Reise der Verdammten

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Filmdaten
Deutscher Titel Reise der Verdammten
Originaltitel Voyage of the Damned
Produktionsland England
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 155 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Stuart Rosenberg
Drehbuch David Butler
Steve Shagan
Produktion Robert Fryer
Musik Lalo Schifrin
Kamera Billy Williams
Schnitt Tom Priestley
Desmond Saunders
Besetzung

Reise der Verdammten ist der Titel eines 1976 produzierten Filmdramas, dessen Handlung eine historisch verbürgte Episode zur Zeit des aufkommenden Zweiten Weltkriegs rekonstruiert. Als Vorlage diente das Buch Das Schiff der Verdammten. Die Irrfahrt der St. Louis (Originaltitel: Voyage of the Damned) von Gordon Thomas und Max Morgan-Witts.

Handlung[Bearbeiten]

Das deutsche Schiff St. Louis sticht im Mai 1939 von Hamburg aus in See. Sein Ziel ist Kuba. An Bord sind 937 Juden – Flüchtlinge vor dem Antisemitismus und der zusehends aggressiveren Rassenpolitik der Nazis. Doch sowohl die kubanische als auch im späteren Verlauf die US-amerikanische Regierung erlauben den Juden nicht, in den jeweiligen Staaten von Bord zu gehen. US-Präsident Franklin D. Roosevelt beruft sich auf den Immigration Act von 1924, der nur eine bestimmte Quote an Zuwanderern erlaubt. Für die jüdischen Menschen an Bord beginnt eine Odyssee. Als den staatenlosen Menschen auch in Kanada die Einreise versagt wird, wendet die St. Louis und nimmt Kurs zurück nach Europa.

Kapitän Max Schröder (Max von Sydow) findet im Arzt Kreisler (Oskar Werner) einen Vertrauten. Kreisler reist mit seiner Ehefrau Denise (Faye Dunaway), die eine Freundschaft zur Mitreisenden Lillian Rosen (Lee Grant) aufbaut. Deren Ehemann Karl Rosen (Sam Wanamaker) schneidet sich die Pulsadern auf und wird in Havanna in ein Krankenhaus gebracht. Beider Tochter, Anna Rosen (Lynne Frederick) beginnt eine Romanze mit dem Schiffsstewsrt Max Günther (Malcolm McDowell). Das junge Paar hat Angst vor der Heimkehr nach Deutschland: Max und Anna vergiften sich. Lillian Rosen ist verzweifelt, findet jedoch Trost bei Denise Kreisler. Das alte Ehepaar Hauser (Maria Schell, Nehemiah Persoff) erhält an Bord Besuch von der in Havanna lebenden Tochter, Mila Hauser Katharine Ross. Mila arbeitet in Kuba als Edelprostituierte, um ihren Eltern Geld zu beschaffen. Mila schläft mit einflussreichen Politikern und kann dem in Kuba lebenden David Strauss (David de Keyser) helfen, seine beiden kleinen Töchter von Bord zu holen. Neben Mila Hauser ist es der in den USA lebende Jude Morris Troper (Ben Gazzara), der Kapitän Schröder und seinen Passagieren helfen kann. Nachdem die USA abgelehnt haben, die jüdischen Passagiere zu retten, können sie in Antwerpen von Bord gehen. Die Ehepaare Kreisler, Hauser und Rosen überleben den Krieg. Der bereits zu Beginn an Bord gekommene Nazi Schiendick (Helmut Griem) wird gegen Ende des Krieges von Engländern erschossen.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

  • Der Film wurde an Schauplätzen in Spanien und England gedreht; zunächst waren Teile der Dreharbeiten in Jugoslawien geplant.
  • Es war Oskar Werners letzter Film

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde 1977 in drei Kategorien für den Oscar nominiert, ging jedoch leer aus:

Auch war der Film in sechs Kategorien für den Golden Globe Award nominiert, von denen er einen gewann:

Literatur[Bearbeiten]

  • Gordon Thomas und Max Morgan-Witts: Das Schiff der Verdammten. Die Irrfahrt der St. Louis (Originaltitel: Voyage of the Damned). Deutsch von Helmut Kossodo. Edition Bergh und WMP-Verlagsauslieferungsdienst, Tübingen und Zug (Schweiz) 1976, 382 S., ISBN 3-88065-044-6.
  • Georg J. E. Mautner Markhof: Das St. Louis-Drama. Hintergrund und Rätsel einer mysteriösen Aktion des Dritten Reiches. Leopold Stocker Verlag, Graz – Stuttgart 2001, 200 S., ISBN 3-7020-0931-0.

Weblinks[Bearbeiten]