Regenbaum

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Regenbaum
Regenbaum (Samanea saman)

Regenbaum (Samanea saman)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Mimosengewächse (Mimosoideae)
Gattung: Samanea
Art: Regenbaum
Wissenschaftlicher Name
Samanea saman
(Jacq.) Merr.


Der Regenbaum (Samanea saman) ist eine Pflanzenart innerhalb der Unterfamilie der Mimosengewächse (Mimosoideae). Sie ist in der Neotropis weitverbreitet und zählt in seiner Heimat zu den bekanntesten Baumarten. Der Ursprung seines Trivialnamens „Regenbaum“, spanisch árbol de la lluvia, kann nicht mehr eindeutig ermittelt werden. Nachts scheint es unter seiner Krone leicht zu regnen und unter dem Baum bleibt das Gras in der Trockenzeit deutlich länger grün. Als Ursache werden Ausscheidungen von Singzikaden angenommen, die den Baum sehr zahlreich bewohnen. Als weitere Erklärung seines Namens bietet sich die Eigenart des Regenbaums an, bei Regen seine Fiederblättchen zusammenzuklappen, so dass die Wassertropfen kaum behindert durch die Krone fallen.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Gefiederte Laubblätter, Blütenstände mit Blütenknospen und Blüte
Früchte
Baumkrone
Früchte mit Rotohrbülbül
Blütenstände eines gelbblühenden Baums

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Regenbaum wächst als Baum und erreicht einzeln stehend typischerweise eine Wuchshöhe von 17 bis 24 Metern, einen Stammdurchmesser von 40 bis 120 Zentimetern (BHD)[1] und einen Kronendurchmesser von 30 Metern. Dicht stehende Bäume werden bis zu 40 Meter hoch, haben aber kleinere Kronen. Verglichen mit der weit ausladenden schirmförmigen Krone wirkt der kräftige und gerade Stamm meist kurz. Maximalwerte wurden für einen Baum von über 100 Jahren auf Trinidad beschrieben, der eine Höhe von 45 Metern und einen Stammdurchmesser von 2,4 Metern erreichte und eine 60 Meter breite Krone bildete.

Die Borke ist grau bis graubraun, am jungen Baum noch glatt, später rau und rissig. Die innere Rinde ist hellbraun bis graurosa gefärbt. Das Holz ist weich und leicht, hat ein gelbliches Splintholz und schokoladenbraunes Kernholz, das beim Trocknen goldbraun wird und schwarze Streifen zeigt. Auf trockenen Standorten wurzelt der Baum tief, auf feuchten Böden wird ein extrem flaches Wurzelsystem gebildet.

Der Regenbaum ist in den tropischen Regenwäldern immergrün, verliert aber in Trockenwäldern während der Trockenzeit die Blätter und kann bis zu zwei Monate blattlos sein. Die Blätter sind doppelt gefiedert und wechselständig angeordnet. Sie werden 25 bis 40 Zentimeter lang, haben eine grüne, fein behaarte Spindel (Rhachis) und bilden drei bis sieben Fiedern erster Ordnung. Die Seitenfiedern tragen 2 bis 10 Paare 2,5 bis 5 Zentimeter lange und 1,2 bis 2,5 Zentimeter breite Fiederblättchen. Die Blättchen sind ganzrandig, asymmetrisch rhombisch, haben eine winzige Spitze und laufen an der Basis spitz zu. Die Oberseite ist von etwas dunklerem Grün als die fein behaarte Unterseite.

Eine Besonderheit des Regenbaums stellt das nächtliche Zusammenlegen der gegenüberstehenden Fiederblättchen dar, das auch bei Regenwetter oder bedecktem Himmel auftritt. Diese „Schlafstellung“ setzt etwa 1 Stunde vor Sonnenuntergang ein, kurz vor Sonnenaufgang wird wieder die Normalposition eingenommen.

