Pont Neuf

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Dieser Artikel behandelt den Pont Neuf in Paris; zum gleichnamigen Bauwerk in Toulouse siehe Pont Neuf (Toulouse).
Pont Neuf mit Île de la Cité

Der Pont Neuf (deutsch: Neue Brücke) ist die älteste im Originalzustand erhaltene Brücke über die Seine in Paris. Die Bauzeit begann 1578 und dauerte bis 1607.[1]

Brückendaten[Bearbeiten]

Nicolas Raguenet: Grande Galerie du Louvre, Pont-Neuf und Collège des Quatre-Nations (1756)
Nicolas Raguenet: Der Pont-Neuf, die Samaritaine und die Westspitze der Île de la Cité (um 1750/60)
Blick vom Quai du Louvre auf den Pont Neuf

Die Bogenbrücke ist 238 m lang und 20 m breit. Sie verbindet den Quai du Louvre am rechten Seineufer im 1. Arrondissement mit dem Quai de Conti und dem Quai des Grands Augustins am linken Seineufer im 6. Arrondissement. Etwa in der Mitte überquert sie die westliche Spitze der Île de la Cité. Rechts der Seine wird sie von der Rue du Pont Neuf fortgesetzt, links der Seine von der Rue Dauphine.

Geschichte[Bearbeiten]

Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in Paris nur die vier Brücken Petit Pont, Pont Notre-Dame, Pont Saint-Michel und Pont au Change. Der Bau einer weiteren – neuen – Brücke, die den Louvre mit dem aus der Abtei St. Germain-des-Prés hervorgegangenen Marktflecken verbinden sollte, wurde immer dringender, da der umfangreiche Großstadtverkehr bereits große Schäden an den existierenden Brücken angerichtet hatte, die zudem noch komplett mit Häusern bebaut waren.

Bereits 1556 hatte König Heinrich II. den Bau einer neuen Brücke ins Auge gefasst, sein Plan scheiterte aber lange am Widerstand der Pariser Kaufleute. Erst mehr als zwanzig Jahre später, am Abend des 31. Mai 1578, legte König Heinrich III. den Grundstein für die fünfte Pariser Brücke, deren wesentliche Besonderheit sein sollte, dass auf ihr keine Häuser und Geschäfte stehen sollten. Man sollte sie also überschreiten und dabei zugleich die unter ihr hindurchfließende Seine sehen können. Das hatte es in Paris noch nicht gegeben und stieß bei der Pariser Kaufmannschaft, die dem nicht genutzten Verkaufsraum auf der Brücke nachtrauerte, auf Ablehnung. Die Brücke wurde schließlich nach fast dreißigjähriger Bauzeit in der Regierungszeit von König Heinrich IV. fertiggestellt. Auch bei dem nur zwei Jahre später fertiggestellten Pont Henri IV in Châtellerault und bei dem erst 25 Jahre später fertiggewordenen Pont Neuf in Toulouse wurden trotz ähnlicher Breite keine Bebauungen zugelassen.

1985 wurde die Brücke vom Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude verhüllt. Die Vorbereitungsphase zu diesem Projekt hatte zehn Jahre gedauert, was unter anderem daran lag, dass das Einverständnis des damaligen Bürgermeisters von Paris, Jacques Chirac, eingeholt werden musste.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Pont Neuf (1852) mit kleinen Läden (boutiques) auf den Stützpfeilern

Pont Neuf war die erste Brücke, welche die Ufer durchgehend miteinander verband und nicht eine auf einer der Inseln versetzte Straße weiterführte. Da es auf ihr nahezu keine Häuser gab, konnte man bei ihrer Überquerung immer wieder die Seine sehen, jedoch gab es auch einige Verkaufshäuschen jeweils oberhalb der Pfeiler. In einem Pumpturm namens La Samaritaine waren bis 1813 Pumpen zur Wasserversorgung des Jardin des Tuileries untergebracht, siehe Nicolas Raguenets Gemälde. Außerdem waren auf ihr erstmals in Paris beiderseits von der Fahrfläche abgetrennte Gehwege.

In der Brückenmitte steht eine Reiterstatue Heinrich IV., eine Skulptur von François-Frédéric Lemot (1818) nach dem Vorläufer-Standbild von Pietro Tacca (1618), nachdem dieses von der Witwe in Auftrag gegebene Werk in der Französischen Revolution zerstört worden war.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pont Neuf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pont Neuf auf structurae.de

48.85752.3413888888889Koordinaten: 48° 51′ 27″ N, 2° 20′ 29″ O