Pardubice

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den Personennamen siehe Pardubitz (Begriffsklärung)
Pardubice
Wappen von Pardubice
Pardubice (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Pardubice
Fläche: 7771 ha
Geographische Lage: 50° 2′ N, 15° 46′ O50.03111111111115.771111111111237Koordinaten: 50° 1′ 52″ N, 15° 46′ 16″ O
Höhe: 237 m n.m.
Einwohner: 89.432 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 530 02
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Štěpánka Fraňková (Stand: 2010)
Adresse: Pernštýnské nám. 1
530 21 Pardubice
Gemeindenummer: 555134
Website: www.mesto-pardubice.cz
Hauptplatz
Hauptplatz bei Nacht
Grünes Tor
Hauptplatz der Altstadt von Pardubice

Pardubice ( Aussprache?/i; deutsch Pardubitz) ist eine ostböhmische Stadt in der Tschechischen Republik mit etwa 89.432 Einwohnern (Stand 1. Jan. 2014).

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Pardubice liegt gut 100 km östlich der tschechischen Hauptstadt Prag an der Einmündung der Chrudimka in die Elbe. Die Stadt befindet sich im Gebiet des Elbe-Tieflandes mit einer durchschnittlichen Meereshöhe von 225 m. Das Gebiet besteht meistens aus Tiefland. Eine Ausnahme stellt der unweite Berg Kunětická hora dar.

Geschichte[Bearbeiten]

Pardubice wurde das erste Mal 1295 erwähnt, zu jener Zeit stand an der Stelle des heutigen Stadtzentrums eine kleine Siedlung um ein Kloster. Zwischen 1332 und 1340 gründete der damalige Grundherr Ernst von Hostin (Arnošt z Hostýně) eine Stadt, nach der sich seine Söhne von Pardubitz nannten. Der älteste Sohn Ernst von Pardubitz (1297–1364) war der erste Erzbischof von Prag. Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts wechselten die Eigentümer der Stadt mehrfach, ab 1490 befand sie sich im Besitz der Familie von Pernštejn, die das große Schloss errichten ließ. Jaroslav von Pernstein musste Stadt und Schloss 1560 an Kaiser Ferdinand I. verkaufen, ab dieser Zeit war Pardubitz eine königliche Stadt. Heute ist Pardubice das Zentrum der Region Pardubice (Pardubický kraj).

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1874 findet in Pardubice jährlich (meist Mitte Oktober) das wegen seiner zahlreichen Stürze berüchtigte Pferderennen Velká Pardubická (Pardubitzer Steeplechase) statt, das härteste Galopprennen auf dem europäischen Kontinent.

In den Jahren 2006 und 2010 fanden die Europameisterschaften der Jungen Reiter Vielseitigkeit in Pardubice statt. Des Weiteren findet jährlich im Juli die Amateur-Europameisterschaft im Schach in der Eishalle mit über 1700 Teilnehmern statt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Pardubice ist ein Industriezentrum mit chemische, elektrotechnische und Maschinenindustrie (Synthesie Pardubice), der Herstellerfirma des Sprengstoffs Semtex (Explosia Semtin), der Raffinerie Paramo, der elektrotechnischen Firma Foxconn, der Automobilzulieferer Kiekert (im ca. 10 km entfernten Prelouc) und Panasonic, einer Produktionsstätte der Andrew Corporation .

Betriebe der chemischen Industrie sind die Firmen Paramo und Explosia-Synthesia, die in Pardubice-Semtín als eine Firma für Sprengstoff gegründet wurde. Insbesondere in den 1960er Jahren machte dieses Gebiet sowie auch die Fabrik Synthesia einen Aufschwung. Synthesia, a.s. gehört heute zu den führenden tschechischen Gesellschaften in der Produktion von Zellulose, Pigmenten und Farbstoffen sowie von organischen Verbindungen. Synthesia ist auch ein Exporteur insbesondere in die EU-Länder und sie wird auch mit der Erfindung des Sprengstoffes Semtex verbunden. Paramo ging auf der Fabrik Fanta hervor. Paramo war bis 2012 eine der größten Gesellschaften ihrer Art in der Republik, jedoch im Verlauf des Jahres entschied der Aktionär über eine Senkung der Produktion und die Zukunft von Paramo ist unsicher.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Das historische Stadtzentrum mit zahlreichen Renaissancehäusern und sehenswerten Baudenkmalen wurde 1964 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss mit dem Ostböhmische Museum
  • Grünes Tor (Zelená brána) oder Prager Tor mit den Überresten der Stadtbefestigung
  • Pernstein-Platz (Ring) mit
    • Rathaus
    • Mariensäule (Pestsäule)
    • Jonas-Haus (Dům U Jonáše)
    • Haus zum Weißen Pferd (Dům U Bílého koníčka)
    • Haus zum Goldenen Schaf (Dům U Zlatého beránka)
    • Österreicher-Haus (Oesterreicherův dům)
    • Werner-Haus
    • Europa-Haus
  • St.-Bartholomäus-Kirche
  • Kirche Mariä Verkündigung
  • Kirche Mariä Schmerzen
  • Kirche des Hl. Johannes des Täufers
  • Stadttheater
  • Steinvilla (Kamenná vila)
  • Automatische Mühlen (Winternitz-Mühlen)
  • Krematorium


1995 entstand das Eisenbahnmuseum Rosice nad Labem.

