Département Moselle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Moselle
Wappen des Departements Moselle
Finistère Côtes-d’Armor Ille-et-Vilaine Morbihan Loire-Atlantique Vendée Manche Mayenne Orne Calvados Maine-et-Loire Sarthe Indre-et-Loire Vienne Deux-Sèvres Indre Loir-et-Cher Eure Eure-et-Loir Seine-Maritime Oise Aisne Somme Pas-de-Calais Nord Ardennes Marne Meuse Meurthe-et-Moselle Haute-Marne Vosges Moselle Haut-Rhin Bas-Rhin Territoire de Belfort Cher Loiret Yonne Aube Côte-d’Or Nièvre Haute-Saône Essonne Yvelines Seine-et-Marne Val-d’Oise Hauts-de-Seine Val-de-Marne Seine-Saint-Denis Paris Doubs Jura Saône-et-Loire Allier Creuse Haute-Vienne Charente Charente-Maritime Corrèze Dordogne Gironde Puy-de-Dôme Loire Rhône Ain Haute-Savoie Cantal Lot Savoie Haute-Loire Isère Ardèche Landes Lot-et-Garonne Hautes-Alpes Drôme Alpes-Maritimes Var Alpes-de-Haute-Provence Vaucluse Bouches-du-Rhône Gard Hérault Lozère Aveyron Tarn Tarn-et-Garonne Gers Pyrènèes-Atlantiques Hautes-Pyrénées Aude Pyrénées-Orientales Haute-Garonne Ariège Haute-Corse Corse-du-Sud Vereinigtes Königreich Andorra Guernsey Jersey Niederlande Belgien Luxemburg Deutschland Liechtenstein Monaco Österreich Schweiz Italien SpanienLage des Departements Moselle in Frankreich
Über dieses Bild
Region Lothringen
Präfektur Metz
(2 arrondissements:
Metz-Ville,
Metz-Campagne)
Unterpräfektur(en) Boulay-Moselle
Château-Salins
Forbach
Sarrebourg
Sarreguemines
Thionville
(2 arrondissements:
Thionville-Est,
Thionville-Ouest)
Einwohner 1.045.146 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 168 Einw. pro km²
Fläche 6.216 km²
Arrondissements 9
Kantone 51
Gemeinden 730
Präsident des
Generalrats
Patrick Weiten[1]
ISO-3166-2-Code FR-57

Das Département Moselle [mɔˈzɛl] ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 57. Es liegt im Osten des Landes in der Region Lothringen und ist nach dem Fluss Mosel (französisch Moselle) benannt. Départementhauptstadt ist Metz.

Geographie[Bearbeiten]

Das Département Moselle grenzt im Norden an das Großherzogtum Luxemburg (Distrikte Luxemburg und Grevenmacher), im Nordosten an die Bundesrepublik Deutschland (Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz), im Südosten an das Département Bas-Rhin (Region Elsass) sowie im Süden und Westen an das Département Meurthe-et-Moselle.

Geschichte[Bearbeiten]

In älterer Zeit gehörten die Gebiete des heutigen Départements zum Hochstift Metz, zu den Herzogtümern Lothringen, Bar, Luxemburg und zur Reichsstadt Metz, die im Wappen vertreten sind, sowie kleineren Herrschaften, und fielen im 17. und 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich. „Moselle”, im Deutschen auch „Moseldepartement“ genannt, ist eines von 83 Départements, die zur Zeit der französischen Revolution im Jahre 1790 errichtet wurden. Das Département war wesentlich anders zugeschnitten als heute und in vier „Arrondissements” untergliedert: Metz, Briey, Sarreguemines und Thionville.

Territoriale Veränderungen der Départements nach der Abtretung Elsass-Lothringens 1871
Bezirk Lothringen 1890

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde das Moseldepartement am 18. Mai 1871 gemäß dem Frieden von Frankfurt aufgelöst. Das Deutsche Kaiserreich erhielt den größten Teil und vereinigte ihn mit den beiden Arrondissements Château-Salins und Saarburg (Sarrebourg) des ebenfalls aufgelösten Départements Meurthe zum Bezirk Lothringen des neugebildeten Reichslands Elsass-Lothringen. Nur ein kleiner Teil im Westen, das Arrondissement Briey, blieb bei Frankreich und bildete zusammen mit Teilen des Départements Meurthe das neue Département Meurthe-et-Moselle.

Die Reichslandzeiten waren geprägt von starken Bevölkerungsverschiebungen: Die französischen Eliten verließen nach 1871 den Bezirk, so genannte „Altdeutsche“, d.h. Zuwanderer aus den anderen Gebieten des Deutschen Reichs, füllten die Lücke, insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Militär, aber auch Arbeiter in den aufstrebenden Industrieorten des Erzbeckens. Dies führte dazu, dass die Großstadt Metz am Vorabend des Ersten Weltkriegs zwar eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von über 75 % hatte, aber eine Sprachinsel bildete, weil das unmittelbare Umland der Stadt frankophon blieb.

Aus verteidigungstechnischen Gründen, aber vor allem wegen des Besitzes der Schwerindustrie und der Eisenerz-Gruben (Minette) hielten die deutschen Siegermächte bei der Grenzfestlegung 1871 nicht die deutsch-französische Sprachgrenze ein. So gehörten zum neuen deutschen Kaiserreich nun auch frankophone Gebiete. Die französischsprachigen Bewohner erhielten einige Zugeständnisse im Gebrauch ihrer französischen Muttersprache in Verwaltung, Justiz und Schule. So saßen für 47 Jahre im Deutschen Reichstag in Berlin unter anderem auch einige muttersprachlich französische Reichstagsabgeordnete aus Elsass-Lothringen.

