Raja Ampat

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Raja Ampat
Gewässer Halmaherasee, Seramsee
Geographische Lage 0° 50′ S, 130° 30′ O-0.83333333333333130.5Koordinaten: 0° 50′ S, 130° 30′ O
Raja Ampat (Molukken-Papua)
Raja Ampat
Anzahl der Inseln >1500
Hauptinsel Waigeo
Gesamtfläche 46.296 km²
Einwohner 47.771 (2001)
Karte von Raja Ampat
Karte von Raja Ampat

Raja Ampat (übersetzt das Reich der vier Rajas) ist ein Archipel im Indopazifik westlich von Neuguinea. Wie West-Neuguinea gehört Raja Ampat zu Indonesien und bildet mit der Vogelkop-Halbinsel und der Bomberai-Halbinsel die Provinz Papua Barat.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Raja Ampat liegt östlich der Molukken-Insel Halmahera und nordwestlich der Vogelkop-Halbinsel Neuguineas. Zum Archipel gehören über 1500 Inseln, die vier Hauptinseln sind Misool, Salawati, Batanta und Waigeo.

Luftbildaufnahme des Inselarchipels von Raja Ampat

Geografischer Ursprung[Bearbeiten]

Plattentektonische Verwerfungen und Kontinentalplattendrift und damit die Zerstreuung mehrerer endemischer Arten mit anschließender Wiedervereinigung der Tierarten sowie unterschiedliche Gesteinsformationen wie Steilwände einerseits und seichte Lagunen andererseits sorgten für die marine Artenvielfalt. Korallen und Mangrovenwälder sorgen für ein ideales Versteck für die marine Kinderstube. Dadurch haben sich neue Arten entwickelt und sind hier heimisch geworden.

Marine Artenvielfalt[Bearbeiten]

Steinkorallen, Riffbarsche und ein Haarstern (schwarz, im Hintergrund)

Raja Ampat liegt mitten im sogenannten Korallendreieck, einem Zentrum mariner Artenvielfalt. Bei einer 2002 von der Organisation Nature Conservancy und einigen Partnern durchgeführten 23tägigen Expedition wurden 505 Korallenarten und 828 Fischarten gezählt, deren Vorkommen in Raja Ampat bisher nicht bekannt war.[1] Der australische Ichthyologe Gerald R. Allen konnte bei einem einzigen Tauchgang 283 Fischarten zählen. Insgesamt wurden bisher 1320 Fischarten festgestellt.[2]

Neben Schwämmen, Stein- und Oktokorallen finden sich unter den sessilen Tieren vor allem viele Seescheiden, darunter die Grüne Riffseescheide und die Goldseescheide. Größtes Weichtier der Korallenriffe ist die eine Schalenlänge von 1,1 Meter erreichende Riesenmuschel Tridacna gigas. Zu den Fischarten gehören Teufelsrochen, Lippfische, Doktorfische, Husarenfische, Schnapper, Süßlippen, Korallenwächter, Riff- und Fahnenbarsche, Glas- und Beilfische, Schleimfische, winzige Grundeln, sowie die Zwergseepferdchen Hippocampus bargibanti und Hippocampus denise, die sich zwischen Gorgonien der Gattungen Muricella und Annella verstecken. Die Brackwassergebiete werden unter anderem von Schützenfischen bewohnt. In der Region liegt auch der im pazifischen Raum bedeutendste Nistplatz für die größte Schildkröte der Welt, die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea).[2]

Zu den neu entdeckten Fischarten zählt der im englischen „Walking Shark“ genannte Bambushai Hemiscyllium henryi,[3] der mit seinen Brustflossen über den Meeresboden laufen kann.

Das gesamte Gebiet ist Anwärter auf das UNESCO-Weltnaturerbe.

Gefährdungspotential[Bearbeiten]

Das Gebiet wurde bisher nicht durch das Klimaphänomen El Niño betroffen und wird daher als eine mögliche Quelle für die Wiederbesiedelung stark gefährdeter Korallenriffe im sonstigen Indonesien und in den Philippinen angesehen.[1] Es ist allerdings durch Dynamit- und Cyanidfischerei sowie durch Abholzung bedroht.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Daniel Knop: Raja Ampat, Zentrum mariner Artenvielfalt. in Koralle, Meerwasseraquaristik-Fachmagazin, Nr. 39, Juni/Juli 2006, Natur und Tier Verlag Münster, ISSN 1439-779X
  2. a b c The Nature Conservancy
  3. Hemiscyllium henryi auf Fishbase.org (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raja Ampat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien