Mina (italienische Sängerin)

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Mina 1972
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Heißer Sand
  DE 1 xx.xx.1962 (31 Wo.)
Fiesta Brasiliana (Das Lied der Lüge)
  DE 13 xx.xx.1962 (21 Wo.)
Capitano
  DE 17 xx.xx.1963 (8 Wo.)
Meine Tür steht immer offen
  DE 33 xx.xx.1963 (9 Wo.)
Bis zum nächsten Mal
  DE 35 xx.xx.1963 (4 Wo.)
Ja, die Liebe lebe hoch
  DE 28 xx.xx.1964 (8 Wo.)
Fremdes Land
  DE 39 xx.xx.1964 (5 Wo.)

Mina (* 25. März 1940 in Busto Arsizio, Italien; eigentlich Mina Anna Mazzini) ist eine italienische Sängerin, die die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt. In den Medien wird sie auch als „Tigerin von Cremona“ („tigre di Cremona“) bezeichnet.[1]

Leben[Bearbeiten]

Im Jahre 1958 nahm sie im Club La Bussola in Marina di Pietrasanta an einem Schlagerwettbewerb teil und gewann mit dem Lied Un'anima tra le mani den ersten Preis. Als ihr Entdecker gilt Sergio Bernardini, Gestalter des Lokals, der als Talentsucher und Showmann auftrat.[2] Ein Jahr später trat sie erstmals im Fernsehen auf: mit dem Lied Nessuno in der Sendung Il Musichiere. 1960 und 1961 nahm sie mit den Titeln È vero und Le mille bolle blu am Musikfestival von Sanremo teil.

Ihre Fernsehkarriere erlitt 1963 eine Unterbrechung, als sie wegen ihres Verhältnisses mit dem zwar von seiner Ehefrau getrennt lebenden, aber noch verheirateten Schauspieler Corrado Pani vom Sender RAI boykottiert wurde. Auf Druck der Zuschauer wurde diese Zensur zwei Jahre später wieder aufgehoben.[3] In den Sechziger- und Siebzigerjahren wuchs ihre Popularität und Mina wurde eine der bekanntesten Sängerinnen Italiens. Auch im Ausland wurde sie bekannt und sang auf Französisch, Spanisch, Türkisch, Deutsch und Japanisch. Auch wirkte sie zwischen 1959 und 1969 in insgesamt 13 Filmen mit. Ihre letzten Auftritte waren im Jahr 1974 im italienischen Fernsehen in der 6-teiligen Sendung Milleluci mit Raffaella Carrà und 1978, als sie im Nachspann einer Sendung das Lied Ancora, ancora, ancora sang. Nach zehn Jahren im Showgeschäft kehrte sie 1978 für einen Auftritt in den Club La Bussola zurück. Von diesem Konzert wurde ein Album herausgegeben: Mina Live '78, das erste Livealbum einer italienischen Sängerin.

Seit Ende der Sechzigerjahre wohnt Mina sehr zurückgezogen in Lugano in der Schweiz. 1989 wurde sie schweizerische Staatsbürgerin. Am 10. Januar 2006 heiratete sie in Lugano den Kardiologen Eugenio Quaini, mit dem sie zuvor schon 25 Jahre zusammen lebte. In ihrem Heimatland Italien ist sie noch immer ein Star. Fast jedes Jahr erscheint von ihr ein neues Album; eines davon produzierte sie mit Adriano Celentano. Viele Auftritte in Fernsehshows trugen zu ihrem Mythos bei, obwohl sie seit 1978 nicht mehr öffentlich aufgetreten ist. Silvio Berlusconi wollte sie einmal für einen Auftritt in einem seiner Sender engagieren, doch sie lehnte ab. Heute (2010) schreibt Mina Kolumnen für Zeitschriften, so zum Beispiel für La Stampa und Vanity Fair.

Minas Sohn Massimiliano Pani (* 18. April 1963 in Mailand) ist Musiker, Produzent und Autor.

