Die Bourne Identität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt den Film Die Bourne Identität. Für den Film The Bourne Identity aus dem Jahr 1988 siehe Agent ohne Namen.
Filmdaten
Deutscher Titel Die Bourne Identität
Originaltitel The Bourne Identity
Produktionsland Vereinigte Staaten, Deutschland, Tschechien
Originalsprache Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 14Vorlage:Infobox Film/Wartung/JMK ohne JMKID
Stab
Regie Doug Liman
Drehbuch Tony Gilroy,
W. Blake Herron
Produktion Patrick Crowley,
Richard N. Gladstein,
Doug Liman
Musik John Powell,
Moby
Kamera Oliver Wood
Schnitt Saar Klein,
Dennis Virkler
Besetzung

Die Bourne Identität (Originaltitel The Bourne Identity) ist eine Literaturverfilmung aus dem Jahr 2002 des Regisseur Doug Liman nach dem gleichnamigen Roman von Robert Ludlum. In den Hauptrollen des Agenten-Thrillers sind Matt Damon und Franka Potente zu sehen. Später entstanden die Fortsetzungen Die Bourne Verschwörung (2004), Das Bourne Ultimatum (2007) und Das Bourne Vermächtnis (2012).

Handlung[Bearbeiten]

Zu Beginn des Films ziehen italienische Fischer einen bewusstlosen Mann aus dem Mittelmeer. Er hat keine Erinnerung an sein früheres Leben, dafür aber zwei Kugeln im Rücken und unter der Haut ein Laserimplantat mit der Nummer eines Schweizer Bankschließfachs. Auf der Suche nach seiner Identität findet er in Zürich im Bankschließfach eine Waffe, ein halbes Dutzend gefälschter Reisepässe und Banknoten verschiedener Währungen in großen Mengen. Im ersten Pass, den er aufschlägt, einem US-amerikanischen, steht der Name Jason Bourne.

Mit Hilfe der deutschen Weltenbummlerin Marie macht sich Jason auf den Weg nach Paris, wo er früher gearbeitet haben muss. Er merkt, dass er außergewöhnliche Nahkampf- und Monitoring-Fähigkeiten hat, die er früher sehr systematisch gelernt haben muss. Seine Concierge in Paris erkennt ihn sofort. Während er sich in seiner alten Wohnung umsieht, wird er von einem Killer überfallen. Dieser wird im Nahkampf von Jason zurückgeschlagen. Der Killer weigert sich, seine Auftraggeber preiszugeben und stürzt sich schließlich aus dem Fenster. Jason und Marie müssen fliehen und kommen sich auf der Flucht näher, während der CIA-Abteilungsleiter Alexander Conklin mit einem großen Agentenaufgebot auf die beiden Jagd macht.

Jason und Marie, inzwischen verliebt, fliehen zu Maries Halbbruder aufs Land. Aber auch dort wird Jason von einem CIA-Killer aufgespürt, der sich „Der Professor“ nennt. Die beiden zum Töten ausgebildeten Männer liefern sich ein Duell in freier Natur, bei dem Jason den „Professor“ tötet. Maries Halbbruder fährt mit seinen Kindern und Marie davon, die nach Aufforderung Jasons nur widerwillig mitfährt, um unterzutauchen. Jason fährt alleine nach Paris zurück. Dort trifft er Conklin, den er mit vorgehaltener Waffe zum Reden bewegt.

Durch einige Informationen, die Conklin ihm gibt, erinnert sich Jason, dass er einen afrikanischen Ex-Diktator auf dessen Yacht im Mittelmeer töten sollte, es aber nicht übers Herz brachte, dies vor dessen Kindern zu tun, und flüchtete. Auf der Flucht trafen ihn zwei Kugeln, und er stürzte ins Wasser.

Die Erkenntnis, dass er ein Auftragskiller der CIA mit der perfekt konstruierten Scheinidentität von Jason Bourne ist, trifft ihn hart. Er war Teil einer hochgeheimen Operation der CIA, des sogenannten Treadstone-Projekts.

Bourne schlägt Conklin nieder und flieht. Kurz darauf folgt ihm Conklin, der aber von einem anderen CIA-Killer liquidiert wird, da sein Vorgesetzter, Ward Abbott, das Scheitern des Projekts „Treadstone“ vertuschen will.