Im 1919 nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Friedensvertrag von Versailles kam das Gebiet wieder zu Frankreich zurück. Die Verwaltungsgrenzen wurden wegen der in fünf Jahrzehnten geschaffenen Tatsachen beibehalten und nicht wieder auf den Stand von 1870 zurückgesetzt, der „Bezirk Lothringen” wurde umbenannt in „Département Moselle”. Die administrativen Verbindungen zu den traditionell deutschen Sprachgebieten des Elsasses wurden gekappt und die Moselle fand sich im Kontext eines stark zentralistisch auf Paris ausgerichteten Frankreich wieder.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebiet Moselle nach der Niederlage Frankreichs (Waffenstillstand vom 22. Juni 1940) faktisch dem Deutschen Reich wieder angeschlossen, als CdZ-Gebiet Lothringen unter Zivilverwaltung gestellt und sollte zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den „Gau Westmark” bilden. Mit der Evakuierung der Grenzbevölkerung 1939 nach Innerfrankreich und der Besetzung des ehemaligen Reichslandes Elsass-Lothringen 1940 kam es erneut zu Bevölkerungsverschiebungen. Der Chef der Zivilverwaltung Josef Bürckel wies im November 1940 etwa 60.000 missliebige französischsprachige Lothringer nach Vichy-Frankreich aus, deutschsprachige Siedler wurden angeworben. Trotz gewisser autonomistischer und nationaler Sympathien der zum Teil im deutschen Kaiserreich aufgewachsenen Lothringer stieß die nationalsozialistische Politik des Diktators Hitler verbreitet auf Widerwillen und passiven Widerstand. Mit dem Vormarsch der Alliierten musste sich die deutsche Wehrmacht im Herbst 1944 zurückziehen. Von Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 war die Region Kampfgebiet. In die Moselregion zogen 1944 zuerst Soldaten der US-amerikanischen Armee ein, in einigen Dörfern hielt sich die Wehrmacht noch bis zum März 1945.

Über viele Jahrzehnte spielten die Steinkohleförderung und die Stahlproduktion im Département Moselle eine zentrale Rolle. In den 1970er und 1980er Jahren verloren beide Industriezweige jedoch immer mehr an Bedeutung, vor allem die industrialisierten Gebiete im Norden und Nordosten des Départements wurden stark von der Stahlkrise und Kohlekrise betroffen. 1997 endete mit der Schließung der Eisenerzmine in Audun-le-Tiche eine über 100-jährige Ära. 2004 wurde mit der Zeche La Houve in Creutzwald das letzte Steinkohlebergwerk in ganz Frankreich geschlossen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Dialekte im Departement Moselle (orange: französische Dialekte)

Inmitten des Départements verlief bis in die jüngste Vergangenheit entlang einer Linie von Thionville nach Sarrebourg die deutsch-französische Sprachgrenze. Die einheimischen frankophonen Bewohner des Départements sprachen traditionell das romanische Lothringisch, das als Umgangssprache auch von der ältesten Generation nicht mehr verwendet wird. Die deutsch-lothringischen Mundarten der einheimischen germanophonen Bewohner des Départements gehören zum Moselfränkischen und zum Rheinfränkischen. Nach 1945 wurde die deutsche Sprache aus den Medien verdrängt und auf die deutschsprachige Bevölkerung erheblicher Druck ausgeübt, ihren Dialekt abzulegen und Französisch zu sprechen. Nach den vielen Jahren der politischen Zugehörigkeit zu Frankreich und einer entschiedenen Französisierungspolitik (Französisch als Amts- und Unterrichtssprache) sind die einheimischen deutschen Dialekte vom Aussterben bedroht. Während die älteste Generation noch Deutsch beherrscht, verwenden die jüngeren Generationen zumeist Französisch als Umgangssprache und geben Französisch auch an ihre Kinder weiter.

Städte[Bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Gemeinden des Départements Moselle sind:

Stadt Einwohner
(2011)
Arrondissement
Metz 119.962 Metz-Ville
Thionville (Diedenhofen) 40.951 Thionville-Est
Montigny-lès-Metz 22.358 Metz-Campagne
Sarreguemines (Saargemünd) 21.604 Sarreguemines
Forbach 21.561 Forbach
Saint-Avold (Sankt Avold) 16.278 Forbach
Yutz (Jeutz) 15.885 Thionville-Est
Hayange (Hayingen) 15.730 Thionville-Ouest
Creutzwald (Kreuzwald) 13.540 Boulay-Moselle
Freyming-Merlebach 13.086 Forbach

Weitere größere Orte sind:

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Das Département gliedert sich in 9 Arrondissements, 51 Kantone und 730 Gemeinden:

Arrondissement Einwohner
(2011)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte
(Einw./km²)
Kantone Gemeinden
Boulay-Moselle 79.696 722 110,4 3 96
Château-Salins 29.867 974 30,7 5 128
Forbach 168.168 561 299,8 7 73
Metz-Campagne 221.728 1.047 211,8 9 142
Metz-Ville 119.962 42 2.856,2 4 1
Sarrebourg 64.478 993 64,9 5 102
Sarreguemines 100.404 936 107,3 6 83
Thionville-Est 139.687 686 203,6 6 75
Thionville-Ouest 121.156 255 475,1 6 30

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moselle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Moselle – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cg57.fr/conseilgeneral/Pages/lesCG/LePresident.aspx abgerufen am 4. August 2012

49.1061111111116.4377777777778Koordinaten: 49° 6′ N, 6° 26′ O