Erfolg[Bearbeiten]

Mina - Heißer Sand

In Deutschland wurde Mina vor allem mit dem Hit Heißer Sand bekannt und berühmt, geschrieben von den Erfolgsautoren Werner Scharfenberger und Kurt Feltz. Das Lied war im Jahre 1962 acht Wochen lang Nummer 1 in der deutschen Hitparade. Auf Italienisch erschien das Lied unter dem Titel Si lo so, ferner nahm sie es auch in französischer Sprache als Notre étoile und in spanischer Sprache als Un desierto auf. Die im April 1962 veröffentlichte, exotisch-orientalisch klingende Scharfenberger-Komposition verkaufte sich in Deutschland 700.000 Mal,[4] weltweit wurden 1,3 Millionen Exemplare verkauft. Mit seinem internationalen Erfolg ist Heißer Sand eines der Beispiele dafür, dass der deutsche Schlager in den 1960er Jahren international konkurrenzfähig war. Zwei weitere Versionen nahm die indonesisch-stämmige Niederländerin Anneke Grönloh in niederländischer Sprache als Brandend Zand und in englischer Sprache als Oh, Malaysia auf. Die englische Version wurde im Land Malaysia 1962 so beliebt, dass die malaysische Regierung zeitweise erwog, dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne zu erklären.[5] 1966 veröffentlichte auch Connie Francis das Lied in einer deutschen Fassung auf ihrem Album Melodien, die die Welt erobern (MGM).[6]

Mina selbst konnte in Deutschland später nicht mehr an ihren großen Erfolg mit Heißer Sand anknüpfen, doch hatte sie mit Fiesta Brasiliana, Capitano und anderen Titeln noch einige kleinere Hits. Bekannt ist auch ihre Version des italienischen Schlagers Tintarella di luna.

Schlager (Auswahl)[Bearbeiten]

Erfolge in italienischer Sprache (Auswahl)[Bearbeiten]

Titel in deutscher Sprache (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Heißer Sand (1962)
  • Tabu
  • Fiesta Brasiliana (1962)
  • Capitano (1963)
  • Meine Tür steht immer offen (1963)
  • Bis zum nächsten Mal (1963)
  • Ja, die Liebe lebe hoch (1964)
  • Fremdes Land
  • Eine weisse Dschunke
  • Telefon
  • Er hatte blaue Augen
  • Männer, Mädchen und Pistolen
  • Glaube ihr nicht
  • Mein guter Stern
  • Wenn Du an Wunder glaubst (Il cielo in una stanza)
  • Rhapsodie
  • Mister Twist
  • Am Rio Grande
  • Tausendundeine Nacht
  • Ein treuer Mann

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1959: Urlatori alla sbarra – von Lucio Fulci
  • 1960: Sanremo, la grande sfida – von Piero Vivarelli
  • 1960: Madri pericolose – von Domenico Paolella
  • 1960: Juke box, urli d'amore – von Mauro Morassi
  • 1960: I Teddy Boys della canzone italiana – von Domenico Paolella
  • 1961: Appuntamento a Ischia – von Mario Mattoli
  • 1961: Mina … fuori la guardia – von Armando W. Tamburella
  • 1961: Io bacio … tu baci – von Piero Vivarelli
  • 1962: Universo di notte – von Alessandro Jacovoni
  • 1962: Appuntamento in riviera – von Mario Mattoli
  • 1963: Die lustigen Vagabunden – von Kurt Nachmann
  • 1963: Canzoni nel mondo – von Vittorio Sala
  • 1969: Per amore … per magia – von Duccio Tessari

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eckhard Römer: Italienische Mediensprache. Handbuch/ Glossario Del Linguaggio Dei Mass Media: Italiano- Tedesco, Verlag Walter de Gruyter, 2009, ISBN 3899496442, Seite 381
  2. Die zwei legendären Lokale der Versilia, abgerufen am 23. Oktober 2010
  3. Biografie auf CyberMusik.de, abgerufen am 23. Oktober 2010
  4. Der Musikmarkt, 30 Jahre Single-Hitparade, 1989, S. 20
  5. Booklet der CD Anneke Grönloh: The International Singles (BR Music BX 535-2)
  6. Album Melodien, die die Welt erobern (MGM 665061) (abgerufen am 15. April 2011). Die Aufnahme erschien 2002 bei Bear Family auch auf der 5-CD-Box Lass mir die bunten Träume (abgerufen am 15. April 2011).