Nehemiah Persoff

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Nehemiah Persoff (1960)

Nehemiah Persoff (* 2. August 1919 in Jerusalem, Palästina) ist ein US-amerikanischer Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler sowie Maler.

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Nehemiah Persoff wurde vermutlich am 2. August 1919 in Jerusalem geboren, einige Quellen setzten sein Geburtsjahr aber auch auf 1920. Mit neun Jahren wanderte er mit seinen Eltern im Alter in die Vereinigten Staaten aus, wo er zunächst das Hebrew Technical Institute von New York City besuchte. Seinen ersten Lebensunterhalt verdiente sich Persoff danach als Elektriker bei der New York City Subway, wo es seine Aufgabe war, die Signalleuchten zu warten. Sein Interesse galt jedoch schon immer der Schauspielerei, und bereits früh trat er in Laien-Theatergruppen auf. Seine persönliche Motivation es auch als professioneller Schauspieler zu versuchen, so die spätere Begründung Persoffs, sei der aufkommende Antisemitismus in Europa gewesen, und die im Zuge dessen vorherrschende Meinung, dass Juden es zu nichts brächten.

Persoff gewann ein Stipendium für eine New Yorker Schauspielschule, und sollte im Cort Theatre sein Broadway-Debüt mit dem Kriegsdrama The Eve of St. Mark von Maxwell Anderson geben. Allerdings wurde er kurz vor der Premiere entlassen. Erst 1940 stand er in The Emperor's New Clothes erstmals auf der Bühne. 1942 musste Persoff wie andere Männer seinen Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg leisten und diente drei Jahre an europäischen Kriegsschauplätzen. Nach seinem Ausscheiden aus der United States Army wurde Persoff von der einflussreichen Schauspielerin Stella Adler entdeckt und gefördert. 1947 stand er in Charles Laughtons Bühnenproduktion Galileo von Berthold Brecht wieder auf der Bühne und zählte im gleichen Jahr außerdem zu den ersten Schauspielschülern von Elia Kazan. 1948 erfolgte Persoffs Filmdebüt in The Naked City von Jules Dassin, in dem er allerdings nur eine kleine Rolle übernahm, die weder in den Credits erwähnt wurde noch über Sprechtext verfügte.

Seine Karriere umfasst Rollen in über 180 Fernsehserien und Spielfilmen. Nachdem er zunächst in Filmen wie Elia Kazans Die Faust im Nacken oder Alfred Hitchcocks Der falsche Mann meist nur kleine Rollen spielte, verkörperte er in verschiedenen Fernsehserien schon früh nennenswerte Nebenrollen. Den Durchbruch als Filmschauspieler schaffte er 1959 durch Billy Wilders Filmklassiker Manche mögen’s heiß, wo er in der Rolle des Mafiabosses Der Kleine Bonaparte eine Mussolini-Parodie aufführte. Seit dem Tod von Tony Curtis 2010 ist Persoff noch lebende Schauspieler des Filmes, der im Abspann erwähnt wurde. Zu seinen weiteren bekannten Filmen zählen Die größte Geschichte aller Zeiten, in dem er 1965 als der fiktive Hohepriester Schemia vor der Kamera stand, wie auch 1968 der Film über die italienische Mafia Der Tag der Eule nach dem gleichnamigen Roman von Leonardo Sciascia. 1976 wirkte er neben Maria Schell in dem Filmdrama Reise der Verdammten mit und spielte 1983 in Yentl, basierend auf der Kurzgeschichte Yentl, the Yeshiva Boy von Isaac Bashevis Singer, den Vater der Titelfigur, die von Barbra Streisand verkörpert wurde.

Obwohl Nehemiah Persoff in seiner Film- und Fernsehkarriere eigentlich nie Hauptrollen spielte und keine Filmpreise gewann, erarbeitete er sich einen Ruf als vielseitiger und anerkannter Charakterdarsteller in Nebenrollen. Im Laufe der Jahrzehnte wirkte er in einer Vielzahl von Fernsehproduktionen mit. So hatte er Rollen in Serienklassikern wie Columbo, Mord ist ihr Hobby, Hawaii Fünf-Null, Unsere kleine Farm, Drei Engel für Charlie, Rauchende Colts, Gnadenlose Stadt, Law & Order und Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Gegen Ende seiner Karriere sprach er die Rolle des Papa Mousekewitz in den Feivel-Zeichentrickfilmen.

Privatleben und Malerei[Bearbeiten]

1999 zog Persoff sich von der Schauspielerei in den Ruhestand zurück und widmet seitdem seine Zeit dem Malen von Bildern. Seine bisher über 100 entstandenen Werke waren in zahlreichen kalifornischen Städten ausgestellt. Mit seiner Frau Thia ist er seit 1951 verheiratet, mit ihr hat Persoff vier gemeinsame Kinder. Er lebt heute in der kalifornischen Kleinstadt Cambria.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]