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten]

Die Hauptblütezeit liegt im Mai und Juni. Die einzeln an grünen, behaarten 6 bis 10 Zentimeter langen Blütenstandsschäfte stehenden zarten, Blütenstände sind bei einer Höhe von etwa 3,7 Zentimetern und einem Durchmesser von etwa 6 Zentimetern quastenartig, köpfchenförmig und enthalten zahlreiche Blüten. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen, fein behaarten Kelchblätter sind zu einer etwa 0,6 Zentimeter langen Röhre verwachsen, die in fünf Kelchzähnen endet. Die fünf rosafarbenen Kronblätter sind zu einer 1,2 Zentimeter langen Röhre verwachsen. Die etwa 20 fadigen Staubblätter sind 3,7 Zentimeter lang, unten weiß und oben hellrot gefärbt. Die Staubfäden sind an ihrer Basis verwachsen. Die Staubbeutel sind punktförmig. Der Stempel besteht einem einzigen Fruchtblatt und aus einem 2,5 bis 3 Zentimeter langen, fadenförmigen Griffel. Die Blüten produzieren Nektar um Bestäuber anzulocken.

Frucht und Samen[Bearbeiten]

Die bei Reife braunen oder schwarzen Hülsenfrüchte sind 10 bis 20 Zentimeter lang, 1,5 bis 2 Zentimeter breit und etwa 0,6 Zentimeter dick, gerade oder leicht gekrümmt, öffnen sich am Baum nicht und enthalten 5 bis 25 Samen. Die rotbraunen, 1,3 Zentimeter langen Samen sind in ein braunes, klebriges und süßes „Fruchtfleisch“ eingebettet. Die Tausendkornmasse beträgt 143 bis 227 Gramm.

Die meisten Früchte bleiben unter dem Mutterbaum liegen, verwittern während der Regenzeiten und geben so die Samen frei. Manchmal werden Früchte von Nagetieren verschleppt oder von Tapiren gefressen, welche die Samen unverdaut ausscheiden. Auf Viehweiden werden die Früchte gerne von Rindern, nicht aber von Pferden, gefressen. Es wird vermutet, dass die Samen ursprünglich von großen im Pleistozän ausgestorbenen Säugetierarten verbreitet wurden. Heute geschieht dies oft durch Weidetiere.

Weitere Merkmale[Bearbeiten]

Der Regenbaum keimt epigäisch. Das Hypokotyl wächst gerade, wird bis zu 10 Zentimeter lang und trägt zwei kurzstielige, elliptische Keimblätter. Die Primärblätter sind gegenständig oder fast gegenständig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.[2]

Verwechslungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Der Regenbaum wird aufgrund seiner großen, schirmförmigen Krone, seiner sich in der Nacht zusammenfaltenden Blätter, der Blütenform und auch der mit Fruchtfleisch gefüllten Fruchthülsen selten mit anderen Arten verwechselt. Auf Hawaii passiert das manchmal mit Pseudosamanea guachapele während der Blüte, junge Bäume ähneln der Art Albizia lebbeck.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Nachtfalter, trotzdem wird der Regenbaum auch häufig von Bienen als Nektarquelle angeflogen.[3] Nach anderen Angaben sind Bienen die Hauptbestäuber[1].

Der Regenbaum kann durch Symbiose mit Knöllchenbakterien der Gattung Bradyrhizobium Stickstoff binden. Auf Weiden wird das Wachstum des Grases unter und neben dem Baum durch Anreicherung von Stickstoffverbindungen gefördert.

Der Regenbaum ist kaum durch tierische oder pflanzliche Schädlinge gefährdet. Auf den Philippinen werden die Sämlinge durch die Mehltauart Erysiphe communis befallen, auf Hawaii richten die Raupen der Schmetterlingsart Melipotis indomita Schäden an. Auf Puerto Rico bohren Schuppenameisen der Art Myrmelachista ramulorum die Triebe an und führen zu Blattverlusten. Durch mehrere Arten von Käfern, Fliegen und Schmetterlinge werden jedoch meist 50 bis 75 % der Samen geschädigt oder zerstört.