Bildungswesen[Bearbeiten]

Die Universität Pardubice, hat 7 Fakultäten und 1 Hochschulinstitut, - das Zentrum für Materialforschung. An der Universität studieren 10 500 Studenten in 66 Studienprogrammen mit fast 130 Fächern. Die Universität beteiligt sich außer der Bildung auch an weiteren Tätigkeiten, insbesondere an den wissenschaftlichen und Forschungstätigkeiten. Die Studenten können sich aus den Bachelor-, Magister- bzw. Doktorstudienprogrammen auswählen.

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

Hafen Chvaletice, heute das vorläufige obere Ende der Elbschifffahrt

Sport[Bearbeiten]

Der Eishockeyclub HC Pardubice spielt in der Extraliga und gewann in den Jahren 1972/73, 1986/87, 1988/89, 2004/05, 2009/10 und 2011/12 den Meistertitel. Der Club spielt in der ČEZ Aréna (früher Duhová Aréna). Das erste Eishockeyspiel in Pardubice fand auf dem See Matiční jezero im Jahre 1913 statt und der erste Eishockeyclub unter dem Namen LTC Pardubice wurde im Jahre 1923 gegründet. Im Jahre 2011 wurde Pardubice durch den unter freiem Himmel ausgetragenen Extraliga-Wettkampf gegen Kometa Brno bekannt.

Das Pardubitzer Steeplechase (Rennen) Velká Pardubická gilt als das schwierigste Pferderennen in Europa und als das zweitschwierigste auf der Welt. Es findet seit 1874 jeden Herbst auf der Pferderennbahn statt. Der berühmteste Jockey ist Josef Váňa, der dieses Rennen mehrmals gewann. Der erste Sieger des Pardubitzer Steeplechase war der Hengst Fantome. Die Pferderennbahn misst 6.900 Meter und zählt 31 Hindernisse. Die Pferde schaffen das Rennen innerhalb von 10 Minuten.

Der Goldener Helm (Zlatá přilba) der Stadt Pardubice ist ein alljährliches Prestige-Flachbahn-Motorradrennen. Das erste Rennen wurde im Jahre 1929 gefahren und macht den Goldenen Helm zum ältesten Flachbahnrennen auf der Welt. Das Rennen hat eine internationale Besetzung der Teilnehmer aus Deutschland, Dänemark, Niederlanden, England und den USA.

Auch Basketball hat in der Stadt einen hohen Stellenwert. Der BK Pardubice spielt in der höchsten Basketball-Liga Tschechiens, der Mattoni NBL und nimmt regelmäßig am Europapokal teil. Im Land gehört es zu den erfolgreichsten Clubs. Für Pardubice spielte auch Jiří Welsch, der in der nordamerikanischen NBA aktiv war.

Die Czech Open sind das größte Schachturnier auf der Welt. Außer Schach wird hier auch Scrabble, Bridge, Poker und Marias gespielt. Die Schirmherrschaft über das Festival übernahmen im Jahre 2011 der Präsident der Tschechischen Republik Václav Klaus, der Hauptmann der Region Pardubice Radko Martínek und die Oberbürgermeisterin der Stadt Pardubice Štěpánka Fraňková.

Das Tennis-Turnier Pardubická juniorka ist die tschechische Meisterschaft für den älteren Nachwuchs. Sie findet seit 1926 auf den Tennisplätzen des LTC Pardubice statt. Zu den Gewinnern zählen Ivan Lendl, Martina Navrátilová, Petra Kvitová und Tomáš Berdych.

Fußball spielt in der Stadt im Vergleich mit anderen Sportarten eine untergeordnete Rolle. Noch nie spielte eine Mannschaft aus Pardubice in der höchsten tschechischen Spielklasse. Der 1960 aufgelöste SK Pardubice war in der damaligen Tschechoslowakei (1937/38 und 1938/39) und anschließend im Protektorat Böhmen und Mähren (1939–1944) sowie in der Nachkriegssaison 1945/46 erstklassig. Im Jahr 2012 gelang dem FK Pardubice der Aufstieg in die 2. Liga.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

im Ort wirkten[Bearbeiten]

  • Jiří Bartoška, tschechischer Schauspieler, verbrachte hier seine Jugend
  • Vojtěch Cach, tschechischer Schriftsteller und Dramatiker
  • Jan Gebauer, tschechischer Sprachwissenschaftler und Literaturhistoriker unterrichtete an der Realschule
  • Vladimír Páral, tschechischer Schriftsteller, studierte hier Chemieingenieurwissenschaften

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pardubice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPardubice Airport Charakteristics. Abgerufen am 20.12.11.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPardubice Airport Arrivals. Abgerufen am 20.12.11.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBiodiversität in kontaminierten Flußsedimenten. S. 26, abgerufen am 19.12.10 (PDF; 11,6 MB).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHansjörg Küster: Die Elbe: Landschaft und Geschichte. S. 39, abgerufen am 19.12.10.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatZeit der großen Wasserbauwerke in Tschechien vorbei? DUHwelt — DAS MAGAZIN DER DEUTSCHEN UMWELTHILFE, S. 10, abgerufen am 19.12.10 (PDF; 2,1 MB).