Anschließend wird der für das Treadstone-Projekt zuständige Abbott vor ein CIA-Untersuchungskomitee geladen. Dort behauptet er, das Treadstone-Projekt sei ein Projekt zur Ausbildung neuer Agenten, das sich aus finanziellen Gründen nicht gelohnt habe. Das Untersuchungskomitee akzeptiert diese Lüge ohne weitere Nachfragen und geht zum nächsten Thema, dem Blackbriar-Programm, über. Das Blackbriar-Programm wird im dritten Teil – Das Bourne Ultimatum – aufgegriffen.

Marie ist inzwischen in Griechenland untergetaucht und betreibt eine Motorroller-Vermietung. Der Film endet damit, dass Jason eines Tages an ihrer Tür steht und sich beide in die Arme fallen.

Konzept[Bearbeiten]

Die Bourne Identität sollte ein untypischer Actionfilm werden, weshalb das Agentenleben hier wesentlich realistischer als in Filmserien wie James Bond oder Mission Impossible dargestellt wird. Statt computeranimierter Zeitlupen-Action nach Matrix-Art setzt man auf „handfeste“ Nahkampfszenen. Waffen müssen wie im wirklichen Leben nachgeladen werden und Autos explodieren nicht gleich, wenn sie zusammenstoßen. Manche Szenen bewegen sich dennoch hart am Rande der Realität, z. B. wenn Bourne am Ende des Films in einem Treppenhaus mitsamt einer Leiche vier Stockwerke in die Tiefe springt, im freien Fall einen Gegner mit einem gezielten Kopfschuss tötet und anschließend fast unbeschadet auf der Leiche landet.

Im Vergleich zur Buchvorlage aus dem Jahr 1980 und der ersten Verfilmung, Agent ohne Namen (1988) mit Richard Chamberlain, wurde die Figur des Jason Bourne stark verjüngt und die Geschichte der technischen und politischen Entwicklung des neuen Jahrhunderts angepasst. Genau genommen kann nicht von einer Literaturverfilmung gesprochen werden, da Roman- und Filmhandlung bis auf die Namen einiger Charaktere und die Ausgangssituation eines Agenten mit Amnesie wenig miteinander zu tun haben.

Kritiken[Bearbeiten]

Von Kritikern und Publikum wurde Die Bourne Identität sehr positiv aufgenommen.

„Trotz einiger Längen und nicht gerade glaubhaften Wendungen bietet Regisseur Doug Liman (Swingers, Go) mit dieser recht freien Adaption des Robert-Ludlum-Bestsellers spannende Unterhaltung. Dank der Darsteller – allen voran Franka Potente als hilfreiche Deutsche – verzeiht man die eine oder andere unlogische Verwicklung. Um die Kussszene mit Matt Damon zu überstehen, stärkte sich Franka angeblich mit einem deftigen Jägermeister, genauso wie der ebenso nervöse Matt.“

prisma[2]

„Sorgfältig inszenierte Verfilmung eines Bestsellers von Robert Ludlum, die vor allem auf ein sympathisches, sehr modern wirkendes junges Hauptdarstellerpaar setzen kann, aber auch ansprechende Spannungsmomente in der Tradition des Agententhrillers aufweist.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Der Erfolg des ersten Teils zog 2004 die Fortsetzung Die Bourne Verschwörung nach sich, die ein ähnlicher Erfolg wurde. Der dritte Teil, Das Bourne Ultimatum feierte am 15. August 2007 in London Premiere. Der Film erschien am 6. September 2007 in den deutschen Kinos.

Am 13. September 2012 startete in Deutschland der vierte Film Das Bourne Vermächtnis. Der Film knüpft nicht an die bisherige Handlung an wie die bisherigen Fortsetzungen, sondern ergänzt diese vielmehr um eine Seitenhandlung.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Budget des Filmes betrug 60 Millionen US-Dollar. Weltweit spielte er mehr als 214 Millionen US-Dollar ein.[4]

Der Film spielt zwar teilweise in Zürich, jedoch wurden diese Szenen aus Kostengründen in Prag gedreht. Deshalb wurden dort Telefonzellen, Restaurants und andere Objekte originalgetreu nachgebaut. Die gezeigten Straßenbahnen tragen zwar die Farben ihrer Zürcher Pendants (blau und weiß) und sollen eine gewisse Echtheit vortäuschen, es handelt sich aber um Bahnen des tschechischen Herstellers ČKD Tatra Typ T3.

Der Titelsong Extreme Ways stammt von Moby.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF-Datei; 69,32 KB) der FSK
  2. Die Bourne Identität. In: prisma. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  3. Die Bourne Identität. In: Zweitausendeins – Filmlexikon. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  4. The Bourne Identity. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 7. Juni 2012.