Pardubický kraj

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Pardubický kraj
Pardubitzer Region
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Basisdaten
Verwaltungssitz: Pardubice
Hejtman: Martin Netolický
Größte Stadt: Pardubice
ISO 3166-2: CZ-PA
Einwohner: 505.584 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner/km²
KFZ-Kennzeichen: E
Geografie
Fläche: 4.519 km²
Ausdehnung: Nord-Süd: 39 – 64 km
West-Ost: bis 101 km
Höchster Punkt: 1,424 m n.m.
Tiefster Punkt: 202 m n.m.
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 4
Gemeinden: 453

Der Pardubický kraj (deutsch: Pardubitzer Region) ist eine der 14 Regionen in Tschechien. Die Region liegt in Ostböhmen, umfasst aber auch historische Anteile Mährens. Verwaltungssitz ist Pardubice (Pardubitz).

Statistische Kennzahlen[Bearbeiten]

Statistische Kennzahlen 2005
Fläche in km² Einwohner Durchschnittsalter Gemeinden
Okres Chrudim 1.030 104.748 39,0 113
Okres Pardubice 889 160.251 40,0 115
Okres Svitavy 1.335 101.832 38,4 113
Okres Ústí nad Orlicí 1.265 138.753 38,3 112

Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2001): 4,2 %, Arbeitslosenquote (2002): 8,7 %

Lage[Bearbeiten]

Die Region hat gemeinsame Grenzen mit der Mittelböhmischen Region, den Regionen Hradec Králové, Olomouc, Südmähren und Vysočina. Im Nordosten grenzt sie an Polen (Grafschaft Glatz). Die natürliche Grenze bildet ein Teil des Adlergebirges und der westlichste Teil des Altvatergebirges. Im Süden und Südosten erheben sich die Hügel der Žďárské vrchy (Saarer Berge) und Železné hory (Eisengebirge). Die Mitte des Gebietes nimmt die fruchtbare Ebene des Elbtales ein. Das Adlergebirge, Žďárské vrchy und Železné hory gehören zu den Naturschutzgebieten der Region. Höchster Punkt ist der Berg Králický Sněžník (1.424 m ü.M.), mit ursprünglicher Vegetation und Hochmooren wurde er zum Naturschutzgebiet ausgerufen. Der tiefste Punkt ist die Wasseroberfläche der Elbe bei Kojice (202 m ü.M.).

Fläche[Bearbeiten]

Mit 4 519 km² nimmt die Region 5,7 % der Gesamtfläche Tschechiens ein. 44,6 % des Bodens ist landwirtschaftlich nutzbar, 29,4 % bilden Wälder.

Umwelt[Bearbeiten]

Im Kreis sind noch viele Naturgebiete, vor allem an den dünn besiedelten Berghängen erhalten geblieben. Die höchsten Umweltschäden sind in der Umgebung der industriellen Region der Kreisstadt Pardubice zu beobachten. Die größten Umweltbelastungen entstehen durch die chemischen Werke (Paramo) und die Elektrizitätswerke in Opatovice und Chvaletice. Die Region ist mit großen Wasserreservoirs sowohl mit Oberflächen- als auch mit Grundwasser gesegnet. Die Wasserverschmutzung vor allem der Elbe und der Svitavy bildet eher eine Ausnahme. Zu den größten Wasserflächen gehören der Stausee Sečská přehrada bei Chrudim, die Teiche Bohdanečský rybník am Opatovický-Kanal und Pastvina an der Divoká Orlice. Ein Teil der Region ist Wasserschutzgebiet. Das Hauptreservoir des Grundwassers befindet sich allem in der böhmischen Kreidepfanne in den Okres Ústí nad Orlicí und Svitavy sowie in den Sedimenten der Elbe bei Pardubice.

Demographie[Bearbeiten]

Den Kreis bilden vier Bezirke mit 452 Gemeinden und 507.000 Einwohnern (5 % de Bevölkerung Tschechiens). In Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern leben 14 % der Gesamtbevölkerung des Kreises, zwei Drittel mehr als im restlichen Teil der Republik. In Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern leben 42 % der Bevölkerung, in der Kreisstadt Pardubice 18 %. In den letzten Jahren ist eine leichte Bevölkerungsabnahme zu verzeichnen, bedingt durch eine niedrigere Geburtenrate. Den Bevölkerungsschwund will man mit einem modernen Siedlungsbau entgegentreten. So wurden 2002 im Kreis die meisten Häuser in der Tschechischen Republik (nach Prag) fertiggestellt. Der Altersindex (Verhältnis der über 65-Jährigen zu den unter 15-Jährigen) ist in letzten Jahren um knapp zwei Punkte angewachsen und beträgt derzeit 87,3. Dieser Wert liegt bei Frauen bei 109 Punkten, bei Männern bei 67. Grund ist die frühe Sterblichkeit der Männer und ein hoher Anteil an männlichen Geburten. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, haben sich einige Gemeinden zu Mikroregionen zusammengeschlossen.

Arbeitsmarkt[Bearbeiten]

130.000 Beschäftigte wurden 2002 gezählt, ein Zuwachs gegenüber 2001 um 1,6 %. Einen großen Anteil hat dabei die Landwirtschaft, wobei mittelfristig ein Wachstum des tertiären Bereichs beobachtet wird. Der Durchschnittslohn betrug 13.539 Kronen, 85 % des Durchsnittlohnes in Tschechien. Die besten Gehälter zahlt das Kreditgewerbe, auf dem letzten Platz liegt die Industrie. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 8,7 %, wobei es regional große Unterschiede gibt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt etwa 50 % des EU-Durchschnitts. Den größten Anteil am BIP hat das verarbeitende Gewerbe mit 34 %, öffentliche Verwaltung und Sozialwesen (14 %), Handel (12 %).