Verbreitung und Standortansprüche[Bearbeiten]

Das natürliche Areal erstreckt sich von Yucatan in Mexiko über Guatemala bis nach Peru, Bolivien und Brasilien. Hauptverbreitungsgebiete sind jedoch Venezuela und Kolumbien. Aufgrund seiner schattenspendenden, riesigen und weit ausladenden Krone wurde er auch in subtropischen Gebieten Amerikas wie Florida und den Westindischen Inseln eingebürgert, und auch in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens und Afrikas; so seit 1880 im Süden Indiens, in Burma oder auf den Philippinen. In Afrika findet man ihn in Nigeria oder Uganda. Schon seit 1847 gibt es den Regenbaum auf Hawaii.

Samanea saman gedeiht in tropischen und warm-subtropischen Klimaten in Höhenlagen zwischen von Meereshöhe bis zu 1100 Metern. Er gedeiht bei Jahresniederschlägen zwischen 640 und 3810 Millimetern. Er ist empfindlich gegen Frost und Beschattung und wird von Salzwassergischt geschädigt. Er verträgt hohe Lufttemperaturen so in Südindien mit Maxima bis zu 47,5 °C und Dürre von zwei bis sechs Monaten.[1] Am besten wächst der Regenbaum auf tiefgründigen, feuchten, neutralen oder schwach sauren Schwemmböden. Er verträgt mäßig salzhaltige Böden und kurzfristige Überflutungen.

Systematik[Bearbeiten]

Das Artepitheton saman leitet sich über englisch zamang ab und ist einer Indianersprache entlehnt.[4] Nach einer anderen Quelle ist saman ein spanischer Ausdruck der aus einem französischen Dialekt aus der Karibik abgeleitet wurde, und ebenfalls „Regenbaum“ bedeutet.[1]

Die taxonomische Einordnung des Regenbaums wurde in der Vergangenheit sehr unterschiedlich interpretiert. In der amerikanischen Literatur wird häufig das Synonym Pithecellobium saman Benth. verwendet. Weitere Synonyme sind Albizia saman F. Muell., Calliandra saman Griseb., Enterolobium saman Prain, Inga saman Willd. sowie Mimosa saman Jacq.

Es gibt keine Unterarten und keine Zuchtformen. Das Aussehen des Regenbaums variiert in seinem Verbreitungsgebiet nur wenig.

Weitere Samanea-Arten sind Samanea inopinata (Harms) Barneby & J.W.Grimes und Samanea tubulosa (Benth.) Barneby & J.W.Grimes.

Verwendung[Bearbeiten]

Der Regenbaum wird in tropischen und subtropischen Gebieten als schattenspendender Park- und Straßenbaum sehr geschätzt. Er wurde auch als Schattenspender in Kaffee- und Kakaoplantagen eingesetzt.

Auf Weideflächen dienen die Früchte als Futter für Rinder, Ziegen und Schweine.

In Hawaii wird das Holz zur Herstellung kunstgewerblicher Gegenstände, beispielsweise der „monkey-pod bowles“, verwendet. Seltener wird das Holz zur Herstellung von Möbeln, als Konstruktionsholz, für Furniere oder zum Heizen eingesetzt.

Das süßliche Fruchtfleisch wird manchmal von Kindern gegessen, in Mexiko wurden daraus auch Getränke hergestellt.

In Thailand dient der Regenbaum als wichtigste Nahrungsquelle der Lackschildlaus (Kerria lacca), die das Ausgangsprodukt für Schellack liefert[5].

Quellen[Bearbeiten]

Die Informationen dieses Artikels entstammen folgenden Quellen:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Beschreibung in The RNGR Team (engl., Zugriff am 29. Februar 2008)
  2. Beschreibung in w3-TROPICOS (engl., Zugriff am 1. April 2008)
  3. Schütt et al.: Bäume der Tropen
  4. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage, Birkhäuser, Basel 1996, Nachdruck ISBN 3-937872-16-7
  5. FAO: Non-Wood Forest Products in 15 Countries Of Tropical Asia : An Overview (engl., Zugriff am 29. Februar 2008)

Literatur[Bearbeiten]

  • Schütt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff: Bäume der Tropen. 2006, ISBN 3-933203-79-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Samanea saman – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • W. George Staples, R. Craig Elevitch: Samanea saman (rain tree). April 2006, Beschreibung in agroforestry.net (engl., Zugriff am 20. Februar 2008; PDF; 863 kB)
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