Pont Neuf
Der Pont Neuf (dt. Neue Brücke) ist die älteste noch erhaltene Brücke über die Seine in Paris.
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Brückendaten [Bearbeiten]
Die Bogenbrücke ist 238 m lang und 20 m breit. Sie verbindet den Quai du Louvre am rechten Seineufer im 1. Arrondissement mit dem Quai de Conti und dem Quai des Grands Augustins am linken Seineufer im 6. Arrondissement. Etwa in der Mitte überquert sie die westliche Spitze der Île de la Cité. Rechts der Seine wird sie von der Rue du Pont Neuf fortgesetzt, links der Seine von der Rue Dauphine.
Geschichte [Bearbeiten]
Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in Paris nur vier Brücken (Petit Pont, Pont Notre-Dame, Pont Saint-Michel und Pont au Change). Der Bau einer weiteren – neuen – Brücke, die den Louvre mit dem aus der Abtei St. Germain-des-Prés hervorgegangenen Marktflecken verbinden sollte, wurde immer dringender, da der umfangreiche Großstadtverkehr bereits große Schäden an den existierenden Brücken angerichtet hatte, die zudem noch komplett bebaut waren.
Bereits 1556 hatte König Heinrich II. den Bau einer neuen Brücke ins Auge gefasst, sein Plan scheiterte aber lange am Widerstand der Pariser Kaufleute. Erst über zwanzig Jahre später, am Abend des 31. Mai 1578, war es dann soweit: König Heinrich III. legte den Grundstein für die fünfte Pariser Brücke, deren große Besonderheit es sein sollte, dass auf ihr eben keine Häuser und Geschäfte stehen sollten. Man konnte sie also überschreiten und dabei zugleich die unter ihr hindurchfließende Seine sehen. Das hatte es in Paris noch nicht gegeben und war ein Schlag ins Gesicht der Pariser Kaufmannschaft, die dem nicht genutzten Verkaufsraum auf der Brücke nachtrauerte. Der König hatte sich für eine Brücke neuen Typs entschieden, die nach fast dreißigjähriger Bauzeit in der Regierungszeit von König Heinrich IV. fertiggestellt wurde. Auch bei dem nur zwei Jahre später fertiggestellten Pont Henri IV in Châtellerault und bei dem erst 25 Jahre später fertiggewordenen Pont Neuf in Toulouse wurden trotz ähnlicher Breite keine Bebauungen zugelassen.
1985 wurde die Brücke vom Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude verhüllt. Die Vorbereitungsphase zu diesem Projekt hatte 10 Jahre gedauert was unter anderem daran lag, dass das Einverständnis des damaligen Bürgermeisters von Paris, Jacques Chirac, eingeholt werden musste.
Die Brücke war zentrale Kulisse des Films Die Liebenden von Pont-Neuf (1991) von Leos Carax.
Besonderheiten [Bearbeiten]
Sie war die erste Brücke, die die Ufer durchgehend miteinander verband (also nicht eine auf einer der Inseln versetzte Straße weiterführte). Nicht nur dass man bei ihrer Überquerung immer wieder die Seine sehen konnte, weil es keine Häuser gab, hatte sie doch auch einige Verkaufshäuschen immer oberhalb der Pfeiler. Und in einem Gebäude waren Pumpen zur Wasserversorgung untergebracht (gut auf den Bildern Raguenets zu sehen). Außerdem hatte sie erstmals in Paris beidseits von der Fahrfläche getrennte Gehwege.
In der Brückenmitte steht eine Reiterstatue Heinrich IV., eine Skulptur von FF Lemot (1818) nach dem Vorläufer-Standbild Pietro Taccas (1618), nachdem dieses von der Witwe in Auftrag gegebene Werk in der Französischen Revolution zerstört worden war.
Trivia [Bearbeiten]
- In Die Bourne Identität versucht Jason Bourne, sich am Pont Neuf mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zu treffen.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Pont Neuf – Aktuelle und historische Fotos
48.85752.3413888888889Koordinaten: 48° 51′ 27″ N, 2° 20′ 29″ O