Im Jahr 1996 wurde zudem die Euroregion Glacensis eingerichtet.

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

Das Schienennetz hat einen Umfang von 500 Kilometern, wobei die bedeutendsten Bahnverbindungen die E 040 (ParisNürnbergPragWien) und E 061 (Berlin–Prag–Brünn–Wien) sind. Das Straßennetz ist 3581 Kilometer lang, mit Straßen erster Klasse mit 445, zweiter Klasse mit 913 und dritter Klasse mit 2223 Kilometer Länge. Die wichtigste Straßenverbindung besteht zwischen Pardubice und Chrudim nach Ždírec nad Doubravou. Wichtigstes Ziel ist der Fertigbau der Autobahn Praha–Poděbrady nach Osten. Im Flugverkehr spielt der Flughafen Pardubice mit privatem und militärischem Flugverkehr die größte Rolle. Im Wasserverkehr sind nur der schiffbare Teil der Elbe und der Hafen in Pardubice von Bedeutung.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulwesen[Bearbeiten]

Im Kreis befinden sind 308 Kindergärten mit 15.192 Kindern, 231 Grundschulen (45.805 Schüler), 42 Fachgymnasien (11.418 Schüler), 20 Gymnasien (7.204 Schüler) und 9 postsekundäre Fachschulen (1.705 Studenten) sowie 32 Berufsschulen mit 9.712 Auszubildenden.[1] Hinzu kommt die Universität in Pardubice mit 6 Fakultäten.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Für das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung sorgen 1646 Ärzte (ein Arzt auf 299 Einwohner), zehn Krankenhäuser mit 2718 Betten, sieben Fachinstitutionen mit 1262 Betten, davon drei mit 252 Betten für chronisch Kranke. Daneben gibt es 910 Arztpraxen sowie 98 Apotheken.[1]

Kultur[Bearbeiten]

Berühmt sind die Konzerte des Parubicer Musikfrühlings, sowie das Bedřich Smetana-Musikfestival in Litomyšl wie auch das Musikfestival in Polička. Theater gibt es in Pardubice.

Sport[Bearbeiten]

Am bekanntesten ist das traditionelle Pferderennen Velká Pardubická in Pardubice. Liebhaber des Motorsports treffen sich hier beim Sandbahn-Motorradrennen Goldener Helm. Daneben dominiert Eishockey und Tennis.

Fremdenverkehr[Bearbeiten]

Das günstige Klima, die schöne Gebirgsnatur und Sporteinrichtungen für den Sommer-, Winter- und Pferdesport sorgen für eine wachsende Zahl an Touristen. Für die Unterbringung stehen 379 Einrichtungen zur Verfügung, in denen zuletzt 250.000 Gäste durchschnittlich 4,7 Tage verbrachten. Im Vergleich zu anderen Kreisen ist die Anzahl der Betten sowie der Gäste trotzdem am niedrigsten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Pardubice mit Ausstellungen des Ostböhmischen Museums und der Ostböhmischen Galerie
  • Marionetten-Museum in Chrudim
  • Afrikanisches Museum in Holice

Politik[Bearbeiten]

Hejtman (Landeshauptmann) des Bezirkes ist seit den Wahlen 2012 der Sozialdemokrat Martin Netolický, der das Amt im Alter von 30 Jahren übernahm und damit der bis dato jüngste Hejtman in der tschechischen Geschichte ist.

Bei den letzten Wahlen zum Regionsparlament wurden die Sozialdemokraten mit 21,31% (bzw. 12 von 45 Sitzen) stärkste politische Kraft, gefolgt von der KSČM mit 18,86% (11 Sitze). Auf die Wählerliste „Koalice pro Pardubický kraj“ (Koalition für die Region Pardubice), auf der u. a. die Kandidaten der KDU-ČSL antraten, entfielen 17,74% bzw. 10 Sitze. Für die bürgerliche ODS votierten 10,9% (6 Sitze), für die konservative TOP 09 votierten 6,25% (3 Sitze). Ebenfalls den Sprung über die 5%-Hürde schaffte mit 5,31% (3 Sitze) die "Partei der Bürgerrechte" SPOZ, die damit erstmals in einem tschechischen Regionsparlament vertreten ist. 17,72% der Stimmen wurden für Parteien abgegeben, die an der 5%-Hürde scheiterten. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,47%. Im Regionsparlament bildete sich eine Koalition aus Sozialdemokraten, der Wählerliste Koalice pro Pradubický kraj und der Partei der Bürgerrechte, welche die Funktionen im Rat der Region besetzten.

Bezirksstädte[Bearbeiten]

Bezirke[Bearbeiten]

Größte Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(31. Dezember 2005)
Pardubice 88.260
Chrudim 23.385
Svitavy 17.248
Česká Třebová 16.533
Ústí nad Orlicí 14.918
Vysoké Mýto 12.432
Moravská Třebová 11.251
Hlinsko 10.295
Litomyšl 10.118
Lanškroun 9.807
Polička 9.029
Choceň 8.953
Přelouč 8.467
Holice 6.298
Letohrad 6.202
Žamberk 6.017
Skuteč 5.304

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Tschechisches Statistisches Amt: Statistische Angaben zur Bildung, Kultur, Sport und Gesundheitswesen in der Region, 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pardubický kraj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.916.2Koordinaten: 50° N, 16° O