diamond Dagger), den norwegischen (Rivertonklubbens internasjonale ærespris) als auch den amerikanischen (Grand Master Award) Krimiautoren die höchste Auszeichnung. 1974 erhielt sie für „Das seltsame Schicksal des Wangrin“ den Literaturpreis Schwarzafrikas.[3] 1988 erhielt sie für ihren Roman Indviet til mord (dt.: Der Beigeschmack des Todes, Original: A taste for death) den dänischen Palle-Rosenkrantz-Preis und im selben Jahr gemeinsam mit Andrew Vachss (Strega) den Grand prix de littérature policière. 2010 zeichneten die amerikanischen Mystery Readers International James für ihr Sachbuch Talking About Detective Fiction mit dem Macavity Award in der Kategorie Bestes Sachbuch aus.

1983 wurde sie von der Queen in den Order of the British Empire aufgenommen, 1991 zu einem Life Peer als „Baroness James of Holland Park“ in Southwold im County of Suffolk und dadurch zum Mitglied des House of Lords.

Rezension[Bearbeiten]

„Die Krimis spielen in der Gegenwart, sind aber so gotisch, dass es fast verwundert, wenn erwähnt wird, dass Frauen aus dem Figurenensemble die Pille nehmen.“[4]

Werke[Bearbeiten]

Kriminalromane[Bearbeiten]

  • 1962: Cover Her Face
    Ein Spiel zuviel, dt. von Wolfdietrich Müller; Wunderlich, Tübingen 1980, ISBN 3-8052-0326-8
  • 1963: A Mind to Murder
    Eine Seele von Mörder, dt. von Thomas Schlück; Wunderlich, Tübingen 1976, ISBN 3-8052-0262-8
  • 1967: Unnatural Causes
    Ein unverhofftes Geständnis, dt. von Sybille Hunzinger; Wunderlich, Tübingen 1983, ISBN 3-8052-0375-6
  • 1971: Shroud for a Nightingale
    Tod im weißen Häubchen, dt. von Wolfdietrich Müller; Wunderlich, Tübingen 1978, ISBN 3-8052-0296-2 (Silver Dagger)
  • 1972: An Unsuitable Job for a Woman
    Kein Job für eine Dame, dt. von Dietlinde Bindheim; Heyne, München 1973, ISBN 3-453-10157-X
    → auch: Ein reizender Job für eine Frau, dt. von Wolfdietrich Müller; Wunderlich, Tübingen 1981, ISBN 3-8052-0345-4
  • 1975: The Black Tower
    Der schwarze Turm, dt. von Doris Kornau u. Alexandra Wiegand; Wunderlich, Tübingen 1982, ISBN 3-8052-0358-6 (Silver Dagger)
  • 1977: Death of an Expert Witness
    Tod eines Sachverständigen, dt. von Wolfdietrich Müller; Wunderlich, Tübingen 1979, ISBN 3-8052-0313-6
  • 1980: Innocent Blood
    Ihres Vaters Haus, dt. von Georg Auerbach; Droemer Knaur, München, Zürich 1982, ISBN 3-426-19053-2
  • 1982: The Skull Beneath the Skin
    Ende einer Karriere, dt. von Georg Auerbach; Droemer Knaur, München 1984, ISBN 3-426-19094-X
  • 1986: A Taste for Death
    Der Beigeschmack des Todes, dt. von Georg Auerbach; Droemer Knaur, München 1984, ISBN 3-426-19199-7 (Silver Dagger, Grand Prix de Littérature policière 1988)
  • 1989: Devices and Desires
    Vorsatz und Begierde, dt. von Georg Auerbach und Gisela Stege; Droemer Knaur, München 1990, ISBN 3-426-19275-6
  • 1994: Original Sin
    Wer sein Haus auf Sünden baut, dt. von Christa E. Seibicke; Droemer Knaur, München 1995, ISBN 3-426-19367-1
  • 1997: A Certain Justice
    Was gut und böse ist, dt. von Christa E. Seibicke; Droemer Knaur, München 1999, ISBN 3-426-19463-5
  • 2001: Death in Holy Orders
    Tod an heiliger Stätte, dt. von Christa E. Seibicke; Droemer, München 2002, ISBN 3-426-19576-3
  • 2003: The Murder Room
    Im Saal der Mörder, dt. von Christa E. Seibicke; Droemer, München 2004, ISBN 3-426-19658-1
  • 2005: The Lighthouse
    Wo Licht und Schatten ist, dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann; Droemer, München 2006, ISBN 3-426-19717-0
  • 2008: The Private Patient
    Ein makelloser Tod, dt. von Walter Ahlers und Elke Link; Droemer, München 2009, ISBN 978-3-426-19846-9

Andere[Bearbeiten]

  • 1971 The Maul and the Pear Tree (zusammen mit T. A. Critchley – Studie über eine Mordserie in London 1811);
    Die Morde am Ratcliffe Highway, dt. von Sigrid Langhaeuser; Droemer Knaur, München 2003, ISBN 3-426-61982-2
  • 1992 The Children of Men (Science Fiction) (Verfilmung Children of Men 2006)
    Im Land der leeren Häuser, dt. von Christa Seibicke; Droemer Knaur, München 1993, ISBN 3-426-19324-8
  • 2000 Time to Be in Earnest (Autobiografie)
    Die Zeit der Ehrlichkeit, dt. von Sigrid Langhaeuser; Droemer, München 2001, ISBN 3-426-27238-5
  • 2011 Death Comes to Pemberley (Fortsetzung von Stolz und Vorurteil)
    Der Tod kommt nach Pemberley, dt. von Michaela Grabinger, München: Droemer 2013. ISBN 978-3426199626

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: P. D. James – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sonja Osterwalder: Düstere Aufklärung: die Detektivliteratur von Conan Doyle bis Cornwell. Böhlau Verlag Wien, January 2011, ISBN 978-3-205-78602-3 (Zugriff am 27 November 2014).
  2. Marilyn Stasio: P. D. James, Creator of the Adam Dalgliesh Mysteries, Dies at 94. In: The New York Times vom 27. November 2014 (englisch, abgerufen am 28. November 2014).
  3. Max Evers: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler., 1985 (Zugriff am 27 November 2014).
  4. Klaus-Peter Walter (Hrsg.): Reclams Krimi-Lexikon. Autoren und Werke. Philipp Reclam Jun., Stuttgart 2002, ISBN 3-150-10509-9, S. 224.