Riccardo Cocciante

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Riccardo Cocciante

Riccardo Vincent Cocciante (* 26. Februar 1946 in Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt), Vietnam), ist ein italienischer Komponist und Sänger.

Leben[Bearbeiten]

Mit elf Jahren emigriert er mit seinem italienischen Vater und seiner französischen Mutter nach Rom, wo er seine künstlerische Ausbildung erfährt. Dennoch bleibt er dank des Verdienstes seiner Mutter auch der französischen Kultur verbunden, was sein gesamtes Werk mitprägen wird. Außer in Italien hat er auch eine Zeitlang in den USA, Frankreich und zuletzt in Irland gelebt, wo er ebenfalls musikalische Akzente setzen konnte. In den anglo-amerikanischen Ländern verzeichnet er besonders mit dem Beatles-Klassiker Michelle Charterfolge.

1991 gewinnt er mit Se stiamo insieme (Duett mit Sarah Jane Morris) das San-Remo-Festival.

1998 realisiert Cocciante seinen Traum, ein Musical zu komponieren. Gemeinsam mit Luc Plamondon entsteht Notre Dame de Paris (Victor Hugo), das zu einem international vielbeachteten Erfolg (15 Millionen Zuschauer) wird und damit jegliche Erwartung des Komponisten übertrifft. Riccardo Cocciante unternimmt mit dem Musical eine Welttournee, die ihn auch in den Libanon, die Türkei sowie nach Russland und in die USA führt, wo es begeistert aufgenommen wird. Die aus dem Werk resultierenden Tonträger werden weltweit über 10 Millionen Male verkauft. Dieser Erfolg beschert Cocciante den begehrten World Music Award. Zugleich wird die Titelarie Belle in Frankreich zum Lied des Jahrhunderts gewählt.

1999 singt er Lei non vede me für den Film Asterix und Obelix gegen Cäsar; im gleichen Jahr komponiert er auf ausdrücklichen Wunsch des Bürgermeisters die offizielle Hymne der Stadt Lyon.

Ende 2002 erscheint in Frankreich mit Le Petit Prince sein zweites, von musikalischer Vielfalt geprägtes Musical. Auch in diesem Fall werden die Erwartungen weit übertroffen, obwohl es sich um ein von Notre Dame de Paris sehr unterscheidendes Werk handelt.

2005 kündigt Cocciante ein weiteres Musical-Projekt an: Shakespeares Romeo und Julia, das schließlich im Kolosseum von Rom uraufgeführt wird. Bemerkenswert ist, dass Cocciante bei dessen Vorpremiere alle Rollen selbst übernimmt, was der Aufführung eine Besonderheit verleiht. Das Publikum ist begeistert von der Bravour des Komponisten. Die tatsächliche Weltpremiere findet dann im Juni 2007 in der Arena von Verona statt. Von dort tritt das Musical seine Welttournee an, bei der es im Gegensatz zu den vorangegangenen Musical-Werken Cocciantes ausschließlich in italienischer Sprache aufgeführt wird.

Cocciante bestätigt mit diesen Erfolgen im Bereich des Musiktheaters seine bereits überaus erfolgreiche und produktive Karriere als Sänger. Insgesamt hat er in seiner Laufbahn mehr als 40 Alben herausgebracht, darunter einige Welterfolge.

Am 28. Februar 2006 wird Riccardo Cocciante im Rahmen des San-Remo-Festivals der Preis der Stadt San Remo in Anerkennung seiner Laufbahn verliehen.

Diskografie[Bearbeiten]

Riccardo Cocciante kann auf eine reichhaltige musikalische Produktion verweisen, die nicht nur Werke in italienischer Sprache aufweist, sondern auch oftmals parallel zu diesen erschienene, aber auch gänzlich eigenständige Werke, in französischer, spanischer und englischer Sprache.

  • 1972 - Mu
  • 1973 - Poesia
  • 1973 - Atlantì
  • 1974 - Anima
  • 1975 - L'alba
  • 1976 - Concerto per Margherita
  • 1976 - Si j'étais
  • 1978 - Riccardo Cocciante
  • 1978 - Concerto pour Marguerite
  • 1979 - ...E io canto
  • 1979 - ...Je chante
  • 1980 - Au clair de tes silences
  • 1980 - Cervo a primavera
  • 1981 - Q Concert
  • 1982 - Cocciante
  • 1982 - Vieille
  • 1983 - Sincerità
  • 1983 - Sincerité
  • 1983 - Poupée mécanique - singolo
  • 1985 - Il mare dei papaveri
  • 1986 - L'homme qui vole
  • 1986 - L'Onda - singolo
  • 1986 - Quando si vuole bene
  • 1988 - La grande avventura
  • 1988 - Viva!
  • 1991 - Cocciante (conosciuto anche come Se stiamo insieme)
  • 1993 - Eventi e mutamenti
  • 1993 - Empreinte
  • 1994 - Il mio nome è Riccardo
  • 1994 - Un uomo felice
  • 1994 - Richard Cocciante - La compilation
  • 1995 - L'instant présent
  • 1997 - Innamorato
  • 1997 - L'instant présent - Remix
  • 1997 - Notre-Dame de Paris (Fra)
  • 1998 - Instantanea
  • 2000 - Richard Cocciante - La compilation (L'hymne pour la ville de Lyon)
  • 2001 - Notre-Dame de Paris (album)|Notre-Dame de Paris
  • 2002 - Le Petit Prince
  • 2002 - Notre-Dame de Paris live Arena di Verona
  • 2005 - Songs
  • 2006 - Tutti i miei sogni

Literatur[Bearbeiten]

Pierguido Asinari, Riccardo Cocciante. 1971-2007. Dalla forma canzone al melodramma, Roma, Editori Riuniti, 2007

Weblinks[Bearbeiten]